Der Saalekreis ist ein Landkreis in Sachsen-Anhalt, der im Zuge der zweiten Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 aus dem Saalkreis und dem Landkreis Merseburg-Querfurt entstand. Sitz von Verwaltung und Kreistag ist Merseburg.

Geographie Lage Der Landkreis liegt im Süden Sachsen-Anhalts und umschließt die kreisfreie Stadt Halle (Saale) vollständig. Im Süden grenzt er an den Burgenlandkreis, im Nordwesten an den Landkreis Mansfeld-Südharz, im Norden an den Salzlandkreis und im Nordosten an den Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Außerdem besitzt er im Westen eine Grenze zu Thüringen (Kyffhäuserkreis) und im Osten eine zu Sachsen (Landkreis Leipzig und Landkreis Nordsachsen).

Landschaft mini|Der Petersberg nördlich von Halle ist eine weit sichtbare Landmarke. Der Westen des Landkreises wird von der sogenannten Querfurter Platte geprägt, der Osten durch die Saale-Elster-Auen und der Norden durch das Saaletal und die Porphyrkuppen. Die höchste Erhebung des Landkreises bildet mit 298,6 m ü. NHN der Kahle Berg in der Ortslage Landgrafroda.

Eine im Norden des Landkreises weithin sichtbare Landmarke ist die Rhyolith-Kuppe des Petersberges. Die in älteren Zeiten auch Lauterberg genannte Erhebung beherbergt ein Kloster sowie einen Fernmeldeturm.

Gewässer mini|links|Die namensgebende Saale in Merseburg mini|Der Geiseltalsee ist der größte Tagebaurestsee im Saalekreis mini|Westliches Ende des Saale-Leipzig-Kanals bei Günthersdorf Der größte Fluss im Landkreis ist die namensgebende Saale, die ihn von Süd nach Nord durchfließt. Südlich von Halle mündet die aus Richtung Leipzig kommende Weiße Elster ein. Die südwestliche Grenze des Landkreises liegt am Tal der aus Richtung Thüringen kommenden Unstrut, die im weiter südlich liegenden Burgenlandkreis in die Saale mündet. Weitere kleine Fließgewässer sind die Luppe, Geisel, Laucha und Salza. Um Merseburg liegen mehrere renaturierte und geflutete Restlöcher aus dem Braunkohlebergbau, von denen der Geiseltalsee der größte ist.Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt-Viewer. Online zu finden auf: https://lvermgeo.sachsen-anhalt.de/, aufgerufen am: 21. November 2019. Der Saale-Leipzig-Kanal und der Mittelkanal sind zwei 1933 begonnene und 1943 eingestellte Kanalbauprojekte.

Rohstoffvorkommen Auf dem Gebiet des Saalekreises gibt es verschiedene Rohstoffe, die zum Teil noch wirtschaftlich genutzt werden. Im nördlichen Saalekreis wurde und wird in Steinbrüchen Rhyolith abgebaut.Website der ard Baustoffwerke GmbH & Co. KG: Schotterwerk Löbejün. Aufgerufen am 11. Dezember 2019. Dieses umgangssprachlich auch Porphyr genannte Gestein wird als Bau- und Zierstein oder zur Schottergewinnung genutzt. Um Merseburg wurde in der Vergangenheit Braunkohle in großen Tagebauen abgebaut. Während in den südöstlich gelegenen Landkreisen der Abbau noch andauert, wurden die großen Restlöcher in den letzten Jahren renaturiert und bilden jetzt zum Teil große Seen.LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH): Mitteldeutsches Braunkohlenrevier: Wandlungen und Perspektiven 03: Geiseltal. Verfügbar online (PDF), aufgerufen am 11. Dezember 2019. Bei Teutschenthal und in der Gemeinde Salzatal wurden unterirdisch Kalisalzkörper abgebaut. Dabei entstanden zum Teil große Hohlkörper. In der Grube Teutschenthal werden diese zurzeit verfüllt, um unterirdischen Gebirgsschlägen und damit einhergehenden Erdbeben wie dem von 1996 vorzubeugen.Rache des Berges: Eine stillgelegte Kaligrube bedroht die Großstadt Halle. Die Sicherung aber ist der öffentlichen Hand zu teuer. Bericht in: Der Spiegel, Ausgabe 3/1997. Online verfügbar unter: https://www.spiegel.de/, aufgerufen am 11. Dezember 2019. Nordwestlich von Halle gibt es kleinere Steinkohlevorkommen, die in der Vergangenheit in kleineren Gruben abgebaut wurden. Halden zeugen von dieser Bergbautätigkeit.Hans Martin Latk: Zur Geschichte des Wettiner Steinkohlenbergbaus. Veröffentlicht online unter https://kupferspuren.eu/, aufgerufen am 11. Dezember 2019. Kalkstein wird in den Tagebauen in Schraplau und in Karsdorf unweit Steigra abgebaut.

