mini|Früchte am Baum Die Avocado (Persea americana , auch Persea gratissima ) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Die Frucht ist aus botanischer Sicht eine Beere und erhielt historisch viele andere, heute seltene Bezeichnungen wie etwa Avocadobirne, Alligatorbirne oder Butterfrucht.Erich Lück: Von Abalone bis Zuckerwurz. Springer, 2000, ISBN 978-3-642-98103-6, S. 10.

Der Baum hat seinen Ursprung im feuchtwarmen tropischen Regenwald Mexikos und Zentralamerikas.Pflanzenbeschreibung Avocado auf kuebelpflanzeninfo.de. Er wird in über 400 Kultursorten weltweit angebaut, darunter in den Tropen, der Türkei, Südafrika, Israel, Kalifornien, Chile, Kolumbien, Peru, Australien, Neuseeland, Südspanien (Málaga, Kanarische Inseln und an der Küste der Provinz Granada), Portugal und in Afrika.Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft: Avocados auf tis-gdv.de, abgerufen am 20. Mai 2010. Im Mittelmeerraum wird die Avocado seit Anfang des 20. Jahrhunderts kultiviert. bei magazin.gesundsuchen.de, abgerufen am 14. August 2016.

Geschichte mini|Sprössling Der Avocadobaum hat seinen Ursprung in Südmexiko und wurde bereits von der Coxcatlán-Kultur in Tehuacán kultiviert. Im tropischen und subtropischen Zentralamerika wird die Frucht seit etwa 10.000 Jahren genutzt.Amber M. VanDerwarker et al.: Early evidence of avocado domestication from El Gigante Rockshelter, Honduras. In: PNAS. Band 122, Nr. 10, e2417072122, doi:10.1073/pnas.2417072122. Erwähnt wurde die Avocado zum ersten Mal im Reisebericht des spanischen Historikers und Eroberers Pedro de Cieza de León. Er notierte, dass die Avocado (aguacate) in Panama, Ecuador, Kolumbien und Peru wachse.Die Herkunft der Avocado. Auf avocado-info.de abgerufen am 14. September 2017. Die Spanier brachten sie in die Karibik, nach Chile und Madeira, bis sie im Lauf des 19. Jahrhunderts Verbreitung bis nach Afrika, Madagaskar, Malaysia und auf die Philippinen fand. Im Mittelmeerraum wird die Avocado seit Anfang des 20. Jahrhunderts angebaut.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Avocado im größeren Stil exportiert – zunächst nur in die USA, nach Europa und in die am stärksten verwestlichten Länder Ostasiens. Unter den europäischen Ländern war Frankreich mit Abstand der größte Importeur (mit 80.000 Tonnen im Jahr 1994), gefolgt von Großbritannien (mit 15.000 Tonnen) und den Niederlanden und Deutschland (beide je ca. 10.000 Tonnen). Deutschland bezog damals seine Avocados fast ausschließlich über Frankreich.

Die in Europa verkauften Avocados stammen meist aus Israel, Südafrika oder Spanien. Mittlerweile steigt auch der Anteil an Avocados aus Italien, Peru und Chile.

Etymologie Die Bezeichnung „Avocado“ geht auf das Nahuatl-Wort ahuacatl zurück, was in dieser Sprache sowohl für Avocado als auch Hoden steht. Durch eine volksetymologische Umbildung wurde daraus in älterem Spanisch avocado („Advokat“, Spanisch heute abogado), das im 20. Jahrhundert ins Deutsche übernommen wurde. Der moderne spanische Name aguacate ist direkt aus dem Nahuatl-Wort entlehnt.Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Aufl. De Gruyter, Berlin 2002. Im südamerikanischen Spanisch sind auch andere Bezeichnungen üblich, so das aus dem Quechua stammende Wort palta in Argentinien, Chile, Bolivien und Peru.

Früher wurde die Avocado gelegentlich auch als Abacata oder Abacate bezeichnet (nach dem Portugiesischen) und im Deutschen wegen der Konsistenz des Fruchtfleisches als Butterfrucht, Butterbirne oder aufgrund ihrer Form und der Beschaffenheit ihrer Schale als Alligatorbirne.

Das Wort Guacamole, das eine mexikanische Avocadocreme bezeichnet, stammt von dem Nahuatl-Wort ahuacamolli, das etwa Avocadosauce bedeutet. 1519 wurde die Avocado erstmals von einem europäischen Autor erwähnt. Der Spanier Martín Fernández de Enciso schrieb in seinem Buch Suma de geografía que trata de todas las partidas y provincias del mundo, dass die Avocado bei Santa Marta in Kolumbien angebaut werde. auf avocadissimo.de.

