mini|Feuerwehrmann mit erweiterter persönlicher Schutzausrüstung in Niedersachsen Die Ausrüstung von Feuerwehrangehörigen bietet ihnen Schutz vor den vielfältigen Gefahren eines Einsatzes (z. B. Atemgifte, hohe Temperaturen). Sie wiegt ungefähr 15 kg.

Allgemeines Im Dienst für die Feuerwehr sind die Einsatzkräfte ständig hohen Risiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu minimieren, wurde spezielle Schutzausrüstung in den Feuerwehren eingeführt. Die Schutzausrüstung soll vor mechanischen und thermischen Einwirkungen schützen. Aufbau und Ausstattung sind in entsprechenden Normen (DIN EN) geregelt.

Die Anforderungen an die Schutzkleidung sind von den Unfallkassen der Feuerwehren in den jeweiligen Unfallverhütungsvorschriften festgelegt. Des Weiteren wurde von den Unfallkassen festgelegt, wann die Schutzausrüstung zu tragen ist.

Deutschland Die Schutzwirkung der einzelnen Teile muss der EU-Norm entsprechen. Nicht genormt ist dabei die Farbe, wie fälschlicherweise oft angenommen wird. In Deutschland wird üblicherweise Schutzausrüstung nach HuPF (Herstellungs- und Prüfrichtlinie von Feuerwehrschutzkleidung) und nach DIN EN 469 getragen. Die Notwendigkeit ist in Unfallverhütungsvorschriften der Feuerwehren festgelegt. Je nach Abteilung in der Feuerwehr gibt es unterschiedliche Regelungen, was die Anforderungen der Schutzausrüstung betrifft.

Neben der Schutzausrüstung gibt es für besondere Anlässe auch noch eine Dienstkleidung. Diese gibt es aber nur für die Einsatzabteilung und für die Alters- und Ehrenabteilung. Die Dienstbekleidung kann in den Bundesländern unterschiedliche Bezeichnungen haben.

Kinderfeuerwehr Für die Kinderfeuerwehr gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen, die eine Schutzausrüstung vorschreiben. Ziel der Kinderfeuerwehr ist neben Spiel und Spaß die Vermittlung des richtigen Verhaltens in Gefahrensituationen ohne den Einsatz von Geräten, daher wird keine Schutzausrüstung benötigt.

Jugendfeuerwehr Da in der Jugendfeuerwehr der Einsatz der Einsatzmittel vermittelt und auch mit ihnen geübt wird, ist hier eine Schutzausrüstung Pflicht. Diese ist bei jeder Ausbildung zu tragen, bei der mit Gegenständen der Feuerwehr gearbeitet wird.

Persönliche Schutzausrüstung Die Dienstkleidung der Jugendfeuerwehr in Deutschland besteht laut Bekleidungsrichtlinie der Deutschen Jugendfeuerwehr aus: festem Schuhwerk (gemäß Unfallverhütungsvorschriften Feuerwehr), Jugendfeuerwehrhose, Jugendfeuerwehrblouson, Jugendfeuerwehr-Schutzhelm mit Jugendfeuerwehrsymbol, Schutzhandschuhen (nach EN 388).Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord): Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für die Jugendfeuerwehr, Stand: 02/2013, (PDF; 0,3 MB)

Zusätzliche Schutzausrüstung Viele Jugendfeuerwehren beschaffen zusätzlich wetterfeste Jugendfeuerwehrparkas, Sicherheitsschuhe, Sicherheitsstiefel und/oder Öl-Regenjacken. Die Jacken haben die Grundfarbe Blau und an den Schultern Orange. Am Rücken sind sie mit einem Reflektorstreifen versehen. Die Hose ist in Blau mit Reflektorstreifen. Die Allwetterjacke ist blau und ab Brusthöhe orange. Auf dem Rücken befindet sich ein – mit Klett befestigtes – Rückenschild. Dieser ist oftmals mit dem Namen der jeweiligen Jugendfeuerwehr bedruckt.

Einsatzabteilung mini|Einsatzkräfte bei einem Industriebrand

Die Einsatzabteilung ist den meisten Risiken ausgesetzt, dementsprechend gibt es hier auch die meisten Ausrüstungsgegenstände. Nicht alle, die hier angesprochen werden, sind auch bei jeder Feuerwehr vorhanden. Je nach Größe und Gefahren im Ausrückbereich gibt es hier Unterschiede. Die Feuerwehrunfallkassen, als Unfallversicherung für Feuerwehrmitglieder, haben mit ihren Unfallverhütungsvorschriften erlassen, dass die Ausrüstung bei jedem Einsatz, Ausbildung und Übung, zu tragen ist.

