mini|Briefsiegel des 1938 aufgelösten Oberamts Welzheim Der Landkreis Waiblingen war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.
Geografie
Lage Der Landkreis Waiblingen lag in der Mitte Baden-Württembergs.
Geografisch hatte er Anteil am Schwäbisch-Fränkischen Wald. Das westliche Kreisgebiet durchfloss die Rems, ein Nebenfluss des Neckars.
Nachbarkreise Seine Nachbarkreise waren 1972 im Uhrzeigersinn beginnend im Norden Backnang, Schwäbisch Gmünd, Göppingen, Esslingen, Stadtkreis Stuttgart und Ludwigsburg.
Geschichte Das Gebiet des Landkreises Waiblingen gehörte bereits vor 1800 überwiegend zu Württemberg. Daher gab es auch schon vor 1800 die Oberämter Waiblingen und Schorndorf, die neben dem Oberamt Lorch Anteile am späteren Kreisgebiet hatten. Ab 1810 gehörten die Oberämter zur Landvogtei Rothenberg (Waiblingen) bzw. an der Fils und Rems (Schorndorf und Lorch). Ab 1818 gehörte das Oberamt Waiblingen zum Neckarkreis, die Oberämter Schorndorf und Lorch (ab 1819 Welzheim) zum Jagstkreis, die beide 1924 aufgelöst wurden. 1934 wurden die Oberämter in Kreise umbenannt und 1938 wurden die Kreise Welzheim und Schorndorf aufgelöst. Dabei kamen die meisten Gemeinden des Kreises Schorndorf und einige Gemeinden des Kreises Welzheim zum Landkreis Waiblingen, andere kamen auch zu den Landkreisen Schwäbisch Gmünd und Göppingen. Gleichzeitig gab der Kreis Waiblingen einige Gemeinden an den Landkreis Ludwigsburg ab, so dass er seine zuletzt bekannte Ausdehnung erreichte. Der Landkreis Waiblingen kam 1945 als Bestandteil der Amerikanischen Besatzungszone zum neugebildeten Land Württemberg-Baden, das am 25. April 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Von da an gehörte der Landkreis Waiblingen zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg, der den württembergischen Teil Württemberg-Badens umfasste.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Waiblingen aufgelöst. Seine Gemeinden gingen ganz im neu gegründeten Rems-Murr-Kreis auf, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Waiblingen wurde.
Einwohnerentwicklung Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse. Jahr Einwohner 17. Mai 1939 100.422 13. September 1950 141.480 Jahr Einwohner 6. Juni 1961 193.832 27. Mai 1970 243.725
Politik Landrat Die Landräte des Landkreises Waiblingen 1939–1972: Amtszeit Name 1939–1945 Karl Sinn 1945–1946 Anton Schmidt 1947–1948 Fritzmartin Ascher 1948–1950 Karl Georg Pfleiderer, DVP 1950–1973 Werner Bertheau
Die Oberamtmänner 1804–1938 des ehemaligen Oberamts sind unter Oberamt Waiblingen dargestellt.
Wappen Das Wappen des Landkreises Waiblingen zeigte in Gold einen dreiköpfigen, rot bewehrten, schwarzen Adler. Das Wappen wurde dem Landkreis Waiblingen am 8. Juli 1957 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.
Der Adler soll auf das Reich hinweisen, nachdem das Kreisgebiet früher den Salier und Staufern gehörte. Der dreiköpfige Adler soll auf die ehemaligen Oberämter Waiblingen, Schorndorf und Welzheim hinweisen.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch das Kreisgebiet führte keine Bundesautobahn, er wurde durch die Bundesstraßen 14 und 29 sowie mehrere Landes- und Kreisstraßen erschlossen.
Gemeinden Zum Landkreis Waiblingen gehörten ab 1938 zunächst 61 Gemeinden, davon 5 Städte.
Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Waiblingen machten am 1. Januar 1970 die Gemeinden Oberurbach und Unterurbach, die sich zur neuen Gemeinde Urbach vereinigten. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Waiblingen schließlich am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.