Beschreibung Der Avocadobaum ist strauchig und schnellwüchsig und kann je nach Art eine Wuchshöhe von bis zu 20 Metern erreichen.

Holz, Borke und Wurzeln Die Rinde des Stammes ist mehr oder weniger glatt und aschgrau. Das Holz ist weich und die spärlich, fein behaarten Zweige können bei Wind leicht abbrechen. Die Art des Wurzelwachstums hängt stark vom Untergrund ab. Die Rinde enthält antibakterielle Stoffe.

mini|Avocadoblätter mini|Avocadoblüten

Knospen und Blätter Der Avocadobaum besitzt recht große, spiralig angeordnete, dunkelgrüne bis grünbräunliche, elliptische, eiförmig bis lanzettliche, spitze bis zugespitzte und glänzende ledrige dickliche Blätter. Die Laubblätter sind bis zu 45 Zentimeter lang. Die Blätter sind bis etwa 5 cm lang gestielt, der Spreitenrand ist ganz, die Basis ist keilförmig bis rundspitzig. Die jungen Blätter sind oft rötlich und fein behaart, später ist die Unterseite ganz fein behaart, die Oberseite nur leicht. Die Nervatur ist fiedernervig mit ausgeprägter Mittelrippe. Die Blätter werden im Winter nicht abgeworfen, sind also immergrün, die Pflanze benötigt daher viel Licht. Die Blätter von P. americana var. drymifolia und verwandten Sorten haben, wenn man an ihnen reibt, einen leicht an Anis erinnernden Geruch.J. P. Gaillard und J. Godefroy: Avocado. übersetzt aus dem Französischen: L'avocatier; McMillan Education Ltd. 1995, ISBN 0-333-57468-0. Die Blätter enthalten das Toxin Persin sowie Alkaloide und Terpenoide.Rich Milton R. Dulay et al.: Persea americana Mill. (Lauraceae) Extract Exhibits Antioxidant and Antibacterial Properties. In: Der Pharmacia Lettre. 8(20), 2016, S. 191–196.

Blütenstände und Blüten Ein Avocadobaum bildet normalerweise erst nach etwa zehn oder mehr Jahren Blüten aus, allerdings gibt es Züchtungen, bei denen schon nach zwei Jahren Blüten und Früchte produziert werden.The Avocado: Botany, Production and Uses. S. 118. Die kleinen, etwa 5–8 mm langen, kurz gestielten, gelblich bis grünlichen Blüten stehen in rispenartigen, end- oder achsenständigen Blütenständen.

Die Blüte der Gattung Persea hat die für Lorbeergewächse typische Blütenform mit jeweils drei behaarten Kelch- und Kronblättern, die relativ ähnlich aussehen. Nach anderer neuerer, wohl korrekter Auffassung ist es ein Perigon mit sechs Tepalen. Es ist ein kleiner, flacher Blütenboden vorhanden. Angeordnet in vier Kreisen zu je dreien sind 12 Staubblätter. Davon sind auf den äußeren drei Kreisen neun fertil, drei im vierten Kreis sind zu kurzen pfeilförmigen Staminodien zurückgebildet. Am Grunde der Staubblätter des dritten Kreises befinden sich je zwei gelb-orange „Drüsen“ (Nektarien), auch die drei Staminodien sondern Nektar ab. Die Staubbeutel bestehen in der Regel aus vier Pollensäcken. Der behaarte unikarpellate Fruchtknoten ist oberständig mit einem einfächrigen Ovar. Die bitegmische Samenanlage (zwei Integumente enthaltend) ist anatrop und crassinucellat. Der kurze Griffel trägt eine leicht gelappte Narbe. Die meisten Blüten an einem Baum sind anormal oder steril und bringen keine Früchte hervor.

Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, 36 oder 48.

