miniatur|Larry Carlton spielt seine Gibson ES-335 in einem New Yorker Jazz-Club (2006) Eugene „Larry“ Carlton (* 2. März 1948 in Torrance, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Jazz/Blues/Fusion-Gitarrist, Studiomusiker, Sänger und Musikproduzent.

Leben Anfänge Larry Carlton begann bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Gitarrespielen. Als Jugendlicher lernte er den Jazz lieben und nahm einige Stunden Unterricht bei Joe Pass. Durch dessen Empfehlung wurde er sein Nachfolger und Gitarrist im „George Shearing Quintett“. Es folgten Tourneen mit The Fifth Dimension, The Partridge Family und zahlreiche Aufnahmen im Bereich Werbung und Pop-Musik.

1968 brachte Carlton sein erstes Solo-Album With a Little Help from My Friends heraus, das noch stark durch Einfluss von Wes Montgomery geprägt war. Neben Wes Montgomery zählen B.B. King, Barney Kessel, Joe Pass, Tony Mottola, John Coltrane und Albert King zu seinen Haupteinflüssen.

Studiotätigkeit mini|Larry Carlton (2013) Durch seine vielfältige Studiotätigkeit und seinen speziellen Sound (auf einer Gibson ES-335, die ihm später den Spitznamen „Mr. 335“ einbrachte, und einem Mesa/Boogie-Gitarrenverstärker) wurde die Jazz/Fusion-Band The Crusaders 1970 auf ihn aufmerksam. Carlton wurde Mitglied der Gruppe und tourte mit ihnen und nahm mit ihnen alle Platten bis ins Jahr 1977 auf. In seinen Hochzeiten spielte Carlton ca. 50 Aufnahme-Sessions pro Monat, u. a. für Joni Mitchell (z. B. 1976 auf Hejira), Sammy Davis Jr., Herb Alpert, Quincy Jones, Paul Anka, Michael Jackson (etwa auf dem Album Off The Wall), John Lennon, Jerry García, Dolly Parton und Steely Dan.

Das Gitarrensolo von Larry Carlton in Kid Charlemagne (1976) belegt Platz 80 in der Liste der 100 besten Gitarrensongs des Rolling Stone Magazins.

Solokarriere Seit 1976 konzentriert sich Carlton auf seine Solokarriere, die als Höhepunkte sowohl mehrere Grammys als auch die Ehrung auf dem „Hollywood Rock Walk“ beinhaltet. Für das 1981 erschienene Album Sleepwalk benutzte Carlton neben der Gibson verstärkt Valley Arts-Stratocaster-Modelle, die einen helleren und härteren Klang als die ES-335 hatten und zu seinen neuen Lieblings-Instrumenten wurden. Seit einigen Jahren spielt er wieder eine Gibson ES-335. 2005 wurde mit der ES-335LC von Gibson ein Larry Carlton Signature Modell auf den Markt gebracht.

Im Jahr 1988 erlitt er als unbeteiligtes Opfer einer Schießerei vor der Tür seines privaten Studios „Room 335“ in Burbank eine schwere Halsverletzung: Danach wandte sich Carlton dem Bereich Smooth Jazz zu und produzierte Aufnahmen für vorwiegend christliche Künstler, u. a. für seine damalige Ehefrau Michele Pillar.

1997 ersetzte Carlton Lee Ritenour als Gitarrist der Smooth Jazz und Fusion Gruppe Fourplay. Anfang 2010 verkündete die Band auf ihrer Homepage, dass Carlton Fourplay nach 12 Jahren und 6 gemeinsamen Alben verlassen habe, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren.

In den letzten Jahren kehrte Larry Carlton zum Blues zurück, durch den sein Spiel stark geprägt ist. Seine Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Steve Lukather zum Album No Substitutions brachte ihm erneut einen Grammy ein. 2007 veröffentlichte Larry Carlton einen Live-Mitschnitt aus dem Blue Note Tokio, zusammen mit dem Bluesgitarristen Robben Ford.

Auszeichnungen Jahr Org. Award Titel 1981 Grammy Award Best Pop Instrumental Performance Hill Street Blues (mit Mike Post) 1987 Grammy Award Best Pop Instrumental Performance Minute by Minute (mit Michael McDonald) 2002 Grammy Award Best Pop Instrumental Album No Substitutions: Live in Osaka (mit Steve Lukather) 2011 Grammy Award Best Pop Instrumental Album Take Your Pick (mit Tak Matsumoto) Zudem erhielt Larry Carlton bis 2011 weitere 15 Grammy-Nominierungen.

Diskografie

Solo

1968: With a Little Help from My Friends 1973: Playing/Singing 1977: Live 1978: Larry Carlton 1979: Mr. 335 Live in Japan 1982: Sleepwalk 1980: Strikes Twice 1983: Eight Times Up [live] 1983: Friends 1986: Last Nite [live] 1986: Alone/But Never Alone 1987: Discovery 1989: Christmas at My House 1989: On Solid Ground 1991: Renegade Gentleman 1992: Kid Gloves 1995: Larry & Lee 1996: Gift 2000: Fingerprints 2000: Words + Music 2001: No Substitutions: Live in Osaka 2001: Deep Into It 2004: Sapphire Blue 2005: Firewire 2007: Live in Japan, feat. Robben Ford 2010: Plays the Sound of Philadelphia 2012: 4 Hands & A Heart - Vol. 1

2002: DVD – Live at Montreal JazzFestival 2004: DVD – Ohne Filter 2005: DVD – The Paris Concert (Steve Lukather/Larry Carlton)

mit Fourplay

1998: 4 1999: Snowbound 2000: Yes, Please 2002: Heartfelt 2004: Journey 2006: X 2008: Energy 2009: DVD - Live in Cape Town

Film 1984: Gegen jede Chance (Against All Odds)

Literatur Leonard Feather, Ira Gitler: The Biographical Encyclopedia of Jazz. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-532000-X. Roland Kalus: Mr. 335 Larry Carlton Live! – Artikel in der Fachzeitschrift Gitarre & Bass, Heft 7/Juli 2011, S. 48 ff. . Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 2: M–Z (= rororo-Sachbuch. Bd. 16513). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16513-9. Hannes Fricke: Mythos Gitarre: Geschichte, Interpreten, Sternstunden. Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-020279-1, S. 64.

Weblinks

larrycarlton335.com

Larry Carlton – Gitarrist für jede Gelegenheit - Jazz Collection-Podcast des SRF mit vielen Hörbeispielen

Einzelnachweise

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