Das Nordseeheilbad Spiekeroog ist eine der ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer. Die Insel liegt zwischen Langeoog und Wangerooge und hat eine Fläche von 18,25 Quadratkilometern. Die geringste Entfernung zum Festland beträgt 5,7 Kilometer. Die Gemeinde Spiekeroog gehört zum Landkreis Wittmund. Sie ist die nördlichste Gemeinde dieses Landkreises und damit auch Ostfrieslands.
Die Düneninsel ist autofrei und über eine Fährverbindung mit dem Sielhafen Neuharlingersiel verbunden. Spiekeroog hat als einzige der sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln keinen Flugplatz. Im Hafenbereich ist ein Landeplatz für Hubschrauber nach den üblichen Standards eingerichtet. Für das Radfahren gibt es Einschränkungen. Auf Spiekeroog leben ständig knapp 850 Einwohner, zentraler Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus.
Die Herkunft des Namens Spiekeroog, urkundlich erstmals 1398 als Spickeroch erwähnt, ist umstritten.
Geografie mini|297px|Luftaufnahme der Insel Spiekeroog von Westen aus mini|297px|Lage von Spiekeroog innerhalb der Ostfriesischen Inseln mini|Braundünen. Auf den mittlerweile versauerten Böden überzieht die Krähenbeere in großen dunkelgrünen Teppichen die Nordhänge der Dünen. mini|Die Ostplate Spiekeroog ist eine der Ostfriesischen Inseln und liegt im 2780 Quadratkilometer großen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Bei diesen Inseln handelt es sich nicht wie bei den Nordfriesischen Inseln um Reste einer von Sturmfluten abgetragenen Küstenlandschaft. Stattdessen bildeten sich die Ostfriesischen Inseln aus vom Wind angewehten Sandbänken vor etwa 5000 Jahren. Aufgrund der Gezeitenströmungen sowie der starken vorherrschenden Westwinde wandern die Inseln permanent von Nordwest nach Südost. Dies führte dazu, dass praktisch alle Inseldörfer, einstmals in der Inselmitte angelegt, heute jeweils am Westrand der Inseln zu finden sind. Erst durch die Befestigungen der Inselküsten (Küstenschutz) Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese Wanderung eingedämmt.
Vor etwa 300 Jahren war die Insel Spiekeroog noch deutlich kleiner. Durch die Verschmelzung mit den Inseln Lütjeoog und Oldeoog sowie das Eindeichen und Trockenlegen der Harlebucht erhielt sie die heutige Größe und Form.
Anstieg des Meeresspiegels Große Teile Spiekeroogs liegen nur wenige Meter über Normalhöhennull. Dadurch ist die Insel vom weltweiten Anstieg des Meeresspiegels infolge der globalen Erwärmung langfristig bedroht.Britt-Marie Lakämper: Klimawandel: Diese deutschen Städte werden im Meer versinken. Berliner Morgenpost, 14. Oktober 2021, abgerufen am 7. April 2023. Bisher war kein signifikanter Anstieg des Wasserstands zu erkennen; erwartet wird er ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Das Land Niedersachsen richtet seine Küstenschutzstrategie im Nordseebereich darauf aus, dass der Meeresspiegel laut dem IPCC-Bericht des Weltklimarats von 2019 bis zum Jahr 2100 um 60 bis 110 cm steigen wird. In der Folge ist eine erosionsbedingte Gefährdung von Stränden und Vorstränden zu erwarten, was sich negativ auf den Tourismus auf der Insel auswirken würde.Niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels 2021. Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (pdf, 11,5 MB) Zum Schutz soll die Umsetzung des 2010 erstellten „Generalplans Küstenschutz - Ostfriesische Inseln“ des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beitragen.Generalplan Küstenschutz - Ostfriesische Inseln. NWKLN vom Mai 2010 (pdf, 3,8 MB) 2023 gab der niedersächsische Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer bekannt, dass das Land Niedersachsen und der Bund die Zuschüsse für den Insel- und Küstenschutz erhöhen. Im Fokus der Anstrengungen ständen der Deichbau auf Spiekeroog und an der ostfriesischen Küste.Niedersachsen will Insel- und Küstenschutz verbessern bei ndr.de vom 27. April 2023
