mini|Lichtenfels, die Korbstadt mini|Lichtenfels von Westen Lichtenfels ist die Kreisstadt des Landkreises Lichtenfels im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken und ein Mittelzentrum. Sie gehört zur Metropolregion Nürnberg. Die am Oberlauf des Mains gelegene Stadt ist aufgrund ihrer langjährigen Tradition des Korbmacherhandwerks als Deutsche Korbstadt bekannt.

Geografie Geografische Lage Lichtenfels liegt in Oberfranken im Obermainland bzw. Obermaintal zwischen Bamberg und Coburg im sogenannten Gottesgarten am Obermain (mit dem Kloster Banz und der Basilika Vierzehnheiligen).

Nördlich des Zentrums durchfließt der Main das Stadtgebiet.

* Entfernungen sind gerundete Kilometer bis zum Ortszentrum.

Stadtgliederung

Die Stadtgemeinde gliedert sich in 23 Stadtteile und hat insgesamt 35 Gemeindeteile: Gemeindeteil Ortstyp Einwohner StandStadt Lichtenfels - Aktuelle Einwohnerzahlen - Berichtsmonat Juni 2025 Eingemeindung Lichtenfels Hauptort 11297 Bohnberg Einöde zu Roth Buch am Forst Pfarrdorf 545 Burgberg Dorf zu Lichtenfels Degendorf Dorf 27 Eichig Dorf 81 Friesenhof Einöde zu Mistelfeld Gnellenroth Weiler 20Stadt Lichtenfels – Gnellenroth Hammer Weiler 8Stadt Lichtenfels – Hammer Heinach Einöde zu Weingarten Isling Pfarrdorf 404 Karolinenhöhe Einöde zu Trieb Klosterlangheim Kirchdorf 361 Kösten Dorf 547 Köttel Dorf 81 Krappenroth Dorf 47 Lahm b.Lichtenfels Dorf 108 Mistelfeld Kirchdorf 857 Mönchkröttendorf Dorf 122 Nassanger Einöde zu Trieb Oberlangheim Kirchdorf 234 Oberwallenstadt Dorf zu Lichtenfels Reundorf Kirchdorf 721 Roth Dorf 457 Rothmannsthal Kirchdorf 131 Schney Pfarrdorf 2262 Schönsreuth Dorf 153 Seehof Weiler 24Stadt Lichtenfels – Seehof Seubelsdorf Dorf 1094 Stetten Dorf 177 Stöcken Weiler zu Schney Tiefenroth Dorf 82 Trieb Kirchdorf 562 Unterwallenstadt Kirchdorf zu Lichtenfels Weingarten Dorf 89

Es gibt die Gemarkungen Buch a.Forst, Burgberg, Forst Buch a.Forst, Isling, Kösten, Köttel, Lahm b.Lichtenfels, Langheim, Lichtenfels, Mistelfeld, Mönchkröttendorf, Oberlangheim, Oberwallenstadt, Reundorf, Roth, Rothmannsthal, Schney, Seubelsdorf, Stetten, Trieb, Weingarten.

Geschichte Archäologischen Grabungen zufolge gab es Lichtenfels schon im Frühmittelalter, also bereits seit dem 7./8. Jahrhundert. 1142 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1231 gilt das von Otto VIII., Herzog von Meranien verliehene Stadtrecht.

Nach dem Erlöschen der Meranier im Jahre 1248 fiel Lichtenfels an das Hochstift Bamberg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Mit diesem wurde das Amt Lichtenfels während der Säkularisation im Jahre 1802 in das Kurfürstentum und spätere Königreich Bayern einverleibt.

Zu den Ministerialengeschlechtern der Region zählten die Herren von Lichtenfels, die stammes- und wappenverwandt mit anderen benachbarten Familien waren.

Die Lichtenfelser werden spöttisch „Tümpelschöpfer“ (gesprochen: Dümblschöbfä) genannt. Diesen Namen erhielten sie nach dem Dreißigjährigen Krieg, als sie den in einem See (Tümpel) versenkten Stadtschatz durch Ausschöpfen des Gewässers zurückholen wollten, dies jedoch nicht schafften, da das Grundwasser zu schnell nachfloss.

1840 lebten in Lichtenfels 1902 Personen.Thomas Gunzelmann: Die Kulturlandschaft um 1840. In: Günther Dippold: Im oberen Maintal auf dem Jura an Rodach und Itz, Selbstverlag der Kreissparkasse Lichtenfels, Lichtenfels 1990, S. 75 In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die letzten neun verbliebenen Lichtenfelser Juden am 24. April 1942 mit der Eisenbahn in Richtung des Vernichtungslagers Sobibor deportiert, wo sie in Gaskammern ermordet wurden.„Verhindern, dass sich diese Verbrechen wiederholen“ in: Nordbayerischer Kurier vom 3. November 2023, S. 20.