Persönliche Schutzausrüstung Feuerwehrangehörige schützen sich mit ihren Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) vor den äußeren Gefahren einer Einsatzstelle. Die persönliche Schutzausrüstung stellt den Grundschutz einer jeden Einsatzkraft dar. Zur PSA gehören:

Feuerwehrschutzanzug (Jacke und Hose) Der Schutzanzug ist aus einem feuerhemmenden Material (beispielsweise Aramid, Kermel oder PBI) gefertigt und soll Schutz vor Hitzestrahlung und Flammeinwirkung bieten. Er ist mit Reflexionsstreifen und teilweise zusätzlich fluoreszierenden Streifen versehen, die sich je nach Bundesland in Höhe und Breite, eventuell auch farblich unterscheiden.

Schutzanzüge bestehen aus Schutzhose und Schutzjacke – aber es gibt auch einteilige Overalls. Jedoch werden auch Anzüge, bei denen die Hose eine geringere Schutzstufe als die Jacke erfüllt, getragen. Bei einem Einsatz dieser Variante muss unter der Schutzhose noch eine normale Hose angezogen werden, da die Haut sonst Verbrennungen oder Verbrühungen erleiden könnte. Diese Variante verschwindet aber zusehends, zumindest für Kräfte, die unter Atemschutz arbeiten und den Gefahren eines Feuers direkt ausgesetzt sind.

Laut Norm müssen in Deutschland sowohl Hose als auch Jacke im Brandeinsatz einen Wärmeschutz von 40 kW/m² aufweisen. Bei sehr hohen Temperaturen wird zusätzlich ein Hitzeschutzanzug getragen. Bei dem Vorhandensein von ABC-Stoffen wird je nach Gefahrlage ein spezieller Schutzanzug getragen.

Feuerwehrhelm mit Nackenschutz mini|DIN-Feuerwehrhelm F100 der Firma Schuberth mit Visier und Nackenschutz

Ein herkömmlicher Feuerwehrhelm besteht aus Aluminium, Duroplast, Thermoplast, Kevlar (AFK) oder GFK. Er ist mit einem Nackenschutz (meist aus Leder oder Aramidfaserstoff) versehen. Zusätzlich kann ein Visier zum Schutz vor Splittern, aufspritzendem Schaummittel am Zumischer oder gegen Wärmestrahlung (meist mittels aufgedampfter Metalle) montiert werden.

Der Feuerwehrhelm soll den Kopf gegen herabstürzende Gegenstände und umherfliegende Teile schützen und ist deshalb entsprechend den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften und/oder den eigenen Gefährdungsanalysen zu tragen. Die meisten Feuerwehrhelme sind phosphoreszierend nachleuchtend und mit reflektierenden Streifen versehen. Die phosphoreszierende Beschichtung wurde in den 1960er Jahren auf Anregung des Frankfurter Branddirektors Ernst Achilles eingeführt. Je nach Bundesland oder Feuerwehr werden noch zusätzliche reflektierende Einheits- oder Funktionsabzeichen aufgeklebt, die z. B. Führungsdienstgrad und/oder Atemschutzgeräteträger sowie Sanitäter kennzeichnen. Am Helm kann noch zusätzlich eine Helmlampe befestigt werden, um die Hände zum Arbeiten frei zu haben. Auch für Funkgeräte gibt es Garnituren, die am Helm montiert werden können.

Der in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Helm ist in der Grundform eine Annäherung an die militärischen Schutzhelme der damaligen Zeit (z. B. Stahlhelm), während die Feuerwehrhelme im Krieg oder davor die gleichen Helme waren wie die der Armee. Inzwischen existieren viele Varianten an Form und Schutzwirkung von Feuerwehrhelmen, teils mit fest eingebauten Helmlampen und Visieren. Alle neu eingeführten Helme müssen der DIN EN 443 Feuerwehrhelme entsprechen. Weitere Informationen zur Geschichte des Feuerwehrhelms finden sich im Hauptartikel Geschichte der Feuerwehrhelme.

Historisch haben sich Helme aus der Pickelhaube des preußischen Militärs (Lederhut mit nach oben stehender Blechspitze, die Hiebwaffen abweisen soll) entwickelt. Später hatten Feuerwehrhelme mitunter einen von vorne oben nach hinten laufenden Kamm (auch: Raupe oder Ziegelbrecher) oder eine 4- bis 6-armige Spinne mit mittiger Hochwölbung zu einem Gipfel. Beide Konstruktionen, zumeist aus Blech geformt und auf den Helm genietet, versteifen den Helm gegen von oben wirkende Schläge, weisen zentral ankommende Schläge zur Seite hin ab und unterstützen das Brechen von oben herunter fallenden Objekten, wie Dachziegel oder Putzschichten oder dämpfen zumindest Schläge durch Eindellung des Blechs.

