Wien Flagge Wappen 130px|rand|Stadt- und Landesflagge 90px|Stadt- und Landeswappen Basisdaten Staat: Land: Wien Hauptstadt: Wien Amtssprache: Deutsch ISO 3166-2: AT-9 UN/LOCODE: AT VIE Kürzel, Kfz-Kennzeichen: W Gemeindekennzahl: 90001Anm.: Wien ist die einzige Gemeinde in Österreich, deren Gemeindekennzahl (GKZ, auch Polit. Gemeinde-Nr.) nicht mit dem Gemeindecode (GCD, auch Gemeindeschlüssel) ident ist. Der GCD beinhaltet als weitere Unterteilung die Bezirksnummern. Quelle: Statistik Austria, Regionale Gliederungen – Gemeinden. In: statistik.at, abgerufen am 15. September 2011. Gemeindecode: 90101–92301 Postleitzahlen: 1010–1423, 1600,1601, 1810, 1901 Telefonvorwahl: 01 (international: +43 1) Website: www.wien.gv.at Geographie Fläche: km² ()Angaben nach Metadaten. Siehe 414,87 km² laut ; 414,871 km² laut Stadtgebiet nach Nutzungsklassen und Bezirken 2022. Stadt Wien, abgerufen am 22. Juli 2022. – davon Land: 395,77 km² (95,4 %) – davon Wasser: 19,09 km² (4,6 %)Stadtgebiet nach Nutzungsklassen und Bezirken 2022. Stadt Wien, abgerufen am 19. Juli 2022. – Rang: 9. von 9 Höchster Punkt (Hermannskogel) Tiefster Punkt (Lobau) Geographische Lage Verwaltungsgliederung Bundesland: 1 Statutarstadt Statutarstadt: 23 Gemeindebezirke,89 Katastralgemeinden Karte von Wien rahmenlos|zentriert|300px Lage Wiens in Österreich Bevölkerung Einwohner: () – Ballungsraum: 2.971.752 (2023)Bevölkerung am 1. Jänner nach Geschlecht und Altersgruppen. Statistisches Amt der Europäischen Union (Eurostat), abgerufen am 6. November 2019. – Rang: 1. von 9 Bevölkerungsdichte: Ausländeranteil: 35,4 % (1. Jänner 2024; vorläufige Angabe) Migrationshintergrund: 50,3 % (Ø 2023) Politik Bürgermeister undLandeshauptmann: Michael Ludwig (SPÖ) Amtsführende Parteien: SPÖ und NEOSSitzverteilung im Landtag und Gemeinderat Letzte Wahl: 27. April 2025 Nächste Wahl: 2030 Wirtschaft Bruttoinlandsprodukt: 124,867 Mrd. Euro (2024) BIP pro Kopf: 61.900 Euro (2024) Arbeitslosenquote: 9,4 % (2024) Sehenswürdigkeiten
Wien ( ) ist die Bundeshauptstadt der Republik Österreich und zugleich eines der neun österreichischen Bundesländer. Mit mehr als Millionen Einwohnern ist das an der Donau gelegene Wien die bevölkerungsreichste Großstadt Österreichs sowie die zweitgrößte Stadt des deutschen Sprachraums und Mitteleuropas. Sie ist die fünftgrößte Stadt der Europäischen Union, die zehntgrößte Stadt Europas und die 190. größte Stadt der Welt. Im Großraum Wien leben etwa drei Millionen Menschen – das entspricht rund einem Drittel der österreichischen Gesamtbevölkerung.
Architektonisch ist die Stadt bis heute vor allem von den Bauwerken um die Wiener Ringstraße aus der Gründerzeit, aber auch von Barock und Jugendstil (Wiener Moderne bzw. Wiener Secessionsstil) geprägt. Durch seine Rolle als kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt des Kaisertums Österreich ab 1804 wurde Wien zu einem kulturellen und politischen Zentrum Europas. Um das Jahr 1910, als Wien noch Hauptstadt der Habsburgermonarchie war, zählte die Stadt über zwei Millionen Einwohner. Das historische Zentrum von Wien sowie das Schloss Schönbrunn gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit jährlich über 8 Millionen Touristen und rund 16,5 Millionen Gästeübernachtungen zählt Wien zu den meistbesuchten Städten Europas. In: blog.euromonitor.com, 27. Jänner 2015.
Bereits beim Wiener Kongress 1814/15 spielte die Stadt eine bedeutende Rolle in der internationalen Diplomatie, die sie bis in die Gegenwart beibehalten hat. So ist Wien heute als internationaler Kongress- und Tagungsort Sitz von über 40 internationalen Organisationen, darunter das Erdölkartell OPEC, die Internationale Atomenergiebehörde IAEO und die OSZE, und zählt damit zu den Weltstädten. Das Büro der Vereinten Nationen in Wien (UNOV) beherbergt im Vienna International Centre (VIC) einen der vier Amtssitze der UNO, im Volksmund meist als UNO-City bezeichnet. Wien ist eine Großstadt mit sehr hoher Lebensqualität und hohem BIP pro Kopf, gehört im weltweiten Vergleich allerdings auch zu den teuersten Städten.
