zentriert|142px|Juri Gagarin Juri Gagarin zentriert|160px|John F. Kennedy John F. Kennedy zentriert|330px|Berliner Mauer Bau der Berliner Mauer Jahreswidmungen Internationales Jahr (Vereinte Nationen) Internationales Jahr der Gesundheit und medizinischen Forschung
Prägend für das Jahr 1961 ist der Bau der Berliner Mauer, welche die Deutsche Teilung für Jahrzehnte zementiert. Währenddessen verkündet der frisch gewählte US-Präsident John F. Kennedy seine Politik der New Frontier, darunter die Beendigung der Rassentrennung in den USA. Mit dem Scheitern der Invasion in der Schweinebucht muss er jedoch gleich zu Beginn eine außenpolitische Niederlage hinnehmen. Juri Gagarin überwindet eine ganz andere Grenze und wird an Bord von Wostok 1 zum ersten Menschen im Weltraum.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen 1. Januar: Friedrich Traugott Wahlen wird neuer Bundespräsident der Schweiz. 1. Januar: Der Hamburger Senat wählt aus seiner Mitte den bisherigen Finanzsenator Paul Nevermann (SPD) zum neuen Ersten Bürgermeister und damit zum Nachfolger von Max Brauer, der am Tag zuvor zurückgetreten war. 7. Januar: Eine Gruppe dem radikalen Panafrikanismus zuneigender afrikanischer Staaten beschließt auf einer Konferenz in Casablanca eine Afrikanische Charta. Die Ausarbeitung der Casablanca-Gruppe wird für die Mehrheit der anderen unabhängig gewordenen Staaten zum Anlass für ein Gegenpositionspapier. 8. Januar: In einem Referendum entscheiden sich 75 Prozent der Abstimmenden für die Unterstützung der Politik Charles de Gaulles, die letztlich auf ein unabhängiges Algerien hinausläuft. 17. Januar: In Katanga werden Patrice Lumumba, der erste Ministerpräsident des Kongo, und zwei seiner Gefolgsleute ermordet. Die Tat geschieht offenbar mit Billigung Belgiens und der USA. 20. Januar: John F. Kennedy wird als neuer Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Er löst Dwight D. Eisenhower ab. 20. Januar: Aus einem Treffen in Madrid zwischen Jean-Jacques Susini, General Raoul Salan und Pierre Lagaillarde entsteht die OAS, die französische Untergrundbewegung in der Endphase des Algerienkriegs. Durch Terroraktionen will sie die sich abzeichnende Unabhängigkeit Algeriens konterkarieren. 23. Februar: Die bundesdeutschen Arbeitgeber vereinbaren mit den Gewerkschaften den Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) im Öffentlichen Dienst. 26. Februar: Durch den Tod seines Vaters Mohammed V. wird Hassan II. neuer König in Marokko. 27. Februar: Der tunesische Staatspräsident Habib Bourguiba fordert bei einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle die Rückgabe zweier Militärbasen der Franzosen in Tunesien. In der Folge sich hinzögernder Verhandlungen entsteht die Bizerte-Krise. 1. März: Gründung des Friedenscorps 3. März: In Marokko erfolgt die Thronbesteigung durch König Hassan II. 29. März: Der 23. Zusatzartikel zur Verfassung der USA wird ratifiziert. 30. März: Das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel der Vereinten Nationen wird unterzeichnet. In Kraft seit dem 13. Dezember 1964. 17. April: Invasion in der Schweinebucht 18. April: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Afghanistan. In Kraft seit dem 14. Juni 1963 21. April: In der Nacht auf den 22. April putschen in Algier vier konspirierende Generäle der französischen Streitkräfte außer Dienst – Raoul Salan, Maurice Challe, Edmond Jouhaud und André Zeller – gegen die Algerienpolitik des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle. Soldaten der Fremdenlegion bringen Algier unter ihre Kontrolle. Der Aufstand endet nach wenigen Tagen erfolglos, weil die Putschisten im Mutterland Frankreich keinen Rückhalt finden. 27. April: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden. In Kraft seit dem 21. April 1962 13. Mai: Das Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes wird in Nordkorea gegründet. 