mini|(Konserven)dosen aus Aluminium oder Weißblech sind eine weit verbreitete Verpackungsform für Lebensmittel und Flüssigkeiten
Als Verpackung (in der Kaufmannssprache auch (französisch) Emballage genannt; ) wird allgemein die äußere Hülle bzw. (die teilweise oder vollständige) Umhüllung einer Sache oder Sachgesamtheit insbesondere zu deren Schutz oder zur besseren Handhabung bezeichnet. Zugleich beschreibt der Begriff auch den Vorgang des Verpackens bzw. des Verpacktwerdens.
Vorbild aus der Natur für Verpackungen ist die Fruchtschale. Als Verpackung wird die Gesamtheit der Packmittel und Packhilfsmittel bezeichnet, um das Packgut, Personen und die Umwelt zu schützen.Günter Bleisch/Horst-Christian Langowski/Jens-Peter Majschak, Lexikon Verpackungstechnik, 2014, S. 543. Packgut ist der Inhalt einer VerpackungGünter Bleisch/Horst-Christian Langowski/Jens-Peter Majschak, Lexikon Verpackungstechnik, 2014, S. 341., das fertig verpackte Produkt ist das Packstück. Im Handel ist die Verpackung die äußere Umhüllung einer Ware zu deren Schutz bis zu ihrem Verbrauch oder Gebrauch.Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), Gablers Wirtschafts-Lexikon, Band 6, 1984, Sp. 1948 ff.; ISBN 3-409-30383-9. Weitere Funktionen der Verpackung sind die Inhaltsbeschreibung und Werbung. Packung ist die Einheit von Verpackung und Packgut:Günter Bleisch/Horst-Christian Langowski/Jens-Peter Majschak, Lexikon Verpackungstechnik, 2014, S. 350.
Packmittel und Packhilfsmittel ergeben zusammen die Verpackung. Die Verpackung und ihr Inhalt, das Packgut, werden als Packung bezeichnet.
Design for Recycling bedeutet, dass beim Verpackungsdesign nicht nur ästhetische und funktionale Aspekte berücksichtigt werden, sondern auch der gesamte Lebenszyklus der Verpackung analysiert wird.
Rechtsgrundlagen Das im Januar 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz (VerpackG) stellt die Produktverantwortung von Produzenten und Handel in den Mittelpunkt und zielt darauf ab, die Auswirkungen von Verpackungsabfällen auf die Umwelt zu vermeiden oder zu verringern ( Abs. 1 VerpackG). Verpackungen sind nach Abs. 1 VerpackG aus beliebigen Materialien hergestellte Erzeugnisse zur Aufnahme, zum Schutz, zur Handhabung, zur Lieferung oder zur Darbietung von Waren, die vom Rohstoff bis zum Verarbeitungserzeugnis reichen können, vom Hersteller an den Vertreiber oder Endverbraucher weitergegeben werden und die als Verkaufs-, Service- oder Versandverpackungen dienen. Im Januar 2022 wurden die gesetzlich vorgegebenen Recyclingquoten für Verpackungen weiter erhöht und liegen für Glas, eisenhaltige Metalle, Aluminium und Papier, Pappe und Karton bei 90 %. Getränkekartonverpackungen müssen zu 80 % sowie sonstige Verbundverpackungen zu 70 % dem Recycling zugeführt werden. Bei Kunststoffverpackungen müssen 63 % der werkstofflichen Verwertung zugeführt werden. Diese Verwertungsvorgaben des VerpackG beziehen sich nur auf Verpackungsabfälle, die in Zuständigkeit der dualen Systeme gesammelt und verwertet werden.
In Abs. 1 MessEG gelten Fertigpackungen als Verpackungen beliebiger Art, in die in Abwesenheit des Käufers Erzeugnisse abgepackt und die in Abwesenheit des Käufers verschlossen werden, wobei die Menge des darin enthaltenen Erzeugnisses ohne Öffnen oder merkliche Änderung der Verpackung nicht verändert werden kann. Offene Packungen werden in Abwesenheit des Käufers abgefüllt (§ 42 Abs. 2 Nr. 1). Alle übrigen Waren, insbesondere Frischwaren (Brot, Brötchen oder Kuchen in der Bäckerei, Fleisch und Wurst in der Metzgerei) sind unverpackt und werden erst in Anwesenheit des Käufers verpackt.
Arten Viele Produkte, insbesondere Lebensmittel, können ohne eine geeignete Verpackung nicht gelagert, verteilt oder verkauft werden. Eine Verpackung bildet dabei unter anderem aus einer oder mehreren Produkteinheiten eine logistische Einheit (; siehe Glossar der Logistik) und unterstützt damit die jeweiligen Ablaufprozesse in Logistik und Handel.
