mini|Die Konzernzentrale am Wiener Hauptbahnhof
Die staatlichen Österreichischen Bundesbahnen (kurz ÖBB bzw. ÖBB-Konzern; vor 1938 abgekürzt BBÖ) sind der größte Eisenbahnkonzern Österreichs. Seit der Strukturreform 2004 bestehen die ÖBB aus einer Holding und eigenen Aktiengesellschaften für Infrastruktur, Personenverkehr und Güterverkehr sowie weiteren Tochtergesellschaften.
ÖBB-Konzern Die ÖBB sind nach dem Bundesbahngesetz 1992 organisiert, das durch die Bundesbahnstrukturreformgesetze 2003 und 2009 in großem Rahmen geändert wurde. Seit 1. Jänner 2005Meldung Die Struktur der ÖBB ab 1. Januar 2005. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 2/2004, , S. 65. sind die Österreichischen Bundesbahnen in vier selbständige Teilgesellschaften gegliedert, an deren Spitze die ÖBB-Holding AG steht, die sich zu 100 % im Eigentum der Republik Österreich befindet. Mit Wirkung vom 1. Jänner 2005 trat eine neue Organisationsstruktur in Kraft. Kern der Struktur ist die Einrichtung von selbständigen Teilgesellschaften. Ziel der Reform war die Trennung zwischen Bahninfrastruktur und Bahnbetrieb.
Struktur des Konzerns mini|hochkant=2|Konzern-Organisation der ÖBB (2005–2009) hochkant=2|mini|ÖBB-Konzernorganigramm, Stand: 2. Februar 2023
Die ÖBB-Holding AG nimmt die Anteilsrechte des Bundes wahr und sorgt für eine einheitliche strategische Ausrichtung des Konzerns. Ihr sind drei operative Töchter zugeordnet, die ihrerseits Anteile an einer Vielzahl von Gesellschaften halten, die nur exemplarisch wiedergegeben werden:Organisation, Österreichische Bundesbahnen, abgerufen am 30. Jänner 2023. ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft (Fern- und Nahverkehr) Österreichische Postbus Aktiengesellschaft, 100 % Tochter (Linienbusbetrieb) ČSAD Autobusy České Budějovice a.s., 100 % Tochter der Postbus AG ÖBB-Produktion Gesellschaft mbH, 50 % Tochter (Traktion und Fahrzeugservice)Produkte & Services, ÖBB-Produktion GmbH, abgerufen am 29. Jänner 2023. ÖBB-Technische Services-Gesellschaft mbH, 75 % Tochter (Bau und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen)Daten & Fakten, ÖBB-Technische Services GmbH, abgerufen am 29. Jänner 2023. Rail Tours Touristik Gesellschaft m.b.H, 100 % Tochter iMobility GmbH, 100 % Tochter (Entwickler der Mobilen App wegfinder) ÖV Ticketshop GmbH, 100 % Tochter City Air Terminal Betriebsgesellschaft m.b.H., 49,9 % Tochter (50,1 % stehen im Eigentum der Flughafen Wien AG)Über uns | City Airport Train, abgerufen am 30. Jänner 2023. Arverio Deutschland GmbH, 100 % Tochter Arverio Baden-Württemberg GmbH, 100 % Tochter der Arverio Deutschland Arverio Bayern GmbH, 100 % Tochter der Arverio Deutschland Arverio Süd GmbH, 100 % Tochter der Arverio DeutschlandHandelsregister des Amtsgerichts Augsburg, HRB 41102. (Suche online [abgerufen am 27. April 2025]). Rail Cargo Austria Aktiengesellschaft (RCA; Güterverkehr und Logistik) Rail