Feuerwehr-Schutzhandschuhe mini|Feuerwehrhandschuhe

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Feuerwehrschutzhandschuhen Brandbekämpfungshandschuhe bestehen aus einem feuerfesten Material wie Textil oder auch Leder mit einer Innenschicht aus Textil (beispielsweise Nomex, Rindsleder, Elchleder) und sind häufig mit Leuchtstreifen versehen. Handschuhe für die technische Hilfestellung (THL-Handschuhe), die eine höhere Schnittfestigkeit aufweisen, werden vor allem zu Hilfeleistungseinsätzen, Übungen und auch bei Brandeinsätzen getragen, dort aber nicht von Atemschutzgeräteträgern im Innenangriff.

Ein Handschuh zur Brandbekämpfung soll ausschließlich für diese Tätigkeit genutzt werden. Dadurch lässt sich die Gefahr von Verletzungen durch beschädigte Handschuhe minimieren. Zudem verfügen die modernen Handschuhe aus Textil über die gleichen Eigenschaften wie die Schutzkleidung (Jacke, Hose) der Einsatzkräfte. Der Handschuh für die Technische Hilfeleistung ist hingegen auf mehr Tastgefühl und Schnittschutz ausgelegt, einen thermischen Schutz bietet er kaum bis gar nicht.

Bei Einsätzen, bei denen man mit Blut in Berührung kommen könnte, wie z. B. bei Personenrettung, wird unter den Feuerwehrschutzhandschuhen zusätzlich oft noch ein Einmalhandschuh (Latexhandschuh) getragen, um Infektionen zu vermeiden.

Feuerwehrschutzschuhwerk mini|Feuerwehrstiefel Querschnittmini|Feuerwehrschnürstiefel

Das Feuerwehrschutzschuhwerk besteht aus Stiefeln (meist Leder), mit besonders starkem Profil, welche mit Stahlkappen und Öl-resistenten, durchtritt- und rutschsicheren Sohlen versehen sind. Feuerwehrstiefel werden aber auch neben vielen anderen umfangreichen Prüfungen auf elektrische Durchlässigkeit geprüft. So müssen sie mindestens einen elektrischen Widerstand von 1.000 Ohm aufweisen. Feuerwehrschutzschuhwerk muss ab Oktober 2007 der DIN EN 15090 entsprechen. Fabrikationen mit der EN 20345:2004 dürfen aber weiterhin getragen werden. In den ABC- beziehungsweise Gefahrstoffeinheiten werden unter anderem auch chemikalienbeständige Kunststoffstiefel getragen, welche ebenfalls mit Stahlkappen und einer durchtrittsicheren Sohle versehen sind.

Es gibt sowohl Schlupfstiefel („Knobelbecher“), als auch Schnürstiefel im Feuerwehrdienst, letztere werden mit einem Reißverschluss geschlossen. Die Feuerwehrstiefel sollen die Feuerwehrangehörigen vor Brandeinwirkung, Ausrutschen, Umknicken, Nässe und herabstürzenden Teilen schützen und sind ebenfalls bei jedem Einsatz zu tragen. Neben Stiefeln, die nur die Grundanforderungen erfüllen, statten viele Hersteller ihre teureren Stiefel mit Membranen (z. B. Gore-Tex, Sympatex, oder Firetex) aus, die einen besseren Nässeschutz gewährleisten und die Stiefel atmungsaktiv machen sollen. Einige Stiefel verfügen auch über Kevlar-Einlagen, die einen begrenzten Schnittschutz gegen Motorsägen bieten.

Die Schutzhose wird über den Stiefeln getragen, so dass von oben nichts in die Stiefel hinein fallen (z. B. Glut) bzw. fließen (Chemikalien u. a.) kann.

Spezielle persönliche Schutzausrüstung Für besondere Gefahren existiert neben der persönlichen Schutzausrüstung zusätzlich spezielle persönliche Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte in den Feuerwehren. Diese Ausrüstung ist an die Art und Anzahl der besonderen Gefahren abgestimmt. mini|Feuerwehrhaltegurt mit Feuerwehrbeil, Feuerwehrschutzhandschuhen und Zubehör

Diese Ausrüstungsteile können z. B. sein: Feuerwehrschutzkleidung gegen erhöhte thermische Einwirkungen, wenn die allgemeine Feuerwehrkleidung nicht den Zulassungen für den Innenangriff entspricht. Damit sind die Feuerwehrüberhosen und -jacken für den Innenangriff gemeint, aber nicht die Hitzeschutzkleidung Feuerwehrhaltegurt (ehemals Feuerwehrsicherheitsgurt, vormals Hakengurt oder Breitgurt) mini|Feuerwehrhaltegurt vom Typ FHA (in Österreich Feuerwehrgurt) mit durch die Multifunktionsöse geführter Feuerwehrsicherheitsleine zur Selbstrettung