mini|Ortsansicht von Osten mini|Modell des Marktes, wie er sich 1730 präsentierte mini|Marktplatz heutzutage mini|Marktplatz 7: In diesem Hause empfing Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1765 Bittsteller mini|Pfarrkirche in Sachsenburg

Sachsenburg ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Geographie Die Gemeinde liegt am Ausgang des oberen Drautals aufs Lurnfeld. Nordwestlich von Sachsenburg befindet sich die Kreuzeckgruppe und südöstlich das Goldeck.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Sachsenburg mit den zwei Katastralgemeinden Sachsenburg und Obergottesfeld besteht aus fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Nachbargemeinden

Geschichte Das Gebiet um Sachsenburg war schon zur römischen Zeit strategisch wichtig. Um 1200 wurden am Festungsberg zwei Burgen errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1213. Eine mögliche Deutung für den Ortsnamen beruht darauf, Sachsen- auf Sache im Sinne von Rechtssache zurückzuführen, sodass Sachsenburg die Burg, an der das Gericht sitzt bedeuten könnte. Eine erste Ansiedlung von Händlern und Gewerbeleuten entstand vermutlich im frühen 13. Jahrhundert an der Gabelung von Drau- und Mölltal. Für 1292 ist hier der Sitz eines salzburgisch-erzbischöflichen Amtes nachgewiesen und ab 1326 wird Sachsenburg als Markt bezeichnet, der 1358 auch schon ummauert war.

Im Haus am Marktplatz Nummer 7 empfing Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1765 Bittsteller aus der reichsunmittelbaren Umgebung.

Im März 1848 riefen Josef Klaus und Gottlieb Supersperg mit der Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ im Zuge der Märzrevolution die Republik Sachsenburg aus. Nach einem Monat setzte eine Kompanie Soldaten der Republik Sachsenburg ein Ende. Während dieser Zeit wurden Postkutschen an der Durchfahrt gehindert und die Bürger von Sachsenburg verweigerten die Steuerzahlungen.

1850 konstituierte sich die Marktgemeinde Sachsenburg, der vorübergehend von 1865 bis 1889 auch die Ortsgemeinde Pusarnitz angeschlossen war. Bei der Gemeindereform 1973 wurden Pusarnitz, Möllbrücke und ein Großteil des Gemeindegebiets von Sachsenburg zur neuen Marktgemeinde Lurnfeld vereinigt. Nach einer Volksbefragung im Jahr 1992 verselbständigte sich Sachsenburg jedoch wieder.

Bevölkerung Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Sachsenburg 1.438 Einwohner, davon waren 92,1 % österreichische, 2,9 % türkische und 1,8 % bosnische Staatsbürger. 83,1 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 8,5 % zur evangelischen Kirche, 5,9 % zum Islam. 1,2 % waren ohne religiöses Bekenntnis.Statistische Angaben laut Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001 der Statistik Austria

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Befestigungsanlage Sachsenburg Pfarrkirche hl. Magaretha in Sachsenburg Kalvarienberg Sachsenburg mit Heiliggrabkapelle Filialkirche hl. Ruprecht in Obergottesfeld

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Betriebsanzahl und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)1441 461728 19Produktion1414 9557346 165Dienstleistung5943 33237154 98 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Verkehr

Eisenbahn: Sachsenburg liegt an der Drautalbahn mit stündlicher Schnellbahnverbindung nach Lienz und Spittal an der Drau. Der Bahnhof Möllbrücke Sachsenburg liegt außerhalb des Gemeindegebietes. Straße: Die wichtigste Straßenverbindung ist die Drautal Straße B100. Sie verläuft von Villach über Spittal nach Lienz und weiter nach Italien. Rad: Durch Sachsenburg führt der Drauradweg.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Sachsenburg hat 15 Mitglieder.

Mit der Gemeinderatswahl 2015 hatte er folgende Zusammensetzung: 7 Aktionsgemeinschaft Marktgemeinde Sachsenburg (AG), 5 SPÖ, 3 ÖVP Seit der Gemeinderatswahl 2021 hatte er folgende Zusammensetzung: 8 Aktionsgemeinschaft Marktgemeinde Sachsenburg (AG), 5 SPÖ, 2 ÖVP

Die Aktionsgemeinschaft Markt Sachsenburg (AG) ist eine Namensliste. Direkt gewählter Bürgermeister ist Wilfried Pichler (AG).

Wappen Die Führung eines Siegels ist ab Mitte des 16. Jahrhunderts erschlossen und auf einem Schriftstück vom 17. April 1742 nachgewiesen.Das Sachsenburger Siegel weist formale Ähnlichkeiten mit dem Feldkirchener Marktsiegel auf, so dass man auf eine Wappenverleihung durch Erzbischof Ernst (reg. 1540–1554) schließt. Es zeigt eine Saxe oder Multer, ein längliches Holzgerät, das zum Goldwaschen verwendet wurde, was auf die im Mittelalter in Oberkärnten (hier speziell im Siflitzgraben) gängige Goldwäscherei und den möglicherweise daraus abgeleiteten Ortsnamen anspielt.

In einer ersten Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde 1973 waren auch durch die Saxe getrennte Mineralien eingezeichnet und blasoniert, was bei der Neuverleihung nach der Wiederverselbständigung der Gemeinde wegfiel. Die Blasonierung des Wappens in der Verleihungsurkunde vom 3. Oktober 1995 lautet: „In Blau schrägrechts eine goldene Saxe.“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 238 Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Gemeindepartnerschaften Spilimbergo, Italien Sachsenburg in Sachsen, Deutschland

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Michael von Kuenburg (1514–1560), Erzbischof von Salzburg Carl Pichler (1821–1893), Opernsänger Raimund Pierl (1846–1923), Oberbaurat und Politiker Anton Supersperg (1883–1970), Politiker (VdU) Oskar Moser (1914–1996), Volkskundler und Hochschullehrer

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Anton Supersberg (1847–1921), Gutsbesitzer und Politiker Nikolaus Teichert (* 1958), Pokerspieler

Literatur

Weblinks

Marktgemeinde Sachsenburg

Einzelnachweise

Kategorie:Ort an der Drau Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Gemeindegründung 1992