mini|Amazon.com-Gründer Jeff Bezos (2016) mini|Day 1 Tower von Amazon.com in Seattle Amazon.com, Inc. (kurz Amazon, deutsche Aussprache [], englisch []) ist ein börsennotierter US-amerikanischer, global agierender Onlineversandhändler mit einer breit gefächerten Produktpalette. Nach eigenen Angaben hat Amazon als Marktführer des Handels im Internet die weltweit größte Auswahl an Büchern, CDs und Videos. Über die integrierte Verkaufsplattform Marketplace können auch Privatpersonen oder andere Unternehmen im Rahmen des Onlinehandels neue und gebrauchte Produkte anbieten. Unter eigener Marke werden der Amazon Kindle als Lesegerät für elektronische Bücher, der Tabletcomputer Amazon Fire HD sowie die Kids+ Version, ehemals Amazon Kids, außerdem die Set-Top-Box Fire TV sowie der HDMI-Stick Fire TV Stick und das Spracherkennungssystem Echo vertrieben. Über Amazon Web Services ist das Unternehmen zudem einer der führenden Dienstleister für Cloud-Computing.

Amazon erzielte 2025 einen Umsatz von 716,9 Milliarden US-Dollar und ist damit gemessen am Umsatzvolumen das größte Unternehmen weltweit. Deutschland trägt 45,9 Milliarden US-Dollar (6,4 %) zum Umsatz bei und ist damit hinter den USA das zweitwichtigste Land für das Unternehmen. In Deutschland ist Amazon das umsatzstärkste US-Unternehmen.

Mit einer Marktkapitalisierung von 2,9 Billionen US-Dollar (Stand: Mai 2026) zählt Amazon zu den fünf wertvollsten Unternehmen der Welt.

Geschichte Amazon.com, Inc. ist eine Gründung des Informatikers Jeff Bezos. Die Idee eines elektronischen Buchgeschäfts entstand zusammen mit dem Investor David E. Shaw, als Bezos in dessen Finanzunternehmen D. E. Shaw & Co. arbeitete. 1994 verließ er es, um die Idee allein weiterentwickeln zu können, und gründete noch im selben Jahr das Stammhaus, das US-amerikanische Mutterunternehmen Amazon.com, im US-Bundesstaat Washington als Onlinebuchhandlung (online bookstore). Im Juli 1995 verkaufte das Unternehmen auf seiner Internetplattform sein erstes Buch: Douglas R. Hofstadters Werk Fluid Concepts and Creative Analogies: Computer Models of the Fundamental Mechanisms of Thought.History & Timeline von Amazon Corporate IR vom Juli 2012. Hierzu lud er 300 Freunde und Bekannte ein, seine Schöpfung zu testen. In den ersten vier Wochen verschickte das Unternehmen Bücher an Kunden in allen 50 US-Bundesstaaten und in mehr als 45 weitere Länder, im zweiten Monat lag der wöchentliche Umsatz bereits über 20.000 US-Dollar.Josh Spiro: The Great Leaders Series: Jeff Bezos, Founder of Amazon.com auf inc.com vom 23. Oktober 2009. Im Oktober 1995 öffnete sich die Plattform mit der URL amazon.com der breiten Öffentlichkeit. auf urlwire.com vom 4. Oktober 1995. Ursprünglich wollte Bezos sein Unternehmen Relentless nennen (englisch für „unbarmherzig“, „unerbittlich“, „gnadenlos“); Freunde sollen ihm jedoch davon abgeraten haben. Die URL www.relentless.com ist weiterhin Amazon zugeordnet.Jeff Bezos – Eine Biografie zeigt den Amazon-Gründer als Mister Gnadenlos, format.at, Artikel vom 11. November 2013, abgerufen am 25. Juli 2014.whois – relentless.com. Abgerufen am 25. Juli 2014. Bereits 1996 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 15,7 Millionen US-Dollar und es steigerte ihn 1997 auf 147,8 Millionen Dollar.Gary Rivlin: A Retail Revolution Turns 10. In: The New York Times vom 27. Juli 2012. Der Börsengang von Amazon erfolgte am 15. Mai 1997 während des Dotcom-Booms.

Das Jahr 1998 war durch die Gründung von ersten internationalen Websites gekennzeichnet. Mit der Übernahme des Unternehmens Telebook Inc. – im April 1998 verkauften die Eigentümer den Mutterkonzern ABC-Bücherdienst GmbH, den damals führenden deutschen Internetversandbuchhändler und Onlinepionier, an Amazon für einen zweistelligen Millionenbetrag – trat Amazon in den deutschen Absatzmarkt ein. Damals hatte Telebuch.de Niederlassungen in Spanien, den USA und Namibia. In Deutschland war das Unternehmen Marktführer im Online-Buchhandel. Zum 15. Oktober 1998 wurde die Seite telebuch.de umbenannt in amazon.de.Michael Hufelschulte: Amazon.de eröffnet offiziell seine Homepage. In: Computerwoche, 15. Oktober 1998.

