mini|Celia Cruz (1957) Celia Cruz (vollständiger Name Úrsula Hilaria Celia Caridad Cruz Alfonso,www.amhistory.si.edu Mother Cuba. Aufgerufen am 31. Januar 2014. vermutlich * 21. Oktober 1925 in Havanna; † 16. Juli 2003 in Fort Lee, New Jersey) war eine kubanisch-US-amerikanische Sängerin. Sie war eine der prominentesten Repräsentanten der kubanischen Musik des 20. Jahrhunderts. In ihrer mehr als 60 Jahre umfassenden Karriere nahm sie mehr als 70 Alben auf. Sie gilt als Queen of Salsa (La reina de la salsa) und als Ikone diverser sozialer Bewegungen. Cruz trägt außerdem den nach ihrem zum Salsa-Kult gewordenen Ausruf benannten Spitznamen Azúcar (Zucker).
Leben und Wirken mini|Mausoleum auf dem Woodlawn Cemetery in New York City Jugend Cruz wuchs in Barrio Santos Suarez, einem Arbeiterviertel in Havanna, als eines von 14 Kindern auf. Das Leben der Familie war von Armut geprägt. Bereits in frühen Jahren zeigte sich ihr musikalisches Talent. Sie hatte diverse Auftritte bei Schulaufführungen sowie auf Dorffesten. Bereits als Teenagerin wurde sie von ihrer Tante in Bars und Nachtclubs mitgenommen, wo sie das kubanische Musikbusiness kennenlernte. Ein Cousin ermutigte sie, an Talentwettbewerben teilzunehmen. Ihr Vater sah für sie eine Karriere als Lehrerin vor, unterstützte sie dann jedoch später.
Sonora Matancera mini|Autogrammkarte von 1957 1947 bekam sie einen Platz am Conservatory of Music in Kuba. Ihre erste große Inspiration wurde Paulina Álvarez. Etwa um diese Zeit wurde sie Sängerin der Tanzgruppe Las Mulatas del Fuego, die durch Lateinamerika tourte.
1950 schloss sie sich der Band La Sonora Matancera an, die für die kubanische Musik in etwa gleichbedeutend wie das Duke Ellington Orchestra für den Jazz ist. Dort ersetzte sie Myrta Silva als Hauptsängerin. Insgesamt blieb sie 15 Jahre bei der Gruppe und tourte extensiv durch die ganze Welt. Mit Sonora Matancera nahm sie zahlreiche Platten auf und wurde über die Jahre Aushängeschild der Gruppe. Dort lernte sie auch ihren Ehemann Pedro Knight kennen. Das Paar wanderte kurz vor der Kubanischen Revolution in die Vereinigten Staaten aus und weigerte sich nach Fidel Castros Machtergreifung in ihr Heimatland zurückzukehren. Stattdessen erwarben sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und ließen sich in New York nieder. Knight wurde ihr Manager. In New York trat sie häufig im Palladium auf. Nach dem Tod ihrer Mutter 1962 verbot die Regierung unter Fidel Castro ihr die Wiedereinreise zur Teilnahme an der Beerdigung., in: La Nación vom 27. Juli 2004, abgerufen am 19. November 2012 (spanisch)
Solokarriere 1965 verließ Celia Cruz Sonora Matancera zugunsten einer Band zusammen mit Tito Puente. Die beiden veröffentlichten acht Alben gemeinsam, die jedoch kommerziell wenig einträglich waren. Solo war sie bei Fania Records unter Vertrag, einem Sublabel von Vaya Records. Es folgten Kollaborationen mit Künstlern wie Oscar D'Leon, Cheo Feliciano und Hector Rodriquez. In den 1970er Jahren kombinierte sie kubanische Rhythmen mit Jazz.
An ihre alten Erfolge konnte sie jedoch erst 1974 anknüpfen, als sie zusammen mit Flötist und Bandleader Johnny Pacheco (und Mitbesitzer der Plattenfirma Fania) das Duo Celia & Johnny gründete. Deren gleichnamiges Album wurde ein großer Erfolg und der Song Quimbera ihr bis dato größter Erfolg und Signature Track. 1974 trat sie auf einem dreitägigen Festival in Kinshasa, Zaire, zusammen mit B. B. King, James Brown, The Spinners, Bill Withers und Miriam Makeba auf. Ursprünglich von Hugh Masekela als Vorprogramm für den als Rumble in the Jungle bekannt gewordenen Kampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman geplant, verletzte sich Ali kurz vorher am Auge, das Konzert fand jedoch trotz des verschobenen Kampfes statt. Das berühmt gewordene Konzert wurde im Film Soul Power dokumentiert. Anschließend trat sie als einzige weibliche Künstlerin mit den Fania All Stars auf. 1976 war sie Teil des Dokumentarfilms Salsa an der Seite von Willie Colon und Dolores del Río.