Schutz der Insel vor Sturmfluten mini|Küstenschutz im Westen Spiekeroogs. Links im Bild erkennt man eine Buhne, davor eine Lahnung, in der Mitte die Hessenwand mit Sandfangzäunen auf ihrer Oberseite, rechts beginnt der aufgespülte Sandkörper vor dem Campingplatz. Die Dünen im Nordwesten, Norden, Osten und Südosten der Insel sind ein über 10,6 Kilometer langerPressemitteilung des NLWKN vom 14. August 2018, auch mit Plan des Inselschutzes im Bereich der Hermann-Lietz-Schule, abgerufen am 21. Juli 2025. natürlicher Schutz der Insel vor Sturmfluten mit besonders hoch auflaufendem Hochwasser. Sie werden durch das Land Niedersachsen, den NLWKN, unterhalten. Dies geschieht durch Einstecken von Reisig zum Sandfangen, Anpflanzen von Strandhafer sowie durch Ausbringen von getrocknetem pflanzlichen Belag auf unbewachsenen Bereichen zur Vermeidung von Sandverwehungen durch den Seewind. Nach Sandabbrüchen im seeseitigen Bereich der Dünen durch Wellenschlag bei hoch auflaufendem Wasser bei Sturmfluten wird neuer Sand an den Schadstellen aufgespült und mit den vorstehend geschilderten Methoden gesichert. Zusätzlich zu dem Schutz der Insel durch die Dünenkette gibt es im Westen und Nordwesten der Insel 14 Buhnen, gemauerte Deckwerke, die Hessenwand aus den 1880er Jahren, und die sog. „Schuhmacherwand“ aus den 1930er Jahren. Letztere beide sollten das Risiko senken, dass die Insel im Westteil durchbrochen wird.
Bei der Sturmflut 1962 wurde ein Teil des Dorfes, auch der Bahnhof, überschwemmt. Das Wasser kam vom Watt her von Osten durch das Friederikental und von Westen über die niedrigen Flächen in den Ort. Der dorfnahe 1,6 Kilometer lange Süddeich, der Hauptdeich zum Wattenmeer, wurde daher in den 1970er Jahren neu gebaut und die Lücken im Osten und Westen zwischen Deich und Dünen geschlossen. In der Nähe des früheren Bahnhofs lässt ein Tor im Deich den Verkehr der Pferdebahn zu. Das Tor ist im Winter verschlossen. Auf der Innenseite des Süddeiches baute der Landesbetrieb in den 2010er Jahren einen Deichverteidigungsweg, der auch als Ortsumgehung für Gütertransporte zur Entlastung des inneren Dorfes dient.
Der Bereich der Hermann-Lietz-Schule östlich des Dorfes war in den 1930er Jahren durch mit Grassoden bedeckte Sanddämme aus Material, das vor Ort gewonnen wurde, geschützt. Die geringe Höhe dieser Deiche, die fehlende Abdeckung mit Klei und die zu steilen Böschungen machten eine Neukonzeption des Schutzes in diesem Bereich nötig. Die Deiche wurden in den 2010er Jahren neu profiliert, auf bis sieben Meter erhöht und zusätzlich ergänzt. 2018 begann der NLWKN im Bereich nordöstlich der Hermann-Lietz-Schule angesichts zu schmaler und zu niedriger Schutzdünen auf einer Länge von 400 Metern mit einer Verbreiterung und Erhöhung dieser Dünen. Um die neue Düne naturnah zu gestalten, sind unterschiedliche Höhen und Böschungsschrägen vorgesehen. Damit soll eine typische Dünenstruktur nachgebildet werden. Nach einer Bedeckung mit Heu, das die Verwehung des Sandes verhindern soll, ist im Herbst und Winter 2018 das Anpflanzen von Strandhafer zur Bindung des Sandes, zur Regenerierung und Einbindung in die umgebende Dünenlandschaft vorgesehen. Zur Schonung des Brutgeschehens der Seevögel ist der Beginn der Arbeiten auf einen Zeitpunkt nach der Brutphase gelegt worden. Der Sand kann alten niedrigen Deichen südlich der Hermann-Lietz-Schule entnommen werden. Diese Deiche sind entbehrlich, durch ihr Entfernen entstehen neue Salzwiesen. Das Vorhaben wird auch genutzt, um nicht standortgerechte Kartoffelrosen-Flächen zu entfernen und Dünenbereiche zu reinigen. Die erforderlichen etwa 350.000 Euro werden aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes finanziert.