Verpackungen können nach folgenden Aspekten unterteilt werden: Nach Verwendungszweck Bulk In einer Bulk- oder OEM-Verpackung () ist in der Regel ein einzelner Artikel als Teil einer größeren Verpackungseinheit ohne eine separate Umverpackung enthalten. Dabei handelt es sich um eine En-gros-Verpackung eines Herstellers von fertigen Komponenten oder Produkten, welche in dessen eigenen Fabriken produziert wurden, aber nicht von ihm selbst einzeln in den Handel gebracht werden, sondern in größeren Sammeleinheiten über Großhandelsstationen verteilt werden.
Geschenkverpackung mini|Geschenkverpackung von Panettone in Lugano an Weihnachten Eine Geschenkverpackung wertet einen Gegenstand optisch auf, um dem Empfänger eines Geschenkes die durch den Schenkenden entgegengebrachte Wertschätzung auszudrücken. Bei Geschenkverpackungen kommen zumeist zusätzliche Verzierungen zum Einsatz. Die verwendeten Formen und Farben richten sich nach dem Anlass. Ein wichtiges Moment ist bei Geschenkverpackungen zusätzlich häufig das bewusste Verhüllen des Geschenks, so dass der geschenkte Gegenstand noch im Verborgenen bleibt und so das Auspacken auch eine Überraschung mit sich bringt.
Nachfüllpackung Nachfüllpackungen sind Verpackungen, deren Inhalt zum Auffüllen einer ursprünglichen Verpackung für gleiches Packgut nach deren vollständigem oder teilweisen Entleeren durch den Verbraucher vorgesehen ist.Günter Bleisch/Horst-Christian Langowski/Jens-Peter Majschak, Lexikon Verpackungstechnik, 2014, S. 325 Mogelpackungen täuschen den Verbraucher mittels ihrer Gestaltung über die Füllmenge, bessere Produktqualität oder einen höheren Nutzen.Günter Bleisch/Horst-Christian Langowski/Jens-Peter Majschak, Lexikon Verpackungstechnik, 2014, S. 323
Retailverpackung mini|Verpackung von runden Nürnberger Lebkuchen in Kartons Als Retailverpackung bezeichnet man eine Umverpackung, welche für den Einzelverkauf im Handel vorgesehen ist (Einzelhandelsversion). Retailverpackungen besitzen neben ihrer Schutzfunktion weitere Funktionen wie beispielsweise eine Fläche für Informationen oder Werbebotschaften.
Transportverpackung Transportverpackungen dienen ausschließlich dem Transport der Ware (z. B. Transportpaletten, Stretchfolien und Umreifungsbänder).
Umverpackung Im Handel ist die Umverpackung ein Vorgang, bei dem Waren in kleineren Mengen oder beim Abverkauf eine neue, verbraucherfreundliche Verpackung erhalten.Anna Figiel, Transportmanagement in der schnelldrehenden Konsumgüterindustrie, 2016, S. 174 Außerdem umschließt eine Umverpackung (Umkarton) die Verkaufsverpackung als zweite Schicht mit zusätzlicher Schutzfunktion.
Verkaufsverpackung mini|Verkaufsverpackung einer MicroSD-Speicherkarte für den asiatischen Markt Verkaufsverpackungen werden dem Endverbraucher als Verkaufseinheit aus Ware und Verpackung angeboten (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 VerpackG). Eine Verkaufsverpackung unterstützt die Haltbarkeit einer Ware und dient ihrem Schutz auf dem Weg vom Handel bis zum Endverbraucher.
Unterarten hiervon sind die Serviceverpackungen, welche die Übergabe von Waren an den Endverbraucher ermöglichen oder unterstützen (§ 3 Abs. 1 Nr. 1a VerpackG), und Versandverpackungen, welche den Versand von Waren an den Endverbraucher ermöglichen oder unterstützen (§ 3 Abs. 1 Nr. 1b VerpackG). Beispiele sind Tragetaschen aus Papier, Jute (Jutebeutel) oder Kunststoff (Plastiktüten).
Beschaffenheit des Packguts Verpackungen sind Produkte aus unterschiedlichen Werkstoffen, die sich am Packgut orientieren und als Behältnis, zur Handhabung, Lieferung, Präsentation oder zum Schutz von Waren aller Art dienen und vom Hersteller den Waren zugefügt werden. Je nach Beschaffenheit der Waren gibt es individuelle Packmittel wie insbesondere Beutel, Blister, Flaschen, Konservendosen, Säcke, Schachteln, Schutzfolien, Sprühdosen, Tetra Paks, Tuben, Tüten, Vakuumverpackungen oder Wursthüllen.Günter Bleisch/Horst-Christian Langowski/Jens-Peter Majschak, Lexikon Verpackungstechnik, 2014, S. 541 Handelsüblich wird auch Leihverpackung verwendet, die vom Verbraucher über ein Pfandsystem zurückgegeben werden kann (z. B. Pfand auf Getränkebehälter).Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), Gablers Wirtschafts-Lexikon, Band 6, 1984, Sp. 1949
Häufigkeit der Verwendung Verpackungen werden entweder nur einmal verwendet und durch Öffnen unbrauchbar (viele Lebensmittelverpackungen) oder sind mehrfach verwendbar (Butterdose, Zigarettenschachteln).