In den 1980ern veröffentlichte sie das Duett Loco de Amor mit David Byrne aus dem Film Gefährliche Freundin von Jonathan Demme. Im Jahre 1982 trat Celia Cruz beim großen Salsa-Konzert des West-Berliner Horizontefestivals "Horizonte – Festival der Weltkulturen" (Nr. 2, 1982) in der Berliner Waldbühne auf. 1992 spielte sie in dem Film Mambo Kings mit. Beide Beiträge machten ihre Musik auch einer jüngeren Generation bekannt. Eine weitere Rolle hatte sie im Film The Perez Family (1995). 1998 erschien das Album Duets mit einigen Duetten, unter anderem mit Willie Colón, Angela Carrasco, Oscar D'Leon, Jose Alberto "El Canario" und Ia India.
Tod Bis 2002 veröffentlichte Cruz weiter Musik und tourte durch die ganze Welt. Am 16. Juli 2002 hatte sie ihren letzten größeren Auftritt auf der Summer Stage im Central Park von New York City. Kurz darauf wurde bei ihr jedoch ein Gehirntumor festgestellt. Die anschließende Operation war nur zum Teil erfolgreich. Während ihrer Genesungsphase stürzte sie sich in die Arbeit an Regalo del Alma, ihrem letzten Studioalbum mit Sonora Matancera. Sie verstarb nach den Aufnahmen am 16. Juli 2003. Die Aufbahrung des Sarges erfolgte im Freedom Tower von Miami. Die Beerdigung fand vier Tage später in New York statt. Sie wurde dort auf dem Woodlawn Cemetery beigesetzt. Sie starb höchstwahrscheinlich im Alter von 80 Jahren, obwohl ihr Geburtsdatum Gegenstand unterschiedlicher Angaben war.
Musik und Bedeutung Celia Cruz hat mit ihrer Musik wesentlich zur Verbreitung der kubanischen Popularmusik beigetragen. Ihre Variationen der Salsa, des Rumba und des Bolero sind von ihrer kraftvollen, tiefen Alt-Stimme und ihrem einzigartigen rhythmischen Stil geprägt. In den 1960ern und 1970ern machte sie den Salsa populär. Dies gab ihr auch den Beinamen Queen of Salsa (La reina de la salsa); Celia trägt außerdem den nach ihrem zum Salsa-Kult gewordenen Ausruf benannten Spitznamen Azúcar (Zucker). Mit ihrer Karriere im vorher männerdominierten Salsa wurde sie damit auch eine feministische Ikone.
Daneben war sie auch prägend für den als AfroLatinidad bekannten Lebensstil (ähnlich dem Afroamerikaner), der Elemente ihres afrikanischen Ursprungs betonte, und zu jener Zeit nicht besonders populär war. Damit war sie auch integraler Bestandteil der Bürgerrechtsbewegung der Vereinigten Staaten in den 1960ern und 1970ern. Neben ihrer Musik waren auch ihre aufwendigen Konzertoutfits Markenzeichen ihrer Kunst. Einige ihrer Outfits sind heute Teil der Smithsonian-Collection im National Museum of African American History and Culture.
Ein wiederkehrendes Thema ihrer Lieder waren vor allem ihre ehemalige kubanische Heimat und die Traditionen ihres Landes, das sie 1960 aus politischen Gründen verlassen hatte. Sie gilt damit auch als Symbolfigur der Exil-Opposition gegen Fidel Castro. Bekannt wurde ihre Version des bekannten Songs Guantanamera, die im Wesentlichen von José Martí beeinflusst war und international bekannt durch Pete Seegers Version wurde. Weitere Klassiker sind die Anti-Rassismus-Hymne Bemba Colora (1966), Quimbara und Toro Mata (beide 1974) mit Johnny Pacheco sowie ihre Version des Salsa Klassikers Cucula (1983).
Eines ihrer letzten Soloalben ist Siempre Viviré (Ich werde immer leben) aus dem Jahr 2000. In diesem Album nahm sie mit dem Lied Por si Acaso no Regreso (Falls ich nicht zurückkehre) in einem sehr emotionalen Text endgültig Abschied von ihrer kubanischen Heimat.
Ihre Musik prägte Künstler mehrerer Dekaden, darunter so unterschiedliche Musiker wie Wyclef Jean, J Balvin, Gloria Estefan, Albita, Willy Chirino, Amara La Negra, Angélique Kidjo und Daymé Arocena. Kidjo widmete ihr 2019 eine Konzerttournee, auf der sie ausschließlich Songs von ihr spielte.
Celia Cruz gründete die auch heute noch aktive Celia Cruz Foundation in Miami, Florida, die Stipendien an lateinamerikanische Musikstudenten vergibt.
