Bönen ist eine Gemeinde im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Übergangsgebiet vom Ruhrgebiet zur Soester Börde.

Geografie Lage mini|Blick vom Förderturm in Richtung Hamm

Bönen liegt südlich der Großstadt Hamm an der Autobahn A 2.

Nachbargemeinden Im Norden und Osten grenzt die kreisfreie Stadt Hamm an das Bönener Gemeindegebiet, südliche Nachbarkommune ist die Kreisstadt Unna. Westlich von Bönen liegt die Stadt Kamen.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Bönen besteht aus den sechs Ortsteilen Altenbögge-Bönen, Bramey-Lenningsen, Flierich, Nordbögge, Osterbönen und Westerbönen.

Geschichte Überblick Laut Siedlungsforscher Albert K. Hömberg war „Boine“ in der vorkarolingischen Zeit der Name für einen Altsiedelraum. Dieser wurde im 10. Jahrhundert in einzelne Bauerschaften unterteilt. In alten Urkunden wird Bönen auch „Boynen“, „Boinen“ oder „Boine“ geschrieben. Diese Schreibweise geht auf das altdeutsche Wort Bön, Bün oder Bühn zurück und drückt eine erhöhte Lage aus. Um das Jahr 1032 wurde Bönen in den Werdener Heberegistern genannt.

Bönen gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft (Boenen) im Amt Hamm zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 14 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen 2 oirt und 6 Goldgulden an Abgabe zu leisten.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark. Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 37 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Bönen). Im Jahr 1705 waren in der vergrößerten Bauerschaft 20 Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hamm im Kataster verzeichnet.Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, bearb. von Willy Timm, S. 34/35.

Der Ort bestand zunächst nur aus einer Ansammlung von Bauernhöfen, bis 1899 der Schacht 3 (zwei Jahre später Schacht 4) der Zeche Königsborn abgeteuft wurde. Es entwickelte sich eine Bergarbeitergemeinde, die in Spitzenzeiten bis zu 20.000 Einwohner hatte. Im Jahre 1981 wurde die Schachtanlage geschlossen. Seither befindet sich die Gemeinde in einem Prozess des Strukturwandels. Im Norden der Gemeinde ist ein großes Industrie- und Gewerbegebiet mit vielen neuen Arbeitsplätzen entstanden.

Eingemeindungen mini|hochkant=1.6|Bönen, Luftbild 2009

Als Konsequenz aus der zunehmenden Verzahnung der Siedlungsgebiete erfolgte am 1. April 1951 der kommunale Zusammenschluss von Bönen und Altenbögge zur Gemeinde Altenbögge-Bönen, die zum Amt Pelkum gehörte.

Im Rahmen der kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1968 wurden die Kommunen Altenbögge-Bönen, Nordbögge, Westerbönen und Osterbönen (alle bislang dem Amt Pelkum zugehörig) sowie Bramey-Lenningsen und Flierich (beide Amt Rhynern) zur neuen Gemeinde Bönen zusammengeschlossen.

Demographie Einwohnerentwicklung Datum Einwohner Frauen 2000 19.384 9.943 2003 19.014 2007 18.960 9.790 2008 18.717 9.664 2009 18.630 2012 18.023 2013 17.980 2015 18.059 9.269 2016 18.106 9.273 2019 18.604 2022 18.438

Einwohnerstatistik Nach den statistischen Daten des Demographie-, des Integrations- sowie des Sozialberichts, welche von Wegweiser-Kommune veröffentlicht wurden, ergeben sich für Bönen folgende Werte:Kommunale Berichte mit statistischen Daten (Bertelsmann Stiftung). In: wegweiser-kommune.de, abgerufen am 21. Mai 2024.

Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen: 18,9 % (Stand: 2022) Bevölkerungsanteil der mindestens 65-Jährigen: 22,9 % (Stand: 2022) Ausländeranteil: 14,5 % (Stand: 2022) Arbeitslosenanteil (im Verhältnis zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten): 8,7 % (Stand: 2022)

Religion Gemäß dem Zensus 2022 waren 35,1 % der Einwohner evangelisch, 20,9 % katholisch; und 44,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 22. November 2025 2025 lag der Anteil der evangelischen Bürger bei 32,4 %, der katholischen bei 20,4 % und der Sonstigen bei 47,2 %.laut Statistik der Gemeindeverwaltung, abgerufen am 22. November 2025

