Neulewin ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Für sie ist das Amt Barnim-Oderbruch zuständig.

Geografie Die Gemeinde liegt im Oderbruch ca. zehn Kilometer östlich von Wriezen nahe der Oder.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Neulewin besteht aus folgenden Ortsteilen, bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen: Güstebieser Loose Neulewin mit den Gemeindeteilen Heinrichsdorf, Karlsbiese, Karlshof und Kerstenbruch Neulietzegöricke mit dem Gemeindeteil Ferdinandshof

Hinzu kommen die Wohnplätze Altlietzegöricker Loose, Brieseberg, Neukarlshof und Philippsberg.

Geschichte Im Zuge der Trockenlegung des Oderbruchs entstand Neulewin als Kolonistendorf mit 80 angesiedelten Familien. Die erste Kirche wurde als Fachwerkkirche mit Bretterverkleidung und Schindeldach bereits 1774 erbaut. Sie wurde 1841 durch eine neue Kirche ersetzt, die 1945 den Kämpfen im Oderbruch zum Opfer fiel.Unterwegs im Oderbruch, Tourismusverband Seenland Oder-Spree e. V. Neulewin war 1818 bis 1952 Teil des Landkreises Oberbarnim. Abweichend davon gehörten die heutigen Ortsteile Neulietzegöricke und Güstebieser Loose sowie die Gemeindeteile Karlshof und Karlsbiese bis 1945 zu der hauptsächlich rechts der Oder gelegenen, heute polnischen Neumark, zum Landkreis Königsberg Nm. Im Zuge der Kreisreform 1952 in der DDR kam Neulewin zum Kreis Bad Freienwalde im Bezirk Frankfurt/Oder. Nach der Wende wurden 1992 in Brandenburg Ämter gebildet, die die Verwaltungsaufgaben der amtsangehörigen Gemeinden wahrnahmen; Neulewin kam unter die Verwaltung des Amtes Wriezen-Land, das bereits 1994 in Amt Barnim-Oderbruch umbenannt wurde. Mit der Kreisreform 1993 kamen das Amt Barnim-Oderbruch und damit die Gemeinde Neulewin zum Landkreis Märkisch-Oderland.

Eingemeindungen

Die Gemeinde Heinrichsdorf wurde am 1. Januar 1957 nach Kerstenbruch eingemeindet, das am 1. März 1974 nach Neulewin eingemeindet wurde. Die Gemeinde Karlshof wurde am 1. Januar 1974 nach Neulietzegöricke ein- und am 1. April 1991 nach Neulewin umgemeindet.

Am 26. Oktober 2003 schlossen sich Neulewin und Neulietzegöricke zur neuen Gemeinde Neulewin zusammen. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Güstebieser Loose durch Gesetzesbeschluss eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 211 1890 1 040 1910 895 1925 798 1933 748 1939 684 Jahr Einwohner 1946 641 1950 759 1964 703 1971 674 1981 777 1985 760 Jahr Einwohner 1990 744 1995 750 2000 702 2005 1 086 2010 971 2015 921 Jahr Einwohner 2020 917 2021 932 2022 939 2023 930 2024 934 2025 921 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 30–33Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Neulewin besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Liste Lietze, Neulewin, Güstebiese 45,2 % 4 42,2 % 4 Karnevalsclub Neulewin 25,4 % 3 25,1 % 3 Pro Gemeinde Neulewin – – 22,3 % 2 Einzelbewerber René Horoba – – 7,1 % – Einzelbewerber Göran Jahn – – 3,2 % – Wählergruppe Güstebieser Loose 21,7 % 2 – – Einzelbewerberin Christine Reichmuth 7,7 % 1 – – Insgesamt 100 % 10 100 % 9

René Horoba gewann am 9. Juni 2024 bei der Wahl der Gemeindevertretung einen Sitz. Da er am 5. September 2024 durch die Gemeindevertretung zum Bürgermeister gewählt wurde, bleibt nach § 60 (3) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 60 sein Sitz als Gemeindevertreter unbesetzt.

Bürgermeister 1982–1992: Friedrich-Wilhelm Masche 1993–2003: Christine Reichmuth 2003–2019: Horst WilkeKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 26 2020–2024: Kerstin Herrlich seit 2024: René Horoba

Für die Neuwahl des Bürgermeisters am 26. Mai 2019 fand sich kein Bewerber.Kein Mensch regiert in Neulewin. In: Die Zeit, 20. Januar 2020. Entsprechend dem Brandenburgischen KommunalwahlgesetzBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 72 (5) wählte die Gemeindevertretung am 29. Januar 2020 aus ihrer Mitte Kerstin Herrlich zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin.Neulewin hat zum ersten Mal eine Bürgermeisterin. In: Märkische Oderzeitung, 31. Januar 2020.

Auch 2024 fand sich für die Bürgermeisterwahl kein Bewerber. Daher wählte die Gemeindevertretung am 5. September 2024 ihr Mitglied René Horoba zum neuen Bürgermeister.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Neulewin Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Sehenswürdigkeiten mini|Vierseithof Neulietze In der Liste der Baudenkmale in Neulewin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Verkehr Neulewin liegt an der Landesstraße L 34 zwischen dem Ortsteil Güstebieser Loose und Gottesgabe (an der Bundesstraße B 167).

Seit dem 20. Oktober 2007 verkehrt nach 62 Jahren wieder eine Fähre über die Oder vom Ortsteil Güstebieser Loose zur polnischen Ortschaft Gozdowice (deutsch Güstebiese). Die in Gozdowice stationierte Schaufelradfähre hat eine Betriebserlaubnis von Anfang April bis Ende Oktober und kann Fußgänger, Radfahrer und jeweils bis zu sechs PKW aufnehmen.

Die Bahnhöfe Neulewin, Kerstenbruch und Heinrichsdorf lagen an der Bahnstrecke Fürstenwalde–Wriezen, die 1966 stillgelegt wurde.

Persönlichkeiten Wolfgang Gaschütz (1920–2016), Mathematiker; geboren im Ortsteil Karlshof Sophie Natuschke (* 1950), Grafikerin und Malerin, lebt in Neulewin

Literatur

Weblinks

Gemeinde Neulewin beim Amt Barnim-Oderbruch

Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Neulewin

Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg von 1875 bis 2005 PDF Bildung des Amtes Wriezen-Land. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 7. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 47, 10. Juli 1992, S. 890. Änderung des Namens des Amtes Wriezen-Land. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. September 1994. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 5. Jahrgang, Nummer 70, vom 5. Oktober 1994, S. 1430. Bildung einer neuen Gemeinde Neulewin. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. Februar 2003. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 14. Jahrgang, Nummer 9, 5. März 2003, S. 276 PDF Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5. GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 82), geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 10, S. 187)

Kategorie:Ort im Landkreis Märkisch-Oderland