mini|Mariä Reinigung und Sankt Wendelin mini|hochkant|Gedenkstein für die Opfer von Hinterkaifeck auf dem Friedhof von Waidhofen
Waidhofen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen. Die Gemeinde liegt im Tal der Paar.
Geografie Lage Waidhofen liegt an der Paar in der Planungsregion Ingolstadt und befindet sich im Spargelanbaugebiet Schrobenhausen.
Auf dem Gemeindegebiet liegen die drei Gemarkungen Waidhofen, Diepoltshofen und Wangen. Die beiden letzteren waren selbstständige Gemeinden, die am 1. Oktober 1971 nach Waidhofen eingemeindet wurden.
Nachbargemeinden Aresing Brunnen Gerolsbach (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) Schrobenhausen
Gemeindegliederung Die Gemeinde Waidhofen hat 17 Gemeindeteile, die sich auf drei Gemarkungen (ehemalige Gemeinden) verteilen. Je sechs Gemeindeteile entfallen auf die Gemarkungen Diepoltshofen und Wangen, und fünf auf die Gemarkung Waidhofen:
SchlGemarkung Flächeha Einwohner1987AnzahlGemeindeteile8112Diepoltshofen 901,82 450 68111Waidhofen 584,10 1146 58110Wangen 1246,13 115 6 Gemeinde Waidhofen 2732,05 1711 17
Daten auf der Ebene der Gemeindeteile sind letztmals zur Volkszählung vom 25. Mai 1987 verfügbar:
Nr. Gemeindeteil Typ EinwohnerWohnungenWohngeb.Gemarkung001 Waidhofen Pfarrdorf 905 306 260 Waidhofen002 Altenburg Einöde 5 1 1 Diepoltshofen003 Ammersberg Einöde 9 2 2 Diepoltshofen004 Diepoltshofen Dorf 155 42 39 Diepoltshofen005 Gröbern Dorf 72 19 18 Wangen006 Haid a. Rain Einöde 9 3 2 Wangen007 Kaifeck Einöde 10 3 2 Wangen008 Laag Weiler 19 5 3 Wangen009 Mergertsmühle Einöde 5 2 2 Wangen010 Rachelsbach Dorf 183 56 48 Diepoltshofen011 Schenkenau Kirchdorf 53 23 19 Waidhofen012 Schenkengrub Einöde 8 2 2 Waidhofen013 Seelhof Einöde 3 1 1 Waidhofen014 Stadel Weiler 19 6 6 Waidhofen015 Waizenried Dorf 49 13 13 Diepoltshofen016 Wangen Dorf 160 46 45 Wangen017Westerbach Dorf 49 13 13 Diepoltshofen WaidhofenGemeinde 1711 543 476drei Gemarkungen
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die im 13. Jahrhundert erbaute Kirche wurde 1718 neu errichtet. In Waidhofen war von ca. 1530 bis 1802 der Sitz einer Thurn und Taxis’sche Poststation, die dann nach Schrobenhausen verlegt wurde. Sie war die älteste Poststation innerhalb des ehemaligen Landkreises Schrobenhausen.
Gemeindebildung Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Waidhofen mit den Teilorten Schenkenau, Schenkengrub, Seelhof und Stadel. Im Dezember 1838 wurde die Gemeinde und der Pfarrbezirk Waidhofen aus dem Landgericht Pfaffenhofen ausgegliedert und dem königlichen Landgericht Schrobenhausen einverleibt.
Morde in Hinterkaifeck Auf dem Einödhof Hinterkaifeck (damals Gemeinde Wangen) wurden 1922 alle sechs Bewohner ermordet; der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Das Gehöft wurde 1923 abgebrochen. Der Mordfall diente als Vorlage für den Kriminalroman Tannöd.
Verwaltungsgemeinschaft Seit dem 1. Mai 1978 ist Waidhofen Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen.
Eingemeindungen und Landkreisreform Am 1. Oktober 1971 wurden die Gemeinden Diepoltshofen (mit Gemeindeteilen Altenburg, Ammersberg, Rachelsbach, Waizenried und Westerbach) und Wangen (mit Gemeindeteilen Gröbern, Haid a. Rain, Kaifeck, Laag und Mergertsmühle) eingegliedert. Waidhofen und die eingegliederten Orte gehörten bis 30. Juni 1972 zum Landkreis Schrobenhausen, der zu diesem Zeitpunkt aufgelöst wurde. Die Gemeinde wurde zum 1. Juli 1972 in den neuen Landkreis Neuburg an der Donau einbezogen, der am 1. Mai 1973 seine heutige Bezeichnung Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erhielt.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1691 auf 2282 um 591 Einwohner bzw. um 35 %.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung: Christlich-Soziale Union (CSU) 7 Sitze Freie Wähler 7 Sitze
Der Gemeinderat hat in der Amtsperiode 2020 bis 2026 weiterhin 14 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 ergab sich folgende Sitzverteilung: Christlich-Soziale Union (CSU) 6 Sitze Freie Wähler 7 Sitze Bündnis 90/Die Grünen 1 Sitz
Zusätzlich gehört der Erster Bürgermeister dem Rat qua Amt an. Josef Lechner (CSU) bekleidet dieses Amt seit Mai 1996. Zu seinem Nachfolger ab 1. Mai 2020 wurde am 15. März 2020 Josef Fuchs (CSU) mit 54,8 % (bei zwei Mitbewerbern) gewählt.