Politik Ergebnisse der Kommunalwahlen 2025 in Bönen Die Sitze im Stadtrat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2025 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien: + Ratswahl 14. September 2025 Bönen Partei Stimmen % (2025) % (2020) +/− Sitze (2025) Sitze (2020) +/− SPD 2.830 37,4 % 35,5 % +1,9 % 12 12 ±0 CDU 2.748 36,4 % 32,0 % +4,4 % 12 10 +2 Bündnis 90/Die Grünen 715 9,5 % 16,9 % −7,4 % 3 5 −2 BgB 500 6,6 % 6,2 % +0,4 % 2 2 ±0 FDP 159 2,1 % 5,1 % –3 % 1 2 −1 BA 308 4,1 % / / 1 / / GfB 300 4,0 % / / 1 / / Gültige Stimmen 7.560 96,6 % Ungültige Stimmen 268 3,4 % Stimmen Insgesamt 7.828 100 % 32 32 ±0 Wahlberechtigte Insgesamt 13.540 57,8 % 51,7 % +6,1 % + Bürgermeisterwahl 13. September 2020 Bönen Partei Kandidat Stimmen % (2020) Rotering, Stephan 4.982 69,9 % SPD Semmelmann, Thomas 2.147 30,1 % Gültige Stimmen 7.129 Ungültige Stimmen 137 Stimmen Insgesamt 7.266 Wahlberechtigte Insgesamt 14.053 51,7 %

Gemeinderat Seit 2009 setzte sich der Rat der Gemeinde wie folgt zusammen:

Partei Sitze 2020(Sitze 2016)1 Sitze 2014 Sitze 2009 SPD 12 11 15 21 CDU 10 8 9 8 Grüne 5 4 4 5 BgB 2 1 2 2 FDP 2 2 1 2 Linke 1 1 1 0 parteilos 0 5 0 0 1 nach Fraktionswechseln mehrerer Abgeordneter

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der ListeVerzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009 werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

50x50px 50x50px 50px 50px 50px 50px Jahr SPD CDU Grüne1 BgB FDP Die Linke 1975 62,6 % 26,2 % 11,2 % 1979 63,5 % 26,8 % 9,6 % 1984 62,4 % 23,9 % 7,3 % 6,4 % 1989 67,5 % 23,8 % 8,7 % 19942 56,0 % 22,3 % 9,1 % 6,3 % 3,5 % 1999 48,5 % 32,4 % 10,9 % 8,2 % 2004 56,1 % 28,3 % 9,5 % 6,2 % 2009 54,9 % 21,6 % 12,8 % 4,5 % 6,2 % 2014 44,3 % 28,1 % 13,0 % 3,7 % 6,6 % 4,4 % 2020 35,5 % 32,0 % 16,9 % 6,2 % 5,1 % 4,4 %

Fußnoten 1 Grüne: 1984: Grüne, ab 1994: B’90/Grüne 2 1994: zusätzlich: REP: 2,7 %

Bürgermeister

Zum hauptamtlichen Bürgermeister wurde im September 2015 bei den Bürgermeisterwahlen der Kämmerer aus Welver, Stephan Rotering (parteilos), mit 64,8 % im ersten Wahlgang gewählt und 2020 mit 69,88 % im Amt bestätigt Rotering ist der erste Bürgermeister in Bönen, der nicht Mitglied der SPD ist. Vor der Wahl bildeten die Oppositionsparteien CDU, Grüne, FDP und BgB ein Zweckbündnis und nominierten Rotering als gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl.

Wappen und Flagge

Städtepartnerschaften Billy-Montigny im Département Pas-de-Calais, Frankreich Trzebinia in der Woiwodschaft Kleinpolen, Polen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Im Kulturzentrum Alte Mühle finden neben Musik- und Theateraufführungen wechselnde Ausstellungen von Werken meist regional bekannter Künstler statt.

Im engeren regionalen Umfeld der Gemeinde bieten die Städte Unna, Kamen und Hamm zahlreiche kulturelle Angebote. Münster und Dortmund sind darüber hinaus kulturelle Anziehungspunkte. Mit dem Lichtkunstwerk „Yellow marker“ von Mischa Kuball ist Bönen im Kulturprojekt Hellweg – ein Lichtweg vertreten.

Kunst im öffentlichen Raum

Bauwerke

mini|hochkant|Die Bönener Windmühle mini|hochkant|Förderturm der ehemaligen Zeche Königsborn Schacht III/IV

Das älteste erhaltene Bauwerk der Gemeinde Bönen ist der um die Mitte des 12. Jahrhunderts erbaute Kirchturm der alten Kirche auf der Anhöhe Bönens. Im Spätmittelalter dürfte er auch als Rückzugs- und Verteidigungsbauwerk gedient haben. Das Kirchenschiff selbst wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, als die baufällig gewordene frühgotische Kirche abgebrochen werden musste.

