mini|(Neues) Logo des Landkreises Mansfeld-Südharz
Der Landkreis Mansfeld-Südharz ist ein Landkreis im Südwesten des Landes Sachsen-Anhalt.
Geografie mini|Satellitenaufnahme des Landkreises Mansfeld-Südharz (man erkennt die größeren Städte Eisleben und Sangerhausen sowie die Ausläufer des Harzes) Lage Der Norden des Landkreises wird vom Mansfelder Bergland, dem östlichsten Teil des Harzes, bestimmt. Bei Ulzigerode erreicht das Gebiet mit dem 291 Meter hohen Mahnberg seinen höchsten Punkt. Nach Osten schließt sich das Harzvorland mit seiner fast waldlosen, flachwelligen und abwechslungsarmen Landschaft an. Im Westen gehören Teile des Südharzes zum Landkreis, und hier liegt mit dem 580 Meter hohen Großen Auerberg der höchste Punkt des Kreises. Im Südwesten schließt der Landkreis mit der Goldenen Aue ab.
In jenem fruchtbaren Niederungsgebiet liegt auch der sechs Quadratkilometer große Stausee Kelbra. In entgegengesetzter Richtung an der Ostgrenze des Kreises, sieben Kilometer östlich von Eisleben, befindet sich mit dem drei Quadratkilometer großen Süßen See das zweitgrößte Gewässer des Kreises. Zwei Flüsse durchqueren den Kreis von West nach Ost: im Norden die Wipper und im Süden die Helme. Im äußersten Osten des Landkreises berührt die Saale das Kreisgebiet.
Einwohnerstärkste Städte und Gemeinden Sangerhausen () Lutherstadt Eisleben () Hettstedt () Südharz () Seegebiet Mansfelder Land () Mansfeld () Stand:
Angrenzende Landkreise Der Landkreis Mansfeld-Südharz grenzt im Norden an den Landkreis Harz sowie den Salzlandkreis, im Osten an den Saalekreis, im Süden an den thüringischen Kyffhäuserkreis und im Westen an den Landkreis Nordhausen.
Rohstoffvorkommen Der wohl bekannteste Rohstoff im Landkreis Mansfeld-Südharz ist der kupfer- und silberhaltige Kupferschiefer. Er kommt in der Mansfelder Mulde sowie um Sangerhausen im Untergrund vor und wurde in der Vergangenheit im großen Maßstab abgebaut (siehe Mansfeld (Unternehmen)). Nachdem zuerst die weniger tief liegenden Bereiche in kleineren Gruben abgebaut wurden, vergrößerten sich die Gruben, je mehr sie in die tieferen Bereiche vorstießen. Nach dem Ende der DDR wurde der Kupferschieferbergbau wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.Martin Spilker: 800 Jahre Mansfelder Kupferschieferbergbau. Schrift zum 12. Südharz-Symposium am 6. März 2010 in Wettelrode (online), aufgerufen am 22. November 2019.Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege Sachsen-Anhalt: August: Die Mansfelder Haldenlandschaft online, aufgerufen am 22. November 2019.
In den südöstlichen Bereichen des Landkreises befinden sich größere Salzkörper im Untergrund, deren Auslaugung einst zur Eintiefung des Süßen Sees und des Salzigen Sees führte. Unweit der Kreisgrenze zum Landkreis Mansfeld-Südharz gab es in Teutschenthal im Saalekreis jahrzehntelang das Salzbergwerk GTS Grube Teutschenthal, das diese Körper abbaute. In jüngerer Zeit werden dort Reststoffe in die bergbaulichen Hohlräume verfüllt, um Bergschlägen vorzubeugen.
Weniger bekannt ist, dass in einigen Gruben im Kupferschieferrevier auch Kalkstein abgebaut wurde. Kalkstein kommt vereinzelt im Landkreis vor.Landesamt für Geologie und Bergbauwesen Sachsen-Anhalt: Geologische Oberflächenkarte 1:400.000 ohne Quartär (online), Aufruf am 22. November 2019.
Am Hornburger Sattel gibt es kleinere Uranvorkommen, die in den Anfangsjahren der DDR durch die SDAG Wismut erkundet wurden. Aufgrund einer zu geringen Uranmenge von wenigen hundert Tonnen lohnte sich der Abbau jedoch nicht.Dr. Rudolf Mirsch: Das Geheimnis um Aktivitäten auf dem Hohenthalschacht der Jahre 1949/1950. In: Artikel des VMBH e. V. im Mansfeld-Echo, 2000 – 2 bis 4. Außerdem online verfügbar auf kupferspuren.eu, Zugriff am 22. November 2019.
Bei Amsdorf im äußersten Südosten des Landkreises gibt es montanwachshaltige Braunkohlevorkommen. Sie werden von der Firma Romonta im Tagebau Amsdorf abgebaut.