Gemeindesteuern Im Jahr 2016 betrugen die Gemeindesteuern 1.978.000 Euro, davon entfielen auf die Gewerbesteuer 420.000 Euro (netto) und auf die Einkommensteuerbeteiligung 1.277.000 Euro.
Wappen
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Maibaum Die Pfarrkirche „Mariä Reinigung“ und St. Wendelin ist ein barocker Saalbau von 1718; der Turm ist noch gotisch. Bemerkenswert sind die 1719 geschaffenen Stuckaturen. Die Maria gewidmeten Fresken schuf der in Innsbruck geborene Maler Melchior Steidl († 4. August 1727 in München). Szenen aus dem Leben des heiligen Wendelin sind in den Deckengemälden zu finden. Waidhofen hat „eine der vorzüglichsten Stuckkanzeln in Altbayern“.Katholische Sonntagszeitung des Bistums Augsburg vom 4. März 2018 Erhalten sind auch einige spätgotische Bildnisse, so insbesondere die Figur des „wunderbarlichen Viehpatrons und Nothelfers“ St. Wendelin (rege Wallfahrt im 18. Jahrhundert). Gut zu sehen ist die Pfarrkirche von der Dorfinsel, die über eine Brücke zugänglich ist.
Baudenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Landwirtschaft Vom Gemeindegebiet sind 1622 Hektar (59,4 %) landwirtschaftlich und 747 Hektar (27,3 %) forstwirtschaftlich genutzt (Flächenerhebung 31. Dezember 2016). Im Jahr 2010 gab es 47 landwirtschaftliche Betriebe.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Am 30. Juni 2016 gab es 336 Arbeitsplätze in Waidhofen. Von den Einwohnern der Gemeinde standen 1010 in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, so dass die Zahl der Auspendler um 674 höher war als die Zahl der Einpendler. 20 Einwohner waren arbeitslos.
Bildung und Freizeit Es gibt folgende Einrichtungen: Kindergarten St. Franziskus mit 90 Plätzen und 82 betreuten Kindern; davon waren neun Kinder unter drei Jahre alt (Stand 1. März 2018) Grundschule Waidhofen mit sechs Lehrkräften und 102 Schülern (Schuljahr 2019/2020)
Vereine in Waidhofen Der Sportverein SV Waidhofen bietet neben Fußball, Turnen und Gymnastik auch eine Anlage für Stockschützen.
Der Schützenverein „Paartal“ Waidhofen hat im Jahr 2006 sein Vereinsheim mit 16 Schießständen eingeweiht. Momentan nimmt er mit drei Mannschaften beim Rundenwettkampf und mit sieben Schülermannschaften bei der Nachwuchsrunde des Sportschützengaus Schrobenhausen teil. Der Verein wurde 1972 gegründet. Er ist Mitglied des Bayerischen Sportschützen Bundes (BSSB) und gehört dem vorgenannten Sportschützengau an.
Die Paartaler Dirndl und Burschn pflegen das bayrische Brauchtum und Traditionen. Derzeitige Projekte sind das Aufstellen des Waidhofener Maibaums, Aufbau einer Volkstanz- und Blasmusikabteilung und historische Trachtenforschung und -entwicklung. Zur Stärkung der Dorfgemeinschaft veranstalten die Paartaler Dirndl & Burschn im Auftrag der Gemeinde ein traditionelles Maifest. Gegründet wurden sie am 1. Mai 2012. Seither wurde mehrfach der 1. Platz im Maibaumwettbewerb für den schönsten Maibaum in der Region belegt.
Der Tennisclub Waidhofen bietet eine Anlage mit vier Tennisplätzen sowie ein neueröffnetes Clubheim.
Die Faschingsgesellschaft Paartal Au Waidhofen ist für die sogenannte 5. Jahreszeit verantwortlich.
Weitere Vereine sind unter anderem: Dorfgemeinschaften Rachelsbach und Wangen Freiwillige Feuerwehren Waidhofen, Wangen Gartenbauverein Soldaten- und Kriegerverein Theatergruppe Faschingsgesellschaft Paartal Waidhofen e. V. (mit der Rock-’n’-Roll-Gruppe „Hot and Crazy“)
Verkehr Waidhofen liegt an der Bundesstraße 300 (Augsburg–Regensburg).
Persönlichkeiten Jakob Knab (* 1951), Autor und Studiendirektor, wurde in Waidhofen geboren. Ferdinand Schmidt-Modrow (1985–2020), Schauspieler, ist im Ort aufgewachsen.
Weblinks
Homepage von Waidhofen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Kategorie:Ort in der Hallertau Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)