Die Mikojan-Gurewitsch MiG-23 (, NATO-Codename: Flogger) ist ein einstrahliges Kampfflugzeug, das zur Zeit des Kalten Krieges in der Sowjetunion entwickelt wurde. Das einsitzige Schwenkflügelflugzeug war neben der MiG-21 das erfolgreichste von der Sowjetunion exportierte Kampfflugzeug und bildete darüber hinaus die Grundlage für die Entwicklung des Jagdbombers MiG-27.

Entwicklung mini|Eine sowjetische MiG-23MLD aus dem Jahr 1989

Die MiG-23 wurde in den Jahren von 1964 bis 1966 zur Ablösung der MiG-21 im Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch entwickelt und sollte anfangs zum Teil auf dieser basieren. Dazu wurde die Je-8 entwickelt, die allerdings in ihren Leistungen nicht befriedigte, worauf zwei vom Aufbau verschiedene, etwas größere und mit stärkeren Triebwerken ausgerüstete Prototypen der MiG-23 entwickelt wurden. Die Je-230 mit Deltaflügel und zusätzlichen Hubtriebwerken hatte am 3. April 1967 und die Je-231 mit Schwenkflügeln am 10. Juni 1967 ihren Erstflug. Beide Prototypen wurden bei der Luftparade in Domodedowo am 9. Juli 1967 erstmals vorgestellt, wobei später die Schwenkflügler bevorzugt und weiterentwickelt wurden. 1969 waren die Tests abgeschlossen, worauf die Serienfertigung begann und die Maschine in den Truppendienst eingeführt wurde. Die Vorserienmuster MiG-23S und MiG-23SM waren noch mit dem schwächeren Triebwerk Tumanski R-27F2M-300 ausgerüstet. Die Aufgabe der MiG-23 waren Luftverteidigung und Angriff. In der Sowjetunion wurden mehr als 4000 Stück (inklusive MiG-27) in verschiedenen Versionen gebaut. Mitsamt den Lizenzbauten wurden weltweit schätzungsweise über 5000 MiG-23 hergestellt. 1978 rollten in der Sowjetunion die letzten Maschinen der Version MiG-23UB vom Band.

Eine entscheidende Neuerung der MiG-23 waren die Schwenkflügel. Sie verbesserten im Langsamflug den Auftrieb und ermöglichten vor allem den Jagdbomberversionen eine kurze Start- und Landestrecke. Aber auch im Luftkampf brachte die veränderbare Pfeilung der Tragflächen wesentliche Vorteile durch die mögliche Anpassung an den jeweiligen Höhen- und Geschwindigkeitsbereich.

Die MiG-23 war besser als ihre Vorgängermodelle für Start und Landung auf Feldflugplätzen geeignet. Darüber hinaus wurde das Flugzeug im Vergleich zur MiG-21 mit leistungsfähigerer Sensortechnik (Radar und Infrarot) ausgestattet und konnte eine höhere Geschwindigkeit erreichen. Zugelassen war die MiG-23ML/MF bis Mach 2,35; mit dem stärkeren Triebwerk der MiG-23ML wurde aber auch Mach 2,7 erreicht. In Bodennähe war ebenfalls Überschallgeschwindigkeit möglich.

In der Version MiG-23MF, MiG-23ML(Ä) (Exportversion der MiG-23ML) sowie MiG-23UB wurde das Muster vom JG-9 (Peenemünde) der Luftstreitkräfte der DDR geflogen. Hier waren zwei Staffeln MiG-23ML und eine Staffel MiG-23MF stationiert. Außerdem wurde beim JBG-37 (Cottbus-Drewitz) die MiG-23BN in der Version als Jagdbomber geflogen (damalige Bezeichnung in der NVA: auch MiG-23BN). Im gleichen Geschwader flogen vier MiG-23UB: in der 1. JBS die takt. Nr. 101 (abgestürzt am 17. Juni 1987 durch Ausstoßen des Bremsschirmes beim Start) sowie die takt. Nr. 104 (BW: 20+62); in der 2. JBS die takt. Nr. 102 (BW: 20+61) und die takt. Nr. 105 (BW: 20+63).