Für die Landwirtschaft ist eine weite Verbreitung fruchtbarer Schwarzerdeböden im Mansfelder Land sehr günstig.Landesamt für Geologie und Bergbauwesen Sachsen-Anhalt: Geologische Oberflächenkarte 1:400.000 (online), Aufruf am 22. November 2019. Im Harz befinden sich daneben größere Waldbestände.
Naturschutz mini|Bauerngraben in der Südharzer Karstlandschaft Die Südharzer Karstlandschaft ist weltweit einmalig und für den Naturschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. Sie ist daher in Teilen als Biosphärenreservat ausgewiesen.
Im Landkreis befinden sich 27 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).
Geschichte mini|Alte Darstellung vom Schloss der Grafen von Mansfeld. Von der großen Festung sind nur noch wenige Gebäude erhalten. Im Laufe des Mittelalters hatten sich auf dem Gebiet des Landkreises mehrere Herrschaftssysteme etabliert. Den größten Anteil hatte die Grafschaft Mansfeld, in deren Bereich auch die Städte Hettstedt, Eisleben und Gerbstedt lagen. Die Grafschaft bestand bis zum Aussterben des Geschlechts 1780 und kam danach zu Kursachsen bzw. Preußen, 1807/1808 zum überwiegenden Teil an das Königreich Westphalen (Saale-Departement) und 1815 an Preußen. Ein weiteres Grafengeschlecht übte seit 1210 die Herrschaft über den Westen des Kreisgebietes aus, die Grafen zu Stolberg. Zur Grafschaft Stolberg gehörte etwa der Bereich der heutigen Gemeinde Südharz sowie weiter südlich zeitweise gemeinsam mit den Grafen von Schwarzburg die Orte Kelbra und Tilleda. 1738/1740 kam die Grafschaft Stolberg unter kursächsische Herrschaft, die 1815 von Preußen abgelöst wurde.
Ganz im Norden gehörte Sandersleben zu den anhaltischen Fürstentümern, von 1918 bis 1945 zum Freistaat Anhalt. Wechselnden Herrschaftsverhältnissen unterlagen die Städte Sangerhausen und Allstedt. Sangerhausen gehörte seit 1291 den brandenburgischen Markgrafen, ging 1340 in den Besitz des Herzogtums Braunschweig über und kam 1372 unter wettinisch-sächsische Herrschaft. Die sächsische Periode, zwischenzeitlich 1656 bis 1748 Herzogtum Sachsen-Weißenfels, endete 1815 mit der Übernahme durch Preußen.
Allstedt wurde 1299 als Vogtei der Grafschaft Beichlingen erwähnt. 1320 wurde Allstedt als Reichslehen an verschiedene Herrschaftshäuser vergeben, unter anderem Mansfeld, Anhalt und Sachsen. Erst 1575 übten die Ernestiner uneingeschränkt die Herrschaft über das Amt Allstedt aus. Von 1815 bis 1945 war das Gebiet um Allstedt eine thüringische Exklave in Preußen (1815–1920: Sachsen-Weimar-Eisenach). Das übrige heutige Kreisgebiet mit Ausnahme von Sandersleben und Tilkerode war bereits seit 1815 infolge des Wiener Kongresses in preußischer Hand.
Von den bis 1818 neu eingerichteten preußischen Kreisen bildeten der Mansfelder Gebirgskreis, der Mansfelder Seekreis und der Landkreis Sangerhausen das heutige Kreisgebiet. Diese Einteilung blieb im Wesentlichen bis 1994 bestehen, wobei aus wesentlichen Teilen der Mansfelder Kreise und des seit 1908 bestehenden Stadtkreises Eisleben 1950 der Landkreis Eisleben gebildet wurde, der 1952 in die Kreise Hettstedt und Eisleben geteilt wurde. Bei der ersten Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt wurden 1994 die Landkreise Hettstedt und Eisleben zum Landkreis Mansfelder Land zusammengelegt. Im Zuge der zweiten Kreisgebietsreform 2007 wurde der neue Landkreis Mansfeld-Südharz durch die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Mansfelder Land und Sangerhausen gebildet.
