Die Kommunistische Partei Vietnams (KPV) (, ) ist die einzige legale Partei in Vietnam.

Geschichte mini|Plakate der Kommunistischen Partei Vietnams 2010 in Hué

1925 baute Ho Chi Minh im Exil in Guangzhou die Gesellschaft der Genossen der revolutionären Jugend auf. Dabei wurde er sowohl von der Komintern als auch der damaligen nationalchinesischen Behörden unterstützt. Am 18. Februar 1930 gründete Ho Chi Minh gemeinsam mit weiteren Kommunisten die Kommunistische Partei Vietnams. Die Gründung der Organisation fand in Hongkong statt, um den Zugriff der französischen Polizei zu vermeiden. Die Partei formierte ihre Kernziele als Überwindung der französischen Kolonialherrschaft und Überwindung des kapitalistischen Systems durch Errichtung eines sozialistischen Staates. Hinsichtlich der Sozialpolitik stellte die Partei den Achtstundentag, die Alphabetisierung der Bevölkerung sowie die Gleichstellung von Mann und Frau in Aussicht. Wirtschaftlich sah das Programm die Abschaffung der hohen kolonialen Steuerlast der Mehrheit der Bauern sowie die Errichtung einer sozialistischen Wirtschaft mit verstaatlichten Banken und Industrieunternehmen vor. Nachbesserungen dieses Programms von 1930 erfolgten wenige Monate später, um die Konformität mit der Komintern sicherzustellen. Im Zuge dessen benannte sich die Partei in Indochinesische Kommunistische Partei um. Trotz dieser Änderungen zogen Ho und seine Partei in der Komintern eine Vernachlässigung der sozialen marxistischen Revolution gegenüber der nationalen Frage der Unabhängigkeit vor. Die Praxis auch kleine und mittlere Landbesitzer in die Partei aufzunehmen wurde ebenso als Mangel an Linientreue bemängelt.

In Teilen der Provinzen Nghệ An und Hà Tĩnh kam es 1930 aufgrund der hohen Steuerlast und drohender Nahrungsmittelknappheit zu rund 100 spontanen Streiks und Protesten von Bauern gegen die Kolonialmacht. In der Folge wurden in zahlreichen Gemeinden Bauernräte, die sog. Nghệ-Tĩnh-Sowjets, gegründet, die unter Führung der Kommunistischen Partei lokale Maßnahmen, wie Landumverteilung, Arbeitszeitverkürzung und Einrichtung von Alphabetisierungsprogrammen, durchführten. Diese Bemühungen waren bis Mitte 1931 in den beiden Provinzen Zentralvietnams so weit erfolgreich, dass 31 Dorfsowjets gegründet wurden. Die Bewegung wurde schließlich durch französische Kolonialtruppen niedergeschlagen. Die Repressionsmaßnahmen forderten mehrere tausend Todesopfer. Rund 9.000 Vietnamesen wurden inhaftiert. Die französische Sicherheitspolizei Sûreté zerschlug den konspirativen Apparat der Partei im Land. 1931 wurde Ho von den britischen Behörden in Hongkong verhaftet, konnte jedoch flüchten. 1932 waren alle Mitglieder des Zentralkomitees sowie alle Leiter der Regionalkomitees entweder inhaftiert oder getötet. Da sich die bürgerlichen Parteien des Landes von den Aufständen distanzierten, gewann die Kommunistische Partei jedoch enorme Popularität unter der Bevölkerung der Kolonie. Nach dem Niedergang der Front populaire und dem damit verbundenen Rechtsruck der französischen Politik kam es zu einer erneuten Verhaftungswelle, bei der rund 2.000 Menschen interniert wurden.