16. Mai: In Südkorea übernimmt General Park Chung-hee mit einem Militärputsch gegen die Regierung der Zweiten Republik unter Yun Bo-seon die Macht. 30. Mai: In der Dominikanischen Republik wird ihr Diktator Rafael Leónidas Trujillo Molina von Verschwörern getötet, als er in einen Hinterhalt bei Santo Domingo gerät. 31. Mai: Die Republik Südafrika wird ausgerufen, nachdem das Land auf Druck der anderen Mitglieder aus dem britischen Commonwealth ausgetreten ist. 31. Mai: Nach einem Volksentscheid im Februar tritt der muslimische Nordteil des Treuhandgebiets Britisch-Kamerun dem benachbarten Nigeria bei. Der Südteil wächst am 1. Oktober Kamerun zu. 3./4. Juni: Wiener Gespräche zwischen Nikita S. Chruschtschow und John F. Kennedy, in denen es um einen weltweiten Stopp der oberirdischen Atomtests, die Situation in Südostasien (insbes. Laos) sowie nicht zuletzt um die sogenannte Berlin-Frage ging. 18. Juni: Bei einem Bombenanschlag auf den Schnellzug Straßburg-Paris sterben 28 Menschen. Verantwortlich ist vermutlich die OAS. 23. Juni: Der Antarktisvertrag vom 1. Dezember 1959 tritt in Kraft. 9. Juli: Das Assoziierungsabkommen zwischen der EWG und Griechenland wird unterzeichnet. 9. Juli: In der Türkei wird die neue Verfassung per Volksabstimmung angenommen. 19. Juli: Die Bizerte-Krise bricht aus, als Tunesier die französische Militärbasis blockieren. Nach viertägigem Krieg in und um Bizerta endet die Auseinandersetzung zwischen Tunesien und Frankreich unter UN-Vermittlung. 31. Juli: In Bangkok wird die Association of South-East Asia (ASA) ins Leben gerufen, die als Vorgängerin der ASEAN gilt. 10. August: Nach dem Aufnahmeantrag Großbritanniens vom Vortag stellt auch Dänemark einen Antrag auf Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Beide Staaten gehören der EFTA an. 13. August: Baubeginn der Berliner Mauer 26. August: Birma erhebt durch eine Verfassungsänderung als weltweit erster Staat den Buddhismus zur Staatsreligion. 8. September: Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle überlebt das Attentat von Pont-sur-Seine. 17. September: Bei der Bundestagswahl 1961 verliert die CDU ihre absolute Mehrheit. 18. September: Das Flugzeug mit dem amtierenden UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld an Bord stürzt unter mysteriösen Umständen bei einer Friedensmission im Kongo ab. Sein Nachfolger wird U Thant. 3. Oktober: In der DDR werden während der Aktion Festigung bzw. Aktion Kornblume 3.175 Menschen aus dem Sperrgebiet zwangsausgesiedelt. 10. Oktober: Ein tags zuvor begonnener Vulkanausbruch auf der abgelegenen Atlantik-Insel Tristan da Cunha zwingt zur Evakuierung der gesamten Bevölkerung. Die etwa 300 Menschen werden zunächst auf die Nachbarinsel Nightingale Island und von dort weiter nach Großbritannien gebracht. Erst 1963 findet die von den Inselbewohnern erzwungene Heimkehr statt. 17. Oktober: Eine Demonstration von 30.000 Algeriern in Paris gegen eine wegen des Algerienkrieges über sie verhängte Ausgangssperre führt zum Massaker von Paris mit einer unbekannten Zahl von Toten, Tausenden von Verletzten und 14.000 Verhaftungen unter der Verantwortung des damaligen Polizeipräfekten Maurice Papon. 25. Oktober: Sowjetische und US-amerikanische Panzer fahren am Checkpoint Charlie auf, nachdem DDR-Grenzsoldaten Westalliierte daran hinderten, den sowjetischen Sektor zu betreten. Erst am 28. Oktober ziehen sich beide Seiten wieder zurück. 31. Oktober: Der Leichnam Josef Stalins wird in Moskau aus dem Lenin-Mausoleum im Zuge der sowjetischen Entstalinisierung entfernt und an der Kremlmauer beigesetzt. 6. November: Tübinger Memorandum, Denkschrift gegen eine nukleare Aufrüstung und für die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze 6. November: Heinz Felfe, der Leiter der Spionageabwehr Sowjetunion beim Bundesnachrichtendienst, erweist sich als sowjetischer Doppelagent und wird festgenommen. 