Cargo Logistics – Austria GmbH, 100 % Tochter ÖBB-Produktion Gesellschaft mbH, 50 % Tochter ÖBB-Technische Services-Gesellschaft mbH, 25 % Tochter Rail Cargo Hungaria Zrt. (vormals MÁV Cargo), ungarische Schienengütersparte, 100 % Tochter ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft (Bau, Instandhaltung und Betrieb der Eisenbahn-Infrastruktur sowie Trassenzuweisung und Verkehrsabwicklung) ÖBB-Immobilienmanagement Gesellschaft mbH, 100 % Tochter ÖBB-Operative Services GmbH & Co KG, 100 % Tochter (Reinigung und Sicherheit) Rail Equipment GmbH, 100 % Tochter (Vermietung von schienengebundenen Fahrzeugen) Galleria di Base del Brennero – Brenner Basistunnel BBT SE, 50 % Tochter
Weitere Töchter der ÖBB-Holding AG sind: ÖBB-Business Competence Center GmbH, 100 % Tochter ÖBB-Werbung GmbH, 100 % Tochter ÖBB-Finanzierungsservice GmbH, 100 % Tochter
Management der ÖBB-Holding AG Stand: Mai 2025
Vorstand Andreas Matthä (CEO) Manuela Waldner (CFO)
Aufsichtsrat Elfriede Baumann, Cornelia Breuß, Brigitte Ederer, Mathias Moser, Nicolas Perrin, Beatrix Praeceptor, Gerhard Starsich, Peter Walder-Wintersteiner Belegschaftsvertreter im Aufsichtsrat: Roman Hebenstreit, Olivia Janisch, Andreas Martinsich, Robert Hofmann
Generaldirektoren der Österreichischen Bundesbahnen mini|hochkant|Carl Ritter von Ghega mini|hochkant|Christian Kern (2012)
Die Leitung der Österreichischen Bundesbahnen und ihrer Vorläufer wurde folgenden Personen übertragen:Generaldirektoren der ÖBB und Vorläufer. In: ÖBB Handbuch 1997. Zusammengestellt von Alfred Horn, Bohmann Verlag, Wien 1997, ISBN 3-7002-1040-X, S. 43–44. Generaldirektoren für Staatseisenbahnen (1842–1848) Hermenegild von Francesconi (3. Jänner 1842–Juli 1848) Hock (1848) Schmid (1848) Carl Ritter von Ghega (1. August 1848–…) Generalbaudirektion (1850–1852) Carl Ritter von Ghega (…–…) Zentraldirektion für Eisenbahnbauten (1852–1859) Carl Ritter von Ghega (…–1859) Generalinspektion der Österreichischen Eisenbahnen (1874–1919) (ab 1875 als Behörde mit Generaldirektor, ab 1879 mit aufgeteilten Kompetenzen) Wilhelm Nördling (1875–1879) Direktion für Staatseisenbahnbetrieb (1882–1884) Aloys Freiherr Czedik von Bründelsberg (1882–…) Generaldirektion der k.k. Staatsbahnen (im k.k. Handelsministerium, 1884–1896) Aloys Freiherr Czedik von Bründelsberg (…–1892) Leon Ritter von Bilínski (1892–1895) Ernest von Koerber (1895–1896) 1896–1918 k.k. Eisenbahnministerium mit mehreren Sektionen, kein Generaldirektor Generaldirektion der Österreichischen Bundesbahnen (1923–1938) Hans Siegmund (1. Oktober 1923–Dezember 1924) Josef Maschat (Dezember 1924–Dezember 1926) Rudolf Foest-Monshoff (Dezember 1926–März 1930) Hans Sedlak (März–Oktober 1930) Franz G. Strafella (2. Oktober 1930–6. Juni 1931) Egon Seefehlner (15. Juni 1931–Februar 1933) Anton Schöpfer (Februar 1933–März 1938) Generaldirektion der Österreichischen Bundesbahnen (1945–31. März 