mini|Michelle Bachelet (2024) rahmenlos|Unterschrift von Michelle Bachelet

Verónica Michelle Bachelet Jeria [] (* 29. September 1951 in Santiago de Chile) ist eine chilenische ChirurginCERTIFICADO DE INSCRIPCIÓN. EN EL REGISTRO NACIONAL DE PRESTADORES INDIVIDUALES DE SALUD, superdesalud.gob.cl. und Politikerin (PS). Von 2006 bis 2010 sowie von 2014 bis 2018 war sie Präsidentin Chiles und damit die erste Frau in diesem Amt. Vom 1. September 2018 bis zum 31. August 2022 war sie Hohe Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen. In der Zwischenzeit war sie Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen als geschäftsführende Direktorin (Executive Director) der UN-Frauenorganisation UN Women. Im Februar 2026 wurde sie als Kandidatin für die Wahl in das Amt des UN-Generalsekretärs nominiert. Nach dem schlechten Abschneiden in der dritten Probeabstimmung zog sie ihre Kandidatur zurück.

Leben mini|Michelle Bachelet gemeinsam mit ihrem Vater in den 60/70er-Jahren Michelle Bachelet wurde nach der französischen Schauspielerin Michèle Morgan benannt. Sie ist die Tochter des Generals der chilenischen Luftwaffe, Alberto Bachelet, der beim Putsch 1973 in Chile Präsident Salvador Allende loyal geblieben war und von Angehörigen des Regimes von Augusto Pinochet gefangen genommen und gefoltert wurde. Im Jahr darauf erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt im Gefängnis. Michelle und ihre Mutter flohen über Australien in die DDR. Über die Zeit vor ihrer Flucht berichtete Bachelet – 2013, kurz vor der Präsidentschaftswahl – von eigenen Erfahrungen im Foltergefängnis „Villa Grimaldi“ im Januar 1975: „Mein Kopf steckte in einer Kapuze und man hat mich beleidigt, bedroht, auch mal geschlagen. Aber die Parrilla, ein Foltergerät bestehend aus einem Bettgestell für Elektroschocks, auf Spanisch wörtlich Grill genannt, ist mir erspart geblieben.“Rodrigo Cea: Bachelet revela que fue interrogada por el jefe de la policía secreta de Pinochet. La candidata presidencial contradice a Manuel Contreras, que aseguró que ella no conocía Villa Grimaldi. In: elpais.com. El País, 8. Oktober 2013, abgerufen am 23. März 2019 (spanisch). Am Herder-Institut der Universität Leipzig lernte sie Deutsch. An der Humboldt-Universität zu Berlin studierte sie Medizin. Am 19. Oktober 2006 wurde sie mit der Ehrendoktorwürde der Charité ausgezeichnet. Gewürdigt wurden damit ihre Verdienste um das Gesundheitswesen und die Versorgung unterprivilegierter Menschen, die sie als Kinderärztin und Politikerin in Chile erwirkt hat.

Lange vor dem Ende des von den USA geförderten Pinochet-Regimes kehrte sie 1979 in ihre Heimat zurück und trat der Sozialistischen Partei Chiles (Partido Socialista de Chile, PS) bei. Ihr Studium schloss sie an der Humboldt-Universität Berlin ab. Sie lebte fünf Jahre lang mit dem Arzt Aníbal Henríquez zusammen, obwohl dieser Pinochets Regime unterstützt hatte; mit ihm hat sie ein gemeinsames Kind. Trotz der langen Zeit, die seit dem Ende von Pinochets Regime vergangen ist, spricht Bachelet bis heute nicht von Versöhnung, sondern von Wiederbegegnung (reencuentro), da es für viele betroffene Familien für eine Versöhnung noch zu früh sei.

Bachelet hat drei Kinder. Sie spricht Spanisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und etwas Russisch.

