Laufen ist eine Stadt im Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern und liegt etwa 17 km nördlich von Salzburg am Alpenfluss Salzach, der hier die Grenze zwischen Deutschland und Österreich bildet. Auf der anderen Flussseite liegt die einstige Vorstadt Laufens, Oberndorf bei Salzburg. Laufen war bis zur Kreisreform die Kreisstadt des zum 1. Juli 1972 aufgelösten Landkreises Laufen. Der amtliche Name der Stadt ist Laufen, zur Unterscheidung von anderen Orten wird häufig Laufen an der Salzach bzw. Laufen (Salzach) oder Laufen in Oberbayern bzw. Laufen (Obb) verwendet. Im lokalen Dialekt wird der Ort Laffa genannt.
Geografie Das Gebiet gehört zum Alpenvorland und stellt eine Moränenlandschaft mit Höhen von 400 bis 460 m und einigen Mooren dar. Der nächste Berg und Laufens Hausberg ist der Haunsberg (836 m), fünf Kilometer südöstlich der Stadt im Salzburger Land. Gegenüber von seinem Fuß mündet die Sur in die Salzach. Laufen weist den mit 383 m niedrigsten Punkt im Landkreis Berchtesgadener Land auf.
Geologie Geologisch liegt das Gemeindegebiet am Rand des Freilassinger Beckens im voralpenländischen Seen- und Moränenland. Bei Laufen wird die Fließrichtung der Salzach durch eine oberflächennahe Nagelfluh-Schwelle abgelenkt, wodurch die doppelte Flussschlinge entstand. In der Flussschleife liegt die Altstadt Laufens. Das Umland ist sanft hügelig, in weiten Teilen dicht bewaldet, im Westen teilweise moorig. An beiden Seiten der Salzach breitet sich oberhalb von Laufen ein breiter Auwaldgürtel aus, der sich unterhalb linksufrig als vergleichsweise schmaler Waldstreifen fortsetzt.
Sanierung von Salzach und Auwäldern Der früher stark mäandrierende, sedimentreiche Fluss wurde nach 1820 auf Grundlage eines Staatsvertrages zwischen Bayern und Österreich reguliert und begradigt. Neben dem Hochwasserschutz sollten auch die Landesgrenze fixiert und die Schifffahrt gesichert werden, die jedoch seit den 1870er Jahren keinerlei wirtschaftliche Bedeutung mehr hatte. Zwischen Saalachmündung und Laufen waren diese Arbeiten 1909 abgeschlossen.
In den Folgejahren traten negative Auswirkungen dieser Umgestaltung hervor: die zunehmende Eintiefung des Flussbettes in den weichen Untergrund, das Absinken des Grundwasserspiegels und die Austrocknung der Auen. Auf längere Sicht wären sogar die Widerlager der Brücken gefährdet. Daher erarbeitet eine deutsch-österreichische Kooperation ein Konzept für den schonenden Rückbau. Demnach soll der Fluss und die einmündenden Bachbette stabilisiert, das Vorland reaktiviert und einige Deiche saniert werden.
Die Gewässergüte im Unterlauf der Salzach wurde seit 1977 durch Abwasserreinigung oberhalb Salzburgs von Güteklasse III–IV auf II (mäßig belastet) verbessert.
Nachbargemeinden mini|Salzachschleife mit der Halbinsel Laufens, gegenüber liegt Oberndorf bei Salzburg Laufen grenzt an folgende Gemeinden, von Norden gegen den Uhrzeigersinn: Fridolfing, Kirchanschöring, Petting (im Landkreis Traunstein); Saaldorf-Surheim (Landkreis Berchtesgadener Land); Anthering, Nußdorf am Haunsberg, Oberndorf bei Salzburg und St. Georgen bei Salzburg (alle im österreichischen Bezirk Salzburg-Umgebung).
Stadtgliederung Die mittelalterliche Altstadt liegt, durch den früher ungebändigten Fluss nach drei Seiten geschützt, in der Salzach-Schleife. Trotz dieses natürlichen Schutzes wurde die gesamte Stadt durch eine Wehrmauer befestigt. Das „Untere Stadttor“ bildete den Eingang aus Richtung Brücke, das „Obere Stadttor“ den Richtung Salzburg und Tittmoning. Beide Stadttore sind noch erhalten, die Altstadt steht heute als Gesamtensemble unter Denkmalschutz.
