Die Süd Autobahn A2 (häufig Südautobahn oder verkürzt (die) Süd) ist eine Autobahn in Österreich. Sie führt von Wien über den Wechsel, vorbei an Graz und Klagenfurt an die Staatsgrenze zu Italien bei Arnoldstein und weiter als die italienische A23 („Alpe-Adria-Autobahn“) nach Tarvisio, Pontebba, Udine und Palmanova. Mit dem Bau wurde in den 1960er Jahren begonnen. Das letzte Teilstück zwischen Völkermarkt-West und Klagenfurt-Ost wurde 1999 eröffnet. Mit einer Länge von fast 380 Kilometern (inkl. Zubringern) ist sie die längste österreichische Autobahn.
Geschichte
mini|links|hochkant|Letztes eröffnetes Teilstück zwischen Grafenstein und Völkermarkt-Ost
Der prinzipielle Verlauf der A 2 wurde bereits während der Zeit des Nationalsozialismus teilweise als „Strecke 127“ (Villach – Klagenfurt – Graz) und 128 (Graz – Wiener Neustadt – Wien) der Reichsautobahn geplant. Der Verlauf dieser Planungstrecke entsprach schon sehr dem jetzigen Verlauf der Autobahn und beinhaltete auch eine Verbindung zur West Autobahn im Bereich Wien, die ähnlich der heutigen Allander Autobahn verlief.
Nach dem Anschluss an Deutschland 1938 wurde noch im selben Jahr die Trasse von Vösendorf südwärts nach Wiener Neustadt und westwärts nach Alland planiert.Nachprüfbar auf Luftaufnahmen von Wien und Umgebung von 1938, abrufbar im Geodatenviewer der Stadt Wien, auch zu sehen auf US-amerikanischen Luftaufnahmen der zerstörten Flugmotorenwerke Ostmark und des Flughafens Vöslau von 1944.
Am 6. Mai 1959 erfolgte der erste Spatenstich für den vom Weltkrieg unterbrochenen Bau bei Laxenburg und am 26. Mai 1962 wurde der erste Abschnitt der A 2 zwischen Vösendorf und Leobersdorf eröffnet. Bis 1975 war der Abschnitt zwischen Wien und Seebenstein komplett.
Zuvor wurde aber bereits die erste Autobahn in der Steiermark eröffnet: Die A 2 zwischen Gleisdorf und Raaba (jetzt Knoten Graz-Ost) am 13. Dezember 1969.Eröffnungsdaten der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich: , Stand 23. Juli 2008.
Im Folgejahr wurde auch die erste Autobahn in Kärnten eröffnet. Der Abschnitt zwischen Pörtschach und Villach war der erste in Kärnten. In der Zeit, als die Autobahn ohne Anschlussstellen als Inselautobahn geführt wurde, bezeichnete man den Abschnitt zwischen Villach und Pörtschach, und später bis Klagenfurt, als Wörtherseeautobahn. Auch der zuletzt fertiggestellte Abschnitt der A 2 liegt in Kärnten: Am 25. November 1999 war mit der Eröffnung des Abschnittes Völkermarkt-West – Klagenfurt-Ost die A 2 komplett.
Eine Besonderheit in Österreich ist die Tatsache, dass die Autobahn zwischen Wien und Knoten Seebenstein sowie zwischen Gleisdorf und Mooskirchen bereits mit drei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung gebaut wurde. Außer der Wiener Südosttangente A 23 und der Pyhrn Autobahn A 9 im Raum Graz ist die A 2 die einzige Autobahn, wo dies der Fall war. Der Abschnitt Wien – Wiener Neustadt wurde sogar schon in der NS-Zeit sechsspurig geplant. Zwischen Gleisdorf und dem Knoten Graz-West wurde aufgrund der damals unüblich breiten Fahrbahn der Pannenstreifen sehr schmal gebaut, zwischen Gleisdorf und dem Knoten Graz-Ost ist dies heute noch der Fall, jedoch wurden im Zuge der Generalsanierung in den Jahren 2007 bis 2010 Pannenbuchten in kurzen Abständen angebaut.