Bevölkerung Jahr Einwohner 2007 158.223 2010 150.295 2015 141.408 2020 133.690 Jahr Einwohner 2021 132.317 2022 131.107 2023 130.162 2024 129.029
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres
Die Städte Sangerhausen und Hettstedt wuchsen bis zur Wende bei gleichzeitigem Bau von Neubaublöcken. Nach dem Zusammenbruch der DDR verloren sie jedoch ungefähr ein Drittel der Einwohner. Die Stadt Lutherstadt Eisleben dagegen erlebt seit mindestens den 1960er Jahren einen Bevölkerungsrückgang. Dabei verlor sie ungefähr die Hälfte der Einwohner. In den Einheitsgemeinden im ehemaligen Altkreis Mansfelder Land zeigt sich eine Entwicklung analog zur Lutherstadt Eisleben: Die Einwohnerzahlen gingen seit den 1960er Jahren jeweils um ungefähr die Hälfte zurück. In den großen Einheitsgemeinden des Altkreises Sangerhausen schrumpft die Bevölkerung ebenfalls seit den 1960er Jahren, allerdings weniger stark als im Mansfelder Land.StaLA DE-ST: Einwohnerentwicklung von Seegebiet Mansfelder LandStaLA DE-ST: Einwohnerentwicklung von MansfeldStaLA DE-ST: Einwohnerentwicklung von GerbstedtStaLA DE-ST: Einwohnerentwicklung von ArnsteinStaLA DE-ST: Einwohnerentwicklung von SüdharzStaLA DE-ST: Einwohnerentwicklung von Allstedt
+ Entwicklung der Mittelstädte im LandkreisStatistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Genesis-Datenbank. Abruf am 15. März 2025. Jahr Sangerhausen Eisleben Hettstedt 1964 38.640 44.773 19.957 1989 43.823 35.374 22.559 2000 35.167 29.526 18.976 2010 29.679 25.489 15.343 2020 25.703 22.668 13.758 2023 25.650 22.644 12.923 2024 25.392 22.505 12.783 Gebietsstand 2014
Politik Kreistag Das nebenstehend dargestellte Ergebnis der Kreistagswahl vom 9. Juni 2024 führte zu folgender Sitzverteilung im Kreistag:
+ Wahlergebnisse der letzten zwei Kreistagswahlen Parteien und Wählergemeinschaften Prozent2024 Sitze2024 Prozent2019 Sitze2019 AfD Alternative für Deutschland 31,4 15 19,3 9 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,4 10 19,0 9 Linke Die Linke 7,7 4 15,9 8 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,3 6 14,4 7 PdF–FBM Freie Bürger Mitteldeutschland 7,7 4 9,3 4 Regionale Die Regionalen Mansfeld-Südharz 3,6 2 2,5 1 Bauernverband Bauernverband Mansfeld-Südharz 4,0 2 3,9 2 FDP Freie Demokratische Partei 2,0 1 5,1 3 Grüne Bündnis 90/Die Grünen 1,2 1 3,3 2 FFw ML Freiwillige Feuerwehr Mansfelder Land 1,6 1 2,4 1 WGF Wählergemeinschaft Feuerwehr Mansfeld-Südharz 2,4 1 1,2 1 SüLi Südharzer Liste 3,0 1 – – HKV Heimat- und Kulturverein Hedersleben e. V. 0,4 0 – – WG FLE Wählergemeinschaft Feuerwehr Lutherstadt Eisleben – – 0,8 0 FWG MSH Freie Wählergemeinschaft Mansfeld-Südharz – – 0,3 0 WG GA Freie Wählergemeinschaft Goldene Aue – – 2,0 1 EB Einzelbewerber 1,2 0 0,6 0 Gesamt 100 48 100 48 Wahlbeteiligung 59,0 % 53,3 %
Landrat 2007–2014: Dirk Schatz (CDU) 2014–2021: Angelika Klein (Linke) seit 2021: André Schröder (CDU)
Klein wurde bei der Landratsstichwahl am 15. Juni 2014 mit 76,9 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Landratsstichwahl am 15. Juni 2014
Schröder wurde bei der Landratsstichwahl am 20. Juni 2021 mit 79,2 % der gültigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Landratsstichwahl am 20. Juni 2021 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen Das Wappen wurde am 17. März 2008 durch das Ministerium des Innern von Sachsen-Anhalt genehmigt. Wappen und Flagge wurden vom Heraldiker Ulrich Hellem aus Halle (Saale) gestaltet.
Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises befinden sich in der Liste der Wappen im Landkreis Mansfeld-Südharz.
Flagge Die Flagge ist grün-weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.
Auszeichnung Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.
Wirtschaft Der Landkreis Mansfeld-Südharz gehört zu den wirtschaftsschwächsten Regionen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.
Nach dem Niedergang des Kupferbergbaus und der Aluminiumverhüttung im Mansfelder Raum entwickelten sich neue Wirtschaftszweige: bei der Klemme AG in Eisleben und in Hettstedt bei den Mansfelder Kupfer und Messing Werken (KME Mansfeld GmbH), einem Nachfolgeunternehmen des traditionsreichen VEB Mansfeld, entstanden Arbeitsplätze in gewissem Umfang. Ein weiteres Traditionsunternehmen, die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke in Sangerhausen, musste dagegen nach jahrelangen Verlusten 2014 und wieder 2017 Insolvenz anmelden.