Scream – Schrei! ist ein US-amerikanischer Horrorfilm des Regisseurs Wes Craven aus dem Jahr 1996. In der Schweiz erschien er unter dem Titel Scream – Schrei des Todes. Scream zog als Auftakt der Scream-Filmreihe sechs Fortsetzungen und eine gleichnamige Serie nach sich und etablierte mit Ghostface eine der populärsten Filmfiguren der Horrorfilmgeschichte.

Handlung Die Schülerin Casey Becker bereitet einen Videoabend mit ihrem Freund vor, als das Telefon klingelt und ein unbekannter Mann sich meldet. Aus dem anfangs freundlichen Gespräch entwickelt sich schnell tödlicher Ernst. Der Anrufer will ein „Frage-und-Antwort-Spiel“ zum Thema Horrorfilme spielen und droht damit, Caseys auf der Terrasse gefesselten Freund umzubringen, sollte sie das Spiel verlieren. Nachdem es so gekommen ist, macht der mit einer weißen Geistermaske getarnte Killer Jagd auf Casey, die zuerst aus dem Haus flüchten kann, schließlich aber eingeholt und erstochen wird. Als Caseys Eltern nach Hause kommen, entdecken sie an einem Baum vor der Haustür ihre ausgeweidete Leiche.

Die Einwohner von Caseys Heimatort Woodsboro sind schockiert, denn vor einem Jahr geschah bereits ein ähnlicher Mord. Damals wurde die Mutter von Sidney Prescott, Maureen Prescott, vergewaltigt und ermordet aufgefunden. Die Klatschspaltenreporterin Gale Weathers, die ein erfolgreiches Buch über diesen Mord geschrieben hat, hält den dafür zum Tode verurteilten Cotton Weary für unschuldig und hofft nun, beide Morde aufklären zu können.

Sidneys Vater ist über das Wochenende für eine Tagung verreist, sodass diese bei der Familie ihrer besten Freundin Tatum übernachtet. Kurz bevor sie allerdings von Tatum zu Hause abgeholt wird, meldet sich der Unbekannte bei ihr. Zunächst hält sie den Anruf für den Scherz eines Freundes, bis der Killer sie bedroht und kurz darauf in ihrem Haus attackiert. Sidney kann sich in ihr Zimmer flüchten und die Polizei rufen, als plötzlich ihr Freund Billy an ihrem Fenster erscheint. Da er sofort nach dem Verschwinden des Mörders auftaucht und ihm ein Handy aus der Tasche fällt (ein zu damaliger Zeit recht unüblicher Gegenstand), vermutet Sidney, dass er der Killer ist. Billy wird daraufhin in Untersuchungshaft genommen, nach kurzer Zeit aber wieder freigelassen, weil er laut Anrufliste der Telefonbetreiber nicht angerufen hat – dafür trifft das auf Sidneys Vater zu, der nie auf seiner Tagung angekommen ist und seitdem als vermisst gilt.

Zu Sidneys Leidwesen ruft der Killer sie am selben Abend bei Tatum erneut an. Hinzu kommt noch das aufdringliche Verhalten von Gale, die mit allen Mitteln versucht, ein Interview mit Sidney zu bekommen. Auch in der Schule wird Sidney teilweise angefeindet und als Lügnerin dargestellt. Nachdem Sidney dem Mörder auf der Mädchentoilette der Schule begegnet ist, wird kurz darauf der Schuldirektor in seinem Büro mit mehreren Messerstichen getötet. Randy, ein guter Freund von Sidney und „Horrorfilm-Experte“, äußert gegenüber Tatums Freund Stu seinen Verdacht, dass Billy der Mörder sein müsse, während Stu hingegen Sidneys Vater verdächtigt.

Wegen der wachsenden Bedrohung durch den Killer wird eine Ausgangssperre verhängt, und die Schule fällt bis auf Weiteres aus. Die Teenager halten sich allerdings nicht daran und veranstalten eine Party bei Stu. Tatums Bruder Dewey, der in der Stadt als Polizist arbeitet, soll die Party im Auge behalten. Ebenfalls zugegen ist Gale mit ihrem Kameramann Kenny, um im Falle einer weiteren Attacke des Mörders sofort berichten zu können. Es gelingt ihr, in Stus Wohnzimmer eine versteckte Kamera zu platzieren, um das Geschehen im Haus zu beobachten. Die Jugendlichen trinken allerdings nur Alkohol und schauen sich gemeinsam Horrorfilme an.

