mini|263x263px|Wappenlöwe Dudeldorf (früherer Name: Dudelonis villa) ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.
Geographie Lage Die Ortsgemeinde liegt in der Eifel. Der Boden in Dudeldorf ist sehr lehm-, an manchen Stellen sogar tonhaltig, und zieht deswegen auch sehr viel Wasser an. Dudeldorf liegt in einer Talsenke und wird von mehreren Bächen durchzogen. Der längste von ihnen ist der Langebach, welcher Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zur Fischerei (überwiegend Bachforellen), zum Gerben von Leder und durch Mühlen genutzt wurde. Die anderen Bäche – Zwergenbach, Birkenhofgraben, Magelterbach und Langwiesgraben – sind sehr kurz und schmal. Der Wald von Dudeldorf Im Kallen oder Im Märchen ist in der Saison ein beliebtes Ziel von Radfahrern oder Wanderern.
Auf dem Gemeindegebiet liegt der Auelberg, südlich davon verläuft der Auelbach/Spanger Bach.
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Dudeldorf und Ordorf; Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Birkenhof, Eicherhof, Föhringsmühle, Heschhof, Pfalzhof, Rothmühle, Hotel im Märchen, Marschelter Mühle, Schälertshof und Wiesenhof.
Straßen In Dudeldorf werden 37 verschiedene Straßennamen geführt. Sie lauten: Am Alten Sägewerk, Am Kollenberg, Am Mühlenberg, Auf dem Ritten, Bademer Straße, Bauersgasse, Bergstraße, Birkenhof, Brückenstraße, Eicherhof, Föhringsmühle, Gartenstraße, Gewerbegebiet, Gondorfer Straße, Hauptstraße, Herforster Pfad, Herforster Straße, Herrengasse, Heschhof, Hotel im Märchen, Im Brühl, Kapellenstraße, Kirchstraße, Kollenbergstraße, Langmauer, Marschelter Mühle, Mettericher Straße, Ordorfer Straße, Pfalzhof, Philippsheimer Straße, Pickließemer Straße, Ringstraße, Rothmühle, Schälertshof, Schulstraße, Spanger Straße und Wiesenhof.Straßentabellen auf kommwis.de
Trivia: eine Dudeldorfer Straße gibt es jeweils in den Ortsgemeinden Gondorf, Metterich, Spangdahlem, Binsfeld und Badem sowie in der Stadt Bitburg. Eine Alte Dudeldorfer Straße gibt es in der Ortsgemeinde Pickließem.
Nachbarorte Nachbarorte von Dudeldorf sind die Ortsgemeinden Pickließem im Norden, Spangdahlem im Osten, Binsfeld (bereits Landkreis Bernkastel-Wittlich), Herforst und Beilingen im Südosten, Philippsheim im Süden, Gondorf und Metterich im Westen sowie Badem im Nordwesten.
Geschichte Steinzeit und römisches Zeitalter Funde steinzeitlicher Gerätschaften und römischer Bebauung belegen Dudeldorf als frühen Siedlungsplatz. In der Langwiese sind noch heute alte Trockenmauern vorzufinden, die zur römischen Zeit dem Weinanbau dienten und dort wie Treppenstufen angelegt wurden. Nordöstlich vom Dorf wurde durch Luftaufnahmen ein römisches Bad entdeckt, welches unter der Erde verborgen liegt. Ferner wurden auch Grabanlagen aus römischer Zeit entdeckt. Entlang der heutigen Bundesstraße 50 in Richtung Spangdahlem wurden Gräber mit reicher Keramikausstattung aus dem 2. und 3. Jahrhundert gefunden. Nordwestlich der Ortsgemeinde fand man 1904 ein mit Steinplatten umstelltes Brandgrab, welches ebenfalls Keramikbeigaben enthielt.
Mittelalter und Neuzeit Im Jahre 816 wurde Duodelonis villa erstmals urkundlich erwähnt.
Das Geschlecht derer von Dudeldorf hatte zwei das ganze Mittelalter über erwähnte Burgen, die dem Trierer Erzbischof vor dem 13. Jahrhundert vom Grafen von Vianden zu Lehen aufgetragen wurden.
Als das Geschlecht 1375 im Mannesstamm ausstarb, folgten wechselnde Inhaber der Herrschaft und der beiden befestigten Häuser. Die 1345 von König Johann von Böhmen als Graf von Luxemburg verliehene Stadtrechte unterstellten das „Oppidum de Dudelendorp“ direkt dem Landesherrn.