Der Rest des Stadtgebiets wurde überwiegend im 20. Jahrhundert bebaut.
Laufen erweiterte sich durch die Eingemeindungen von Heining und Triebenbach 1970 und dem oberhalb des Abtsdorfer Sees gelegenen Leobendorf (Pfarrdorf) 1978., online unter stadtlaufen.de
Gemeindeteile
Die Stadtgemeinde Laufen hat 74 Gemeindeteile:
Im Gemeindegebiet gibt es die Gemarkungen Heining, Laufen, Leobendorf, Triebenbach und Wiedmais.
Die Gemarkung Laufen hat eine Fläche von etwa 1,65 km². Geschichte Überblick mini|Das historische Laufen
Die Ortsbezeichnung „Laufen“ ist auf das althochdeutsche loufa zurückzuführen, das Stromschnelle bedeutet. Urkundlich wird die Stadt erstmals 748 erwähnt, gesiedelt wurde in der Gegend schon in vorgeschichtlicher und römischer Zeit. Kaiser Ludwig der Bayer ordnete an, dass das Salz aus Hallein (15 km oberhalb Salzburgs) nur noch auf der Salzach transportiert werden durfte. Da ein Felsen bei Laufen, der sogenannte Nocken, die Schifffahrt behinderte, wurde die Fracht in Laufen von kleinen auf größere Schiffe umgeladen; daher stammt auch der Name: castellum ad louffi (das Kastell an den Stromschnellen). Die Laufener profitierten von den Erträgen aus den Übernachtungen, den Zöllen sowie dem Schiffbau, der damalige Wohlstand zeigt sich exemplarisch in der für eine kleine Stadt großen Stiftskirche.
Die Stadt gehörte ursprünglich zum Salzburggau des Herzogtums Baiern. Die Salzburger Erzbischöfe konnten im 13. Jahrhundert das Gebiet des späteren Rupertiwinkels, in dem Laufen liegt, erwerben. 1275 wurde Salzburgs westliche Grenze (Rupertigau) zum Chiemgau durch den Landshuter Herzog bestätigt. Damit begann die Ablösung des Landes Salzburg vom Mutterland Bayern. Im Jahr 1328 war dann Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend unabhängigen Staat geworden.
Der Nocken wurde 1773 gesprengt. Mit dem Vertrag von München 1816 wurde Laufen zusammen mit dem sogenannten Rupertiwinkel von Salzburg getrennt und Bayern zugeschlagen. Damit wurde es Grenzstadt zwischen Bayern und Österreich. Das am rechten Flussufer liegende Oberndorf, das bislang zu Laufen gehörte, wurde österreichisch. Durch den Bau der Eisenbahn ging die Salzachschifffahrt immer mehr zurück. 1866 fand der letzte Salztransport statt. Bei einem Hochwasser 1899 wurde die Brücke weggerissen; eine neue wurde an anderer Stelle gebaut und 1903 eingeweiht. Nach 1945 wuchs die Bevölkerung durch sudetendeutsche und andere Heimatvertriebene.
Die Geschichte der heute getrennten Orte Laufen und Oberndorf muss bis 1816 gemeinsam betrachtet werden.
Vor- und Frühgeschichte Im Voralpenland und somit in Laufen und Oberndorf kann wegen der eiszeitlichen Vergletscherung nicht davon ausgegangen werden, dass voreiszeitliche Funde gemacht werden. Frühe Siedlungen auf dem Stadtgebiet wurden nicht nachgewiesen, jedoch in der näheren und weiteren Umgebung: In der Schlenken-Durchgangshöhle in Bad Vigaun wurden 40.000 Jahre alte Steinwerkzeuge gefunden. Ein nacheiszeitlicher Lagerplatz aus der mittleren Steinzeit, der vor ca. 7500 bis 10.000 Jahren genutzt wurde, wurde bei Mattsee gefunden.
Es wurden jedoch Werkzeuge aus der jüngeren Steinzeit gefunden. Ein Steinbeil wurde 1893 auf einer Salzach-Schotterbank auf der Oberndorfer Seite nahe der (alten) Brücke gefunden, also dort, wo heute der Europasteg über den Fluss führtJahres-Bericht des städtischen Museum Carolino Augusteum zu Salzburg für 1892, S. 47.. 1930 gab es einen Fund auf der Laufener SalzachseiteFundchronik für die Jahre 1961 und 1962, in: Bayerische Vorgeschichtsblätter 27 (1962), S. 178..
