mini|Kollegiengebäude der Universität mini|Kollegiengebäude der Universität Die Staatliche Universität Sankt Petersburg () ist eine staatliche Universität in Sankt Petersburg und eine der ältesten, größten und renommiertesten Universitäten Russlands.

Geschichte Die Staatliche Universität Sankt Petersburg war die erste Universität und höhere wissenschaftliche Bildungsanstalt im Russischen Reich. Sie wurde gleichzeitig mit der Sankt Petersburger Akademie der Wissenschaften auf Erlass Peters I. am gegründet. Gottfried Wilhelm Leibniz hatte dem Zaren die Entwürfe geliefert.

Anfangs stellte sich die Universität als reine Forschungseinrichtung der Akademie der Wissenschaften dar. Seit 1726 fanden an der Universität öffentliche Vorlesungen statt. In der Zeit von 1803 bis 1819 existierte die Universität formell nicht, da die seinerzeit an die Universität gekoppelte Akademie der Wissenschaften sich auflöste. Jedoch existierte weiterhin das Pädagogische Institut, welches in der Folgezeit die Basis zur Gründung der jetzigen Universität bildete.

Der Status einer Hochschule und heutige Rang als Universität wurde auf Vorschlag des Ministers der geistlichen Angelegenheiten und der Aufklärung, Fürst Alexander Nikolajewitsch Golizyn, durch Zar Alexander I. erst am verliehen, als dieser Status dem Pädagogischen Institut verliehen wurde. Zu den drei Gründungsfakultäten der Universität gehörten die philosophisch-juristische, die historisch-philologische und die physikalisch-mathematische Fakultät. 1854 kam die Fakultät der östlichen Sprachen hinzu.

Zu verschiedenen Zeiten, auch bedingt durch wechselnde politische Einflüsse, trug die Universität verschiedene Bezeichnungen, wie Universität Petersburg, Universität Petrograd, Staatliche Universität „A. A. Schdanow“ Leningrad (1948 bis 1989) und Universität von Sankt Petersburg. Die Universität ist zum Teil in einer Reihe von aus dem frühen 18. Jahrhundert stammenden Gebäuden, den zwölf Kollegien, am Flussufer der Newa auf der Wassiljewski-Insel untergebracht, einige Fakultäten befinden sich in neu erbauten Gebäuden im Petersburger Vorort Peterhof.

Fakultäten Heute beherbergt die Universität 24 Fakultäten, hierzu gehören die biologische Fakultät, die orientalistische Fakultät, die geologische Fakultät, die journalistische Fakultät, die historische Fakultät, die Fakultät der Psychologie, die Fakultät der Mathematik und Mechanik, Fakultät der Informatik, die physikalische Fakultät, die chemische Fakultät, die Fakultät der Wirtschaftswissenschaften, die Fakultät der Rechtswissenschaften und die soziologische Fakultät.

