Dieser Artikel beschreibt die Gegenspieler (Antagonisten) des Comichelden Batman in dessen Universum.
Die Widersacher Batmans lassen sich in drei Kategorien einteilen: Die häufigsten Schurken waren geisteskranke Kriminelle; des Weiteren gab es zahlreiche konventionelle Widersacher, wie etwa Straßenschläger, Jugendbanden, Drogenschieber oder Mafiosi. Abseits davon existiert eine Reihe irrealer Figuren wie außerirdische Welteroberer oder extradimensionale Zauberwesen, die in der Serie aber seltener geworden sind.
Gegner Batmans im Laufe der Jahrzehnte 1930–1950 In den frühesten Batman-Geschichten der 1930er und 1940er Jahre bekam es der Held häufig mit verrückten Wissenschaftlern und Gangstern zu tun, die an die Mobster der Prohibitionszeit erinnerten. Frühe wiederkehrende Gegenspieler waren beispielsweise Doctor Death und Professor Hugo Strange. Die Schurken der 1940er Jahre waren vor allem durch die Abenteuer von Dick Tracy inspiriert, der es mit grotesk entstellten Bösewichten zu tun hatte. In Batman #1 von 1940 wurden gleich zwei bis heute sehr bekannte Gegenspieler des Helden eingeführt: der Joker als Batmans ewiger Erzfeind und Catwoman, eine ambivalente Figur, die Heldin und Schurkin zugleich ist. In den frühen 1940er Jahren folgten der Pinguin, Clayface, Two-Face und die Vogelscheuche (Scarecrow). In den späten 1940ern gesellte sich der verrückte Hutmacher (Mad Hatter) hinzu. Ein häufiges Motiv dieser Zeit ließ die Gegenspieler themenbasiert auftreten, so war der Joker auf das Thema Humor, Clowns und Spielzeug fixiert, während für Two-Face die Zahl zwei bei seinen Verbrechen eine große Rolle spielte. Der Mad Hatter hingegen war von Hüten, Gedankenkontrolle und dem Buch Alice im Wunderland besessen.
1950–1960 In den 1950er Jahren, der Zeit des nuklearen Wettrüstens und des Sputnikschocks, wurde Batman oft mit Science-Fiction-Gegnern konfrontiert. So bekam er es in dieser Ära oft mit Robotern und Außerirdischen zu tun. Allerdings hatte in den frühen 50ern mit Deadshot einer der düstersten Batman-Schurken sein Debüt.
1960–1970 In den 1960er Jahren, als die Batman-Fernsehserie mit Adam West in der Titelrolle ausgestrahlt wurde, stellten sich dem Helden meist grelle Scherzfiguren entgegen, wie etwa Mr. Freeze, Kite-Man, Signal-Man, Calendar Man und einige andere „-Man“-Figuren. Weitere Charaktere dieser Ära waren die boshafte Botanikerin Poison Ivy und ein neuer, mit Superkräften ausgestatteter Clayface.
1970–1980 Die 1970er Jahre brachten eine Rückbesinnung auf die Ursprünge der Batman-Figur im Crime Noir. Dementsprechend traf der Held auf neue Gegner, die durch Horror- und Kriminalgeschichten inspiriert waren. So debütierten zu der Zeit Figuren wie der tragische Man-Bat, das Produkt eines fehlgeschlagenen wissenschaftlichen Selbstversuchs, und ein mörderischer neuer, dritter Clayface. Ra’s al Ghul, der Anfang der 1970er eingeführt wurde, war der erste wirklich mächtige Batman-Gegenspieler und der Anführer eines weit vernetzten, kriminellen Imperiums. Die Neuartigkeit al Ghuls zeigte sich auch darin, dass er als erster Schurke die Geheimidentität des Helden lüften konnte. Das amerikanische Trauma des Vietnamkrieges fand sich in Figuren wie dem Brandstifter Firebug und dem bizarren Ten-Eyed-Man wieder. Soziale Problematik fand durch Black Spider Einzug, den ersten schwarzen Batman-Widersacher, einen Drogensüchtigen, der brutale Selbstjustiz übte.
1980–1990 In den 1980er Jahren wurden düstere und erschreckende Schurken eingeführt, wie der Krokodil-Mensch Killer Croc, der verstümmelte Ex-KGB-Agent KGBeast, der sadistische Mafioso Black Mask, der Kannibale Cornelius Stirk und der schizophrene Bauchredner Arnold Wesker. Daneben wurden viele alte Widersacher wie der Joker oder Two-Face weiter zugespitzt. Ersterer tötete sogar Batmans Assistenten Robin in einem grausamen Zweikampf (Batman #427, 1988).