1931 wurde die Kommunistische Partei auf der XI. Tagung des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationalen als selbständige Sektion in die Komintern aufgenommen.Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU, Die Kommunistische Internationale. Kurzer historischer Abriß. Verlag Marxistische Blätter GmbH, Frankfurt am Main 1970. S. 388. In Rücksprache mit der Komintern wurde die Partei nach der Niederschlagung der Sowjetbewegung im Land aus dem Ausland geführt. Ab 1934 wurde die Partei von einem Weisungskomitee von Südchina aus geführt. Der I. Nationalkongress der KP Indochinas mit 13 Delegierten fand vom 27. bis 31. März 1935 in Macau statt. Unter dem Vorsitz von Ha Huy Tap bekräftigte die Partei ihre Doktrin der Fortführung des Klassenkampfes. Auf Weisung Moskaus wechselte die KPI ihre Strategie während der Volksfrontzeit und agierte mit einer legalen Frontorganisation mit dem Ziel Allianzen mit anderen politischen Gruppierungen zu bilden.

1941 wurde auf Initiative der KP Indochinas die Viet Minh gegründet.

1945 im Zuge der Augustrevolution, bei der die Viet Minh kurzzeitig die Kontrolle über Vietnam von den japanischen Besatzungstruppen übernahm und Ho eine souveräne Regierung in Hanoi ausrief, löste sich die Partei im November selbst auf. Sie operierte jedoch mindestens auf Distriktebene unverändert weiter. Dieser taktische Schritt war der Versuch, den nichtkommunistischen Kräften die Furcht vor dem politischen Allmachtsanspruch der Partei zu nehmen. Bei Josef Stalin löste die Selbstauflösung Zweifel an der ideologischen Linientreue der Führung der Partei um Ho aus und verschlechterte das Klima zwischen den vietnamesischen Kommunisten und der Sowjetunion.

Auf dem II. Parteitag im Jahre 1951, auf dem die KP Indochinas in Partei der Werktätigen Vietnams (PdWV) () umbenannt wurde, stellte sich die Partei folgende hauptsächliche Aufgaben:

Den Widerstandskampf gegen die französischen Kolonialisten bis zum endgültigen Sieg zu führen Die PdWV zu organisieren

Im Nordvietnam war die PdWV die Führungskraft.

Im September 1960 wurde der III. Parteitag der PdWV einberufen.

Die Diktatur des Proletariats sollte weiter gefestigt, die Zusammenarbeit mit den sozialistischen Bruderländern vertieft und drei Revolutionen (die der Produktionsverhältnisse, die wissenschaftlich-technische Revolution und die Kulturrevolution) sowie die sozialistische Industrialisierung durchgeführt werden.

Auf dem IV. Parteitag im Jahre 1976, auf dem die PdWV ihren jetzigen Namen erhielt, ging es um

Fragen der Wiedervereinigung mit (dem 1975 militärisch niedergerungenen) Südvietnam und um die Begründung von Sonderbeziehungen mit den beiden Nachbarländern Laos und Kambodscha.Oskar Weggel, Der X. Parteitag der KP Vietnams. Ein Ereignis ohne hervorstechendes Profil, vermutete Ersatzquelle:

Vertreter des ZK der KPV nahmen an der 11. internen Chinaberatung von Vertretern der ZK mehrerer Kommunistischer Parteien des Ostblocks teil, die vom 11. bis zum 13. Juni 1980 in Mierki (Volksrepublik Polen) stattfand.

Auf dem VI. Parteitag der KPV im Jahre 1986 wurde der Kurs der Erneuerung () eingeleitet, der vor allem eine Öffnung der Wirtschaft gegenüber dem Ausland mit sich brachte.

Vom 18.–25. April 2006 fand der X. Parteitag der KPV statt, auf dem eine überarbeitete Fassung des Parteistatuts angenommen wurde.

Generalsekretäre der KPV

Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Porträt Trần Phú 27. Oktober 1930 6. September 1931 90px Lê Hồng Phong 27. Oktober 1931 26. Juli 1936 90px Hà Huy Tập 26. Juli 1936 30. März 1938 90px Nguyễn Văn Cừ 30. März 1938 9. November 1940 133x133px Trường Chinh Mai 1941 24. September 1956 110x110px Hồ Chí Minh 24. September 1956 10. September 1960 122x122px Lê Duẩn 10. September 1960 10. Juli 1986 122x122px Trường Chinh (2. Mal) 14. Juli 1986 18. Dezember 1986 90x90px Nguyễn Văn Linh 18. Dezember 1986 28. Juni 1991 Đỗ Mười 28. Juni 1991 26. Dezember 1997 120x120px Lê Khả Phiêu 26. Juni 1997 22. April 2001 120x120px Nông Đức Mạnh 22. April 2001 19. Januar 2011 119x119px Nguyễn Phú Trọng 19. Januar 2011 19. Juli 2024 120x120px Tô Lâm (bis 3. August 2024 kommissarisch) 19. Juli 2024 amtierend 120x120px

Leitende Organe der KPV Die Kommunistische Partei Vietnams führt innerhalb eines Blockparteiensystems die front nationale, die Front de la Patrie du Viêt Nam.

