mini|Bautz’ner Logo mini|Bautz’ner Senf mittelscharf Die Bautz’ner Senf & Feinkost GmbH ist ein Lebensmittelunternehmen in Bautzen, das zu Develey Senf & Feinkost gehört. Bedeutendstes Erzeugnis ist der Bautz’ner Senf. Dieser Senf zählt zu den bekanntesten ostdeutschen Produkten. Die Marke Bautz’ner gehörte seit 1992 zum Konzern der Develey Holding GmbH & Co. Beteiligungs KG (Develey Senf & Feinkost aus Unterhaching in Bayern), die Produktion fand jedoch weiter im Werk in Kleinwelka statt. Seit 1. Februar 2008 ist Bautz’ner wieder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Geschäftsführer ist Stefan Durach, der auch Geschäftsführer der Develey Holding GmbH ist.Amtsgericht Dresden, Aktenzeichen: HRB 26329; Amtsgericht München, Aktenzeichen: HRB 123082.

Geschichte mini|Senfmuseum und -verkaufsstelle am Fleischmarkt

Die Tradition der Senfherstellung in Bautzen begann mit der 1866 in Bautzen gegründeten Firma Britze & Söhne. Sie hatte eine Feinkostabteilung, in der auch Mostrich hergestellt wurde. Am 1. Januar 1953 wurde das Unternehmen verstaatlicht zum VEB Essig- und Senffabrik Bautzen, später umfirmiert in VEB Lebensmittelbetrieb Bautzen.Arnd Zschiesche und Oliver Errichiello: BAUTZ’NER SENF – DER SCHARFE OSTEN, Hamburg, 2009; abgerufen am 10. August 2011. Dort wurde unter anderem mittelscharfer Senf hergestellt und unter der Marke Bautzener Senf vertrieben. Dieser wurde der mit Abstand beliebteste Senf der DDR. Jeder DDR-Bürger verbrauchte durchschnittlich 1,5 Kilogramm Senf, im Westen waren es nur 90 Gramm.SuperIllu 20.08.2026.

Da das Firmengelände in der Bautzner Innenstadt zu klein wurde, zog das Unternehmen ab 1976 in zwei Abschnitten nach Kleinwelka.

Mit der Wende in der DDR 1989/90 wurde auch die Zukunft des Bautzener Senfs unsicher, allerdings hielten ihm die Verbraucher – im Gegensatz zu vielen anderen Ostprodukten – auch in der Umbruchphase weiterhin (wenn auch in etwas geringerem Maße) die Treue. Das Traditionsunternehmen Develey Senf & Feinkost aus Unterhaching in Bayern kaufte 1992 das Bautzener Werk mit 70 Mitarbeitern von der Treuhandanstalt und investierte umgerechnet 10 Millionen Euro in eine neue Senf- und Feinkostfabrik in Bautzen. Der Neubeginn erfolgte unter der neuen Dachmarke Bautz’ner.

Seit März 2008 besteht am Fleischmarkt in Bautzen ein Senfmuseum mit Exponaten wie historischen Senfdosen, alten Menagen und seltenen Kochbüchern zum Thema Senf sowie eine Senftheke, an der außergewöhnliche Senfsorten probiert werden können., abgerufen am 24. Dezember 2015.

Produktion mini|Produktion in Bautzen (2021) Wichtigstes Produkt ist auch heute der Senf Bautz’ner Mittelscharf mit 90 Prozent Produktionsanteil, der aus Gelbsenf und Braunsenf kombiniert wird. Es werden pro Jahr 32 Millionen Becher verkauft.Superillu 20.08.2026 Typisch ist ein leichter Meerrettichgeschmack, der seinen Ursprung im Allylsenföl hat, das beim Einmaischen der geschroteten Senfkörner frei wird. Die typische Farbe entsteht nicht durch Beigabe der sonst üblichen Kurkuma-Wurzel, sondern durch die feine Mahlung der Senfkörner.Sächsische Zeitung vom 18./19. Februar 2012.

60 Prozent der verwendeten Senfsaaten kommen aus regionalem Anbau in Deutschland, davon 45 Prozent aus der Uckermark (Mecklenburg-Vorpommern) und 15 Prozent aus der Oberlausitz, der restliche Anteil aus Kanada und Osteuropa (Ukraine).Sächsische Zeitung vom 1. November 2023; Dresdner Morgenpost vom 25. März 2022 Der benötigte Essig wird selbst produziert.

Vor 1989 arbeiteten über 200 Mitarbeiter im Lebensmittelbetrieb Bautzen. Heute sind 56 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk in Bautzen liefert insgesamt jährlich 15.000 Tonnen Senf aus.SuperIllu 20.08.2026

In Ostdeutschland ist der Senf mit 70 ProzentSächsische Zeitung vom 6. August 2014. Marktführer. In Gesamtdeutschland liegt Bautz’ner mit einem Marktanteil von 23 ProzentSächsische Zeitung vom 6. August 2014. vor dem nationalen Mitbewerber Thomy und ist damit gesamtdeutscher Marktführer.Scharfe Hilfe: 564 Euro für Hochwasser-Geschädigte, Bautzner Anzeiger vom 28. September 2010. In einem Senftest des Verbrauchermagazins Öko-Test vom Juni 2021 schnitt der Bautz’ner Senf nicht gut ab, es wurden in der Sorte „Mittelscharf“ Spuren von Glyphosat gefunden und die Verwendung natürlicher Aromen bemängelt.Öko-Test findet Glyphosat in vielen Senf-Sorten: Nur Bio-Produkte sind frei davon, inFranken.de vom 21. Dezember 2023 Die Produktpalette umfasst mittlerweile außer verschiedenen Senferzeugnissen auch verwandte Feinkostartikel. Gurken, Konserven, Soßen, Ketchup und Salatdressings werden von anderen Develey-Werken hergestellt.

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Einzelnachweise

Kategorie:Markenname (Gewürze) Kategorie:Lebensmittelhersteller (DDR) Kategorie:Unternehmensgründung 1866