Absolventen mini|Wladimir Putin (links) und sein Nachfolger im Amt des russischen Präsidenten, Dmitri Medwedew, studierten beide in Sankt Petersburg Bedeutende Absolventen der Universität sind u. a.: Salomon Mandelkern (1846–1902), russisch-jüdischer Dichter, Übersetzer, Lexikograf, Rabbiner und Schriftsteller Leo Bagrow (1881–1957), russischer Kartographie-Historiker Wilhelm Barthold (1869–1930), russischer Historiker und Turkologe Kazimieras Būga (1879–1924), litauischer Sprachwissenschaftler Pawel Durow (* 1984), Unternehmer und Gründer von vk.com Jelena Bonner (1923–2011), russische Politikerin Wera Boroditsch (1905–1978), russische bzw.sowjetische Sprachwissenschaftlerin und Hochschullehrerin Igor Diakonow (1915–1999), russischer Sprachwissenschaftler Wassili Dokutschajew (1846–1903), russischer Geologe Iwane Dschawachischwili (1876–1940), georgischer Historiker Alexander Dymschitz (1910–1975), sowjetischer Literaturwissenschaftler Boris Eichenbaum (1886–1959), russischer Literaturwissenschaftler Wladimir Fock (1898–1974), russischer Physiker Andrei Fursenko (* 1949), russischer Politiker George Gamow (1904–1968), russischer Physiker Nikolai Gogol (1809–1852), russischer Schriftsteller Dalia Grybauskaitė (* 1956), litauische Staatspräsidentin Lew Gumiljow (1912–1992), sowjetischer Historiker Wiktor Hambardsumjan (1908–1996), armenischer Astrophysiker Dmitri Iwanowski (1864–1920), russischer Virologe Kerstin Kaiser (* 1960), deutsche Politikerin Leonid Kantorowitsch (1912–1986), sowjetischer Ökonom, Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften (1975) Wladimir Peter Köppen (1846–1940), deutscher Geograph, Meteorologe, Klimatologe und Botaniker Qanatê Kurdo (1909–1985), kurdischer Sprachwissenschaftler Lew Landau (1908–1968), russischer Physiker, Nobelpreis für Physik (1962) Wladimir Lenin (1870–1924), sowjetischer Politiker Wassily Leontief (1905–1999), russischer Wirtschaftswissenschaftler Dmitri Lichatschow (1906–1999), russischer Philologe Michail Lomonossow (1711–1765), russischer Dichter Alexandr Ljapunow (1857–1918), russischer Mathematiker und Physiker Mahammad Maharramov (1895–1982), aserbaidschanischer Politiker Juri Matijassewitsch (* 1947), russischer Mathematiker und Informatiker Dmitri Medwedew (* 1965), russischer Politiker Dmitri Mendelejew (1834–1907), russischer Chemiker Nikolos Muschelischwili (1891–1976), georgischer Mathematiker Grigori Perelman (* 1966), russischer Mathematiker Wladimir Putin (* 1952), russischer Politiker Nicholas Roerich (1874–1947), russischer Maler, Schriftsteller, Archäologe, Wissenschaftler, Reisender und Philosoph Sergei Alexandrowitsch Sawjalow (* 1958), russischer Dichter und Essayist Kirill Schamalow (1982), russischer Geschäftsmann, der Ex-Ehemann von Katerina Tichonowa und der Ex-Schwiegersohn des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nikolai Semjonow (1896–1986), russischer Physikochemiker, Nobelpreis für Chemie (1956) Fjodor Schtscherbatskoi (1866–1942), russischer Indologe Igor Setschin (* 1960), russischer Politiker und Manager Sergei Sobolew (1908–1989), russischer Mathematiker Igor Strawinski (1882–1971), russischer Komponist Władysław Takliński (1875–1940), polnischer Physiker Ilia Tschawtschawadse (1837–1907), georgischer Dichter und Journalist Sergei Winogradski (1856–1953), russischer Mikrobiologe Wladimir Wernadski (1863–1945), russischer Geologe Michail Wrubel (1856–1910), russischer Maler

Studenten Michail Stukowenkow (1842–1897), Mediziner und Hochschullehrer Radaslau Astrouski (1887–1976), belarussischer Politiker und Aktivist

Kooperation Die Staatliche Universität Sankt Petersburg hat folgende Partneruniversitäten Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland Universität Tartu, Estland Technische Universität Dortmund, Deutschland Technische Universität Clausthal, Deutschland Universität Greifswald, Deutschland Universität Hamburg, Deutschlanduni hh. Berichte Meinungen aus der Universität Hamburg. Nr. 34, November 1974. Universität Paderborn, Deutschland Universität Passau, Deutschland Universität Potsdam, Deutschland Leibniz Universität Hannover, Deutschland Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Deutschland Universität Pierre Mendès-France Grenoble II, Frankreich Ching Yun University, Taiwan Universität Groningen, Niederlande Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Weblinks

Homepage der Universität Sankt Petersburg (russisch, englisch)

Einzelnachweise

Universitat

Petersburg Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1724 Kategorie:Kulturdenkmal (Sankt Petersburg)