1990–2000 Der düstere Trend der 1980er Jahre setzte sich in den frühen 1990er Jahren mit dem Serienkiller Victor Zsasz und dem Terroristen Bane fort. Die humoristische Seite der Schurkengalerie verkörperten in dieser Zeit vor allem Figuren wie Harley Quinn.
Seit 2000 Im neuen Jahrtausend stehen dem Helden vor allen Dingen manipulative Genies gegenüber, die aus mehr oder weniger überzeugenden Gründen einen Groll gegen ihn hegen, wie sein Jugendfreund Tommy Elliott (Hush), der Killer David Cain und der wiederauferstandene zweite Robin, Jason Todd. Trotz vieler neuer Schurken gibt es auch sehr viele Schurkenklassiker wie den Joker, Two-Face, Scarecrow und Catwoman.
Abattoir Siehe Eintrag „Abattoir“ im Artikel Azrael (Comicserie).
Amygdala Siehe Eintrag „Aaron Helzinger“ im Artikel Nightwing.
Anthony Lupus Anthony Lupus ist ein Zehnkämpfer, der die Fähigkeit besitzt, sich in einen Werwolf zu verwandeln. Die Figur trat erstmals in Batman #255 auf.
In der Batman-Zeichentrickserie von Bruce Timm und Paul Dini trägt die Figur den Namen Anthony Romulus.
Anthony Zucco Anthony Zucco (auch Tony Zucco) ist ein Mobster, der erstmals in Detective Comics #38 vom April 1940 (Autor: Bill Finger, Zeichner: Bob Kane, James Dale Robinson) unter dem Namen Boss Zucco auftaucht. Er ist wahrscheinlich nach dem in den 1930er und 1940er Jahren populären Hollywood-Schauspieler George Zucco benannt, der vor allem Schurken und Finsterlinge spielte.
Zucco versucht, den in Gotham City gastierenden Haley-Zirkus um Schutzgeld zu erpressen. Als der Zirkusdirektor sich weigert, auf Zuccos Forderung einzugehen, sabotiert der die Schwingschaukeln in der Kuppel des Zirkuszelts, was zum Tod des Akrobaten-Ehepaares Mary und John Grayson führt. Bruce Wayne, der in seiner Kindheit den Tod seiner Eltern mit ansehen musste, übernimmt die Vormundschaft für ihren Sohn Richard, der fortan als Robin zu Batmans Partner wird. Gemeinsam bringen sie Zucco zur Strecke, der in der Urversion von 1940 bei einem Fluchtversuch von einem Hochhausdach in den Tod stürzt. In späteren Version stirbt Zucco auf der Flucht an einem Herzinfarkt (Batman: Dark Victory) bzw. er wird lebend ergriffen. Sein Rang in der Unterwelt wird ebenfalls unterschiedlich dargestellt: Während er in der früheren Version der Boss einer mächtigen Bande ist, stellen ihn spätere Comics als strebsamen Emporkömmling dar.
Die Geschichte Batman: Year Three von 1988/89, die zwischen zwei Zeitebenen hin- und herspringend, erzählt die Fassung von 1940 noch einmal neu und berichtet von Zuccos vorzeitiger Haftentlassung nach nur 6 von eigentlich 55 Jahren. Nachdem Zucco unmittelbar nach seiner Freilassung von auf ihn lauernden Gangstern erschossen worden war, nehmen Batman und der inzwischen erwachsene Richard „Dick“ Grayson die Vergangenheit des Kriminellen genauer unter die Lupe. Dabei stoßen sie auf ein umfangreiches Dossier mit belastendem Beweismaterial gegen zahlreiche Gothamer Bandenchefs.
Im Fernsehen trat Zucco als Schurke in den Zeichentrickserien Batman: The Animated Series (US-Synchronstimme: Thomas F. Wilson) und The Batman (US-Synchronstimme: Mark Hamill) auf. Die Kerngeschichte über die Schutzgelderpressung und den Tod des Ehepaars Grayson bleibt dabei erhalten. In der ersten Serie ist Zucco ein ehrgeiziger Handlanger seines Onkels, dem Mob-Boss Arnold Stromwell, der ihn für sein ungeschicktes Vorgehen beim Haley-Zirkus verstößt. In der anderen Serie wird er als ehemaliger Messerwerfer dargestellt, der mit anderen Artisten den konkurrierenden Haley-Zirkus aufs Korn nimmt.
