zentriert|167px|Carlos Manuel de Céspedes Carlos Manuel de Céspedes ruft zum Kampf gegen die spanische Kolonialherrschaft in Kuba auf. zentriert|173px|Tenno Meiji Mutsuhito wird durch die Meiji-Restauration zum Tennō von Japan. zentriert|350px|Brennende Festung Magdala nach dem Sieg der britischen Expeditionsarmee über Theodor II. Mit der Einnahme Magdalas und dem Tod Kaiser Theodors II. endet die britische Strafexpedition in Äthiopien. 1868 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1316/17 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1860/61 (10./11. September) Baha'i-Kalender 24/25 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1273/74 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2411/12 (südlicher Buddhismus); 2410/11 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr des Erde-Drachen 龙辰 (am Beginn des Jahres Feuer-Hase 丁卯) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1230/31 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4201/02 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1246/47 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1284/85 (23./24. April) Japanischer Kalender Meiji 1 () (ab 25. Januar) Jüdischer Kalender 5628/29 (16./17. September) Koptischer Kalender 1584/85 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1043/44 Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1283/84 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2178/79 (Jahreswechsel April) Syrien: 2179/80 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1924/25 (April)

Im Jahr 1868 wird in Japan mit Tokugawa Yoshinobu der letzte Shōgun der Edo-Zeit endgültig entmachtet, die Meiji-Restauration unter Kaiser Mutsuhito beginnt. Der daraufhin ausbrechende Boshin-Krieg endet mit einer vollständigen Niederlage der Shogunatstruppen gegen die kaiserliche Armee.

In Cisleithanien werden von Kaiser Franz Joseph I. die Maigesetze in Kraft gesetzt, die in Österreich bis heute Grundlage für die Trennung von Kirche und Staat bilden. Der Österreichisch-Ungarische Ausgleich des Vorjahres wirkt in der gesamten Habsburgermonarchie nach: Das Kaisertum Österreich wird in die Österreichisch-Ungarische Monarchie umgewandelt, in der Böhmischen Deklaration fordern tschechische Abgeordnete einen Österreichisch-Tschechischen Ausgleich, Ministerpräsident Karl von Auersperg tritt im Zuge der darauf folgenden Verhandlungen zurück, im ungarischen Reichsteil wird ein Ungarisch-Kroatischer Ausgleich ausverhandelt, der aber durch ein darauf folgendes ungarisches Nationalitätengesetz relativiert wird, und die Tabor-Bewegung der Jungslowenen fordert ein Vereintes Slowenien.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Österreich-Ungarn

miniatur|links|hochkant|Fürst Karl Wilhelm Philipp von Auersperg 25. Mai: Kaiser Franz Joseph I. setzt für Cisleithanien die vom Kabinett unter Ministerpräsident Karl von Auersperg erarbeiteten Maigesetze in Kraft. Damit werden mehrere Bestimmungen des Konkordats von 1855 aufgehoben oder eingeschränkt. Unter anderem wird das Unterrichts- und Erziehungswesen unter die Leitung des Staates gestellt und weltliche Gerichte für die Ehegerichtsbarkeit zuständig gemacht. Außerdem darf jeder ab 14 Jahren sein Religionsbekenntnis frei wählen oder auf ein solches verzichten. Die Maigesetze bilden in Österreich bis heute die Basis der Trennung von Kirche und Staat. Papst Pius IX. verurteilt noch im gleichen Jahr in einem geheimen Konsistorium die Maigesetze als leges abominabiles. In einem Hirtenbrief vom 7. September ruft der Linzer Bischof Franz Joseph Rudigier zum Widerstand gegen die Maigesetze auf. 9. August: Die Jungslowenen organisieren in Ljutomer den ersten Tabor. Rund 7000 Menschen versammeln sich auf einer Wiese vor dem Ort. Die Versammlung verabschiedet eine Resolution, die die slowenische Amtssprache in Slowenien, slowenischsprachige Schulen und Gerichte sowie die Verwirklichung des Vereinten Sloweniens fordert.