2004 übernahm Amazon die chinesische E-Commerce-Website JOYO. Mit dem erfolgreichen Antrag von JOYO Anfang 2016, in den USA als Seefrachtdienstleister tätig zu werden, machte Amazon einen Schritt zur weiteren Reduzierung seiner Logistikkosten. 18. Januar 2016. Seit 2006 entwickelt Amazon Web Services (AWS) Infrastrukturdienstleistungen zunächst für andere Unternehmen. Ab dem Jahr 2012 wurden diese Dienste mit der Technologie des Cloud Computing auch für private Nutzer angeboten. Im Juli 2009 übernahm Amazon für rund 850 Millionen Dollar den Onlineschuhladen Zappos. Amazon kündigte an, den Kaufpreis mit eigenen Aktien im Wert von 807 Millionen Dollar zu begleichen, zusätzlich mit 40 Millionen Dollar in bar für die Zappos-Beschäftigten.Amazon schluckt Internet-Schuhhändler Zappos. In: Finanznachrichten.de, 22. Juli 2009.

2011 übernahm Amazon den Onlinebuchhändler The Book Depository Ltd. und damit den größten Wettbewerber innerhalb Großbritanniens.Chally Kacelnik: Amazon has eaten our beloved Book Depository. In: guardian.co.uk, 9. Juli 2011. Abgerufen am 17. Februar 2013. Amazon ist neben entsprechenden Angeboten auf der eigenen Plattform auch durch AbeBooks auf dem Gebrauchtbuchmarkt tätig. AbeBooks wurde 2008 von Amazon übernommen.Amazon schließt Übernahme von Abebooks ab. In: Börsenblatt, 2. Dezember 2008, abgerufen am 17. Februar 2013. AbeBooks übernahm 2011 außerdem das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB).Abebooks übernimmt das ZVAB. In: Börsenblatt, 2. März 2011, abgerufen am 17. Februar 2013. Dies wird ergänzt durch die 2005 übernommenen Vorläuferfirmen des Online-Publishers CreateSpace.com, der mit Sitz in North Charleston (USA) seit 2009 als Independent Publishing Platform die Selbstpublikation von Büchern als Print- und E-Book-Ausgaben sowie von Datenträgern für Musik- und Filmaufnahmen angeboten hatte.About CreateSpace Zu Entwicklung und Geschichte von CreateSpace (englisch). Seit Ende 2018 sind die Dienste innerhalb von Amazon.com übergegangen an Kindle Direct Publishing. Die Marke CreateSpace scheint nach derzeitigem Stand nicht mehr genutzt zu werden.

Seit Mai 2011 war Javari.de ein Tochterunternehmen von Amazon Online. Javari war ein Premiumanbieter für Schuhe, Handtaschen und Accessoires und sollte ursprünglich als Konkurrenz zur Onlinehandelsplattform Zalando etabliert werden. Das Sortiment von Javari wurde zum 25. Juni 2014 in das Fashion-Angebot integriert. Im März 2012 übernahm Amazon Kiva Systems, einen Anbieter für Lagerhaus-Automation, für 775 Millionen US-Dollar.Evelyn M. Rusli: Amazon.com to Acquire Manufacturer of Robotics. In: The New York Times, 19. März 2012 (englisch). Im August 2012 wurde bekannt, dass Amazon unter der Firma Amazon Game Studio ein Unternehmen gegründet hat, dessen Zweck die Entwicklung und Vermarktung von Browserspielen ist. Gleichzeitig wurde bereits das erste Spiel mit dem Namen Living Classics auf Facebook veröffentlicht. Nutzer müssen in diesem zahlreiche bewegliche Objekte in animierten Landschaften aufspüren, die wiederum im Stil eines Cartoons gestaltet sind. Im Frühjahr 2013 wurde zudem der Internet-Buchclub Goodreads für 150 Millionen US-Dollar übernommen.

Am 2. Dezember 2013 gab Jeff Bezos in einem CBS-Interview bekannt, dass Amazon unter dem Label Prime Air die Auslieferung von Bestellungen mit Rotor-Drohnen (Logistikdrohne) plane. Die vorgesehenen Oktokopter könnten eine Nutzlast von maximal 2,5 Kilogramm transportieren. Die Reichweite betrüge 16 Kilometer. Experten zufolge sei dies aber nach jetzigem Stand weder technisch noch rechtlich realisierbar. In Deutschland ist der Einsatz ziviler Drohnen außerhalb der Sichtweite des Piloten nach derzeitiger Rechtslage nicht zulässig. Trotzdem folgte auf die Bekanntmachung ein großes Medienecho.