2004) Ernst R. Kaan (Leiter Staatseisenbahn) (Juni 1945–19. Mai 1947) Ernst Seidler (20. Mai 1947–31. Dezember 1953) Vinzenz Übeleis (1. Jänner–31. Dezember 1954) Maximilian Schantl (13. Jänner 1955–31. Dezember 1966) Bruno Kepnik (1. Jänner 1967–31. Dezember 1968) Karl Kalz (1. Jänner 1969–13. Juni 1974) Wolfgang Pycha (14. Juni 1974–13. Juni 1984) Ernst Gollner (14. Juni 1984–30. April 1987) Heinrich Übleis (1. Mai 1985–31. Juli 1993) Helmut Draxler (1. August 1993–31. Juli 2001) ÖBB-Holding AG (seit 1. April 2004) Rüdiger vorm Walde (1. August 2001–31. Oktober 2004) Martin Huber (1. November 2004–22. April 2008) Peter Klugar (ab 23. April 2008 interimistisch, 26. Mai 2008–6. Juni 2010) Christian Kern (7. Juni 2010–17. Mai 2016) Josef Halbmayr (17.–24. Mai 2016 interimistisch) Andreas Matthä (ab 24. Mai 2016 interimistisch, am 4. Juli 2016 vom Aufsichtsrat fix bestelltderStandard.at – Andreas Matthä ist neuer ÖBB-Chef. Artikel vom 4. Juli 2016, abgerufen am 4. Juli 2016.)
Infrastruktur mini|Anzahl der Personenzüge am Netz der ÖBB-Infrastruktur (2015)
Bau und Betrieb der gesamten Infrastruktur obliegt der zu 100 % der ÖBB-Holding gehörende ÖBB Infrastruktur AG. Die Eisenbahnstrecken der Österreichischen Bundesbahnen umfassen (Stand 2021/22) eine Länge von 4965 km, wovon 3650 km elektrifiziert sind. Diese Strecken umfassen 9759 Gleiskilometer (einschließlich Weichenlänge).ÖBB in Zahlen 2021/22, ÖBB-Presse, abgerufen am 28. Jänner 2023. Neben den Strecken in Österreich betreibt die ÖBB-Infrastruktur die Bahnstrecke Feldkirch–Buchs im Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz gemäß Staatsvertrag vom 27. August 1870.Als Nachfolgeunternehmen der Vorarlberger Bahn und im Hinblick auf den Staatsvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn, zugleich in Vertretung für Liechtenstein, Bayern und der Schweiz, über die Herstellung einer Eisenbahn von Lindau über Bregenz nach St. Margarethen, sowie von Feldkirch nach Buchs, ().
Neben Bau und Instandhaltung obliegt der ÖBB-Infrastruktur – wie anderen Eisenbahninfrastrukturunternehmen auch – die Trassenvergabe und die Verkehrsabwicklung. Die zentrale Koordinierung erfolgt über eine Verkehrsleitzentrale in Wien, die operative Umsetzung obliegt den fünf Betriebsführungszentralen (BFZ) in Innsbruck, Linz, Salzburg, Villach und Wien-Stadlau (mit redundanten Ausfall-BFZ in Wörgl, Attnang-Puchheim, Spittal-Millstättersee und Hauptbahnhof Wien). Die ÖBB-Infrastruktur betreibt (Stand 2021/22) 657 Stellwerke, davon 324 elektronische Stellwerke. Die für die Hauptstrecken eingerichteten Stellwerke werden überwiegend von Fahrdienstleitern in den Betriebsführungszentralen ferngesteuert, die Nebenstrecken und die Verschubknoten sind bei der Verkehrsabwicklung weitestgehend autark., ÖBB-Infrastruktur auf den Seiten der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft, abgerufen am 24. Juni 2024.