Eröffnung Streckenabschnitt Längein km 26.05.1962 Knoten Vösendorf – ASt Leobersdorf 24,875 19.12.1962 Knoten Wien-Inzersdorf – Knoten Vösendorf 3,370 14.12.1963 ASt Leobersdorf – ASt Wöllersdorf 9,025 15.09.1964 ASt Wöllersdorf – Bad Fischau 3,000 19.12.1964 Bad Fischau – Knoten Wiener Neustadt 5,209 13.12.1969 ASt Gleisdorf-West – Raaba 17,795 25.06.1970 HASt Wernberg – Knoten Villach (RFB) 3,280 31.07.1970 ASt Pörtschach-West – HASt Wernberg 13,370 02.09.1970 Knoten Graz-Ost – ASt Graz-Raaba 1,720 02.09.1970 Raaba – Knoten Graz-Ost 1,150 25.06.1971 HASt Krumpendorf-West – ASt Pörtschach-West 7,684 30.09.1971 HASt Wernberg – Knoten Villach (rechte RFB) 3,280 01.07.1972 ASt Klagenfurt-West – HASt Krumpendorf-West 2,49501.12.1973 ASt Graz-Raaba – ASt Graz-Liebenau 1,47101.12.1973 Knoten Graz-Ost – ASt Mooskirchen 20,63725.07.1975 Knoten Wiener Neustadt – Knoten Seebenstein 10,62009.07.1977 Knoten Villach – ASt Villach Warmbad (1. RFB) 8,37508.06.1978 Knoten Villach – ASt Villach Warmbad (2. RFB) 8,37506.12.1980 ASt Gleisdorf-Süd – ASt Gleisdorf-West 3,21219.12.1981 Obergroßau – ASt Gleisdorf-Süd 4,32424.06.1982 Knoten Seebenstein – ASt Grimmenstein 9,05927.09.1982 ASt Mooskirchen – ASt Modriach (linke RFB) 3,21227.09.1982 ASt Modriach – ASt Bad St. Leonhard 17,23803.11.1983 ASt Grimmenstein – HASt Edlitz 2,50810.12.1983 ASt Hartberg – ASt Ilz (rechte RFB) 23,11710.12.1983 ASt Ilz – Obergroßau (linke RFB) 14,30929.06.1984 ASt Villach-Warmbad – ASt Arnoldstein (1. RFB) 13,07531.10.1984 ASt Villach-Warmbad – ASt Arnoldstein (2. RFB) 13,07522.11.1985 HASt Edlitz – ASt Hartberg 47,01804.07.1986 ASt Arnoldstein – Staatsgrenze 3,85626.07.1986 ASt Bad St. Leonhard – Wolfsberg-Nord (linke RFB) 11,11626.07.1986 Wolfsberg-Nord – ASt Wolfsberg-Süd 3,16002.07.1987 ASt Wolfsberg-Süd – ASt St. Andrä 9,28531.10.1989 ASt Hartberg – ASt Sebersdorf-Bad Waltersdorf (linke RFB) 23,11728.06.1990 ASt St. Andrä – ASt Völkermarkt-Ost 13,58402.07.1991 ASt Sebersdorf-Bad Waltersdorf – ASt Ilz (linke RFB) 23,11703.07.1992 ASt Völkermarkt-Ost – ASt Völkermarkt-West 10,52117.07.1995 ASt Klagenfurt-Nord – ASt Klagenfurt-West 6,25923.05.1996 ASt Klagenfurt-Ost – ASt Klagenfurt-Nord 6,88826.11.1999 ASt Völkermarkt-West – ASt Klagenfurt-Ost 16,53129.06.2005 ASt Mooskirchen – Ast Modriach, Abschnitt Herzogenberg (2. RFB) 23,64704.12.2006 ASt Mooskirchen – Ast Modriach, Abschnitt Steinberg (2. RFB) 23,64715.05.2007 ASt Bad Leonhard – Wolfsberg-Nord (2. RFB) 11,116 29.06.2007 ASt Mooskirchen – Ast Modriach, Abschnitt Unterwald (2. RFB) 23,647
Ausbau, Fahrspuren
Zwischen Wien und Kottingbrunn befindet sich, neben der Wiener Südosttangente A 23, der einzige achtspurige Bereich in Österreich. Der Ausbau wurde nötig, als man sich endgültig gegen den Bau der Südost Autobahn A 3 bis nach Wien entschied. Die Südost Autobahn mündet heute am Knoten Guntramsdorf in die A 2. Im Oktober 2012 wurde der achtspurige Ausbau zwischen Baden und Kottingbrunn eröffnet, damit ist die A 2 zwischen Wien und Kottingbrunn durchgehend mit vier Fahrstreifen pro Richtung ausgestattet.A2: Ausbau der Süd Autobahn bei Baden-Kottingbrunn fertiggestellt, vienna.at Im Zuge dieses Ausbaues wurde auch die neue Anschlussstelle Bad Vöslau errichtet, deren Fertigstellung 2011 erfolgte. Als Nächstes soll der Abschnitt zwischen Leobersdorf und Wiener Neustadt generalsaniert werden.
Der Gutteil der Autobahn wurde aber ursprünglich je zweispurig mit verminderter Fahrbahnbreite und teils reduziertem Pannenstreifen ausgeführt und daher spöttisch als „Sparautobahn“ bezeichnet.