Im Film Batman Forever verschmilzt die Figur von Zucco mit der von Harvey Two-Face. In dem Film wird dargestellt, dass Two-Face den Zirkus als Geisel nimmt, um Batman zu erpressen, damit er endlich seine Maske fallen lässt. Um zu zeigen, dass es ihm ernst ist, hängt er in der Luft eine Bombe auf, deren Fernzünder er hat. Die Artisten Grayson wollen zur Bombe hochklettern und sie entschärfen. Doch als Two-Face den Plan der Artisten durchschaut, fängt er an, auf sie zu schießen. Nur der Junge Richard genannt Dick wird nicht getroffen. So gelingt es ihm, die Bombe an sich zu reißen und sie anschließend im Meer zu versenken. Anschließend wird Dick von Bruce Wayne adoptiert. In Waynes Villa entdeckt er die Bathöhle und überredet Batman, dass er sein neuer Partner wird. Dabei geht es Dick nicht darum, Leuten zu helfen, sondern eigentlich sich an Two-Face zu rächen. Im Film wird Batman von Val Kilmer gespielt, Robin von Chris O’Donnell und Two-Face von Tommy Lee Jones.
Baby Doll Mary Louise Dahl arbeitete in ihrer Kindheit in der beliebten TV-Serie Love that Baby. Durch eine genetische Störung wuchs ihr Körper nicht normal und sie blieb ewig ein Kind. Nach dem Ende der Show versuchte sie Arbeit für Erwachsene zu finden, doch niemand konnte etwas mit einer Kind-Schauspielerin anfangen. Der Konflikt, eine erwachsene Frau in einem Mädchenkörper zu sein, trieb Mary Dahl in den Wahnsinn. Fortan nannte sie sich selbst Baby Doll und benahm sich wieder wie das ungezogene freche Gör in der Show, allerdings nun mit „echten“ Waffen und gefährlichen Spielsachen bewaffnet, tyrannisierte sie ihre Mitmenschen und wurde von Batman jedes Mal zurück in das Arkham Asylum verfrachtet. Der Charakter wurde eigens für die animierte Serie erfunden.
Später ging sie eine kurze Allianz mit Killer Croc ein, mit dem sie sich seelisch verbunden glaubte, da er ebenfalls aufgrund seiner Erscheinung und Verhalten von der Gesellschaft verstoßen wurde. Allerdings scheiterte diese Partnerschaft wegen Crocs schlechtem Charakter.
Bane Siehe Artikel Bane (Comic)
Batzarro Batzarro ist ein lebendiges Zerrbild von Supermans Verbündetem Batman. Der Schurke debütierte in Superman #181 vom April 2002 (Autor: Jeph Loeb, Zeichner: Ed McGuiness). Die Figur basiert dabei auf einem Batman-Klon der in World’s Finest Comics #156 vom März 1966 auftrat. Batzarro ist eine Übertragung des Superman-Doppelgängers Bizarro auf die Batman-Figur. Gemeinsam mit Bizarro bildet er das Team World’s Worst, das Negativ-Pendant zum Superman/Batman-Team „World’s Finest“.
Black and White Bandit Der Black and White Bandit, alias Roscoe Chiara (eine Anspielung auf die Schwarzweiß-Maltechnik Chiaroscuro) ist ein parodistischer Schurke, der in der Reihe Batman: Gotham Knights #12, Februar 2001 (Autor und Zeichner: Dave Gibbons) auftrat. Die Figur nimmt die „themenbasierten Schurken“ der 1950er und 1960er aufs Korn, deren Verbrechen sich stets um ein mehr oder weniger absurdes Thema drehten, (wie z. B. Two-Face, dessen Taten im Zusammenhang mit der Zahl zwei standen oder Calendar-Man, dessen Verbrechen stets mit dem Kalender zusammenhingen). Chiara ist ein Maler, der durch den Kontakt mit einer neuen, ungetesteten Farbe farbenblind wurde und seither die Welt nur noch in Schwarz-Weiß sieht.
Black Mask Seinen ersten Auftritt hatte Roman Sionis, besser bekannt als Black Mask in US-Batman #386 im August 1985. Er wurde von Doug Moench und Tom Mandrake kreiert.
Roman Sionis wurde in eine der elitären Gothamer Familien geboren und war durch die elterliche Freundschaft dem jungen Bruce Wayne (Batman) bekannt. Sionis brannte das familiäre Anwesen ab und tötete auf diese Weise seine Eltern. Den derart geerbten Reichtum verprasste er und sah sich schließlich dazu gezwungen, sich mit neuen Gesichtskosmetika über Wasser halten. Alle, die es testeten, unter anderem das Modell Circe, wurden allerdings entstellt. Die bankrotte Firma Sionis wurde von Bruce Wayne gekauft, doch Sionis war der Meinung, er, Roman, hätte „sein Gesicht verloren“. Von dem Gedanken ergriffen neben dem Gesicht auch die Persönlichkeit mit einer Maske wechseln zu können, baute er sich seine schwarze Maske aus Teilen des Sarges seines Vaters, und wurde so zu Black Mask. Er ist ein Kriminelles Superhirn, ein guter Nahkämpfer und bewandert in der Anwendung verschiedener Folter-Techniken.