1451 gestatteten die Burgherren Johann, Graf von Nassau-Dillenburg, Vianden und Diez und Johann, Herr zu Kriechingen, den Bürgern, einen Zoll zu erheben, der zur Wiederherstellung der Tore und Mauern verwendet werden sollte. Um 1470 gelang Graf Jörg von Virneburg der einzig bekannte feindliche Einfall in Dudeldorf, der kampflos vor sich ging, bei dem aber ein Feuer gelegt wurde. Das Ausmaß der Schäden ist nicht bekannt.
1632 gelangten die Braun von Schmidtburg über den Grundhof der Reichsabtei St. Maximin in den Besitz beider Burghäuser.
1734 wurde das jetzt noch bestehende der beiden Häuser vergrößert, das zweite erscheint noch im österreichischen Katasterplan von 1766, wegen seines schlechten Zustandes jedoch als Schafstall. Wie Ordorf gehörte Dudeldorf bis 1795 landesherrlich zum Herzogtum Luxemburg. Die Grundherrschaft übten bis 1794 drei Herren aus: die Trierer Klöster St. Irminen, St. Maximin sowie die Burgherren in Dudeldorf, Ordorf und einem Teil von Gondorf.
Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1795 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Dudeldorf wurde Sitz einer Mairie und eines Kantons im Arrondissement Bitburg des Departements der Wälder.
Nach dem Verkauf des Schlosses 1813 wurde der Gemeinde ein Teil der Gebäude als Schule überlassen. Nach der Niederlage Napoleons kam die Gemeinde aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Im Jahre 1856 gingen mit dem Erlass der preußischen Städte- und Landgemeindeordnung die Privilegien verloren. Dudeldorf war fortan Landgemeinde und Sitz einer Bürgermeisterei im Kreis Bitburg. 1864 wurden die Bürgermeistereien Gindorf, Metterich und Ordorf mit der Bürgermeisterei Dudeldorf zusammengelegt.
Der Erste Weltkrieg Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, lebten in Dudeldorf (einschließlich Ordorf) 1150 Menschen. Von diesen rückten 200 Männer an die Front aus. Am Ende des Krieges waren 24 Dudeldorfer Soldaten gefallen und 18 Soldaten in Gefangenschaft. Nachdem die restlichen deutschen Truppen aus Dudeldorf abgezogen waren, rückten die Amerikaner am 1. Dezember 1918 nach und quartierten sich in der Burg Dudeldorf ein.
1929 war Dudeldorf Sitz eines Verwaltungsbezirks (Amt) im Altkreis Bitburg, welcher neun Gemeinden umfasste.
Das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg 1937 wurde der Nachbarort Ordorf nach Dudeldorf eingemeindet.
Im Sommer 1939 quartierten sich deutsche Soldaten in Dudeldorf und dessen Umgebung ein. Beim Überfall auf Polen am 1. September 1939 wurden alle Reservisten einberufen.
Im Frühjahr 1940 wurde die Ausbildung und Dienstausübung der einquartierten Truppen verstärkt und verschärft. Mit Beginn des Westfeldzuges rückten die Dudeldorfer Truppen innerhalb weniger Stunden ab. Ende 1940 zogen 121 Dudeldorfer Soldaten in den Krieg, das war jeder achte Mitbürger. Die Landwirte und Bauern aus Dudeldorf wurden zu gesteigerter Lebensmittelproduktion angehalten. Die Schulkinder der Volksschule in Dudeldorf suchten die Feldern nach schädlichen Kartoffelkäfern ab.
1943 und 1944 kam es zu immer mehr Tieffliegerangriffen in Dudeldorf. In der Gemarkung Totenacker an der Philippsheimer Straße wurde eine Radarstation zur Luftabwehr errichtet. Die dazugehörigen Soldaten wurden in selbst erbauten Baracken untergebracht. Im Juni 1944 fielen 22 amerikanische Bomben auf das Gelände der Radarstation und auf das angrenzende Gelände Katzenpfädchen-Lehmkaule, jedoch ohne militärischen Schaden zu verursachen. Die Bevölkerung war durch dieses Ereignis stark beunruhigt worden. Bauern, die seither auf den Feldern arbeitend den vorbeifliegenden Bombern nachschauten, kamen nun selbst in Gefahr, suchten fortan bei Fliegeralarm die Luftschutzkeller auf und brachten im Herbst 1944 teilweise in der Dunkelheit ein, da die ständigen Fliegerangriffe die Feldarbeit am Tage unmöglich machten. Nach der alliierten Landung in der Normandie und der Befreiung von Paris zogen sich die deutschen Soldaten im September 1944 aus Frankreich zurück, bezogen in Dudeldorf Quartier und errichteten ein Pferdelazarett. Einige Wochen später zogen diese Soldaten ab, und Luftwaffensoldaten übernahmen mit Flak-Geschützen die Stellungen um Dudeldorf. In der zweiten Septemberwoche trafen die ersten Wehrarbeiterkolonnen in Dudeldorf ein. Sie wurden in der Burg und in Privathäusern untergebracht und errichteten Panzergräben um Dudeldorf. Am 17. September 1944 wurde mit der Ortsschelle bekannt gemacht, dass ein Flüchtlingszug in Philippsheim ins Reichsinnere abgehe. Allerdings nutzten nur wenige diese Gelegenheit. Nachdem die Amerikaner immer näher anrückten, wurden in großer Hektik Panzersperren, Schützengräben, Laufgräben und andere Verteidigungsanlagen angelegt. Die Anzahl an deutschen Soldaten wuchs immer mehr im Dorf. An Silvester wurde die Flakstellung außerhalb des Dorfes angegriffen. Einige dieser Bomben fielen auch auf die angrenzenden Häuser in Dudeldorf. Vier Bomben schlugen an der Langmauer ein, dabei starben zwei Menschen und vier wurden verletzt.