Im Zweiten Weltkrieg, am 23. Februar 1945, war Lichtenfels im Rahmen der Operation Clarion Ziel eines Angriffs der 8. US-Luftflotte. 13 schwere viermotorige Bomber des Typs B-17 „Flying Fortress“ warfen 39 Tonnen Bombenlast auf die Stadt, das Bahnbetriebswerk wurde dabei zerstört. Am 12. April 1945 wurde Lichtenfels von der US-Armee eingenommen; in den Nächten vom 13. auf den 14. und vom 15. auf den 16. April warfen daraufhin Flugzeuge der deutschen Luftwaffe Brandbomben über der Stadt ab.

Eingemeindungen Am 1. Oktober 1929 wurde die Gemeinde Burgberg eingegliedert. Am 1. April 1959 wurde die Gemeinde Oberwallenstadt mit den Orten Oberwallenstadt, UnterwallenstadtStadt Lichtenfels – www.lichtenfels.de – Unterwallenstadt und Krappenroth eingegliedert. Ein Teil der Gemeinde Weingarten, die Orte Weingarten und Heinach, kam am 1. Juli 1972 hinzu. Am 1. Januar 1974 kam Mistelfeld hinzu. Klosterlangheim folgte am 1. Juli 1974, Kösten, Mönchkrottendorf und Stetten am 1. Januar 1975. Isling, Köttel, Lahm bei Lichtenfels, Oberlangheim, Roth, Trieb und die durch Ausgliederung aus der Gemeinde Arnstein im Jahr 1864 gebildete Gemeinde Rothmannsthal sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Buch am Forst wurden am 1. Januar 1978 eingegliedert. Ebenfalls am 1. Januar 1978 wurde das gemeindefreie Gebiet Forst Buch am Forst eingegliedert (Fläche am 1. Oktober 1966: 943,30 Hektar). Mit der Eingliederung von Reundorf, Schney und Seubelsdorf wurde am 1. Mai 1978 die Reihe der Eingemeindungen im Wesentlichen abgeschlossen. Am 1. Januar 1989 wurde ein unbewohntes größeres Waldgebiet eingegliedert, der größte Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Langheim, 1489,57 von insgesamt 1526,68 Hektar.RABl Nr. 17 v. 28. Dezember 1988

Infolge der Eingemeindung von zahlreichen, z. T. zerstreut liegenden, kleinen Ortschaften ist die Stadt heute mit ca. 122 km² flächengrößer als einige bayerische Großstädte wie Erlangen, Fürth, Würzburg oder Regensburg.

Einwohnerstatistik Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl minimal von 20.252 auf 20.133 um 119 bzw. um 0,6 %. Am 31. Dezember 2002 hatte Lichtenfels mit 22.558 die höchste Einwohnerzahl der vorherigen 30 Jahre.1. ISEK Bericht - Stadt Lichtenfels, S. 14

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 54,2 % der Einwohner römisch-katholisch, 30,3 % evangelisch und 15,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Stadt Lichtenfels Religion, Zensus 2011 Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Anfang April 2025 hatte Lichtenfels 20.408 Einwohner, davon 42,9 % Katholiken, 23,8 % Protestanten und 33,2 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Einwohnerzahlen Statistik, abgerufen am 10. Mai 2025

Politik Stadtrat Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:Stadtratswahl 2020, Stadt Lichtenfels, Amtliches Endergebnis, abgerufen am 30. Mai 2020 Partei / Liste Stimmenanteil Sitze G/V SPD 28,5 % 8 − 1 CSU 26,5 % 8 − 1 Grüne 12,1 % 4 + 1 AfD 4,6 % 1 + 1 FW/FB (Freie Wähler – Freie Bürger Lichtenfels) 10,0 % 3 − 1 JB (Junge Bürger) 9,5 % 3 ± 0 WLJ (Wählervereinigung Leuchsental-Jura) 8,8 % 3 + 1 Gesamt 100 % 30 Wahlbeteiligung: 57,9 % G/V = Veränderung gegenüber der vorigen Zusammensetzung

Außerdem gehört dem Stadtrat der Erste Bürgermeister an.

Bürgermeister seit 2014: Andreas Hügerich (SPD) 2002–2014: Bianca Fischer (parteilos, nominiert von CSU und Junge Bürger (JB)) 1991–2002: Winfred Bogdahn (SPD) 1959–1991: Günther Hauptmann (CSU) 1958: Otto Betz (CSU) 1951–1958: Johann Unrein (bis 1952 CSU, dann Freie Wählergruppe) 1945–1951: Julian Wittmann (CSU) 1945: Baptist Hofmann 1938–1945: Wilhelm Krautheim (NSDAP) 1930–1938: Josef Ullenberger 1928–1930: Norbert Schier 1912–1928: Andreas Mahr (liberal) 1870–1912: Adam Wenglein (liberal)

Wappen

Städtepartnerschaften Prestwick, Schottland (seit 1974) Vandalia (Ohio), Vereinigte Staaten (seit 1975) Cournon-d’Auvergne, Frankreich (seit 1992) Ariccia, Italien (seit 2004)

Außerdem besteht eine Städtefreundschaft mit Bad Bergzabern und dem Berliner Bezirk Reinickendorf.