Privatleben mini|200px|Celia Cruz und Pedro Knight Von 1962 bis zu ihrem Tod war sie mit Pedro Knight, einem gebürtigen Kubaner und Bandkollegen bei der Sonora Matancera, verheiratet.theguardian.com
Auszeichnungen und Ehrungen Zwischen 1989 und 2004 (die letzte Auszeichnung erfolgte posthum) gewann sie mit ihren Musikaufnahmen insgesamt vier Grammy Awards, darunter einer für ihr Lebenswerk, und vier Latin Grammys.Past Winners Search, und Latin GRAMMY Winners. Auflistung der von Cruz gewonnenen Preise auf der Webseite der Recording Academy, abgerufen am 15. November 2013 (englisch) Sie war außerdem vierzehn Mal für einen Grammy nominiert. Zu ihren Auszeichnungen zählen des Weiteren der eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk von der Smithsonian Institution, eine National Medal of Arts, je ein Ehrendoktortitel der Yale University und der University of Miami. In Miami, Union City und in Teneriffa, Spanien wurden außerdem Straßen nach ihr benannt, in Hollywood ein Platz. 2011 widmete die Behörde United States Postal Service ihr zusammen mit Selena, Tito Puente, Carmen Miranda und Carlos Gardel eine Briefmarke.
1994 wurde sie zusammen mit Israel López in die Billboards Latin Music Hall of Fame aufgenommen, 1999 in die International Latin Music Hall of Fame.
Grammy Awards Jahr Titel Kategorie Status1979 Eternos Best Latin Recording nominiert1983 Tremendo Trio Best Tropical Latin Recording nominiert1985 De Nuevo nominiert1986 Homenaje A Beny More – Vol. III nominiert1987 The Winners nominiert1989 "Ritmo En El Corazon"gewonnen1992 Tributo a Ismael Rivera Best Tropical Latin Albumnominiert1993 Azúcar Negranominiert1995 Irrepetible Best Tropical Latin Performancenominiert 1997 Guantanamera (mit Wyclef Jean und Jeni Fujita) Best Rap Performance for a Duo or Groupnominiert 1998 Mi Vida Es Cantar Best Tropical Latin Performancenominiert2000 Celia Cruz and Friends: A Night of Salsa Best Salsa Albumnominiert2002 La Negra Tiene Tumbao nominiert2003 Regalo del Alma Best Salsa/Merengue Album gewonnen2016 Celia Cruz (posthum) Grammy Lifetime Achievement Award gewonnen
Latin Grammy Awards Jahr Titel Kategorie Status2000 Celia Cruz and Friends: A Night of Salsa Best Salsa Albumgewonnen2001 Siempre Viveré Best Traditional Tropical Albumgewonnen2002 "La Negra Tiene Tumbao" Record of the Yearnominiert Best Music Videonominiert La Negra Tiene Tumbao Album of the Yearnominiert Best Salsa Albumgewonnen2004 Regalo del Alma Best Salsa Album gewonnen
Weitere Auszeichnungen
Zu ihren Ehren strahlte Telemundo 2003 eine Tributshow namens Celia Cruz: Azucar! aus, die von Gloria Estefan und Marc Anthony moderiert wurde und Künstler wie Jose Feliciano, Patti Labelle, Gilberto Santa Rose, Arturo Sandoval, Luis Enrique und Gloria Gaynor auftraten. 2005 widmete das National Museum of American History ihr die Ausstellung Azucar!
2015 strahlten RCN Televisión und Telemundo eine von Fox Telecolombia produzierte Telenovela aus, die in 80 Folgen das Leben der Sängerin thematisierte. Celia Cruz wurde von Jeimy Osorio und Aymée Nuviola gespielt, die beide eine persönliche Verbindung zur Sängerin hatten.
Literatur Umberto Valverde: Reina rumba Celia Cruz. Editorial Universo México, 1982, ISBN 968-35-0142-7. (Spanisch; biografischer Roman) Celia Cruz, Ana Cristina Reymundo: Celia: my life. Rayo, New York 2004, ISBN 0-06-072553-2. (englisch)
Diskografie
Soloalben 1954: Celia Cruz (Seeco) 1956: Canta Celia Cruz (Seeco) 1964: Canciones Que Yo Queria Haber Grabado Primero (mit Orchester, Seeco) 1965: El Nuevo Estilo de la Guarachera (Seeco) 1965: Homenaje a Los Santos Vol. 2 (Seeco) 1966: Son Con Guaguancó (Tico Records) 1967: ... A Ti México (Tico Records) 1967: Bravo (Tico Records) 1968: La Excitante (Tico Records) 1968: Serenata Guajira (Tico Records) 1970: Etc. Etc. Etc. (Tico Records) 1971: Nuevos Exitos de Celia Cruz (Tico Records) 1972: Homenaje a los Santos (Seeco) 1990: Musica Santera (Seeco) 1992: Tributo a Ismael Rivera (Vaya Records) 1992: Azucar Negra (RMM Records) 1994: Irrepetible (RMM Records)