Im kommenden Winter zogen die Soldaten aus Dudeldorf ab. Jedoch fehlte es den Soldaten an Ausrüstung und Treibstoff. Sie zogen also ihr Gepäck mit Pferden oder auch mit Handkarren. Nachdem immer mehr schlecht ausgerüstete Soldaten abrückten und die somit gut ausgerüsteten Amerikaner anrückten, rechnete die Bevölkerung mit dem Schlimmsten. Auf den Höhen um Dudeldorf wurden Geschütze aufgestellt. Die Tiefflieger griffen die sich zeigenden verlumpten deutschen Soldaten an. Bomben fielen und Granaten der Artillerie schlugen im Dorf ein. Von nun an wurden die Schutzräume zum Daueraufenthalt. Man sicherte die Keller durch Stützen und stellte dort Betten und Kücheneinrichtungen auf.
Nach der abrupten Flucht der NS-Kreisleitung aus Dudeldorf begann am 1. März 1945 der Kampf um das Gebiet um Dudeldorf. Zwei Tage später, am 3. März, verließen die letzten deutschen Soldaten, es waren überwiegend Fallschirmjäger und Luftlandetruppen, Dudeldorf. Bei ihrem Rückzug sprengten die Soldaten die beiden Brücken, die das Unterdorf mit dem Oberdorf verbanden. Bei der Explosion trugen die Häuser im unteren Dorf starke Schäden mit sich. In der folgenden Nacht zogen die Amerikaner in Dudeldorf ein. Nach Beschuss durch Phosphorgranaten gerieten mehrere Gebäude in Brand und konnten nicht gelöscht werden. Bei Rettungsversuchen starben sechs Dudeldorfer, und zwei wurden verletzt. Die ersten Amerikaner zogen am folgenden Morgen in Dudeldorf ein. Sie kamen von Gondorf und drangen ins Oberdorf ein und besetzen einen Ortsteil nach dem anderen. Von nun an lag Dudeldorf im Feuer deutscher Granat- und Minenwerfer von Spangdahlem her. Der Kampf um Dudeldorf dauerte noch bis zum 7. März 1945. Überall waren Trichter, eingestürzte Hausgiebel, umgekippte Strommasten zu sehen, und auf den Straßen lag Schutt und Asche. Unaufhaltsam rollten amerikanische Panzer und Fahrzeuge aller Art auf den Straßen in Richtung Osten weiter. Nach den Wochen voller Angst und Zerstörung, machten sich die Menschen daran, wieder Ordnung im verwüsteten Dorf zu schaffen und sie räumten auf, was die Kampfhandlungen zerstört hatten.
Nachkriegszeit Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte der innere Ortskern von Dudeldorf völlig neu auf. Das Wirtschaftswunder zeigte auch Auswirkungen in Dudeldorf.
Neun Jahre nach Kriegsende fand während der Krautwischkirmes 1954 eine große Parade zum 600-jährigen Bestehen der Stadtrechte gehalten. Das komplette Dorf wurde geschmückt und es wurde ein großer Zug mit Wagen und Darstellern aller zeitlichen Epochen des Dorfes dargestellt.
1956 wurden die Volksschule Dudeldorf und die Siedlungsgemeinschaften in der Schulstraße erbaut.
Seit 1970 gehörte Dudeldorf zur Verbandsgemeinde Bitburg-Land. Unter dem Abbruch und den Verunstaltungen historischer Gebäude in den 1960er und 1970er Jahren hat kaum ein Ort im Kreis so gelitten wie Dudeldorf.
1972 wurde die Kindertagesstätte Dudeldorf erbaut. Seit 1985 wurde das Straßenbild vor allem der Hauptstraße in Teilbereichen durch Rückbau wieder harmonisiert. Im Jahr 2011 gewann Dudeldorf den Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft.