zentriert|170px|Nixon Richard Nixon tritt wegen der Watergate-Affäre als US-Präsident zurück und verlässt das Weiße Haus zentriert|130px|Schmidt Helmut Schmidt wird neuer deutscher Bundeskanzler. zentriert|340px|Terrakottaarmee In der Nähe von Xi’an wird die Terrakottaarmee entdeckt. Jahreswidmungen Internationales Jahr (Vereinte Nationen) Weltbevölkerungsjahr Vogel des Jahres (Deutschland) Mehlschwalbe
Das Jahr 1974 war vor allem durch die Nachwirkungen der Ölkrise des Jahres 1973 beeinflusst. In diesem Jahr trat zudem der Präsident der Vereinigten Staaten, Richard Nixon, aufgrund der Watergate-Affäre zurück.
Im Nahen Osten bestimmten die Nachwirkungen des 1973 geführten Jom-Kippur-Kriegs die Politik. Nach dem Rücktritt Golda Meirs wegen der hohen israelischen Verluste übernahm Jitzchak Rabin das Amt des israelischen Regierungschefs.
Im Norden Zyperns begann das Jahr mit dem Einmarsch und der Besetzung durch türkische Truppen der Zypernkrieg, in Portugal kam es zur sogenannten Nelkenrevolution. In Westdeutschland gab es durch den Rücktritt Willy Brandts aufgrund der Spionageaffäre um seinen persönlichen Referenten Günter Guillaume einen Regierungswechsel.
Sportlich wurde das Jahr vor allem durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, bei der die deutsche Nationalelf den Meister-Titel gewann, sowie den Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Zaire („Rumble in the Jungle“) dominiert.
Politik Übersicht Januar 1. JanuarSchweiz: Ernst Brugger wird Bundespräsident.
Schweden: Die Elternversicherung tritt in Kraft.
Finnland schließt ein Freihandelsabkommen mit der EG.
Die Bundesrepublik Deutschland trifft mit Botswana ein Rahmenabkommen über die Entwicklungshilfe.
EG: Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. 2. Januar Spanien: Carlos Arias Navarro wird als Ministerpräsident vereidigt. 18. Januar Abkommen über eine Truppenentflechtung Ägyptens und Israels.
Bundesrepublik Deutschland: Der Bundestag verabschiedet das Bundes-Immissionsschutzgesetz. 23. Januar Das österreichische Parlament verabschiedet ein neues Strafgesetzbuch, das zum 1. Januar 1975 in Kraft tritt. 25. Januar UN-Truppen rücken in die von den Israelis frei gemachten Stellungen am Sueskanal ein. 31. Januar Überfälle von Mitgliedern der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) auf die japanische Botschaft in Kuwait und der Japanischen Roten Armee (JRA) auf eine Shell-Anlage in Singapur. Bei Letzteren lassen sich mehrere Regierungsmitarbeiter Singapurs freiwillig gefangen nehmen, darunter auch der spätere Präsident Sellapan Ramanathan. Die Geiseln werden gegen Zahlung eines Lösegeldes und sicheren Flug mit einer japanischen Maschine in den Südjemen freigelassen. Februar 7. Februar Grenada erhält seine Unabhängigkeit von Großbritannien. 8. Februar In Obervolta ereignet sich ein Militärputsch. 21. Februar Jugoslawien: Eine neue Verfassung wird erlassen. Tito wird zum Präsidenten auf Lebenszeit bestimmt. 28. Februar Großbritannien: Keine Mehrheit („Hung parliament“) bei den Unterhauswahlen, Neuwahlen am 10. Oktober
Der äthiopische Premierminister Tsehafi Aklilu Habte-Wold, seit 1961 im Amt, wird von Kaiser Haile Selassie entlassen und durch Endelkachew Makonnen ersetzt. März 2. März In Spanien werden der Anarchist Salvador Puig Antich und der deutsche Flüchtling Georg Michael Welzel hingerichtet. 3. März Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg verliert die SPD die absolute Mehrheit. 7. März Einigung über die Einrichtung ständiger Vertretungen in Bonn und Ostberlin 10. März Sieg der Christsozialen bei den Parlamentswahlen in Belgien. 12. März In Venezuela tritt Carlos Andrés Pérez das Amt des Staatspräsidenten an. 14. März Der stellvertretende Außenminister der DDR, Kurt Nier, und der bundesdeutsche Staatssekretär Günter Gaus unterzeichnen in Bonn das Protokoll über die Errichtung „Ständiger Vertretungen“. 22. März Bundesrepublik Deutschland: Der Bundestag beschließt, das Alter für Volljährigkeit von 21 auf 18 zu senken und beschließt Rücktrittsmöglichkeit vom Teilzahlungskauf. 26. März Bundespräsident Gustav Heinemann auf dreitägigen Staatsbesuch in Belgien. 27. März US-Außenminister Henry Kissinger beendet mehrtägige Besprechungen in Moskau. 28. März Parteichef Nicolae Ceaușescu wird zum Präsidenten der Republik Rumänien gewählt. Das Amt wurde neu geschaffen. April 1. April Burma: Eine neue Verfassung tritt in Kraft. 2. April Die Republik Niger wird Mitglied in der UMOA (Westafrikanische Währungsunion) und der BOAD (Westafrikanische Entwicklungsbank). 11. April Israel: Golda Meir tritt als Premierministerin zurück, ihr Nachfolger wird Jitzchak Rabin.
Arabischer Terroranschlag auf die israelische Grenzstadt Kirjat Schmoneh, 18 Tote. 16. April Niger: Präsident Hamani Diori wird durch einen Armeeputsch gestürzt. 19. April Bundeskanzler Willy Brandt besucht als erster deutscher Regierungschef Algerien. 21. April Willy Brandt auf Besuch in Ägypten. 24. April Südafrika: Wahlen, die National Party behält ihre absolute Mehrheit.
Bundesrepublik Deutschland: Günter Guillaume, persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt, wird als Spion der DDR entlarvt. 25. April Portugal: Sturz der Diktatur durch die „Nelkenrevolution“. Die Militärjunta „Bewegung der Streitkräfte“ übernimmt die Macht. 30. April Hinrichtung der 22-jährigen Leyla Kassim und vier weiterer Studenten nach schweren Folterungen wegen „Begünstigung und Gutheißung der separatistischen Bestrebungen“ in Südkurdistan Mai 1. Mai In der Bundesrepublik Deutschland wird weltweit erstmals ein Punktesystem im Fahrerlaubnisrecht eingeführt, mit dem Einträge im Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg-Mürwik bewertet werden. 6. Mai Bundesrepublik Deutschland: Willy Brandt tritt als Bundeskanzler wegen der Spionage-Affäre um Günter Guillaume zurück. 9. Mai In Kanada wird Premierminister Pierre Trudeau durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Bei den Wahlen, die daraufhin abgehalten werden, gewinnt Trudeaus Partei die absolute Mehrheit; Trudeau wird wieder Premierminister. 13. Mai Bei einer Volksabstimmung in Italien für die Beibehaltung oder Abschaffung der Scheidung stimmen 59,1 Prozent für die Beibehaltung. 15. Mai Bundesrepublik Deutschland: Walter Scheel wird zum deutschen Bundespräsidenten gewählt.
Portugal: General António Ribeiro de Spínola wird Staatspräsident.
Nordirland: Das Ulster Workers Council ruft einen Generalstreik aus. 16. Mai Bundesrepublik Deutschland: Helmut Schmidt wird vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt.
Portugal: Adelino da Palma Carlos wird Ministerpräsident (bis 17. Juli). 18. Mai Indien führt den ersten Atomwaffentest durch („Operation Smiling Buddha“). 19. Mai In Frankreich wird Valéry Giscard d’Estaing (50,8 Prozent) vor François Mitterrand (49,1 Prozent) zum Staatspräsidenten gewählt. 21. Mai Die Regierung unter Sanya Thammasak in Thailand tritt zurück. 23. Mai 25-jähriges Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. 26. Mai Die Volksrepublik China kündigt öffentlich ein Militärhilfe-Abkommen mit den Roten Khmer an. Juni 2. Juni Bhutan: Jigme Singye Wangchuck wird zum König gekrönt. 3. Juni Nach dem Wahlsieg der Arbeitspartei wird Jitzchak Rabin neuer Ministerpräsident Israels. 8. Juni Der Palästinensische Nationalrat (PNC) veröffentlicht auf seiner 12. Sitzung ein 10-Punkte-Programm. 9. Juni Landtagswahlen in Niedersachsen enden mit knappen Sieg der SPD/FDP-Koalition. 11. Juni Nach einem dreitägigen Streik im öffentlichen Dienst beschließt der Bundestag eine ab dem 1. Januar rückwirkende Erhöhung der Beamten- und Angestelltengehälter um elf Prozent.