Die größte Gemeinde des Landkreises war die Stadt Fellbach, die seit dem 1. April 1956 eine Große Kreisstadt ist. Die kleinsten Gemeinden waren Ödernhardt (im Jahr 1961) und Bretzenacker (im Jahr 1970).
In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Waiblingen vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden gehören heute zum Rems-Murr-Kreis. Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Volkszählungsergebnisse in den Jahren 1961 und 1970. frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohneram 6. Juni 1961 Einwohneram 27. Mai 1970 Asperglen Rudersberg 617 675 Baach Winnenden 437 615 Beinstein Waiblingen 2.295 2.869 Beutelsbach Weinstadt 3.199 5.111 Birkmannsweiler Winnenden 1.033 1.610 Bittenfeld Waiblingen 2.228 3.360 Bretzenacker Berglen 216 245 Breuningsweiler Winnenden 483 597 Buhlbronn Schorndorf 600 661 Buoch Remshalden 432 512 Bürg Winnenden 322 414 Endersbach Weinstadt 3.326 4.512 Fellbach, Große Kreisstadt Fellbach 26.040 28.962 Geradstetten Remshalden 3.127 4.461 Großheppach Weinstadt 2.200 2.905 Grunbach Remshalden 3.232 4.715 Hanweiler Winnenden 345 511 Haubersbronn Schorndorf 2.001 2.472 Hebsack Remshalden 768 1.282 Hegnach Waiblingen 2.621 3.906 Hertmannsweiler Winnenden 952 1.306 Höfen Winnenden 685 850 Hohenacker Waiblingen 1.871 3.502 Hößlinswart Berglen 443 468 Kaisersbach Kaisersbach 1.809 1.843 Kleinheppach Korb 693 905 Korb Korb 4.927 8.159 Leutenbach Leutenbach 2.372 3.323 Miedelsbach Schorndorf 872 1.281 Nellmersbach Leutenbach 1.130 1.722 Neustadt Waiblingen 3.224 4.819 Oberberken Schorndorf 633 1.034 Oberurbach Urbach 3.796 – Ödernhardt Berglen 199 260 Oeffingen,bis 1957 Öffingen Fellbach 3.826 5.329 Oppelsbohm Berglen 543 775 Öschelbronn Berglen 283 362 Plüderhausen Plüderhausen 5.545 7.108 Reichenbach bei Winnenden Berglen 325 428 Rettersburg Berglen 356 370 Rohrbronn Remshalden 353 503 Rommelshausen Kernen im Remstal 5.827 7.938 Rudersberg Rudersberg 3.908 4.585 Schlichten Schorndorf 389 513 Schmiden Fellbach 6.424 8.670 Schnait Weinstadt 2.245 3.124 Schornbach Schorndorf 1.062 1.415 Schorndorf, Große Kreisstadt Schorndorf 18.774 21.136 Schwaikheim Schwaikheim 5.524 7.604 Steinach Berglen 508 826 Steinenberg Rudersberg 1.073 1.226 Stetten Kernen im Remstal 4.320 5.215 Strümpfelbach Weinstadt 1.795 2.170 Unterschlechtbach,ab 1967 Schlechtbach Rudersberg 1.694 2.147 Unterurbach Urbach 2.176 – Urbach Urbach 5.972 6.795 Vorderweißbuch Berglen 484 627 Waiblingen, Große Kreisstadt Waiblingen 22.631 24.622 Weiler, ab 1964 Weiler/Rems Schorndorf 2.053 2.637 Welzheim, Stadt Welzheim 6.602 8.138 Winnenden, Stadt Winnenden 11.685 14.243 Winterbach Winterbach 4.299 5.352
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WN zugewiesen. Es wird im Rems-Murr-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben.
Literatur Landkreis Waiblingen. (= Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl; Heft 23). Hrsg. vom Innenministerium und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bearbeitung und Druck Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 1966.
Einzelnachweise
Waiblingen Kategorie:Politik (Rems-Murr-Kreis) Waiblingen Kategorie:Aufgelöst 1973