Außerhalb der Staaten des Warschauer Paktes war und ist die MiG-23 in Libyen, Syrien, Ägypten, Indien, Kuba, Algerien, Angola, Irak, Afghanistan, dem Jemen und Nordkorea im Einsatz. Heute stehen die Flugzeuge in den meisten dieser Staaten noch im Dienst, mehrheitlich in der Version MLD. Auch die Streitkräfte der Nachfolgestaaten der Sowjetunion verfügen noch über zahlreiche MiG-23, die vermutlich in ihrer Mehrheit nicht mehr unmittelbar flugbereit, sondern eingelagert sind. Unter der Bezeichnung YF-113 verfügt auch die US Air Force über MiG-23. Als gesichert gilt die „direkte Übernahme“ der beiden MiG-23BN, takt. Nr. 692 (BW: 20-41) und 715 (BW: 20-53), aus der ehemaligen 1. JBS des aufgelösten JBG-37 am 2. September 1993. Dagegen wurde die takt. Nr. 712 aus der 2. JBS am 16. April 1991 erst an die Wehrtechnische Dienststelle 61 in Manching übergeben, um von dort am 16. Oktober 1996 ebenfalls in die Vereinigten Staaten überführt zu werden – zur USAF für Beschusstests auf der Eglin Air Force Base in Florida.

Die Herstellerfirma RAC-MiG bietet Aufrüstungs- und Modernisierungsprogramme für die MiG-23 an.

Versionen mini|MiG-23-Prototyp 23-11/3 in Monino, 1997 mini|MiG-23S-Vorserienversion in Monino, 2012 mini|MiG-23MF im Luftfahrtmuseum Wernigerode, 2007 mini|MiG-23BN des JBG-37, Drewitz 1990 mini|Eine polnische MiG-23