Sturmfluten an der Nordseeküste führen zu wesentlich höheren Wasserständen bei Hochwasser. Dies bewirkt zusammen mit dem durch den Sturm verursachten stärkeren Wellenschlag eine extreme Beanspruchung des Inselschutzsystems aus Dünen, Sandaufspülungen und Deichen. Im 21. Jahrhundert gab es an der deutschen Nordseeküste sehr schwere Sturmfluten am 1. November 2006 (Allerheiligenflut 2006), 9. November 2007 (Orkan Tilo) und am 5./6. Dezember 2013 (Orkan Xaver), von denen auch Spiekeroog betroffen war. Die Dezember-Sturmflut 2013 brachte für Spiekeroog einen Wasserstand von 271 Zentimetern über dem durchschnittlichen Hochwasser.Pressemitteilung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vom 6. Dezember 2013
Besonderer Schutz im Zeltplatzbereich mini|Sturmflutschäden am aufgespülten Verschleißkörper zum Schutz des Zeltplatzes (Zustand Ende Oktober 2017) Immer neue erhebliche Abbrüche der Dünen im Bereich des Zeltplatzes in den 2000er Jahren haben dazu geführt, dass die Dünen zu mehr als zwei Dritteln weggespült wurden. Sandaufspülungen, das Auftragen von sandgefüllten Bigbags sowie das Einstecken von Reisigmaterial zum Sandfang und Bepflanzen des erhaltenen Dünenrestes soll die Dünen erhalten und stabilisieren. Zusätzlich werden Dünen neu geschaffen, die zu ihrer Stabilisierung mit Strandhafer bepflanzt werden, weil diese Pflanze besonders tiefe Wurzeln bildet.Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz: Küstenschutz für Spiekeroog – Dünenverstärkung, Hermann-Lietz-Schule, Deichverteidigungweg Süddeich. Norden (o. J., ca. 2011) Nach weiteren Abbrüchen der Dünen im nordwestlichen Bereich der Insel vor dem Zeltplatz besteht die Gefahr, dass es bei einer Sturmflut an dieser Stelle zu einem Durchbruch und damit einer Zweiteilung der Insel kommt. Daher wurden 2017 etwa 80.000 Kubikmeter Sand vor dem Zeltplatz fast auf dessen ganzer Länge aufgespült und als Dünen modelliert. Damit sollten die vorhandenen Restdünen im oberen Bereich um etwa 15 Meter verbreitert und der Dünenkörper im Ganzen verstärkt werden. des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), abgerufen am 7. Juni 2017.Strandaufspülung und Dünenverstärkung vor den Zeltplatzdünen. Information des NLWKN, Norden 2017, Abruf am 4. September 2025 Bei einem Sturmtief am 8. Januar 2019 mit Windgeschwindigkeiten von 117 km/h erreichte das Mittagshochwasser einen Stand von 1,81 m über dem mittleren Tidehochwasser. Dies führte im Bereich des Zeltplatzes zu erheblichen Sandabbrüchen bei dem 2017 aufgeschütteten Dünen, die als Verschleißkörper geplant waren. Die Abbruchkante erreichte eine Höhe von 1,50 m, im Bereich der westlich gelegenen Hessenwand war sie doppelt so hoch.Spiekerooger Inselbote Nr. 1/2019 vom 26. Januar 2019, S. 1, 3.
Im Sommer 2023 hat das Land Niedersachsen auf 400 Metern mit einer erneuten Sandaufspülung vor dem Zeltplatz die dortigen Dünen verstärkt. Zum Schutz der dort brütenden Uferschwalben wurde die Maßnahme erst Ende August und damit später als ursprünglich geplant durchgeführt, da auf das Ausfliegen der Nachbrut gewartet wurde.Information auf Spiekeroog.de, Abruf am 17. Juni 2023
Flächennutzung + Flächennutzung 2009 Nutzung Hektar Gebäude- und Freifläche 46 davon Wohnfläche 23 davon Gewerbe- und Industriefläche 1 Betriebsfläche 1 Erholungsfläche 12 davon Grünanlage 3 Verkehrsfläche 20 davon Straße, Weg, Platz 12 Landwirtschaftsfläche 320 Wasserfläche 13 Waldfläche 13 Flächen anderer Nutzung 1400 davon Unland 1400 Gesamtfläche 1825 mini|Spiekeroog von Osten aus der Luft gesehen