Politische Karriere Zwischen 1994 und 1997 arbeitete sie im Gesundheitsministerium unter Minister Alejandro Sandoval. 1996 nahm sie an einer militärischen Fortbildung am Inter-American Defense College in Washington, D.C. teil. Zwei Jahre später wechselte sie ins Verteidigungsministerium. Am 11. März 2000 wurde sie von Präsident Ricardo Lagos zur Gesundheitsministerin ernannt.

2002 wurde Bachelet als erste Frau in Chile Verteidigungsministerin. Damit stand sie einer Armee vor, die zu großen Teilen immer noch von Personen geführt wird, die die Diktatur Pinochets aktiv mitgetragen hatten und für Tausende Morde und Zehntausende Folteropfer verantwortlich waren.

Erste Präsidentschaft mini|Bachelet an der Wahlurne in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen (2005) Die in ihrer Partei äußerst populäre Bachelet wurde Mitte 2005 von der PS als Präsidentschaftskandidatin nominiert, wobei sie sich in den Primarias (Vorwahlen) gegen die Christdemokratin Soledad Alvear durchsetzen musste. Doch nach einem ersten Fernsehduell, innerparteilichen Machtkämpfen in der Christdemokratischen Partei sowie unter dem Eindruck der plötzlichen Kandidatur des rechtskonservativen Kandidaten der Renovación Nacional, Sebastián Piñera, zog Alvear ihre Kandidatur zurück, um eine Koalition der Linksparteien gegen das rechte Wahlbündnis Alianza por Chile zu ermöglichen. Bei den Präsidentschaftswahlen am 11. Dezember 2005 trat Bachelet unter anderem gegen die beiden konservativen Kandidaten Sebastián Piñera (Renovación Nacional) und Joaquín Lavín (UDI) an. Obwohl sich RN und UDI zur Alianza por Chile zusammengeschlossen hatten, konnten sie sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Piñera und Lavín erhielten zusammen 48,63 % der Stimmen, für Bachelet votierten 45,95 %. In die Kampagne vor der Stichwahl, die am 15. Januar 2006 stattfand, schaltete sich praktisch der ganze Regierungsapparat in den Wahlkampf ein. Vor allem der amtierende Präsident Ricardo Lagos unterstützte offen die Kandidatur Bachelets, welche die Stichwahl mit 53,5 % der Stimmen gegen Piñera gewann. Seit 1990 ist eine unmittelbare Wiederwahl nach Chiles Verfassung nicht möglich. Ihr hohes Ansehen weltweit eröffnete ihr nach dem Ende ihrer Amtszeit eine internationale Karriere.

Zweite Präsidentschaft mini|Michelle Bachelet im März 2014 bei ihrer Einführung in die zweite Amtszeit als Präsidentin von Chile zusammen mit Isabel Allende (links) und ihrem Amtsvorgänger Sebastián Piñera (rechts) Für die Präsidentschaftswahl am 17. November 2013 wurde Bachelet erneut als Kandidatin für das Wahlbündnis Nueva Mayoría nominiert, das Parteien der Mitte und der Linken umfasst. Bachelet setzte sich am 15. Dezember 2013 im zweiten Wahlgang gegen die konservative Kandidatin Evelyn Matthei durch; sie erhielt rund 62,2 Prozent der Stimmen.Tjerk Brühwiller: Leichter Sieg und schwierige Aufgabe für Bachelet. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 16. Dezember 2013, abgerufen am 2. Januar 2019.

Während ihrer Amtszeit endete der chilenische Konflikt mit den Mapuche nicht.

UN-Karriere Am 14. September 2010 wurde Michelle Bachelet von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in das Amt der Leiterin (Executive Director) – im Range einer Untergeneralsekretärin der UN – der Frauen-Organisation UN Women berufen.

2017 wurde ihr der Champions of Earth Award verliehen.

Am 8. August 2018 ernannte UN-Generalsekretär António Guterres Bachelet zur Nachfolgerin von Seid al-Hussein im Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Die Entscheidung wurde zwei Tage später von der Generalversammlung der Vereinten Nationen bestätigt.red, ORF.at/Agenturen: Bachelet als UNO-Menschenrechtskommissarin bestätigt. In: ORF.at, 10. August 2018, abgerufen am selben Tage.