Mehrweg Mehrwegverpackungen sind Verpackungen, die dazu konzipiert und bestimmt sind, nach dem Gebrauch mehrfach zum gleichen Zweck wiederverwendet zu werden und deren tatsächliche Rückgabe und Wiederverwendung durch eine ausreichende Logistik ermöglicht sowie durch geeignete Anreizsysteme, in der Regel durch ein Pfand, gefördert wird (§ 3 Abs. 3 VerpackG).
Einweg
Einwegverpackungen sind als Verpackungen zur einmaligen Nutzung definiert, die keine Mehrwegverpackungen sind (§ 3 Abs. 4 VerpackG). Hersteller von mit Getränken befüllten Einweggetränkeverpackungen, wie Getränkedosen und PET-Flaschen, sind verpflichtet, von ihren Abnehmern ein Pfand auf Getränkebehälter in Höhe von mindestens 0,25 Euro einschließlich Umsatzsteuer je Verpackung zu erheben; das Pfand ist von jedem weiteren Vertreiber auf allen Handelsstufen bis zur Abgabe an den Endverbraucher weiterzugeben ( Abs. 1 VerpackG).
Zahlreiche Verpackungsartikel aus Verbundstoffen, wie Getränkekartons, Tetra Paks oder sonstige Trinktüten (z. B. Capri-Sun oder Dreh und Trink), werden jedoch nicht von diesen Vorgaben erfasst und dürfen daher pfandfrei angeboten werden, obwohl sie in Einwegverpackungen angeboten werden.
Funktionen mini|links|Verpackung Leica-Kamera M3; 1954 Schutz mini|Verpackung Leica-Kamera M8 2008; 2010 Eine Verpackung soll vornehmlich die Ware selbst vor Umwelteinflüssen, Beschädigung, Verunreinigung und (Mengen-)Verlust schützen. Daneben schützt sie auch die das Material handhabenden Menschen vor Verletzungen, z. B. bei scharfkantigen, spitzen oder giftigen Gegenständen. Weiterhin werden das Transportmittel, die Umwelt und die anderen Waren vor Beschädigungen etwa durch auslaufende Flüssigkeiten geschützt. Ein weiterer Aspekt ist die Konservierung von Lebensmitteln, zum Beispiel durch luftdichte oder -leere Verpackungen. Der Einsatz aseptischer Abfülltechniken, sterilen Befüllens, von Schutzgas- oder Vakuumverpackungen sind gängige Methoden.
Durch entsprechende Gestaltung der Verpackung (Verschlüsse, Versiegelung, Fertigpackungen) kann auch ein größerer Schutz vor Manipulationen und Diebstählen erreicht werden.
Verbergen und Überraschungseffekt Gerade bei Geschenkverpackungen ist das bewusste Verhüllen des Geschenks eine wichtige Funktion, so dass der geschenkte Gegenstand noch im Verborgenen bleibt und so das Auspacken auch eine Überraschung mit sich bringt.
Funktionen beim Verkauf und bei der Nutzung durch den Endverbraucher Dosierung bzw. Entnahme mini|Reinigungsmittel zur besseren Handhabbarkeit (Handling) mit einem Handgriff versehen. Kunststoffgebinde als Flasche ausgeformt und Deckel zur angemessenen Abmessung der Flüssigkeit benutzbar Viele Packgüter werden mittels ihrer Verpackung für die beabsichtigte Endanwendung dosiert. Die Verpackung enthält oder ist selbst ein Hilfsmittel zum entsprechenden Dosieren (Deckel von Putzmittelflaschen; kleine Messbehälter in Waschmittelpulver-Kartons). Auch werden Lebensmittel häufig direkt aus einer Verpackung entnommen und konsumiert (Bierflasche, Schokoladenriegel, Eis).
Kommunikation Die Kaufentscheidung für eine bestimmte Verpackung dient heutzutage mehr denn je der möglichst schnellen und einfachen, erinnerbaren, nachhaltigen Identifikation eines Produktes auf dem Markt. Sie muss die sogenannte Persönlichkeit des Produktes und der betroffenen Marke vermitteln und dient vor allem auch der Abgrenzung zu Konkurrenzprodukten. Die Vermittlung eines Zusatznutzens () ist eine weitere wichtige Kommunikationsfunktion der Produktverpackung.
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