zentriert|150px|Frontverläufe im Ersten Golfkrieg Der Erste Golfkrieg zwischen dem Irak und Iran beginnt. zentriert|150px|Ronald Reagan Ronald Reagan gewinnt die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten. zentriert|340px|Petra Kelly mit Otto Schily auf einer Pressekonferenz nach der Bundestagswahl 1983 Otto Schily und Petra Kelly, Gründungsmitglieder der Grünen

Das Jahr 1980 markierte den Beginn der 1980er-Jahre. International stand es insbesondere im Zeichen der Geiselnahme von Teheran und dem Einmarsch der UdSSR in Afghanistan, wodurch sich auch die Fronten im Ost-West-Konflikt nach der Entspannungspolitik der 1970er wieder verschärften. Die USA und mehrere weitere Westmächte boykottierten die Olympischen Sommerspiele in Moskau. Auch der Beginn des acht Jahre andauernden Ersten Golfkriegs fiel ins Jahr 1980.

Ereignisse Jahreswidmungen Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) ist Vogel des Jahres.

Politik und Weltgeschehen Januar 1. Januar: Georges-André Chevallaz wird Bundespräsident der Schweiz 1. Januar: Neue Verkehrsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR 1. Januar: Eine Neuregelung der elterlichen Sorgfaltspflicht tritt in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft 1. Januar: In der Bundesrepublik Deutschland tritt das Gerätesicherheitsgesetz (GSG) in Kraft und soll den Arbeits- und Unfallschutz verbessern. 1. Januar: Die DDR wird für zwei Jahre Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen 2. Januar: Die sowjetischen Streitkräfte beginnen eine Großoffensive im Afghanistankrieg. 3. Januar: In Portugal löst der Sozialdemokrat Francisco Sá Carneiro die bislang einzige Ministerpräsidentin des Landes, Maria de Lourdes Pintasilgo, im Amt ab. 3. Januar: Die durch ihr Buch Born Free über die Aufzucht der Löwin Elsa bekannt gewordene Schriftstellerin Joy Adamson wird in Kenia bei einer Abendwanderung durch einen von ihr entlassenen Angestellten ermordet. 5. Januar: Die USA verhängen wegen des Einmarsches in Afghanistan Sanktionen gegen die Sowjetunion 13. Januar: In Karlsruhe wird von linken und ökologischen Gruppen die Bundespartei Die Grünen (heute Bündnis 90/Die Grünen) gegründet. 14. Januar: Indira Gandhi löst Chaudhary Charan Singh als Premierminister in Indien ab, nachdem ihre Kongresspartei in den vorausgegangenen Wahlen gesiegt hat. 16. Januar: Botswana wird Mitglied in der UNESCO 22. Januar: São Tomé und Príncipe wird Mitglied in der UNESCO 30. Januar: In der Bundesrepublik Deutschland wird die Wehrsportgruppe Hoffmann (WSG) durch den Bundesinnenminister Gerhart Baum als verfassungsfeindlich verboten und offiziell aufgelöst.

Februar 6. Februar: Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht einen Beschluss, der die friedliche Nutzung der Kernenergie als mit dem Grundgesetz vereinbar erklärt. 10. Februar: Daniel arap Moi, Präsident von Kenia trifft zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland ein. 11. Februar: Drei ehemalige SS-Mitarbeiter werden vom Landgericht Köln wegen Beihilfe zum Mord an französischen Juden zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt – Kurt Lischka (10 Jahre), Herbert Hagen (12 Jahre) und Ernst Heinrichsohn (6 Jahre). mini|Helmut Schmidt (1977) 14. Februar: Bundeskanzler Helmut Schmidt trifft zu einem offiziellen Besuch in Belgien ein. 19. Februar: Der iranische Präsident Abolhassan Banisadr wird als Nachfolger von Ajatollah Chomeini zum Oberkommandierenden der Streitkräfte ernannt. 20. Februar: Der US-amerikanische Präsident Carter entscheidet sich definitiv für einen Olympiaboykott der Spiele in Moskau, nachdem die UdSSR ein Ultimatum zum Rückzug der Streitkräfte aus Afghanistan hat verstreichen lassen. 20. Februar: Erste Wahl in Simbabwe nach der neuen Verfassung 22. Februar: In der afghanischen Hauptstadt Kabul wird das Kriegsrecht ausgerufen, nachdem antisowjetische Demonstrationen zu schweren Ausschreitungen und Anschlägen geführt haben. 25. Februar: In Suriname wird durch den Sergeantencoup die Regierung gestürzt und die Macht von Militärs übernommen. Zu den Putschführern zählt Desi Bouterse. 28. Februar: Das Bundesverfassungsgericht erklärt die wichtigsten Bestandteile der Eherechtsreform (Zerrüttungsprinzip und Versorgungsausgleich) für verfassungskonform. 29. Februar: Der thailändische Premierminister Kriangsak Chomanan tritt zurück, nachdem die Opposition mit einem Misstrauensantrag gedroht hat.

März 3. März: General Prem Tinsulanonda wird zum neuen thailändischen Premierminister gewählt. 3. März: Der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing erkennt erstmals offiziell das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser an. 4. März: Bundeskanzler Helmut Schmidt reist zu einem Besuch in die USA (bis zum 8. März); die Gespräche mit Präsident Carter haben den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan zum Thema. mini|Wappen von St. Lucia 6. März: St. Lucia wird Mitglied in der UNESCO. 7. März: In Kuala Lumpur wird ein Abkommen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ASEAN abgeschlossen. 7. März: Im Westteil von Berlin wird ein Bombenanschlag auf das sowjetische Generalkonsulat verübt. 8. März: Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß reist zu einem achttägigen Besuch in die USA. 10. März: Die maoistische Kommunistische Partei Deutschlands (Aufbauorganisation) gibt ihre Auflösung bekannt. 23. März: Der ehemalige Schah von Persien, Mohammad Reza Pahlavi, reist aus seinem Exil in Panama nach Ägypten, um einer drohenden Auslieferung zuvorzukommen. 23. März: Der seit dem 3. Juni 1979 andauernde Ölaustritt aus einem Bohrloch vor Campeche im Golf von Mexiko wird gestoppt.

April 2. April: Die Europäische Gemeinschaft und Jugoslawien schließen einen Vertrag über wirtschaftliche Zusammenarbeit. 5. April: Die Sowjetunion und Afghanistan ratifizieren einen Vertrag über die Stationierung sowjetischer Soldaten in Afghanistan. 6. April: Wiedereinführung der Sommerzeit in der Bundesrepublik Deutschland 7. April: Die USA brechen die diplomatischen Beziehungen zu Iran ab und verhängen neue Handelsbeschränkungen, nachdem Ajatollah Chomeini eine Freilassung der US-amerikanischen Geiseln abgelehnt hatte. 9. April: In Belgien tritt Wilfried Martens als Premierminister zurück, nachdem es auch ihm nicht gelungen war, den Sprachenstreit zwischen Flamen und Wallonen zu schlichten. 12. April: Durch Ermordung des amtierenden Präsidenten Tolbert Jr. putscht sich Samuel K. Doe in Liberia an die Macht. 16. April: Günter Mittag, Mitglied des Politbüros der SED und Parteisekretär für Wirtschaftsfragen, trifft nach seinem Besuch der Hannover-Messe mit Bundeskanzler Helmut Schmidt zusammen. mini|Flagge von Simbabwe 18. April: Südrhodesien wird unter dem Namen Simbabwe unabhängiger Staat. Die weiße Minderheitsregierung Ian Smiths (1964–1980) war international kaum anerkannt und mit Sanktionen belegt. 22. April: Die Staaten der EG beschließen auf einer Sitzung in Luxemburg Handelssanktionen gegen Iran, wenn die US-amerikanischen Geiseln nicht freikommen sollten. 22. April: In Liberia werden 13 Vertreter der zuvor von Samuel K. Doe durch einen Putsch abgesetzten Regierung erschossen. 24. April: Die Operation Eagle Claw zur Beendigung der Geiselnahme von Teheran scheitert. 30. April: Beatrix von Oranien-Nassau wird Königin der Niederlande und folgt damit ihrer Mutter Juliana von Oranien-Nassau 30. April: In London beginnt die Geiselnahme in der iranischen Botschaft. Eine vom Irak finanzierte Terrorgruppe verlangt die Freilassung von 91 Gesinnungsgenossen aus iranischer Haft und Autonomie für die ölreiche iranische Provinz Chuzestan.