22. August: In der von František Ladislav Rieger ausgearbeiteten Böhmischen Deklaration artikuliert sich das Verlangen von 82 tschechischen Abgeordneten des Böhmischen Landtags, die böhmische Nation in Österreich-Ungarn und die Länder der böhmischen Krone gegenüber dem österreichischen Staat und Kaiser gerecht zu behandeln.

miniatur|links|hochkant|Darstellung der Verbindung zwischen Ungarn und Kroatien unter der ungarischen Stephanskrone (Julije Huhn, um 1860) 20. September: Der Ungarisch-Kroatische Ausgleich regelt in der Folge des 1867 abgeschlossenen Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs die Autonomie des Königreichs Kroatien und Slawonien innerhalb des ungarischen Reichsteils der k.u.k. Doppelmonarchie. 24. September: Karl von Auersperg tritt aus Protest gegen die aus seiner Sicht zu weit reichenden föderalen Zugeständnisse an die tschechische Nationalpartei als Ministerpräsident der österreichischen Reichshälfte zurück. Sein Nachfolger im sogenannten Bürgerministerium wird der bisherige Stellvertreter Eduard Taaffe. Dieser bleibt jedoch mit seiner Absicht, den Forderungen der nichtdeutschen Nationalitäten besser zu entsprechen, in der Minderheit. 14. November: Der Begriff Kaisertum Österreich wird durch die Bezeichnung Österreichisch-Ungarische Monarchie per Handverfügung des Kaisers Franz Joseph I. ersetzt. 29. November: Das verabschiedete Nationalitätengesetz in Ungarn führt zu Konflikten mit der kroatischen Minderheit, weil es darin heißt, dass alle Bewohner Ungarns eine einheitliche und unteilbare Nation bilden. Die Kroaten sehen durch diese Magyarisierung den Ungarisch-Kroatischen Ausgleich tangiert.

Norddeutscher Bund und Deutscher Zollverein

Februar/März: Bei der Zollparlamentswahl 1868 werden in Bayern, Württemberg und Baden sowie im Südteil des Großherzogtums Hessen an verschiedenen Tagen 85 süddeutsche Abgeordnete für das Zollparlament des Deutschen Zollvereins gewählt. Die Länder des Norddeutschen Bundes haben bereits im Vorjahr gewählt. Insgesamt umfasst das Zollparlament damit 382 Abgeordnete. Insgesamt siegen bei der Wahl in Süddeutschland die Gegner einer kleindeutschen Lösung unter preußischer Führung. Insbesondere in Bayern und Württemberg zeigt sich diese Tendenz. In Baden und in Hessen siegen hingegen die preußenfreundlichen Nationalliberalen. Die wichtigste politische Konsequenz der Wahl ist, dass im Zollparlament die Gegner der Politik Otto von Bismarcks nun über eine Mehrheit verfügen. 1. Mai: Durch Inkrafttreten des Gewerbegesetzes vom 30. Januar wird im Königreich Bayern die Gewerbefreiheit eingeführt. 31. Mai: Im Norddeutschen Bund wird die Schuldhaft abgeschafft. 1. Juli: Im Norddeutschen Bund wird durch Inkrafttreten des Gesetzes über die Aufhebung der polizeilichen Beschränkungen der Eheschließung vom 4. Mai die grundsätzliche Eheschließungsfreiheit eingeführt. Vorher war eine Heiratserlaubnis erforderlich. 13. Juli: Im Norddeutschen Bund wird das Gesetz, betreffend den Betrieb der stehenden Gewerbe bekanntgemacht. Dadurch entfällt das Recht der Zünfte, jemand vom Gewerbe auszuschließen; allerdings ergibt sich aus § 5, dass bestehende polizeiliche Beschränkungen in Kraft bleiben (in den meisten Gebieten bestand bereits Gewerbefreiheit). 1. September: Durch Inkrafttreten des Gesetzes über Heimat, Verehelichung und Aufenthalt (vgl. auch Heimatrecht) werden im Königreich Bayern Eheschließungen erleichtert und die Zuzugsbeschränkungen für Juden aufgehoben, womit die jüdische Emanzipation in Bayern abgeschlossen wurde.

miniatur|links|hochkant|Wappen der Provinz Hessen-Nassau 7. Dezember: Die im Deutschen Krieg von Preußen annektierten Gebiete Kurfürstentum Hessen, Herzogtum Nassau und die Freie Stadt Frankfurt werden zur Provinz Hessen-Nassau zusammengefasst; Hauptstadt wird die vorherige Residenzstadt Kassel.