Bezeichnung Der Name der Stadt wird standarddeutsch ausgesprochen. Im bairisch-österreichischen Dialekt Ostösterreichs heißt die Stadt Wean ; diese Bezeichnung ist allerdings in der Wiener Mundart selbst, außer in speziellen Fällen wie etwa Dialektkulturveranstaltungen, kaum noch in nennenswertem Ausmaß gebräuchlich.Mauriz Schuster, Hans Schikola: Sprachlehre der Wiener Mundart. Österreichischer Bundesverlag, 1984, S. 47: „und auch Wean wird kaum mehr gebraucht, es heißt jetzt Wien“.
Etymologie Der Name Wien leitet sich vom Fluss Wien her (gemäß der häufig vorkommenden Benennung von Siedlungen nach dem dort mündenden Nebenfluss). Überliefert ist der Name erstmals 881 in den Salzburger Annalen, wo von einer Schlacht ad Uueniam (ad Weniam, „bei (der) Wenia“) berichtet wird, wobei allerdings unklar ist, ob eine Siedlung oder der Fluss gemeint ist.Peter Csendes: Das Werden Wiens – Die siedlungsgeschichtlichen Grundlagen, in: Peter Csendes, Ferdinand Opll (Hrsg.): Wien – Geschichte einer Stadt. Band 1: Von den Anfängen zur Ersten Türkenbelagerung. Böhlau, Wien 2001, , S. 55–94, , (b) S. 57, (c) S. 64. Der althochdeutsche Name Wenia, von dem sich der heutige Name herleitet, stammt von der keltoromanischen Bezeichnung *Vedunia („Waldbach“) für den Wienfluss; eine slawische Zwischenform ist denkbar, aber nicht belegt. Der Name Vindobona hingegen bezog sich auf eine römische Siedlung innerhalb des heutigen Stadtgebiets; er wird heute noch mitunter für Wien benutzt (etwa auf lateinischen Urkunden), obwohl er mit dem heutigen Namen der Stadt keine etymologische Verwandtschaft aufweist.
Bezeichnung der Stadt in anderen Sprachen Wien gehört zu jenen alten und international bedeutenden Städten, für die in vielen Sprachen eigene Namen existieren: Im Englischen, Italienischen, Spanischen, Rumänischen, Portugiesischen und anderen romanischen Sprachen ist Wien als Vienna oder Viena bekannt, im Französischen als Vienne, im Griechischen als (Vienni), im Niederländischen als Wenen, im Russischen als (Wjena), im Isländischen als Vín. Eine eigenständige Bildung ist das ungarische Bécs bzw. im Bosnischen, Kroatischen und Serbischen. Davon stammt auch die Form Beç aus der osmanischen Amtssprache ab (im modernen Türkisch heißt es Viyana). Die Form wird auf die ungarische Herrschaft im 9./10. Jahrhundert zurückgeführt und meist mit „am Steilhang“ übersetzt. Die eigenständige Namensbildung wird als Indiz für die geringe Bedeutung Wiens in dieser Periode gewertet. Auf Tschechisch heißt die Stadt , auf Slowakisch , auf Polnisch und auf Ukrainisch (Widen). Diese Formen stehen etymologisch in keiner Beziehung zum Bezirksnamen Wieden. Die slowenische Bezeichnung für Wien, , verweist auf die Donau (die in heutigem Slowenisch heißt).
Weitere Verwendungen der Bezeichnung Die französische Stadt Vienne ist zwar namensgleich mit der französischen Bezeichnung Wiens, ihr Name ist jedoch weitaus älter als jener Wiens. In den Vereinigten Staaten und in Kanada existieren einige Siedlungen, welche die deutsche oder englische Bezeichnung von Wien im Namen tragen. Dies ist in vielen Fällen wohl auf Auswanderer zurückzuführen, die ihre neuen Siedlungen nach ihrem Herkunftsort benannten. Wien gibt es in Missouri und Wisconsin. Vienna gibt es in Alabama, Georgia, Illinois, Indiana, Louisiana, Maine, Maryland, Michigan, Missouri, New York, North Carolina, Ohio, Ontario (Kanada), South Dakota, Texas, Virginia, West Virginia und Wisconsin. New Vienna gibt es in Iowa und Ohio. South Vienna gibt es in Ohio.
In Nordamerika wird Vienna in seltenen Fällen als weiblicher Vorname verwendet.