9. November: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Pakistan. In Kraft seit dem 30. Dezember 1962 10. November: Das Übereinkommen über den Schutz des Bodensees gegen Verunreinigung tritt in Kraft 14. November: Mit Elisabeth Schwarzhaupt wird die erste Bundesministerin der Bundesrepublik Deutschland berufen. 2. Dezember: Revolutionsführer Fidel Castro erklärt sich in einer Rundfunkansprache zum Marxisten-Leninisten und proklamiert die Einführung des Kommunismus in Kuba. 3. Dezember: Der sowjetische stellvertretende Außenminister Firjubin informiert den Geschäftsträger Albaniens in Moskau über den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Diktator Enver Hoxha und die VR China schließen später ein Bündnis. 20. Dezember: Dominikanische Republik. Erste freie Wahlen
Wirtschaft 5. Februar: Die britische Wochenzeitung The Sunday Telegraph wird gegründet. 6. März: die D-Mark wird gegenüber allen Weltwährungen und Gold 4,76 Prozent teurer (Aufwertung): 1 US-Dollar kostet ab sofort nicht mehr 4,20 DM, sondern 4,00 DM.Der Spiegel 12/1961 vom 15. März 1961: Erhards Mark, siehe auch Deutsche Mark#Wechselkurs und Geldwert 15. März: Als erste deutsche Großstadt führt Kassel das Parken mit Parkscheiben in der Innenstadt ein. 1. Juni: Die ARD beginnt mit der Ausstrahlung eines zweiten deutschen Fernsehprogramms. 1. Juni: Die Schering AG bringt die Antibabypille in Deutschland auf den Markt. 25. Juli: Der Kanaltunnel Rendsburg, eine Unterquerung des Nord-Ostsee-Kanals, wird für den Verkehr freigegeben. 11. September: Über den Bremer Automobilhersteller Borgward wird das Konkursverfahren eröffnet, nachdem im Juli beantragte Vergleichsverfahren scheiterten.Erst meldeten die Carl F. W. Borgward GmbH und die Goliath-Werke GmbH Konkurs an; im November 1961 ging auch das letzte Unternehmen der Borgward-Gruppe, die Lloyd Motoren Werke GmbH, in Konkurs (Der Spiegel 50/1961: Pleite mit Borgward) 11. September: Die erste Ausgabe des Verbrauchermagazins DM erscheint. 30. Oktober: Die Bundesregierung Adenauer III gibt dem Drängen der türkischen Regierung nach und schließt mit dieser ein Anwerbeabkommen für Gastarbeiter.
Wissenschaft und Technik 12. Februar: Die Sowjetunion schickt die Raumsonde Venera 1 auf die Reise zur Venus. Nach einer Woche geht der Funkkontakt zu ihr verloren. 14. Februar: Ein Forscherteam der University of California, Berkeley teilt mit, dass es erfolgreich die Synthese des chemischen Elements 103 vollzogen habe. Das Element erhält später den Namen Lawrencium. 25. März: Die Sowjetunion startet Sputnik 10 mit dem Hund Swjosdotschka an Bord als letzten Test vor dem bemannten Raumflug. Flug und Rückkehr der Landekapsel verlaufen erfolgreich. 12. April: Der erste bemannte Weltraumflug der Geschichte startet: Das Raumschiff Wostok mit dem Kosmonauten Juri Gagarin an Bord. 24. April: In Stockholm gelingt die Hebung des auf seiner Jungfernfahrt im Jahr 1628 untergegangenen Schiffes Vasa. 5. Mai: Als erster Amerikaner fliegt Alan Shepard ins All. 15. Mai: Heinrich Matthaei entdeckt den genetischen Code. Geburtsstunde der modernen Genetik und Biotechnologie 17. Juni: Das erste Kernkraftwerk Deutschlands in Kahl am Main (Bayern) liefert nach drei Jahren Bauzeit erstmals Atomstrom (→Versuchsatomkraftwerk Kahl). 6. August: Im Raumschiff Wostok 2 startet German Titow zum zweiten orbitalen Raumflug. 21. September: Der Transporthubschrauber Boeing-Vertol CH-47 Chinook erhebt sich erstmals in die Lüfte. 13. Oktober: Verkehrspsychologe Karl Peglau reicht in Berlin seinen Vorschlag für das „Ost-Ampelmännchen“ ein. 30. Oktober: Die Wasserstoffbombe Zar wird in Nowaja Semlja gezündet. Die Detonation gilt bis heute als die größte je von Menschen verursachte Explosion. mini|100px|Start von Mercury-Atlas 5 29. November: Im Rahmen der Mission Mercury-Atlas 5 wird mit dem Schimpansen Enos an Bord ein Orbitalflug der NASA mit einer Atlas-Rakete gestartet. Nach zweimaliger Umkreisung der Erde wassert die Mercury-Kapsel mitsamt Tier erfolgreich.