Am weitesten verbreiteter „Rohstoff“ sind jedoch die sehr fruchtbaren Schwarzerdeböden, die sich günstig für die Landwirtschaft auswirken.Landesamt für Geologie und Bergbauwesen Sachsen-Anhalt: Geologische Oberflächenkarte 1:400.000 (online), Aufruf am 11. Dezember 2019.

Schutzgebiete Im Landkreis befinden sich 23 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Geschichte Der heutige Saalekreis entstand zum 1. Juli 2007 durch Zusammenlegung der bisherigen Landkreise Saalkreis und Merseburg-Querfurt. Historisch gehört das gesamte Gebiet seit 1815 zu Preußen (Provinz Sachsen). Zuvor gehörte der Saalkreis mit der Stadt Halle zum Herzogtum Magdeburg bzw. seit 1680 zu Brandenburg-Preußen; der Altkreis Merseburg-Querfurt gehörte zu den Sekundogenituren des albertinischen Sachsens.

In der preußischen Provinz Sachsen lagen die Landkreise Querfurt, Merseburg und Saalkreis auf dem Gebiet des heutigen Kreises. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Provinz Sachsen aufgeteilt. Der Saalkreis lag nun in der Provinz Halle-Merseburg.

Während der deutschen Teilung lag der Saalekreis auf dem Gebiet der DDR. In den Anfangsjahren lag er im neu gebildeten Land Sachsen-Anhalt. Nach der Auflösung der Länder 1952 kam er zum neu gegründeten Bezirk Halle. Sein heutiges Gebiet teilten sich die damaligen Kreise Merseburg, Querfurt und Saalkreis. Nach der Wende kam das Gebiet erneut zum wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt.

Bevölkerung Jahr Einwohner 2007 203.989 2010 196.946 2015 186.431 2020 183.434 Jahr Einwohner 2021 182.814 2022 182.390 2023 182.677 2024 182.451

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Politik

Kreistag Aus dem rechts dargestellten Ergebnis der Kreistagswahl vom 9. Juni 2024 ergab sich folgende Sitzverteilung für den Kreistag:

+Ergebnisse vorangegangener Kreistagswahlen Parteien und Wählergemeinschaften Prozent2024 Sitze2024 Prozent2019 Sitze2019 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,6 17 27,2 15 AfDAlternative für Deutschland 34,1 18 21,1 11 LINKEDie Linke 7,7 4 15,1 8 SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands 9,7 5 12,1 6 UBVUnabhängige Bürgervereinigung Teutschenthal e. V. 9,4 5 3,0 2 FDP Freie Demokratische Partei 3,7 2 9,0 5 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 3,0 2 6,7 4 dieBasis Basisdemokratische Partei Deutschland 0,8 1 - - STATT ParteiSTATT Partei – Die Unabhängigen - - 5,3 3 NPDNationaldemokratische Partei Deutschlands - - 0,6 - Gesamt10054 100 54 Wahlbeteiligung 64,1 % 56,4 %

Landrat 2007–2019: Frank Bannert (CDU) 2019–2026: Hartmut Handschak (parteilos) seit 2026: Sven Czekalla (CDU)

Bannert wurde bei der Landratsstichwahl am 15. Juni 2014 mit 59,1 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Er verstarb im Juli 2019.

Handschak wurde am 29. September 2019 mit 54,5 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Landratswahl am 29. September 2019

Czekalla wurde bei der Stichwahl am 28. Juni 2026 mit 54,3 % der gültigen Stimmen zum neuen Landrat gewählt.Ergebnis der Landratsstichwahl am 28. Juni 2026 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde am 8. August 2007 durch das Ministerium des Innern Sachsen-Anhalts genehmigt.

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Saalekreis.

Flagge Die Flagge ist rot – weiß (1:1) gestreift (Querformat: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.

Wirtschaft mini|Teile der Leuna-Werke, im Hintergrund die Saale Insbesondere im Süden des Landkreises gibt es bei Merseburg und Leuna Standorte der chemischen Industrie. Dort befinden sich die Leunawerke mit ungefähr 9000 Arbeitsplätzen und die Buna-Werke. Östlich von Halle gibt es Gewerbegebiete mit vereinzeltem produzierendem Gewerbe, Logistikern und Dienstleistern wie den Star Park. Bei Teutschenthal gibt es ein altes Salzbergwerk, das aktuell als Versatzbergwerk genutzt wird. Im Westen des Landkreises gibt es in Querfurt ein Werk der L. Stroetmann GmbH. Über den ganzen Landkreis sind weiterhin kleinere Betriebe verteilt.