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der Xinjiang Police Files im Mai 2022, die weitere Details zu den Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung an den Uiguren an die Öffentlichkeit brachten, begab sich Bachelet auf eine China-Reise. Für diese Reise wurde Bachelet international kritisiert, so wurde die Reise unter anderem von Menschenrechtsorganisationen als Propaganda-Reise für die chinesische Regierung bezeichnet. Auch das Auswärtige Amt Deutschlands kritisierte die Reise.Deutschland kritisiert China-Reise von UN-Menschenrechtskommissarin, abgerufen am 31. Mai 2022.

Im Juni 2022 gab Bachelet bekannt, dass sie nicht mehr für eine zweite Amtszeit kandidieren werde. Ihr Nachfolger wurde der Österreicher Volker Türk.

Am 31. August 2022 veröffentlichte Bachelet wenige Minuten vor ihrem Amtszeitende als Hohe Kommissarin für Menschenrechte, einen UN-Bericht, der Vorwürfe von Folter und Misshandlung in den Umerziehungslagern als glaubhaft einstuft und Anhaltspunkte für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Umerziehungslager in Xinjiang sieht.https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/countries/2022-08-31/22-08-31-final-assesment.pdf

Im Februar 2026 nominierte Chile gemeinsam mit Mexiko und Brasilien Bachelet als Kandidatin für die Nachfolge des UN-Generalsekretärs António Guterres. Nachdem sie in der dritten Probeabstimmung nur eine Stimme bei elf Gegenstimmen erhalten hatte, zog sie ihre Kandidatur zurück. Der chilenische Präsident José Antonio Kast, der seit März 2026 im Amt ist, hatte bereits im Vorfeld erklärt, Bachelet nicht zu unterstützen, worin Oppositionspolitiker einen der Gründe für die Niederlage sehen. In der Vergangenheit wurden chilenische Kandidaten für internationale Führungsämter jeweils von der aktuellen Regierung unterstützt, unabhängig von der politischen Ausrichtung.

Auszeichnungen

2006: Ehrendoktorwürde der Charité Berlin 2019: Ehrenbürgerschaft der Stadt Montreal 2025: Ehrendoktorwürde der UNAM in Mexiko

Siehe auch Liste weiblicher Staatsoberhäupter und Regierungschefs

Filme über Michelle Bachelet Ebbo Demant: Michelle Bachelet. Symbol des neuen Chile. Deutschland, 2004.

Weblinks

Werner A. Perger: „Versöhnung ist nicht mein Wort“. Porträt. In: Die Zeit. Nr. 3/2003, 9. Januar 2003, editiert am 29. November 2013 Ingo Malcher: Tür an Tür mit dem Terror. In: taz, 6. September 2003 Gerhard Dilger: Die Verbündete. Porträt. In: taz, 9. Dezember 2005 Hans Christoph Buch: Sie feiern sie wie eine Heilige. In: FAZ. 11. Dezember 2005 „Es wird keinen Schlussstrich geben“ – Interview mit der Präsidentin. In: Der Standard. 11. Mai 2006, online am 13. Mai 2006 (Verschriftung) Yesko Quiroga: Chile vor einem politischen Umbruch? In: library.fes.de, 17. Januar 2006 (PDF; 408 kB) Stephan Ruderer: Vom „neuen Politikstil“ zum Krisenmanagement in Chile: Ein Jahr Bachelet. In: GIGA Focus Lateinamerika 5/2007 (PDF) „Ich will da sein für die Menschen in ihrem Schmerz“. In: hu-berlin.de, Januar 2009 – Interview von Heike Zappe in der Reihe „Prominente Ehemalige der Humboldt-Universität zu Berlin“ vom Januar 2009 (Video; 4:00 Min.; mit Übersetzung/Verschriftung)

Einzelnachweise

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