340px|Der Gouverneur hindert in Little Rock neun schwarze Schüler am Betreten der örtlichen High School Der demokratische Gouverneur von Arkansas, Orval Faubus, hindert in Little Rock neun schwarze Schüler am Betreten der örtlichen High School 160px|Gründernationen der EWG Die Gründernationen der EWG 160px|Modell von Sputnik 1 Sputnik 1 (Modell), der erste künstliche Erdsatellit, löst im Westen den Sputnikschock aus.
Mit dem Sputnik-Satelliten begann 1957 das Zeitalter der Raumfahrt. Gleichzeitig ist er auch Ausdruck der Systemkonkurrenz zwischen USA und Sowjetunion, die sich auch in der Eisenhower-Doktrin niederschlägt.
Währenddessen wird mit den Römischen Verträgen der bedeutendste Grundstein der europäischen Einigung gelegt.
Politik und Weltgeschehen Internationale Beziehungen In Reaktion auf die Sueskrise im Jahr zuvor verkündet US-Präsident Dwight D. Eisenhower in einer Rede vor dem Kongress am 5. Januar die Eisenhower-Doktrin, wonach die USA alle Länder im Nahen Osten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen werden, falls diese einer Aggression des internationalen Kommunismus anheimfallen sollten.
Die Konfrontation der Supermächte gewinnt in diesem Jahr erneut an Brisanz, als die Sowjetunion am 26. August den Start ihrer ersten Interkontinentalrakete bekannt gibt und Wochen später, am 5. Oktober, den ersten künstlichen Erdsatelliten, genannt Sputnik, in die Erdumlaufbahn bringt. Damit ist klar, dass die sowjetischen Truppen künftig an jeden beliebigen Punkt der Erde Atomsprengköpfe transportieren können. Diese Tatsache und das Gefühl der Unterlegenheit löst vor allem in den USA und der übrigen westlichen Welt den Sputnikschock aus.
Europa Am 25. März 1957 wird die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge durch Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland gegründet, zur Förderung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik im Rahmen der europäischen Integration.
Algerien In Algerien kann die französische Armee in der Schlacht von Algier enorme Erfolge gegen die aufständische FLN erzielen. Die Konfrontation wird zum Wendepunkt des seit 1954 geführten Algerienkrieges: Das brutale Vorgehen der Fremdenlegion und der Fallschirmjäger und die systematische Verletzung der Menschenrechte wie Massenverhaftungen, Folter und Verschwindenlassen schockiert nicht nur die französische Öffentlichkeit, sondern führt zu einer weltweiten Sympathisierung mit den algerischen Nationalisten, die als Vorkämpfer für die Befreiung vom Kolonialismus und Imperialismus angesehen werden.
USA In den USA kommt es im September, drei Jahre nach der offiziellen Aufhebung der Rassentrennung durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, in den Südstaaten zu einer schwerwiegenden Konfrontation, als der Gouverneur des Bundesstaates Arkansas, Orval Faubus, neun schwarze Schüler am Betreten der Central High School in der Hauptstadt Little Rock mittels Nationalgarde hindert. Präsident Eisenhower stellt darauf die Autorität des Bundes wieder her, indem er dem Gouverneur von Arkansas die Befehlsgewalt über sämtliche Polizei- und Armeeeinheiten entzieht und Soldaten der 101. Luftlandedivision entsendet, um den Schulbesuch der schwarzen Schüler zu ermöglichen.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen 1. Januar: Hans Streuli wird Bundespräsident der Schweiz. 1. Januar: Der durch den Vertrag von Luxemburg ermöglichte Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland wird wirksam. 1. Januar: In der DDR tritt eine neue Straßenverkehrsordnung in Kraft. 1. Januar: In der Bundesrepublik Deutschland werden die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2 % gesenkt. 1. Januar: Die Rentenreform tritt in Kraft. Die Rentenversicherung wurde zu einem auf dem Generationenvertrag beruhenden lohnbezogenen und beitragsbezogenen Versicherungssystem ausgebaut. 