Je-230: Erste Versuchsvariante mit Deltaflügel, einem Tumanski-R-27-300-Triebwerk und zwei Hubtriebwerken Kolessow RD-36-35 mit je 22,6 kN Schub; Erstflug am 3. April 1967, auch als MiG-23PD, MiG-23UWP oder 23-01 bezeichnet Je-231 (Flogger-A): Prototyp der MiG-23 mit Schwenkflügeln, Erstflug am 10. Juni 1967; auch als MiG-23 oder 23-11 bezeichnet MiG-23S (Flogger-A): Vorserienversion für die Truppenerprobung mit dem Triebwerk Tumanski R-27F2M-300 und analogem Monopuls-Funkmessvisier RP-22 (Saphir-21); Erstflug am 21. Mai 1969. MiG-23SM (Flogger-B): generell wie die MiG-23S, aber mit vier Waffenstationen unter den Lufteinlaufkanälen MiG-23M (Flogger-B): erste Serienversion mit neu konstruierter Zelle zur Aufnahme des Triebwerks Tumanski R-29-300 und verbesserter Avionik, unter anderem neues Funkmessvisier RP-23 (Saphir-23D-III mit äußerer Kohärenz) MiG-23MR (Flogger-B): Variante der MiG-23M mit vereinfachter Avionik und verkürzter Heckflosse MiG-23MS (Flogger-E): vereinfachte Exportvariante der MiG-23M mit MiG-21bis-Radar (analoges Monopuls-Funkmessvisier ohne Kohärenz RP-22/Saphir-21) MiG-23MF (Flogger-B): Exportvariante der MiG-23M mit geringen Änderungen, teilweise wurden MiG-23M zu MiG-23MF umgebaut MiG-23ML (Flogger-G): Variante der MiG-23MF als Mehrzweckkampfflugzeug mit besserem Radargerät N-003 (Saphir-23ML), Prototyp war die 23-12; look-down/shoot-down-Fähigkeit MiG-23MLG: Variante der MiG-23ML mit veränderter Ausrüstung, Prototyp war die 23-37 MiG-23MLS: Variante der MiG-23ML mit veränderter Ausrüstung, Prototyp war die 23-47 MiG-23A: nicht realisierte Version der MiG-23ML für den Einsatz auf Flugzeugträgern MiG-23K: nicht realisierte Version der MiG-23A mit neuem Triebwerk R-100, Luftbetankungsvorrichtung und größeren Tragflächen MiG-23MLA: geänderte Version mit Täuschkörpern der MiG-23ML als taktischer Jäger, Prototyp war die 23-13 MiG-23P: reiner Abfangjäger, ähnlich der MiG-23ML, der völlig auf den Luftkampf spezialisiert ist; leichteres Bordradar N-006 (Saphir-23PA); Prototyp war die 23-14 MiG-23MLD (Flogger-K): aufgewertete MiG-23ML als Mehrzweckkampfflugzeug mit verbesserter Aerodynamik, Waffenkontrollsystem und geänderter Avionik; unter anderem neues Funkmessvisier N-008 (Saphir-23MLD), die meisten MiG-23ML wurden zu MiG-23MLD umgebaut, Prototyp war die 23-18 MiG-23MLDG: nicht realisiertes Projekt mit Vorrichtungen zur elektronischen Kriegführung; auch als 23-57 bezeichnet MiG-23B (Flogger-F): Jagdbomberversion auf der Basis der MiG-23S mit abgeflachtem Rumpfbug, gepanzerten Cockpitseiten und beschussfesterer Verglasung; Als Triebwerk kam ein AL-21-F3 mit etwa 110 kN Schub zum Einsatz, als Navigationssystem ein Sokol-23S inklusive Laserentfernungsmesser und Doppler-Radar DISS-7; Prototyp war die 32-24, deren Erstflug am 18. Februar 1971 durch Testpilot Alexander Fedotow stattfand. Dieser folgten noch zwei weitere Prototypen mit geändertem Sägezahn-Tragflächen und ab 1972 eine Kleinserie von 24 Flugzeugen mit nochmals geänderten Tragflächen MiG-23BN (Flogger-H): Exportversion der MiG-23B aus dem Moskauer MAPO-Herstellerwerk; Prototyp war die 32-23, nunmehr mit Tumanski-R-29B-300-Triebwerk, 624 Stück gebaut MiG-23BM (Flogger-F): Prototyp der MiG-27, auch als 32-25 bezeichnet MiG-23BK (Flogger-H): Prototyp der MiG-27K, auch als 32-26 bezeichnet MiG-23U (Flogger-C): Trainingsversion auf der Basis der MiG-23M mit zwei Sitzen in Tandemanordnung MiG-23U (Flogger-C): kampftaugliches Übungsflugzeug, Prototyp war die 23-51 MiG-23UM (Flogger-C): Trainerversion, basierend auf der MiG-23ML und MiG-23P MiG-23-98: Die russische Firma Fasotron bietet in Zusammenarbeit mit dem Mikojan ANPK drei Varianten eines als MiG-23-98 bezeichneten Kampfwertsteigerungsprogramms an. Hauptziel dieses Programms ist, die MiG-23 mit modernen russischen Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffen auszustatten. Die einfachste und billigste Variante (MiG-23-98-3) besteht darin, ein rund 20 Kilogramm schweres Zusatzgerät im Saphir-23-Radar zu installieren, das es erlaubt, moderne Raketen wie die R-27R, R-27T oder R-77 bis zur maximalen Erfassungsreichweite von 50 Kilometern einzusetzen. Durch das FRC genannte Gerät wird die Luft-Boden-Kampffähigkeit nicht gesteigert. Eine kostspieligere Variante ist der Ersatz des alten Saphir-23-Radars durch ein modernes Puls-Doppler-Radargerät der Typen Moskit-23 oder Moskit-21K. Die Umrüstvariante mit Moskit-23 heißt MiG-23-98-1, die mit Moskit-21K MiG-23-98-2. Das Radargerät Moskit-23 ist eine Weiterentwicklung des in der MiG-21-93 verwendeten Kopjo-Radars, das seinerseits auf dem RPLK-29 der MiG-29 basiert. Im Gegensatz zum bisherigen Saphir-23 verfügt es über die Luftkampfmodi Track-While-Scan, Range-While-Search und Nahluftkampf sowie einen Bodensuchmodus. Im Track-While-Scan-Modus ist das Moskit-23 in der Lage, acht Luftziele gleichzeitig zu beobachten und zwei von ihnen simultan zu bekämpfen. Nach Angaben der Firma Fasotron ist es für einen Luftgegner unmöglich, sich vor dem Moskit-23 im Erdhintergrund (ground clutter) zu verstecken. Das Moskit-23. sei in der Lage, selbst in Bodennähe im Schwebeflug verharrende Hubschrauber zu erfassen und zu verfolgen. Es ermöglicht eine Auffassungsentfernung von 90 Kilometern und einen Suchwinkel im Track-While-Scan-Modus von 60 Grad. Es ist in der Lage, alle Luft-Luft-Raketen von der R-27 bis zur R-77 und auch ältere Raketen der Typen R-23R und R-24R zu steuern. MiG-23B-98: Modernisierungsvariante als Jagdbomber MiG-23UB-99: Trainerversion, auf der Modernisierungsvariante MiG-23-98 basierend