In Höhnstedt werden durch das für diese Breiten milde Klima Trauben für Weine angebaut,Website des Weindorfs Höhnstedt: Weingüter, aufgerufen am 21. November 2019. die zur Saale-Unstrut-Region gehören (Bereich Mansfelder Seen). Das Hauptanbaugebiet dieser Region liegt jedoch weiter südlich in den angrenzenden Landkreisen. In Landsberg gibt es die Brauerei Landsberg, die ihr Bier in Sachsen-Anhalt sowie im nordöstlichen Sachsen um Leipzig verkauft (Landsberger).Website der Brauerei in Landsberg, aufgerufen am 21. November 2019.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Saalekreis Platz 369 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“. Im Zukunftsatlas 2019 wurde der Saalekreis auf Rang 348 gelistet und gilt nun als Region mit „leichten Zukunftsrisiken“. Innerhalb Sachsen-Anhalts war der Saalekreis nach den kreisfreien Städten Magdeburg und Halle sowie dem Landkreis Börde der Landkreis mit der besten Zukunftsbewertung. Durch Investitionen verbesserte sich der Kreis weiterhin und wurde im Jahr 2022 mit Rang 274 bewertet („ausgeglichene Chancen/Risiken“) und nimmt somit die Position als wirtschaftlich stärkster Flächenkreis in Sachsen-Anhalt ein.

Verkehr mini|Die Saale-Elster-Talbrücke der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle bei Schkopau. Im Hintergrund das Kraftwerk Schkopau Der Landkreis wird im Süden von der A 38, im Osten von der A 9 und im Norden von der A 14 erschlossen. Durch die fehlende Saalebrücke im Zuge der A 143 ist die Fernstraßenstruktur noch lange Zeit lückenhaft. Außerdem sind die Bundesstraßen B 6 (Abschnitt Könnern – Schkeuditz), B 80 (Abschnitt Halle – Eisleben), B 91 (Halle – Zeitz), B 100 (Abschnitt Halle – Bitterfeld), B 176 (Abschnitt Freyburg – Weißenfels), B 180 (Abschnitt Eisleben – Naumburg) und B 181 (Merseburg – Leipzig) zu nennen.

Durch den Saalekreis verlaufen die Bahnstrecken Berlin–Halle, Halle–Erfurt, Halle–Kassel, Halle–Halberstadt, Halle–Eilenburg–Cottbus, Magdeburg–Halle–Leipzig und ein kurzes Stück der Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha, die Geiseltalbahn Merseburg–Mücheln–Querfurt sowie Teilstrecken der Unstrutbahn. Die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle durchquert den Landkreis ungefähr mittig, die zu ihr gehörende Saale-Elster-Talbrücke ist mit einer Gesamtlänge von 8614 m das längste Brückenbauwerk Deutschlands. Im Saalekreis halten zudem fünf Linien der S-Bahn Mitteldeutschland: Wurzen – Leipzig – Gröbers – Halle – Halle-Nietleben Halle – Teutschenthal – Lutherstadt Eisleben (– Sangerhausen) Halle – Hohenthurm – Bitterfeld – Dessau/Lutherstadt Wittenberg Halle – Peißen – Delitzsch – Eilenburg Halle – Merseburg – Mücheln – Querfurt

Zum Nahverkehr im Landkreis gehört die Überlandstraßenbahn Halle – Bad Dürrenberg, die Schkopau, Merseburg und Leuna bedient.

Der Saalekreis wird neben dem Schienenverkehr von den Omnibussen der OBS und der PNVG bedient. Während die Linien der OBS vor allem im Gebiet des ehemaligen Saalkreises verkehren, deckt die PNVG das Gebiet des ehemaligen Landkreises Merseburg-Querfurt ab. Weiterhin gibt es Busverbindungen in die östlich gelegene Großstadt Leipzig, die mit über 500.000 Einwohnern zu den größten Städten der neuen Bundesländer gehört.

Bildung Über den Saalekreis verteilt gibt es fünf Gymnasien, dreizehn Sekundarschulen, 45 Grundschulen sowie weitere Schulen anderer Formen.https://saalekreis.de/: Schulen und Wohnheime, aufgerufen am 21. November 2019.