Ende August 2014 stellte sich heraus, dass Amazon das Unternehmen Twitch für 970 Millionen US-Dollar übernommen hatte.

Seit 2015 bietet Amazon mit seinem Print-On-Demand-Service für T-Shirts, Handyhüllen und andere Produkte den Service Merch by Amazon an.

Mitte Januar 2017 kündigte Amazon an, bis Mitte 2018 die Zahl seiner Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten um 100.000 auf mehr als 280.000 zu erhöhen.Amazon kündigt 100.000 neue Jobs in den USA an. Welt Online, 12. Januar 2017. Im Juni 2017 folgte die Bekanntgabe, die weltgrößte Biosupermarktkette Whole Foods Market zu übernehmen. Im November 2018 wurde bekannt, dass das Unternehmen zwei weitere Zentralen an der US-Ostküste plane, darunter eine in Long Island City im New Yorker Stadtbezirk Queens.

Im Dezember 2020 gingen Amazon und Sky eine Partnerschaft ein. Sky wird auf allen Plattformen die Amazon-Prime-Video-App integrieren und Geräte mit Amazon Fire TV werden das Streamingangebot Sky Ticket unterstützen.

Im Januar 2021 erwarb Amazon elf Boeing 767-300, um die eigene Flugzeugflotte, die bis dahin aus geleasten Frachtflugzeugen bestand, um eigene Flugzeuge zu erweitern.

Ende Mai 2021 wurde bekannt, dass Amazon für 8,45 Milliarden US-Dollar das Hollywoodstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) übernimmt. Dadurch erwirbt das Unternehmen die größte Filmsammlung von allen Studios bzw. die Rechte an den darin enthaltenen rund 4000 Filmen.ssu/AFP/dpa: Neue Heimat für James Bond. Amazon kauft berühmtes Hollywoodstudio MGM. In: Der Spiegel. 26. Mai 2021, abgerufen am 26. Mai 2021. Am 5. Juli 2021 (dem Gründungstag des Unternehmens) gab Bezos sein Amt als Vorstandsvorsitzender auf und übergab die Konzernspitze an seinen Nachfolger Andy Jassy. Bezos wird jedoch geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats bleiben.

Im Januar 2022 gab Vorstandschef Andy Jassy die Streichung von über 18.000 Stellen bekannt. Es handelt sich dabei um den ersten größeren Personalabbau in der Geschichte des Konzerns.Amazon streicht mehr als 18.000 Stellen. In: horizont.net vom 5. Januar 2023. Am 28. Oktober 2025 gab das Unternehmen Pläne bekannt, die Belegschaft in der Unternehmenszentrale um 14.000 Stellen zu reduzieren. Insgesamt ist in Phasen der Abbau von einem Zehntel aller Stellen geplant.

Anfang 2026 befand sich Amazon in Gesprächen über eine Investition in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar in OpenAI. Amazon ist gleichzeitig auch ein Großinvestor in den Konkurrenten Anthropic und investiert massiv in KI-Infrastruktur. Im Februar 2026 gab Amazon bekannt, dass das Unternehmen im Rahmen eines Plans zum Bau von Rechenzentren in Louisiana voraussichtlich 12 Milliarden US-Dollar in diesen Bundesstaat investieren werde. Dadurch sollen 540 Vollzeitstellen geschaffen werden. Laut einer Analyse von Bridgewater Associates werden Amazon, Meta, Alphabet und Microsoft im Jahr 2026 voraussichtlich insgesamt rund 650 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der KI-Infrastruktur investieren.

+ Geschäfts- und Mitarbeiterentwicklung Jahr Mitarbeiter Umsatzin Mio. US-$ Jahresüberschussin Mio. US-$ 2004 6.921 588 2005 8.489 359 2006 10.713 190 2007 17.000 14.838 476 2008 20.700 19.171 645 2009 24.300 24.512 902 2010 33.700 34.203 1.152 2011 56.200 48.082 631 2012 88.400 61.092 −39 2013 117.300 74.452 345 2014 154.100 88.988 −278 2015 230.800 107.006 618 2016 341.400 135.987 2.467 2017 566.000 177.866 3.027 2018 647.500 232.887 10.073 2019 798.000 280.522 11.588 2020 1.298.000 386.064 21.331 2021 1.608.000 469.822 33.360 2022 1.541.000 513.983 −2.722 2023 1.500.000 574.785 30.425 2024 1.556.000 637.959 59.24820251.576.000716.92477.670

Internationale Präsenz und Standorte mini|Einblick in das spanische Logistikzentrum von Amazon España in San Fernando de Henares bei Madrid (2013) zentriert|mini|400x400px|Amazon Präsenz weltweit +Umsatz nach Land (2025)LandAnteil68,3 %6,4 %6,0 %4,3 %Sonstige15,0 %