Zentralkomitee Dem Zentralkomitee, dessen Mitglieder am 26. Januar 2016 auf dem 12. Parteitag gewählt wurden, gehören 180 Vollmitglieder und 20 Kandidaten an. Die Kandidaten nehmen an Tagungen des ZK mit beratender Stimme teil.

Hauptaufgabe des Zentralkomitees ist die Umsetzung der Parteitagsbeschlüsse über das Sekretariat der Partei und verschiedene Ausschüsse. Außerdem wählt das Zentralkomitee die Mitglieder des Politbüros, den Generalsekretär der Partei, das dazugehörige Parteisekretariat und die Parteikommission für Inspektion. Das Zentralkomitee trifft sich mindestens zweimal jährlich.

Politbüro und Sekretariat des ZK Konferenz zur Gründung der Kommunistischen Partei Vietnams (6. Januar bis Anfang Februar 1930) Vorsitzender: Nguyễn Ái Quốc Erste Konferenz des Zentralkomitees der Partei (14.–31. Oktober 1930) Generalsekretär: Trần Phú (Oktober 1930 bis April 1931) Zentraler / Vorläufiger Exekutivausschuss: Trịnh Đình Cửu, Trần Văn Lan, Nguyễn Hới, Nguyễn Phong Sắc, Hoàng Quốc Việt, Phạm Hữu Lầu, Lưu Lập Đạo Zentrales Exekutivkomitee: Trần Phú, Nguyễn Trọng Nhã, Trần Văn Lan, Nguyễn Phong Sắc, Lê Mao, Lưu Lập Đạo, Ngô Đức Trì, ferner: Lê Hồng Phong, Hà Huy Tập, Nguyễn Văn Dựt Erster Parteitag (27. bis 31. März 1935) Generalsekretäre: Lê Hồng Phong (März 1935 bis Juli 1936), Hà Huy Tập (Juli 1936 bis März 1938), Nguyễn Văn Cừ (März 1938 bis Januar 1940), Trường Chinh Zentrales Exekutivkomitee: Lê Hồng Phong, Hà Huy Tập, Nguyễn Văn Cừ, Trường Chinh, Đinh Thanh, Hoàng Văn Thụ, Hoàng Đình Giong, Nguyễn Văn Dựt, Nguyễn Chí Diểu, Võ Nguyên Hiến, Phạm Văn Xô, Ngô Tuân, Hồ Chí Minh, Phan Đăng Lưu, Võ Văn Ngân, Võ Văn Tần, Nguyễn Thị Minh Khai, Phùng Chí Kiên, Hoàng Quốc Việt, Lê Duẩn, Nguyễn Chí Thanh, Chu Văn Tấn, Vũ Anh, Võ Nguyên Giáp, Trần Văn Kiết, Bích Dân, Phạm Văn Đồng, Lê Đức Thọ, Nguyễn Lương Bằng, Bùi Bảo Vân, Lê Văn Lương, Trần Đăng Ninh, Thầu Xỉ, Hoàng Văn Hoan Zweiter Parteitag (11. bis 19. Februar 1951) Parteivorsitzender: Hồ Chí Minh (Februar 1951 bis 2. September 1969) Generalsekretäre: Hồ Chí Minh (Oktober 1956 bis September 1960), Trường Chinh Politbüro: Hồ Chí Minh, Trường Chinh, Lê Duẩn, Hoàng Quốc Việt, Phạm Văn Đồng, Võ Nguyên Giáp, Nguyễn Chí Thanh, Lê Đức Thọ, Lê