Geografie mini|Sentinel-2-Satellitenfoto Wiens von 2018
Lage und Landschaft Wien liegt am Ostrand der Alpen, am Übergang zum Alpenvorland im Osten, das zur Pannonischen Tiefebene leitet. Der Stadtkern erstreckt sich schon in der Ebene an der Donau, die westlichen Stadtteile im Wienerwald, der östlichsten Gebirgsgruppe der Nordalpen. Vom Wiener Stadtgebiet ist nur ein relativ kleiner Anteil verbaut. Etwa die Hälfte Wiens ist Grünland, größere Teile werden auch landwirtschaftlich genutzt.
Wien hat einen Grüngürtel, der sich über alle Außenbezirke erstreckt: Im Westen der Lainzer Tiergarten, im Nordwesten die Sophienalpe, im Norden der Schwarzenbergpark und die Ausläufer des Wienerwalds, im Nordosten Weinanbauflächen, im Osten und Süden landwirtschaftliche Flächen, im Südosten die Lobau und im Südwesten der Maurer Wald.
Wien erhebt sich von in der Lobau bis zu einer Höhe von auf dem Hermannskogel. Im Nordwesten, Westen und Südwesten Wiens reicht der Wienerwald mit seinen Höhen (darunter Leopoldsberg, Kahlenberg und Cobenzl) und Wäldern (darunter der Lainzer Tiergarten) bis ins Stadtgebiet hinein. Die Donau tritt durch die Wiener Pforte, eine Enge zwischen dem rechtsufrigen Leopoldsberg und dem linksufrigen Bisamberg, nach Wien ein. Aus dem Wienerwald fließen außerdem zahlreiche kleine Flüsse in die Stadt, der bekannteste davon ist der Wienfluss. Die Berge im Westen werden im Süden von eiszeitlichen Terrassen (Wienerberg und Laaer Berg) fortgesetzt. Dieses gesamte Gebiet wird zum Weinbau genutzt, es bildet die Weinbauregion Wien.
Der Osten der Stadt ist geprägt vom Wiener Anteil am flachen Marchfeld, das der Landwirtschaft dient, aber zunehmend verbaut wird. Im Südosten findet sich mit der Lobau der Wiener Anteil am Nationalpark Donauauen. Angesichts der (wie bei vielen europäischen Städten) vorwiegenden Westwinde befinden sich die gehobenen Wohngegenden eher am westlichen Stadtrand, wo unter anderem die Luft noch sauberer ist, während die alten Industriegebiete eher am südöstlichen Rand der Stadt liegen.
Räumliche Situation Die Entwicklung zu einer der bedeutendsten und größten Städte Mitteleuropas verdankt Wien unter anderem seiner günstigen geographischen Lage zwischen Alpenostrand und pannonischem Raum und den historischen europäischen Achsen, der Süd-Nord-Achse entlang des Alpenrands (Bernsteinstraße) und der West-Ost-Achse entlang des Alpenvorlands, sowie der Donau als Wasserweg. Wien entstand am Kreuzungspunkt dieser Verkehrsstraßen. Die historische Stadt bildete sich ausschließlich südlich der Donau: Der Strom ließ sich hier leicht durch- oder überqueren, da sich der Strom im Wiener Becken in zahlreiche Arme mit Inseln dazwischen auffächerte. Heute erstreckt sich das Stadtgebiet beiderseits des Flusses.
Die Lagegunst etwa in Bezug auf die historischen Nachbarländer – der Markgrafschaft Mähren und das Königreich Ungarn – und in Bezug auf die Routen in Richtung der Steiermark, Krain und Adriaküste trugen entscheidend dazu bei, dass sich Wien als Monarchenresidenz durchsetzte. Die slowakische Hauptstadt Bratislava (Pressburg) ist nur 55 km von Wien entfernt. Eine solche Nähe zweier Hauptstädte ist in Europa einmalig (abgesehen vom Sonderfall Vatikan/Rom). Etwa von 1840 an führte die privilegierte Lage Wiens zur Errichtung eines von der Stadt sternförmig ausstrahlenden Eisenbahnnetzes. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 wachsen die durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochenen Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen zu den nördlichen und östlichen Nachbarstaaten Österreichs wieder deutlich. Die Stadtverwaltung hat darauf mit der Beteiligung an der Europaregion Centrope reagiert.
Geologie Wien liegt am östlichen Ausläufer der Nördlichen Kalkalpen, die hier am Westrand des tertiären Wiener Beckens sowie an der vom Pleistozän bis heute im Wiener Raum landschaftsbildenden Schwemmebene der Donau in die Tiefe abtauchen. Nördlich der Stadt überspringt die Flyschzone die Donau und leitet in die Karpaten weiter. Der Untergrund der Stadt wird von verschiedenen geologischen Landschaften gebildet: Schotter und Sande der eiszeitlichen und der jetzigen Donau sowie quartäre Lockersedimente Lockergesteine, vor allem tertiäre Lockersedimente des Wiener Beckens Festgesteine der Flyschzone und der Kalkalpen im westlichen Wienerwaldgebiet