mini|Luftbild Studentendorf Schlachtensee, 1963 mini|Kirche St. Norbert in Berlin, tiefgreifend umgebaut von Fehling / Gogel zwischen 1958 und 1962 mini|Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin-Wilmersdorf, Lentzeallee Hermann Fehling (* 10. September 1909 in Hyères, Frankreich; † 11. Januar 1996 in Berlin) war ein deutscher Architekt.

Leben Hermann Fehling, Sohn von Max Fehling und Magda, geb. Stolterfoth, wuchs in Lübeck und Hamburg auf und studierte nach einer Zimmermannslehre Architektur an der Hamburger Baugewerkschule. Darauf war er in Berlin Mitarbeiter in den Büros von Erich Mendelsohn und Hans Scharoun und 1931 bis 1937 bei Werner Issel im Industriebau. Seit 1945 lebte Fehling als freier Architekt in Berlin. Von 1945 bis 1951 war er an der Sozietät von Franz-Heinrich Sobotka und Gustav Müller beteiligt. 1954 heiratete er die Journalistin und Film- und Theaterkritikerin Dora, geb. Fränkel (1890–1963).

Von 1953 bis 1990 führte er zusammen mit Daniel Gogel (1927–1997) ein eigenes Architekturbüro, bis 1960 mit Peter Pfankuch (1925–1977). Von 1966 bis 1975 war Fehling Honorarprofessor im Fachbereich Architektur an der Technischen Hochschule Berlin. Ab 1961 war er ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Künste, von 1963 bis 1971 deren stellvertretender Direktor und von 1971 bis 1976 Direktor der Abteilung Baukunst.

Bedeutende Werke von Fehling, Gogel, Pfankuch sind die oft in spätexpressionistischen Formen errichteten Bauten für die Max-Planck-Gesellschaft, ferner das Wohnhaus Schatz in Baden-Baden. Auch im Ausstellungs- und Messebau war das Büro präsent, hier sticht insbesondere der Pavillon der Deutschen Glasindustrie für die Interbau heraus. 1965 erhielt er den Berliner Kunstpreis.

Bauten (in Berlin, falls nicht anders angegeben) 1948–1951: Wiederaufbau der Volksbühne Berlin (mit Franz-Heinrich Sobotka) 1948–1952: Umbau des ehemaligen Universum-Kinos von Erich Mendelsohn zum Kino Capitol 1952–1953, 1975–1977: Mensa 1 für die Freie Universität Berlin 1953–1955: Wohnhaus Karl-Heinz Krüger 1953–1973: Innenausbau für die Bücherstube Marga Schöller 1953: Erweiterung für den Titania-Palast 1956–1957: Berlin-Pavillon (Hansaviertel) 1956–1957: Pavillon der Deutschen Glasindustrie (mit Günter Ssymmank) 1956–1959, 1962–1964: Studentendorf Schlachtensee 1957–1959: Wohnhaus Rudolf Platte in Berlin-Dahlem (abgerissen) 1958–1960: Wohnhaus Dr. Günther 1958–1964: evangelische Paul-Gerhardt-Kirche (Berlin-Schöneberg) 1960–1961: Wohnhaus Ahrenkiel in Hürtgenwald 1960–1962: katholische Kirche St. Norbert 1961–1963: Verwaltungsgebäude der Firma Haas & Sohn 1961–1963: Wohnhaus Külüs-Gerber 1962–1963: Entwurf für das Wohnhaus Goetz in Ameno, Italien (verändert) 1964–1965: Wohnhaus Prawitz, Freiraumplanung von Hermann Mattern 1964: Erweiterung für das Wohnhaus Alwin Koch in Sinn (Hessen) 1964: Wohnhaus Stephan Donges in Sinn 1965–1966: Gemeindezentrum Alt-Schöneberg mit Superintendentur 1965–1968: Wohnhaus Schatz in Baden-Baden, (mit Günter Ssymmank) Freiraumplanung von Hermann Mattern 1965–1974: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 1966–1974: Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Freien Universität Berlin (mit Günter Ssymmank) 1968–1971: Wohnbebauung Hallesches Ufer 1968–1973: Friedhofskapelle in Tegel 1968: Bauten für eine Ausstellung über Adolf Loos 1974–1980: Schwesternwohnheim Hindenburgdamm 1975–1980: Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München 1975–1980: Wohnbebauung Zeli-Eck 1976–1980: Verwaltungsgebäude für die Europäische Südsternwarte in Garching 1976–1981: Wohnsiedlung „Am kleinen Messel“ 1978–1990: Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin 1984: Eternit-Ausstellungspavillon auf der Münchener Messe „Bau ’84“

Literatur Ulrich Conrads (Hrsg.), Manfred Sack (Hrsg.): Fehling + Gogel. Werkmomographie. In: Reissbrett 1: Eine Schriftenreihe der Bauwelt im Verlag Vieweg, 1981 Manfred Sack: Götter und Schafe. Über Häuser, Städte, Architekten. Kritiken und Reportagen. Birkhäuser, Basel 2000, S. 46 (Fehling & Gogel). Peter Gruss, Gunnar Klack, Matthias Seidel: Fehling + Gogel. Die Max-Planck-Gesellschaft als Bauherr der Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel. Jovis, Berlin 2009, ISBN 978-3-86859-050-0. Gunnar Klack: „Gebaute Landschaften. Fehling + Gogel und die organische Architektur: Landschaft und Bewegung als Natur-Narrative“. Bielefeld: Transcript 2015. ISBN 978-3-8376-3290-3. August Ludwig Degener, Walter Habel: Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. Schmidt-Römhild 1996, S. 334.

Weblinks

Werkverzeichnis der Architekten Fehling und Gogel mit Kurzbiografie Bauten von Fehling und Gogel für die Max-Planck-Gesellschaft

Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1996 Kategorie:Mann Kategorie:Träger des Berliner Kunstpreises