1. Januar: Erste Ausstrahlung der Nachrichtensendung Zeit im Bild durch den ORF 5. Januar: US-Präsident Dwight D. Eisenhower verkündet vor dem amerikanischen Kongress die nach ihm benannte Eisenhower-Doktrin. 5. Januar: Die ersten drei Divisionen der Bundeswehr werden unter das Kommando der NATO gestellt. 10. Januar: Harold Macmillan wird als Nachfolger des tags zuvor infolge der Suezkrise zurückgetretenen Anthony Eden britischer Premierminister. 16. Januar: Das Kabinett der Bundesregierung (Deutschland) beschließt einstimmig, dem geplanten Gemeinsamen Markt der sechs Montanstaaten und der Europäischen Atomgemeinschaft beizutreten. 26. Januar: Jammu und Kashmir werden durch Inkrafttreten der Landesverfassung, die dies vorsieht, ein Bundesstaat Indiens. 28. Januar: General a. D. Reinhard Gehlen wird zum ersten Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) ernannt. 14. Februar: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Japan. In Kraft seit dem 10. Oktober 1957. 18. Februar: Beginn der Schauprozesse in Budapest gegen Beteiligte am Volksaufstand in Ungarn vom Oktober 1956. 19. Februar: Sprengstoffanschlag auf den schwarzen Jazz-Trompeter Louis Armstrong in Knoxville/Tennessee durch Befürworter der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten. 20. Februar: In Paris beschließen die Regierungschefs und Außenminister der sechs Staaten der Montanunion, einen Gemeinsamen Markt und eine Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) zu errichten. 27. Februar: „Hundert-Blumen-Kampagne“: In der Volksrepublik China hält Mao Zedong seine Rede Zur Frage der richtigen Behandlung von Widersprüchen im Volk. 28. Februar: In Kairo beschließen die Staatschefs von Ägypten, Jordanien, Syrien und Saudi-Arabien eine Politik der „aktiven Neutralität“ und erteilen damit Einmischung durch andere Staaten, wie sie in der Eisenhower-Doktrin angestrebt wird, eine Absage. Februar: Thailändische Studenten demonstrieren gegen ihrer Meinung nach durch das Regime von Plaek Phibunsongkhram gefälschte Wahlen. 6. März: Die Goldküste und Britisch-Togoland werden als Republik Ghana von Großbritannien unabhängig. 7. März: Der US-amerikanische Kongress stimmt mit 350 gegen 60 Stimmen für die Eisenhower-Doktrin vom 5. Januar. 8. März: Ghana wird Mitglied bei den Vereinten Nationen. 15. März: Die Vereinigten Staaten geben bekannt, dass ihre in der Bundesrepublik Deutschland stationierten Truppen über Kernwaffen verfügen. 19. März: Im Vereinigten Königreich wird eine lange umstrittene Strafrechtsreform verabschiedet, die eine Verhängung der Todesstrafe nur noch für bestimmte Vergehen vorsieht. 20. März: Vor einem Pariser Militärgericht wird gegen Jean-Jacques Servan-Schreiber, Chefredakteur von L’Express und ehemaliger Leutnant der französischen Armee, ein Verfahren eröffnet, da dieser in einem Buch und mehreren Artikeln die Zustände in der französischen Kolonie Algerien kritisiert hat. 25. März: Gründung der EWG und der Europäischen Atomgemeinschaft durch die Mitglieder der 1951 gegründeten Montanunion 26. März: Bestätigung des Bundesverfassungsgerichtes über die Weitergeltung des Reichskonkordats 1. April: Die ersten Wehrpflichtigen der Bundeswehr beginnen ihren Wehrdienst. 12. April: „Göttinger Erklärung“ der Göttinger 18, darunter Otto Hahn, Max Born und Werner Heisenberg, gegen die atomare Bewaffnung der Bundeswehr. 5. Mai: Adolf Schärf (SPÖ) wird zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt. 8. Mai: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei. In Kraft seit dem 9. Juni 1958 10. Mai: Durch das Bundesverfassungsgericht wird festgestellt, dass der § 175 ordnungsgemäß zustande gekommen ist und nicht gegen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verstößt. 10. Mai: Erste Nationalversammlung im französischen Treuhandgebiet Ost-Kamerun 19. Mai: In der Bundesrepublik Deutschland wird die Geschwindigkeit in Ortschaften auf 50 km/h begrenzt. 