Bahnstrom und Stromversorgung
Das Netz der ÖBB-Infrastruktur wird mit Einphasenwechselstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hz betrieben. Am Fahrdraht liegt eine Spannung von 15 kV an, die Speisung der Unterwerke erfolgt über 110-kV-Bahnstromleitungen. Die ÖBB-Infrastruktur AG betreibt acht eigene Wasserkraftwerke zur Produktion von Bahnstrom in Braz, Wald am Arlberg, Fulpmes und Obervellach sowie der Kraftwerksgruppe Stubachtal bestehend aus den Kraftwerken Enzingerboden, Schneiderau, Uttendorf I und Uttendorf II. Für 2025 ist die Inbetriebnahme des Kraftwerkes Tauernmoos geplant, das allerdings direkt keinen Bahnstrom erzeugt, sondern 50-Hz-Drehstrom. Auch die Kraftwerke Rosenbach und Lassach der ÖBB erzeugen 50-Hz-Drehstrom. Seit dem Jahr 2015 betreibt die ÖBB auch Photovoltaikanlagen und seit 2022 auch Windkraftanlagen. Der von der ÖBB-Infrastruktur angebotene Bahnstrom wird zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern hergestellt, die einzelnen Eisenbahnverkehrsunternehmen können ihren Strom jedoch auch bei anderen Stromerzeugern beziehen und in das Bahnstromnetz einspeisen lassen.
Marktliberalisierung Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Westbahn kritisierte 2015 die intransparente Preisgestaltung bei den Energie- und Netzkosten und forderte die Möglichkeit, Bahnstrom durchzuleiten, etwa wenn Westbahn Strom anderswo beschafft, sowie Energiezähler in allen am Schienennetz der ÖBB verkehrenden Fahrzeugen.Bahnstromliberalisierung – Sichtweise der WESTbahn zum österreichischen Durchleitungsmodell und technische Voraussetzungen, schienencontrol.gv.at, Konferenzbeitrag von Westbahn, SCK, 12. Jänner 2015, abgerufen am 26. Oktober 2018. Im Juni 2016 beschied die Schienen-Control, dass die ÖBB-Infrastruktur AG „an diverse Privatbahnen und natürlich auch ihre Konzernschwester ÖBB-Personenverkehr AG“ zu viel verrechnete Entgelte zurückzahlen muss.
Mit Verträgen, aktuell vom 6. Oktober 2021, hat die ÖBB-Infrastruktur AG ihr Bahnstromnetz für die Durchleitung von Strom zu Bahnstromnutzern geöffnet.
Energieaufbringung Nach Eigenaussage der ÖBB-Infrastruktur wird in Österreich etwa 90 % des Bahnstroms (Energie) durch Wasserkraft aufgebracht, ein Drittel des Bahnstroms in acht Wasserkraftwerken der ÖBB selbst. Südlich von Wien steht das europaweit erste Bahnstrom-Solarkraftwerk, 7.000 Solarpaneele speisen hier Energie in die Oberleitung ein. Seit 2022 betreiben die ÖBB auch Windkraftanlagen. Die ÖBB-Infrastruktur wäre einer der umweltfreundlichsten Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber in Europa.
Energieversorgung auf Bahngrund Auf den Gründen der ÖBB, etwa den Werkstätten und in Bahnhöfen, bietet die ÖBB-Infrastruktur AG den eingemieteten Restaurants, Geschäften, Postämtern und sonstigen Betrieben Energie in Form von üblichem Netzstrom (Dreh-/Wechselstrom 400/230 V, 50 Hz) aber auch Wärme, mitunter auch Kälte und Erdgas an.Drehstrom, Wärme, Kälte infrastruktur.oebb.at, abgerufen am 26. Oktober 2018.
Personenverkehr
mini|hochkant|Ein Railjet der ÖBB („Spirit of Salzburg“) in Graz Ostbahnhof-Messe (2008) mini|hochkant|Ein ICE der ÖBB auf der Trisannabrücke (2007) mini|hochkant|Ein ÖBB-EuroCity auf der Semmeringbahn (2006) mini|hochkant|Ein mittlerweile ausgemusterter Steuerwagen der Reihe ÖBB 6010 am Salzburger Hauptbahnhof (Mai 2003)