mini|hochkant|Alexander von Nordmann Alexander von Nordmann (* 24. Mai 1803 Ruotsinsalmi/Svensksund bei Kotka; † 25. Juni 1866 in Helsinki/Helsingfors) war ein Zoologe, Botaniker und Paläontologe aus Finnland, das damals Teil des Russischen Kaiserreichs war. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“
Leben und Wirken Alexander von Nordmanns Muttersprache war Schwedisch, er lernte außerdem Deutsch und Russisch sowie später Französisch und Latein. Im Jahr 1832 wurde er nach Studien in Åbo (finnisch Turku) (mit Promotion zum Dr. phil.) und Berlin (mit Promotion zum Dr. med.) Lehrer für Naturgeschichte, Zoologie und Botanik am Lyzeum Richelieu in Odessa. 1834 wurde er Konservator am botanischen Garten in Odessa. Alexander von Nordmann gründete eine Hochschule für Gartenbau und eine Abteilung für Seidenraupenzucht. Er untersuchte die Flora und die Fauna Südrusslands und des Balkans und ist Erstbeschreiber zahlreicher Arten.
Ein Jahr nach dem Tod seiner Frau Helena durch die Cholera – der Ehe entstammten fünf Kinder – kehrte er 1849 von Odessa nach Finnland zurück und wurde Professor für Naturgeschichte und später für Zoologie an der Universität Helsinki. Er war Mitglied von 29 wissenschaftlichen Gesellschaften (darunter seit 1855 der Leopoldina) und Verfasser von 58 Publikationen.
Dedikationsnamen Nach ihm ist seit 1842 die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) benannt, die er 1835 im Kaukasus nordöstlich von Bordschomi im heutigen Georgien entdeckt hatte. Auch die Pflanzengattung Nordmannia aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) ist ihm zu Ehren benannt.
Im Jahr 1863 benannte Benedykt Dybowski einen Fisch Abramis nordmanniiBenedykt Tadeusz Dybowski von Nałęcz (1863), S. 179. zu seinen Ehren, der heute als Synonym für die Zährte (Vimba vimba (, 1758)) betrachtet wird. Auch bei der 1904 von Grigore Antipa beschriebenen Art Alosa NordmanniGrigore Antipa (1904), S. 301. handelt es sich um ein Synonym für Alosa tanaica (, 1901). Henri Milne Edwards ehrte ihn 1840 in der Ruderfußkrebse-Art Euryphorus nordmanni,Henri Milne Edwards (1841), S. 462, Tafel 39, Figur 1. in der Seeläuse-Art Lepeophtheirus nordmanniHenri Milne Edwards (1841), S. 455. und 1841 in der Aplousobranchia-Art Aplidium nordmanni.Henri Milne Edwards (1841), S. 289, Tafel 5, Figur 1. Gotthelf Fischer von Waldheim bedachte ihn 1842 in der Schwarzflügel-Brachschwalbe (Glareola nordmanni).Gotthelf Fischer von Waldheim (1842), S. 314, Tafel 2. Auch die Grünschwanz-Glanzstar-Unterart (Lamprotornis chalybaeus nordmanni ( & , 1914))Ernst Hartert (1914) u. a., S. 11. wurde nach ihm benannt. Alexander von Keyserling und Johann Heinrich Blasius nannten 1840 Mus nordmanniAlexander von Keyserling (1840) u. a., S. IX. ein Synonym für die Hausmaus (Mus musculus , 1758) und Sminthus nordmanniAlexander von Keyserling (1840) u. a., S. X. ein Synonym für Steppenbirkenmaus (Sicista subtilis (, 1773)). Tord Tamerlan Teodor Thorell widmete ihm 1870 die Kreuzspinnenart (Araneus nordmanni).Tord Tamerlan Teodor Thorell (1870), S. 4 & 544. Anders Johan Malmgren beschrieb 1866 die Phyllodocida-Art Glycinde nordmanni,Anders Johan Malmgren (1866), S. 409. Heinrich Rathke 1837 die Asellota-Art Jaera nordmanni,Heinrich Rathke (1837), S. 388, Tafel 6 Figuren 1–5. Sven Ludvig Lovén 1835 Onychopoda-Art Evadne nordmanni,Sven Ludvig Lovén (1835), S. 1–29, Tafel 2. Oskar Henrik Carlgren 1921 die Actiniidae-Art Epiactis nordmanni.Oskar Henrik Carlgren (1921), S. 180. und Knud Hensch Stephensen 1931 die Gammaridea-Art Stenula nordmanni.Knud Hensch Stephensen (1931), S. 187, Figur 55.
Mitgliedschaften 1838 wurde von Nordmann von Félix Édouard Guérin-Méneville als Mitglied Nummer 148 der Société Cuvierienne vorgestellt.Société cuviérienne, S. 304. 1835 wurde er korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und 1860 der Académie des sciences.
Publikationen (Auswahl)
Literatur
Weblinks
Eckart Roloff: Nordmann – der Name passt. Der Mann, nach dem der populärste Weihnachtsbaum benannt wurde. In: Neues Deutschland, 24. Dezember 2010. Eckart Roloff: Das Geschäft mit der Nordmann-Tanne. In: Frankfurter Rundschau, 16. Dezember 2014. Alexander Fromm: Alexander von Nordmann: O Tannenbaum. 24. Mai 2013.
Einzelnachweise Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018. ALEXANDER DAVIDOVICH VON NORDMANN auf Cybertruffle abgerufen am 25. Dezember 2011.
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