Wechselabschnitt
Während die Führung von Wien nach Wiener Neustadt unstrittig war, war die Fortführung in die Steiermark in den späten 1960er Jahren sehr umstritten, möglich schien eine Führung über das Mittelburgenland nach Gleisdorf, was insbesondere für die burgenländischen Pendler ein großer Vorteil gewesen wäre, oder die kürzere, aber technisch schwierigere Route über den Wechsel. Letztendlich entschied man sich 1969 für die Wechsel-Trasse, seinerzeit „Oismüller-Sekanina-Trasse“ genannt. Die Bauetappe Grimmenstein – Friedberg wurde dann zwischen 1982 und 1985 trotz schwieriger geologischer Verhältnisse in nur 36 Monaten Bauzeit fertiggestellt. In Kauf genommen wurde bei dieser Trassierung eine Strecke mit relativ starken Steigungen und kleinen Kurvenradien. In Kombination mit den oft schwierigen Witterungsverhältnissen gilt der Wechselabschnitt als recht unfallträchtig.
Oststeiermark
Die Strecke zwischen Hartberg und Gleisdorf wurde vorerst nur auf der Trasse der Richtungsfahrbahn Wien errichtet und im Gegenverkehr betrieben. Der unter Bautenminister Sekanina vollzogene Halbausbau wurde als vierspurige Straße ohne Mitteltrennung und ohne Pannenstreifen ausgeführt. Der Vollausbau des 42 Kilometer langen Abschnitts erfolgte nach zahlreichen schweren Verkehrsunfällen, die durch die fehlende bauliche Trennung der Fahrstreifen mit verursacht wurden. Im Zuge des Ausbaus auf Autobahnquerschnitt wurden die bestehenden Brücken Bad Waltersdorf, Talübergang Arnwiesen und Lahnbach durch eine zweite ergänzt. 2023 wurde vor dem Rastplatz Hainersdorf eine Wildbrücke errichtet.
Packabschnitt
mini|A 2 im Packabschnitt mini|Talübergang Lavant (zweite Brücke) in Bau, August 2005
Eine Besonderheit für Österreich stellen die ursprünglichen Planungen für den „Packabschnitt“ dar, wie die Autobahn über die Packalpe zwischen den Anschlussstellen Mooskirchen und Packsattel bezeichnet wird.
Ebenfalls als „Sparautobahn“ gebaut wurde der Packabschnitt zwischen Mooskirchen und Modriach, der vorerst nur auf der bergwärts führenden Trasse errichtet wurde, sowie der Abschnitt zwischen Bad St. Leonhard und Wolfsberg-Nord. Die Bauarbeiten zogen sich über zehn Jahre hin.
Der alte Autobahnbereich, auf welchem früher vier Fahrstreifen ohne Pannenstreifen die komplette Autobahn darstellten, war als Richtungsfahrbahn Italien geplant. Die Richtungsfahrbahn Wien sollte nach dem Herzogbergtunnel auf die vom Fahrer aus gesehen linke Seite der Autobahn wechseln und in einem teilweise relativ weit getrennten Bereich von der anderen Richtungsfahrbahn talwärts führen. Dabei war auch eine gänzlich andere, mehr dem Gelände angepasste, Trasse geplant. Der Hintergedanke dieser Planung war, dass lediglich für den bergwärts fahrenden Verkehr, und da vor allem dem Schwerverkehr, geringe Steigungsstrecken ermöglicht werden sollen. Dem talwärts fahrenden Verkehr wurde eine kurvenreichere, steilere Strecke zugemutet.
Als in den 1990er Jahren das Verkehrsaufkommen stieg und somit der Ausbau immer nötiger wurde, entschied man sich dann aber doch, die zweite Fahrbahn neben der bereits fertigen zu bauen. Die Gründe dafür waren, dass man entlang der bereits genutzten Trasse am wenigsten Natur zerstören würde und eine Fahrspur als Bauspur verwenden konnte. Dies machte auch den aufwändigen Bau spezieller Baustraßen überflüssig. In Kauf nehmen musste man jedoch den Bau vieler Brücken und Ankerwände. Die einröhrigen Tunnel Herzogbergtunnel und Gräberntunnel erhielten im Zuge dieses Ausbaus eine zweite Röhre, ebenfalls der Kurztunnel Assingberg, und beim Talübergang Lavant wurde eine zweite Brücke errichtet. Der Ausbau des Packabschnitts zu einer Vollautobahn wurde in der Steiermark am 28. Juni 2007 freigegeben und in Kärnten Anfang Dezember 2007 abgeschlossen.Informationen der ASFINAG zum Vollausbau (Bad St. Leonard – Wolfsberg-Nord), 4. Mai 2005
Anschlussstellen
Eine neue Anschlussstelle wurde zwischen Wiener Neudorf und dem Knoten Guntramsdorf zur Anbindung des Industriezentrums Niederösterreich Süd gebaut. Während sich die Verhandlungen und die Planung lange Jahre hinzogen, wurde der Bau in relativ kurzer Zeit Anfang Dezember 2008 fertiggestellt. Finanziert wurde er nicht nur durch ASFINAG und Land Niederösterreich, sondern auch durch ecoplus und ansässige Betriebe. Dadurch wird die Anschlussstelle in Wiener Neudorf vor allem vom Schwerverkehr entlastet.
2009 wurde die bisherige Halbanschlussstelle Traiskirchen zur Vollanschlussstelle ausgebaut.