Eine weitere Sehenswürdigkeit Bönens ist der Ortskern von Flierich. Den Mittelpunkt Flierichs bildet die im späten 12. Jahrhundert aus weichem Anröchter Sandstein erbaute und dem Heiligen Michael geweihte evangelische Dorfkirche, umgeben von einer fürs Mittelalter typischen fachwerklichen Rundbebauung. Im Inneren birgt die Kirche einen hängenden, achteckigen Kanzelkorb mit Schalldeckel aus dem Jahr 1750. Auf dem Kirchplatz, der bis ins Jahr 1826 als Begräbnisstätte diente, steht ein Kriegerdenkmal für die Fliericher Opfer des Preußisch-Österreichischen Krieges (1866) und des Frankreichkrieges (1870–1871). Am benachbarten Dorfplatz steht das Fliericher Backhaus, ein Fachwerkbau, der neben der Backstube auch ein kleines Heimatmuseum beherbergt. Komplettiert wird das mittelalterliche Erscheinungsbild Flierichs zum Beispiel durch ein fachwerkliches Wartehäuschen der Bushaltestelle und die zahlreichen Bauerngärten.

1860 wurde in Bönen eine Turmwindmühle gebaut, die heute unter Denkmalschutz steht. Im Jahr 1969 erfolgte der Ausbau zum Kulturzentrum. Neben den regelmäßig dort stattfindenden Kunstausstellungen und Kleinveranstaltungen beherbergt die alte Mühle im Turm das standesamtliche Trauzimmer.

Das einzige Bauwerk, das von der Schachtanlage der Zeche Königsborn III/IV nach deren Schließung im Jahre 1981 erhalten geblieben ist, ist der vom Architekten Alfred Fischer im Jahr 1929 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Förderturm. Mit einer Höhe von mehr als 60 Metern ist er ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde Bönen. Am 7. August 1999 präsentierte Mischa Kuball die von ihm geplante Lichtkunst „Yellow Marker“, bei der zwei gegenüberliegende Ecken des Turms mit gelben Leuchtröhren Nachts erhellt werden. Dabei bildet der Förderturm in Bönen den Ostpol und der ebenso illuminierte Förderturm des Bergwerks Rossenray im 80 km entfernten Kamp-Lintfort den Westpol, welche die Kultur- und Industrieregion des Ruhrgebiets umschließen. Ein daraufhin gegründeter Förderverein, später dann eine Bürgerstiftung (Gründung am 14. September 2003), verfolgt das Ziel der Umgestaltung zur dauerhaften Nutzung des alten Zechenturms als Ort größerer Veranstaltungen im und um den Förderturm.

Am ehemaligen Bahnhof Lenningsen erinnerte seit 1995 ein Rosenbeet mit „Elisabeth-Rosen“ an die dortige Übernachtung der britischen Königin Elisabeth II. im königlichen Sonderzug am 25. Mai 1965 während ihres ersten Deutschland-Besuchs. Da die Rosen den Winter 2009/2010 nicht überlebt haben, wurde das Beet im Frühjahr 2010 eingeebnet. Im Herbst 2011 pflanzte die Interessengemeinschaft Lenningsen ein neues Beet mit der Edelrose „The Queen Elizabeth Rose“ an.

Naturschutz mini|Naturschutzgebiete in Bönen

Auf dem Bönener Gemeindegebiet sind vier Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 132 ha ausgewiesen. Von Westen nach Osten sind dies die Gebiete Lettenbruch, Holzplatz, Sandbachtal und Horster Mühle. Das Naturschutzgebiet Seseke (auf dem Gebiet der kreisfreien Stadt Hamm) grenzt im Osten direkt an die Bönener Gemeindegrenze.

Bönens größtes Waldgebiet ist der teilweise zum Naturschutzgebiet erklärte Lettenbruch. Mitten durch diesen Mischwald führt die Bundesautobahn A2.

Heiliger Eichsberg: Am östlichen Ortsrand befand sich eine germanische Kultstätte, hier wurden auf einem Stein unter einer „heiligen Eiche“ Opfer gebracht und heidnische Götter angebetet. Diese Eiche soll mehr als ein Jahrtausend überdauert haben. Die heute noch so benannte Flur liegt am Herrenweg und ist heute eher bekannt als „Hexenberg“.

Östlich des Ortsteils Bönen liegt das Naturschutzgebiet Sandbachtal. Hier, wo das Bett des Sandbachs durch einen Waldstreifen am südlichen Hang des Röhrbergs führt, hat man einen weiten Ausblick auf den Haarstrang, der die natürliche Grenze zwischen dem flachen Münsterland und dem Mittelgebirge des Sauerlands bildet.

Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig erinnert mit den so genannten Stolpersteinen im Trottoir an deren letztem Wohnort an die Opfer der NS-Zeit.

Wirtschaft und Infrastruktur