Die Avocadofrucht Merkmale mini|Avocado der Sorte 'Hass' mini|Avocado der Sorte 'Fuerte' mini|Dikotyler Samen der Avocado

Die Avocadofrucht ist eine einsamige Beere; sie zählt zum Obst.Felix Stoll: Avocado: Obst oder Gemüse – einfach erklärt bei Praxistipps Focus, 31. August 2023.K. Herrmann: Exotische Lebensmittel. 2. Auflage, Springer, 1987, ISBN 978-3-540-16830-0 (Reprint), S. 18–23. Sie ist meist birnenförmig, es gibt aber auch rundliche und eiförmige Früchte. Sie ist zwischen 7 und 20 cm lang und etwa 5 bis 9 cm breit. Das Gewicht der Früchte kann bei den Sorten Choquette und Pollock mehr als 1 kg betragen, Avocados aus tropischen Ländern wiegen meist zwischen 500 und 900 g. Je nach Art ist die ledrige, runzlige bis noppige oder auch glatte, wachsige Außenschale (Exokarp) mittel- bis dunkelgrün, kann aber auch dunkelrot oder purpur bis schwarz sein.

Im Inneren befindet sich ein etwa golfballgroßer Samen; er macht circa 13–18 % der gesamten Frucht aus.Eduardo Padilla-Camberos, Moisés Martínez-Velázquez et al.: Acute Toxicity and Genotoxic Activity of Avocado Seed Extract (Persea americana Mill., c.v. Hass). In: Scientific World Journal. Article ID 245828, 2013, doi:10.1155/2013/245828. Der rundliche bis eiförmige Samen besteht aus zwei Hälften, den beiden großen weichlichen Keimblättern, die den kleinen Embryo umschließen. Das Endosperm wird im Wachstum von den Keimblättern aufgenommen. Der Samen wird von einer braunen Samenschale (Testa) umhüllt. Das weiche Fruchtfleisch ist grüngelb bis goldgelb und oxidiert zu einer dunklen Farbe, sobald es der Luft ausgesetzt ist; dies kann durch schnelle Zugabe von Antioxidantien wie der in Zitronensaft enthaltenen Ascorbinsäure verhindert werden. Das Fruchtfleisch, aber auch die Samen enthalten bis zu 30 % Fett. Die Samen enthalten Tannine und Phytinsäure sowie Alkaloide.Justina Y. Talabi et al.: Nutritional and antinutritional compositions of processed Avocado (Persea americana Mill) seeds. In: Asian J. Plant Sci. Res. 6(2), 2016, S. 6–12, online (PDF; 125 kB) auf imedpub.com, abgerufen am 20. November 2017.J. J. Leite et al.: Chemical composition, toxicity and larvicidal and antifungal activities of Persea americana (avocado) seed extracts. In: Rev. Soc. Bras. Med. Trop. Vol. 42, No. 2, 2009, S. 110–113, doi:10.1590/S0037-86822009000200003.

Die im Handel angebotenen Früchte sind manchmal noch hart, aber sie zählen zu den klimakterischen Früchten, reifen also nach. Wenn die Schale auf Druck leicht nachgibt, ist die Frucht zum Verzehr geeignet. Der Nachreifeprozess kann durch das Phytohormon Ethen beschleunigt werden, indem die Frucht beispielsweise in Zeitungspapier eingewickelt oder zusammen mit Äpfeln gelagert wird.

Avocadofrüchte reifen in keinem Fall am Baum aus, sondern fallen auch ohne Pflücken in einem harten „grünen“ Zustand zu Boden, wo sie rasch reifen. Im Anbau werden die Früchte daher gepflückt, sobald sie eine marktfähige Größe erreichen.

Sorten Die über 400 handelsüblichen Sorten sind alle durch Züchtung und Kreuzung aus drei in der Natur vorgefundenen Typen entstanden: M(exiko), W(estindien) und G(uatemala).Julia F. Morton (Hrsg.): Fruits of warm climates. Creative Resource Systems, 1987, ISBN 0-9610184-1-0, S. 91–102, online auf hort.purdue.edu, abgerufen am 11. März 2017.Avocado-Datenbank auf avocadosource.com.

Typen

Typ Taxonomietypisches Formattypischer Fettgehalttypische EigenschaftenM(exiko) Persea americana var. drymifolia birnenförmig hoch kleinfrüchtig, Blätter aromatischOrigin of and Taxonomic Relationships within the Genus Persea Öl aus den Blättern von var. drymifolia enthält Anis-artige Duftstoffe. Dadurch unterscheidet sich diese Varietät von den anderen.W(estindien)Persea americana var. americana eiförmig niedriggroßfrüchtig, wässrig, empfindlichG(uatemala) Persea americana var. guatemalensiskugelig mittel dicke und raue Schale

Die Sortenbezeichnungen verweisen meist auf den Namen des Züchters.Avocado variety viewer auf tropicalfruitnursery.com. auf tropicalfruitnursery.com.The Cook's Thesaurus Sorten bebildert, auf foodsubs.com.