Thanh Nghị, Nguyễn Duy Trinh, Phạm Hùng, Lê Văn Lương, Hoàng Văn Hoan ZK-Sekretariat: Hồ Chí Minh, Trường Chinh, Lê Duẩn, Phạm Văn Đồng, Lê Văn Lương, Nguyễn Duy Trinh, Võ Nguyên Giáp, Phạm Hùng, Tố Hữu, Hoàng Anh Dritter Parteitag (5. bis 10. September 1960) Parteivorsitzender: Hồ Chí Minh (Februar 1951 bis 2. September 1969) Erster Sekretär: Lê Duẩn Politbüro: Hồ Chí Minh, Lê Duẩn, Trường Chinh, Phạm Văn Đồng, Phạm Hùng, Võ Nguyên Giáp, Lê Đức Thọ, Nguyễn Chí Thanh, Nguyễn Duy Trinh, Lê Thanh Nghị, Văn Tiến Dũng, Trần Quốc Hoàn, Hoàng Văn Hoan ZK-Sekretariat: Lê Duẩn, Phạm Hùng, Lê Đức Thọ, Nguyễn Chí Thanh, Hoàng Anh, Tố Hữu, Lê Văn Lương, Nguyễn Văn Trân, Nguyễn Côn Vierter Parteitag (14. bis 20. Dezember 1976) Generalsekretär: Lê Duẩn Politbüro: Lê Duẩn, Trường Chinh, Phạm Văn Đồng, Phạm Hùng, Lê Đức Thọ, Võ Nguyên Giáp, Nguyễn Duy Trinh, Lê Thanh Nghị, Trần Quốc Hoàn, Văn Tiến Dũng, Lê Văn Lương, Nguyễn Văn Linh, Võ Chí Công, Chu Huy Mân, Tố Hữu, Võ Văn Kiệt, Đỗ Mười ZK-Sekretariat: Lê Duẩn, Lê Đức Thọ, Nguyễn Duy Trinh, Nguyễn Văn Linh, Tố Hữu, Xuân Thủy, Nguyễn Lam, Song Hào, Lê Quang Đạo, Trần Quốc Hoàn, Lê Thanh Nghị Fünfter Parteitag (27. bis 31. März 1982) Generalsekretäre: Lê Duẩn († 10. Juli 1986), Trường Chinh Politbüro: Lê Duẩn, Trường Chinh, Phạm Văn Đồng, Phạm Hùng, Lê Đức Thọ, Văn Tiến Dũng, Võ Chí Công, Chu Huy Mân, Tố Hữu, Võ Văn Kiệt, Đỗ Mười, Lê Đức Anh, Nguyễn Đức Tâm, Nguyễn Văn Linh, Nguyễn Cơ Thạch, Đồng Sỹ Nguyên ZK-Sekretariat: Lê Duẩn, Lê Đức Thọ, Võ Chí Công, Nguyễn Đức Tâm, Trần Quốc Hoàn, Lê Quang Đạo, Hoàng Tùng, Nguyễn Thanh Bình, Trần Kiên, Nguyễn Văn Linh, Trần Xuân Bách, Nguyễn Lam Sechster Parteitag (15. bis 18. Dezember 1986) Generalsekretär: Nguyễn Văn Linh Politbüro: Nguyễn Văn Linh, Phạm Hùng, Võ Chí Công, Đỗ Mười, Võ Văn Kiệt, Lê Đức Anh, Nguyễn Đức Tâm, Nguyễn Cơ Thạch, Đồng Sỹ Nguyên, Nguyễn Thanh Bình, Đoàn Khuê, Mai Chí Thọ, Đào Duy Tùng, Trần Xuân Bách ZK-Sekretariat: Nguyễn Văn Linh, Nguyễn Đức Tâm, Đào Duy Tùng, Trần Kiên, Lê Phước Thọ, Nguyễn Quyết, Đàm Quang Trung, Vũ Oanh, Nguyễn Khánh, Trần Quyết, Trần Quốc Hương, Phạm Thế Duyệt, Nguyễn Thanh Bình, Trần Xuân Bách Siebter Parteitag (24. bis 27. Juni 1991) Generalsekretär: Đỗ Mười