19. Mai: Die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP) löst sich zugunsten der SPD auf. 21. Mai: Durch das Bundesverfassungsgericht wird festgestellt, dass West-Berlin ein Land der Bundesrepublik ist und deshalb dort auch das Grundgesetz gilt. 29. Mai: Im Grenzverkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich wird kein Reisepass mehr benötigt. 18. Juni: Verkündung des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts in der Bundesrepublik Deutschland. 12. Juli: Fidel Castro und Raúl Chibás veröffentlichen im Manifest aus der Sierra Maestra ihre Ziele für die kubanische Revolution. 23. Juli: Beim Torfabbau wird im oberbayerischen Peiting eine Kiefernkiste gefunden, in der sich statt eines erhofften Schatzes die später Rosalinde genannte Moorleiche aus der Zeit um 1100 befindet. 25. Juli: Tunesien wird Republik und Habib Bourguiba wird zum ersten Präsidenten gewählt. 29. Juli: Gründung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) 26. August: Die Sowjetunion gibt den ersten Start einer Interkontinentalrakete bekannt. 30. August: Der frühere Transportminister Tafawa Balewa wird der erste nigerianische Premierminister. Er steht einer schwachen Zentralregierung vor, die von den drei nigerianischen Bundesstaaten (Nord, West und Ost) gestellt wird. Balewa führt die Kolonie 1960 in die Unabhängigkeit. 1. September: In der Bundesrepublik Deutschland wird gesetzlich für alle Fahrzeuge innerorts das Tempolimit von 50 km/h verbindlich. 2. September: In Little Rock, Arkansas, USA lässt der Gouverneur Nationalgardisten aufmarschieren, um neun schwarzen Schülern, aus Gründen der Rassentrennung, den Zutritt zur örtlichen Schule zu verwehren. 15. September: Bei der Bundestagswahl erreichen die Unionsparteien mit 50,2 Prozent der Zweitstimmen die absolute Mehrheit. 16. September: Feldmarschall Sarit Thanarat übernimmt nach einem Staatsstreich die Macht in Thailand. 17. September: Malaysia wird Mitglied bei den Vereinten Nationen. 21. September: Nach dem Tod seines Vaters, König Haakon VII., wurde Olav V. zum König von Norwegen. 24. September: Vom US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower entsandte Soldaten der 101. US-Luftlandedivision ermöglichen den Little Rock Nine im Bundesstaat Arkansas den Besuch der Central High School in Little Rock. 24. September: Die Schlacht von Algier endet mit einem militärischen Sieg Frankreichs unter Jacques Massu und Yves Godard. 2. Oktober: Der polnische Außenminister Adam Rapacki präsentiert der UN-Vollversammlung den Rapacki-Plan, der eine begrenzte Demilitarisierung Mitteleuropas und die Bildung einer atomwaffenfreien Zone vorsieht. 3. Oktober: Willy Brandt wird als Nachfolger des verstorbenen Otto Suhr zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt. 4. Oktober: Die Sowjetunion startet vom Weltraumbahnhof Baikonur aus den kugelförmigen Satelliten Sputnik und löst dadurch im Westen den so genannten Sputnikschock aus. 8. Oktober: In Bayern zerbricht die Viererkoalition. Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) tritt zurück und fortan regiert die CSU das Land. 15. Oktober: Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen erkennt Jugoslawien die Deutsche Demokratische Republik an. 19. Oktober: Nach Anerkennung der Deutschen Demokratischen Republik bricht die Bundesrepublik Deutschland ihre diplomatischen Beziehungen zu Jugoslawien gemäß der Hallstein-Doktrin ab. 27. Oktober: Gründung des Bundes der Vertriebenen in Deutschland 1. November: Die Frankfurter Prostituierte Rosemarie Nitribitt wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Dem Callgirl werden Beziehungen zu Prominenten in Wirtschaft und Politik nachgesagt. 5. November: Das Allgemeine Kriegsfolgengesetz regelt ab sofort Rechts- und Entschädigungsprobleme, die durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse sowie die Niederlage des Deutschen Reiches entstanden sind. 9. November: Handelsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kolumbien