Spanien

23. April: Nach dem Tod von Ramón María Narváez wird der bei allen Parteien unbeliebte Luis González Bravo zum neuen Ministerpräsidenten ernannt.

Anfang Juli: Die spanische Regierung deckt eine Offiziersverschwörung in der Armee auf, die die spanische Königin Isabella II. stürzen und Antoine d’Orléans, duc de Montpensier auf den Thron bringen soll. Der Herzog wird aus Spanien ausgewiesen, beteiligte Generäle wie Francisco Serrano Domínguez, ein ehemaliger Liebhaber der Königin, auf die Kanarischen Inseln verbannt. 17. September: Unter der Führung von Admiral Juan Bautista Topete beginnt in Cádiz ein Pronunciamiento (Putsch) gegen die spanische Regierung, das sich in den Folgentagen auf die Provinz ausweitet. Auch die Generäle Juan Prim und Francisco Serrano Domínguez schließen sich dem Aufstand an. Unter dem Vorsitz Topetes formt sich eine paritätisch besetzte Junta aus Mitgliedern der Unión Liberal, der Progressistischen und der Demokratischen Partei. Juan Prim zieht mit seinen Truppen die Mittelmeerküste hinauf und gewinnt die Städte Málaga (23.9.), Almería (25.9.), Cartagena (26.9.), und Valencia (2.10.) für die Aufständischen, bevor er am 3. Oktober mit großem Auflauf in Barcelona empfangen wird. 18. September: Luis González Bravo tritt zurück und geht am nächsten Tag ins Exil nach Biarritz. Als Ministerpräsident folgt ihm José Gutiérrez de la Concha, der sich allerdings nur bis zum 29. September im Amt halten kann.

mini|links|hochkant|Isabella im Exil in Paris 28. September: Wegen der Niederlage royalistischer Truppen in der Schlacht bei Alcolea gegenüber aufständischen Truppen unter dem Befehl General Serranos flüchtet Isabella II. ins Exil nach Frankreich. Es beginnt das sogenannte Sexenio Revolucionario. 8. Oktober: Francisco Serrano bildet eine provisorische Regierung mit Juan Prim als Kriegsminister, Juan Topete als Marineminister und dem gerade aus dem französischen Exil zurückgekehrten Práxedes Mateo Sagasta als Innenminister. Es beginnt eine dreijährige Suche nach einem neuen König. Die provisorische Regierung unter Serrano strebt die Errichtung einer gemäßigten Monarchie an. Sie übergeht die Forderungen der Juntas nach sozialen Reformen größtenteils. Deshalb kommt es zu einem Zuspruch der Massen für die Republikaner. Bei den Gemeindewahlen im Dezember gibt es eine Reihe von republikanischen Wahlsiegen.

Weitere Ereignisse in Europa

1. Januar: Jakob Dubs wird zum zweiten Mal Bundespräsident der Schweiz. 4. Januar: Nach gewalttätigen Ausschreitungen gegen die Regierung muss der portugiesische Ministerpräsident Joaquim António de Aguiar zurücktreten. António José de Ávila wird sein Nachfolger. Bei den Wahlen am 22. März wird die neu gegründete Reformistische Partei stärkste Kraft und Bernardo de Sá Nogueira de Figueiredo wird am 22. Juli neuer Ministerpräsident. 11. Juni: Im Osmanischen Reich wird die Hilfsorganisation für verwundete und kranke Soldaten gebildet, aus der später der Türkische Rote Halbmond hervorgeht. 24. Juli: In der Schweiz entsteht in der Frauenbewegung die erste internationale Frauenrechtsorganisation. Die Genferin Marie Goegg-Pouchoulin gründet die Association internationale des femmes. 11. Dezember: Die Petersburger Erklärung wird auf Initiative des russischen Zaren Alexander II. von 20 Staaten unterzeichnet. Sie verbietet den Gebrauch kleiner Sprenggranaten im Krieg. Damit kommt es erstmals in der Militär- und Rechtsgeschichte zu einer vertraglich festgelegten Beschränkung bei der Wahl der Mittel zur Kriegführung. Napoleon III. bemüht sich, mit dem Dreibundplan, ein Bündnis von Österreich-Ungarn, Frankreich und Italien herzustellen. In Manchester findet der erste Trades Union Congress statt.

Äthiopien

mini|Truppen der British Indian Army im Lager, 1868