Drei etwa 5000 Jahre alte Kupferbeile, ähnlich dem von Ötzi, wurden im Abtsee bei Laufen gefundenW. Irlinger: Jungsteinzeitliche Kupferbeile aus dem Abtsdorfer See, in: Das Salzfaß, NF24 (1990), H. 2, S. 85 ff.. Aus der Salzburger Gegend wurden dank der Kupfervorkommen große Teile Mitteleuropas in der Bronzezeit mit Kupfer versorgt. Sowohl 1843 in Saaldorf-Surheim im Gemeindeteil Reit gab es einen Depotfund von Kupfer-Ringbarren als auch 1892 in Laufen im Gemeindeteil Biburg einen von SpangenbarrenM. Menke: Studien zu den frühbronzezeitlichen Metalldepots Bayerns, in: Jahresbericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 19/20 (1978/79), S. 5ff und S. 269.. Ein Teil der Spangenbarren ist in der Archäologischen Staatssammlung München archiviert. Kupferhandel fand schon damals entlang der Salzach statt. In der näheren Umgebung von Laufen-Oberndorf gab es noch eine Reihe weiterer bedeutender Depotfunde. Siedlungen der Straubinger Kultur konnten in Obereching (Gemeinde St. Georgen bei Salzburg), drei Kilometer von Oberndorf entfernt sowie bei der Lindachhöhe in Oberndorf nachgewiesen werdenM. Hell: Frühbronzezeitliche Wohnstättenfunde bei Oberndorf a. d. Salzach, in: Germania 38 (1960), S. 131 ff.. Interessant sind Funde von vermutlich geopferten Bronzegegenständen in umliegenden Mooren sowie mehrere bronzezeitliche Gräberfunde in der näheren Umgebung, so auch Urnenfelder mit mehreren hundert Urnen.
Für die Eisenzeit sind mehrere Siedlungen und Befestigungen im weiteren Umfeld der Stadt belegt, u. a. am Haunsberg. Einige werden auch auf der Lindachhöhe bei Oberndorf vermutetT. Stöllner: Die Hallstattzeit und der Beginn der Latènezeit im Inn-Salzach-Raum, Archäologie in Salzburg 3/IIm 1996, S. 129 f.. Hügelgräber aus dieser Zeit wurden in Laufen bei NiederheiningG. Kossack: Südbayern während der Hallstattzeit, in: Römisch-Germanische Forschungen 24 (1959), S. 210. und LettenFundchronik für die Jahre 1965–1967, in: Bayerische Vorgeschichtsblätter 37 (1972), S. 167 gefunden.
Der Salzbergbau bei Hallein begann um 600 v. Chr. und damit der Salzhandel mit Schiffen auf der Salzach. Ein auf einer Salzachschotterbank bei Laufen gefundener etruskischer BronzeeimerN. Heger: Ein etruskischer Bronzeeimer aus der Salzach, in: Bayerische Vorgeschichtsblätter 38 (1973), S. 52 ff. aus der Zeit um 400 v. Chr. belegt Handelskontakte über die Alpen hinweg.
In der Nähe von Oberndorf konnte eine Keltenschanze aus dem 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen werdenA. Reichenberger: Keltische Heiligtümer in Süddeutschland. Zum Stand der Viereckschanzenforschung. In: Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages, Deggendorf 1994, S. 169 ff., in Laufen Biburg soll es nach Berichten aus dem 19. Jahrhundert ebenfalls eine gegeben habenW. Irlinger: Hallstatt- und Latènezeit im Rupertiwinkel, in: Archäologie beiderseits der Salzach, Bodenfunde aus dem Flachgau und Rupertiwinkel, Salzburg 1996, S. 56 ff., die jedoch nicht mehr genau lokalisierbar ist. Der alpenkeltische Stamm der Alaunen siedelte im Salzburger Becken bis zum Inn. Das entstehende Römische Reich unterhielt enge Handelsbeziehungen zum keltischen Königreich Noricum, zu dem auch die Laufener Gegend gehörte.
Die Anfänge der Stadt von der Römerzeit bis ins Mittelalter mini|Blick von Oberndorf auf die gotische Pfarr- und Stiftskirche