Mai 3. Mai: Bei Gorleben (Niedersachsen) errichten etwa 5.000 Atomkraftgegner ein „Runddorf“, das eine dauerhafte Besetzung ermöglichen soll. 3. Mai: Die Helsinki-Konvention tritt in Kraft. 4. Mai: Der jugoslawische Staatspräsident Josip Broz Tito stirbt in Ljubljana. 5. Mai: In Paris werden fünf mutmaßliche deutsche Terroristinnen verhaftet, unter ihnen Ingrid Hofmann, die an der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto beteiligt gewesen sein soll. 6. Mai: Die öffentliche Gelöbnisfeier der Bundeswehr in Bremen löst schwere Krawalle von Anhängern der Friedensbewegung aus. 9. Mai: In der Islamischen Republik Iran genehmigt Ajatollah Chomeini als Staatsoberhaupt das neue Staatswappen, das sich als stilisierter Namenszug des Wortes Allah lesen lässt. 18.–27. Mai: Demonstrationen und einen Aufstand (s. Gwangju-Aufstand) gegen das Militärregime werden in Gwangju, in Südkorea, von dem Militär brutal und blutig niedergeschlagen. Je nach Quelle werden zwischen 154 und 2.300 wehrlose Studenten und Bürger getötet, eine nicht bekannte Anzahl verletzt. 18. Mai: Rudolf Kirchschläger wird zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt (2. Amtsperiode). 20. Mai: In einem Referendum verweigern sich die Wähler Québecs mit rund 60 Prozent Neinstimmen Sezessionsüberlegungen ihrer Regierung. Sie strebt die vollständige Souveränität der kanadischen Provinz an.

Juni 2. Juni: Eine Serie von Bombenanschlägen erschüttert das von Israel besetzte Westjordanland. 4. Juni: Polizei und BGS räumen die „Republik Freies Wendland“, ein von Atomkraftgegnern errichtetes Dorf im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg (siehe 3. Mai). 10. Juni: Das deutsche Bundesarbeitsgericht erklärt Aussperrungen „zur Abwehr begrenzter Teilstreiks“ für zulässig, soweit im Rahmen der Verhältnismäßigkeit sind. 13. Juni: Die sogenannte Nationalversammlung von Namibia wählt als Vorsitzenden Dirk Mudge, den Sprecher der Demokratischen Turnhallenallianz. 14. Juni: Der als mutmaßlicher Terrorist gesuchte Rudolf Raabe kehrt freiwillig aus Irland nach Frankfurt am Main zurück und stellt sich dort den Behörden; der seit 1979 bestehende Haftbefehl wird am 24. Juni außer Vollzug gesetzt. 16. Juni: König Chalid ibn Abd al-Aziz kommt zu einem viertägigen Staatsbesuch nach Deutschland. 18. Juni: Das deutsche Bundeskabinett beschließt Maßnahmen gegen den Asylmissbrauch; ggf. werden die Arbeitserlaubnis und das Kindergeld eingeschränkt. 20. Juni: Erstmals seit 22 Jahren wird im Irak das Parlament in einer freien Wahl gewählt, wobei die Baath-Partei 175 der 250 Sitze erringt. 22. Juni: Die Sowjetunion gibt einen Teilabzug ihrer Truppen aus Afghanistan bekannt. 25. Juni: Der deutsche Bundestag verabschiedet das von allen Fraktionen übereinstimmend als ein erster Schritt zum Schutz von Mensch und Umwelt gewürdigte Chemikaliengesetz. 26. Juni: Das deutsche Bundeskabinett verabschiedet einen Visumzwang für Bürger der Türkei. 27. Juni: Die bayrische Staatsregierung droht mit der Kündigung des ARD-Vertrages nach der Fernsehberichterstattung über den Wirtschaftsgipfel in Venedig und über die geplante Reise von Bundeskanzler Helmut Schmidt nach Moskau. 29. Juni: In Island wird als erste Frau Vigdís Finnbogadóttir zur Staatspräsidentin gewählt. 30. Juni: Papst Johannes Paul II. trifft zum Auftakt seiner Reise nach Brasilien in Brasília ein. 30. Juni: Bundeskanzler Helmut Schmidt und Außenminister Hans-Dietrich Genscher treffen zu einem zweitägigen Besuch in Moskau ein, der vor allem von der Opposition kritisiert wird. Bei Gesprächen mit Leonid Breschnew wird die sowjetische Intervention in Afghanistan und der NATO-Doppelbeschluss erörtert.

Juli 1. Juli: Die Bundesrepublik Deutschland und Kiribati nehmen diplomatische Beziehungen auf 2. Juli: Der Deutsche Bundestag billigt ein Gesetz zur Beschleunigung des Asylverfahrens, dem auch der Bundesrat am 18. Juli zustimmt. 3. Juli: Der Deutsche Bundestag verabschiedet das „Gesetz zur vorläufigen Regelung des Tiefseebergbaus“, lehnt gleichzeitig eine Vorlage der Koalition zur Neuordnung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung mit den Stimmen von CDU/CSU und 11 Abgeordneten der SPD ab. 7. Juli: Der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing trifft zu einem fünftägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland ein.