Als Tatum von Stu losgeschickt wird, um Bier zu holen, erwartet der Mörder sie in der Garage. Tatum denkt zuerst, einer der Teenager habe sich spaßeshalber verkleidet, bis der Killer sie mit dem Messer angreift und verletzt. Tatum zeigt sich wehrhaft und versucht, durch die Katzenklappe im Garagentor zu entkommen. Sie bleibt jedoch stecken, und der Mörder fährt das Tor hoch, sodass Tatum eingeklemmt wird und stirbt. Auf der Party im Haus bekommt niemand etwas davon mit. Einige Leute gehen bereits, als Billy auftaucht und mit Sidney sprechen möchte. Sie begeben sich ins Schlafzimmer von Stus Eltern, wo Billy Verständnis für Sidney zeigt, während diese sich Billy öffnen möchte. Anschließend schlafen die beiden zum ersten Mal miteinander. Als im Wohnzimmer die Nachricht des ermordeten Schuldirektors eintrifft, machen sich fast alle auf den Weg zum Tatort, sodass nur Randy zurückbleibt.

Währenddessen macht Dewey in der Umgebung des Hauses in Begleitung von Gale einen Rundgang. Durch Zufall stoßen beide in einem Straßengraben auf das verlassene Auto von Sidneys Vater, was Dewey dem örtlichen Sheriff meldet. Sidney und Billy machen sich gerade fertig, wieder zu den anderen hinunterzugehen, als der Killer ins Zimmer stürmt und auf Billy einsticht. Er bricht blutüberströmt zusammen, und Sidney wird vom Mörder durch das Haus gejagt. Sie flüchtet in eine Dachkammer, wo sie aus dem Fenster klettert und vor der Garage auf einem überdeckten Motorboot landet. Hier entdeckt sie Tatums Leiche im Garagentor. Sie läuft zu Gales Ü-Wagen, wo Kenny das Geschehen im Haus beobachtet. Dass die Übertragung verzögert ist, wird Kenny zum Verhängnis, denn der Killer lauert längst am Wagen und schneidet dem Kameramann die Kehle durch. Sidney flieht aus dem Wagen ins Gelände.

Dewey bittet Gale, den Sheriff zu verständigen, während er einen Erkundungsgang durch Stus Haus macht. Zur gleichen Zeit findet Gale Kennys Leiche im blutüberströmten Ü-Wagen und fährt voller Panik weg vom Haus, als Sidney auf der Straße um Hilfe schreiend auftaucht. Gale verreißt das Lenkrad und landet im Straßengraben, wo der Wagen gegen einen Baum aufschlägt. Sidney kehrt zum Haus zurück, wo sie Dewey in der Tür erblickt, der mit einem Messer im Rücken zusammenbricht. Hinter ihm taucht der Killer auf, woraufhin Sidney sich in Deweys Polizeiauto rettet und fliehen will. Allerdings besitzt der Mörder die Schlüssel und dringt in das Auto ein. Sidney entkommt wieder nur knapp und kann mit Deweys Pistole ins Haus fliehen. Dabei schließt sie Randy und Stu aus, die gleichzeitig angelaufen kommen und sich gegenseitig beschuldigen, der Killer zu sein.

Plötzlich kommt der scheinbar verletzte Billy die Treppe hinunter und bittet Sidney, ihm die Pistole zu geben. Er lässt Randy herein und schießt ihm kurz darauf in die Brust. Sidney ist schockiert und will durch die Küche fliehen, wo sie von Stu aufgehalten wird. Nun offenbaren Billy und Stu ihr, dass sie alle Morde gemeinsam geplant und abwechselnd ausgeführt haben sowie ein Jahr zuvor auch ihre Mutter ermordet und die Tat deren Liebhaber Weary angehängt haben. Als Motiv gibt Billy an, ein Psychopath zu sein und schwer unter dem Verlassen durch seine eigene Mutter gelitten zu haben, die sich von seinem Vater getrennt habe, als dieser ein Verhältnis mit Sidneys Mutter angefangen habe. Nun wollen die beiden Sidneys Vater, den sie zuvor entführt und gefangen gehalten haben, töten und ihm alle Taten anhängen, um als einzige Überlebende der Mordserie berühmt zu werden. Um dafür überzeugend zu wirken, fügen sie sich gegenseitig Stichverletzungen zu.

Als die beiden – nun selbst blutend und verletzt – ihren Plan mit dem Mord an Sidney und ihrem Vater vollenden wollen, betritt Gale, die sich aus dem Wrack retten und die Pistole an sich bringen konnte, die Küche. Sie wird allerdings von Billy überwältigt, nachdem sie die Waffe nicht entsichert hatte. Kurz bevor Billy sie erschießen kann, stellt Stu fest, dass Sidney mit ihrem Vater geflüchtet ist. Billy rastet aus und sucht nach ihnen. In einem unachtsamen Moment gelingt es Sidney, Billy mit einem Regenschirm in die Brust zu stechen und ihm die Pistole wegzunehmen. Im nächsten Moment stürzt sich Stu auf sie. Im Kampf mit ihm schafft es Sidney, den Fernseher auf Stu zu werfen, woraufhin dieser an den Stromschlägen stirbt. Als Sidney erschöpft neben Billy kniet, kommt dieser wieder zu sich und versucht erneut, sie zu töten. Er kann durch einen Schuss von Gale ausgeschaltet werden, die inzwischen wieder zu sich gekommen ist. Auch Randy kann sich nach dem Schuss wieder aufrichten. In einem letzten Atemzug öffnet Billy schreiend die Augen, worauf Sidney ihn mit einem Kopfschuss tötet. Der Film endet mit einem Fernsehbericht von Gale über die Blutnacht.