Militärische Nutzer Offizielle Nutzer mini|MiG-23UB der Luftstreitkräfte der Tschechischen Republik im Juli 1997

MiG-23BN/UB im Einsatz ab 1984

: 32 MiG-23MF/ML/UB

: 8 BN/8 MS/4 UB : 44 BN/16 ML/6 UB

: 36 MiG-23BN, 12 MiG-23MF, 1 MiG-23ML, 8 MiG-23MLA, 16 MiG-23MLAE-2, 5 MiG-23MLD und 11 MiG-23UB : 11 MiG-23UB, 12 MiG-23MF, 22 MiG-23BN, 32 MiG-23ML, 13 Verluste, 1 MiG-23S zur technischen Schulung am Boden. Eingesetzt beim JG-9 und JBG-37. : Im Oktober 1990 wurden 18 MiG-23BN, 12 MiG-23MF, 28 MiG-23ML und einige MiG-23UB von der DDR übernommen. Je eine MF/ML/BN wurden bei der WTD 61 getestet, neun ML und eine BN gingen zur Feinddarstellung in die USA, eine BN an Großbritannien. Der Rest wurde an Museen verkauft oder verschrottet. : 2 MiG-23MLAE-2Bulgaria. deagel.com. Abgerufen am 28. Januar 2011. : 95 MiG-23BN/40 MiG-23MF/19 UB rian.ru, 3. Juni 2009. Abgerufen am 28. Januar 2011. bharat-rakshak.com. Abgerufen am 28. Januar 2011. : 93 BN/>18 MS/18 MF/54 ML/>4 UB : 9 vom Irak : 1 MLAE-2 : MiG-23BN/UB : 1 ML : 2 Kampftrainer MiG-23UB : 23 BN/14 MF/14 MLA/10 UB : 48 BN/? MS/48 MLAE-2/40 UB : 2 MLA (Luftstreitkräfte): 68 ML/12 UB : 36 MiG-23MF + 6 MiG-23UB : 37 MiG-23MF + 10 MiG-23UB.

: 3 MS/1 UBНАИБОЛЕЕ РАСПРОСТРАНЕННЫЕ МОДЕЛИ БОЕВЫХ САМОЛЕТОВ (Translation: The Most common models of combat aircraft) (russisch). commi.narod.ru. Abgerufen am 28. Januar 2011.

; 1 MiG-23UB als Trainer für die MiG-27-Flotte : 10 MS/2 UB : 70 BN/80 MS/20 MF/50 MLAE/25 UB

: 32 MiG-23BN/13 MF/16 ML/8 UB

: 2 MS

: 12 MiG-23MF u. 5 MiG-23UB : 31 : 10 BN/12 ML/6 MS : 1 BN : 2 BN/2 MS/2 UB

Inoffizielle Nutzer : China erhielt einige Exemplare von Ägypten für Tests.