Patenschaften 1978 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Gemeinde Altendorf im Landkreis Bärn und 1986 aus der Marktgemeinde Deutsch Hause im Landkreis Sternberg übernommen.

Regionale Bedeutung Lichtenfels ist ein Mittelzentrum und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises mit zugehörigem Landratsamt. Die Stadt ist Sitz eines Amtsgerichts, des Finanzamts, einer Zweigstelle der Bundesagentur für Arbeit und einer Polizeiinspektion. Das Klinikum des Landkreises befindet sich in Lichtenfels. 2012 wurde ein neues Einkaufszentrum im Norden der Stadt eröffnet.

Öffentliche Einrichtungen mini|Rathaus Die Stadt Lichtenfels, zum Teil auch in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Lichtenfels, und die Stadtwerke Lichtenfels betreiben mehrere öffentliche Einrichtungen. Die wichtigsten sind: das Jugendzentrum das Stadtmuseum (mit wechselnden Ausstellungen zur Stadtgeschichte und -entwicklung) die ehemalige Synagoge (kulturelle Begegnungsstätte und Ort für Veranstaltungen und Ausstellungen) zwei Bäder, das Freizeitbad Merania und ein Flussbad am Main ein Campingplatz das Stadtschloss, das für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen genutzt wird zwei Parkhäuser eine öffentliche Bücherei im Rathaus die Stadthalle (überregionaler Veranstaltungsort für Konzerte und Veranstaltungen) eine Langlaufloipe im Winter eine Dienststelle des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Verkehrskarte aus dem Jahr 1912 mit Lichtenfels Wirtschaft Korbhandel mini|Der größte Präsentkorb der Welt in Lichtenfels Lichtenfels wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum des Korbhandels. Korbmacher aus der Umgebung im Oberen Maintal brachten ihre Produkte zu Händlern in Lichtenfels, die diese im Groß- und Einzelhandel verkauften. Führender Unternehmer war der Korbhändler Joseph Krauss. 1904 wurde eine Korbfachschule eröffnet, an der ab 1912 auch Flechtkurse für Frauen stattfanden, da Körbe sehr häufig in Heimarbeit von der ganzen Familie hergestellt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg legte sich Lichtenfels den Titel Deutsche Korbstadt zu. Da die Korbmacherei in Deutschland in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg praktisch ausstarb, widmen sich die verbliebenen Korbhändler heute ausschließlich dem Import von Flechterzeugnissen.

Ansässige Unternehmen Die Stadt mit ihren rund 20.000 Einwohnern weist eine überdurchschnittliche Beschäftigungsquote auf, die vor allem auf den Erfolg der zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen zurückzuführen ist. Traditionell sind mehrere Betriebe aus den Bereichen Polstermöbel und der damit verbundenen Zulieferindustrie wie z. B. Holzverarbeitung und Schaumstoffherstellung in Lichtenfels angesiedelt. Aber auch Unternehmen aus den Bereichen Maschinen-, Werkzeug- und Modellbau sowie der kunststoffverarbeitenden Industrie sind anzutreffen. Als sehr innovations- und exportfreudig hervorgetan hat sich der Bereich des Werkzeug-/Modellbaus (Hofmann Innovation Group GmbH) und ein in diesem Bereich agierendes Unternehmen, das Maschinen für das selektive Laserschmelzen baut und entwickelt (Concept Laser GmbH).Uwe Ritzer: Die dritte Dimension. Ausgerechnet im strukturschwachen Oberfranken errichtet der US-Konzern General Electric ein globales Kompetenzzentrum in Sachen 3-D-Druck. Mithilfe eines pfiffigen Unternehmers und eines schnellen Bürgermeisters. In: Süddeutsche Zeitung vom 12. Mai 2017, S. 19. Auch die Speditionsbranche ist durch ein großes, international agierendes Unternehmen vertreten.

Die wichtigsten Unternehmen sind: Panzer & Kraus GmbH & Co. KG (Entsorgungsfachbetrieb) Unternehmensgruppe Hofmann Innovation Group GmbH (Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH, Modellbau Robert Hofmann GmbH, Concept Laser GmbH) Komfort und Wohnen (Himolla-Gruppe) (Polstermöbel) Veenendaal Schaumstoffwerke M+S Piano-Express GmbH (ehemals Kraus & Pabst GmbH), (internationale Spedition) InnoTech Sondermaschinen und Vorrichtungen GmbH Schmolke (Möbelcenter) Horst Müller Kunststoffe GmbH