Produktion Drehbuch Scream wurde unter dem vorläufigen Arbeitstitel Scary Movie von dem damals noch unbekannten Kevin Williamson geschrieben. Inspiriert von einem Fernsehbericht über den Gainesville Ripper schrieb er das Drehbuch in nur drei Tagen.

Williamson war zum damaligen Zeitpunkt in Geldnot und hoffte, das Buch schnell verkaufen zu können. Tatsächlich gab es mehrere Bieter, die den Preis enorm in die Höhe trieben. Am Ende blieben auf der einen Seite Bob Weinstein, der durch die Produzenten Cathy Konrad und Cary Woods auf das Buch aufmerksam gemacht worden war, und Dan Halsted und Oliver Stone auf der anderen Seite als Bieter übrig. Kevin Williamson entschloss sich, ein Gebot über 400.000 US-Dollar von Weinstein anzunehmen, da er annahm, dass Weinstein das Buch auch tatsächlich und zeitnah verfilmen lassen würde.

Stab und Besetzung Nachdem Bob Weinstein das Drehbuch erworben hatte, wurde umgehend mit den Vorbereitungen der Verfilmung begonnen.

Als Regisseur wünschten sich die Verantwortlichen bei Dimension Films Wes Craven, doch dieser zeigte sich zunächst nicht interessiert. Man sprach daraufhin George A. Romero und Sam Raimi an, die jedoch ebenfalls nicht zur Verfügung standen.

In der Zwischenzeit begann bereits das Casting der Schauspieler und man konnte Drew Barrymore für die Hauptrolle verpflichten. Bob Weinstein von Miramax versuchte nun abermals, Wes Craven vom Projekt zu überzeugen, indem er von Barrymores Verpflichtung berichtete. Craven zeigte sich beeindruckt, war aber immer noch nicht dazu bereit, die Regie zu übernehmen. Craven sah sich in der Vergangenheit zu sehr auf die Regie von Horrorfilmen festgelegt und wollte eigentlich andere Projekte in Angriff nehmen. Dann traf er einen etwa 12-jährigen Fan, der ihn fragte, wann er denn mal wieder einen richtigen Film mache. Da wurde Craven klar, dass er wieder einen echten Horrorfilm drehen wollte, und fragte Weinstein, ob der Job noch zu vergeben wäre, woraufhin man ihn unter Vertrag nahm.

Etwa fünf bis sechs Wochen vor Drehbeginn gab Drew Barrymore die Hauptrolle unerwartet ab. Sie bot stattdessen an, die Rolle der Casey Becker zu spielen. Wes Craven dachte daraufhin darüber nach, das Projekt wieder zu verlassen. In einem Gespräch überzeugte Barrymore Craven jedoch von ihrer Idee. Da das Publikum Barrymore in der Hauptrolle erwarten würde, wäre der frühe Filmtod der von ihr dargestellten Figur eine bereits nach wenigen Minuten eintretende dramaturgisch völlig unerwartete Wendung.

Das Filmteam akzeptierte Barrymores Wunsch und besetzte sie für die Rolle der Casey Becker. Dadurch musste aber auch die Hauptrolle der Sidney Prescott neu besetzt werden. Mehrere Schauspielerinnen machten Probeaufnahmen, darunter Alicia Witt und Brittany Murphy. Reese Witherspoon machte keine Probeaufnahmen, wurde aber von den Produzenten in Betracht gezogen. Besetzt wurde die Rolle letztlich mit der gerade durch die Fernsehserie Party of Five bekannt gewordenen Neve Campbell, nachdem sie mehrere Probeaufnahmen für den Film absolviert hatte.

Als Sidneys Freund Billy Loomis wurde Skeet Ulrich unter Vertrag genommen, auch weil er die Produzenten sehr an den jungen Johnny Depp aus dem Film Nightmare erinnerte. Der Name Loomis stammt von Michael Myers’ Psychiater aus dem Film Halloween.

Sidneys beste Freundin Tatum Riley wurde mit Rose McGowan besetzt. In Betracht gekommen waren für die Rolle u. a. Rebecca Gayheart und Melinda Clarke.