Tokei-ihto, oder Thokahe itho Geh uns voran als erster voran ist die Hauptfigur des sechsteiligen Romanzyklus „Die Söhne der Großen Bärin“ von Liselotte Welskopf-Henrich.

Als Kind erhielt er den Namen Harka, die Beinamen „Steinhart“, „Nachtauge“, „Wolfstöter“, „Büffelpfeilversender“, „Bärenjäger“ erhielt er wegen seiner herausragenden Fähigkeiten. So tötete er als 11-Jähriger einen Wolf, der im Rudel die Mustangherde angriff, spikte eine Bisonkuh mit vielen Pfeilen und half seinem Vater Mattotaupa, einen Grizzly zu jagen.

Während seiner Kriegerinitation träumte er von einem Stein mit Büffelhörnern, daraus wurde der Kriegername „Stein hat Hörner“ oder „Stein mit Hörnern“ gebildet. Auf Lakota bedeutet dies auch „Inya he yukan“ oder (Lakota: Íŋyaŋ Hé Yukȟáŋ - Stone Has Horn).

Harka verlässt als Zwölfjähriger den Stamm, weil er dem Vater die Beteuerungen seiner Unschuld, er soll ein Goldgeheimnis an den weißen Goldsucher Red Fox verraten haben, glaubt. Sie arbeiten zusammen zeitweise in einem Zirkus und gehen dann zu den Siksikau Blackfoot. Später sind sie als Scouts beim Bau der Union Pacific beschäftigt. Bei einer Strafexpedition gegen die Bärenbande tötet er seinen Bruder Harpstennah. Erst nach dem gewaltsamen Ende des Vaters (Mörder: Red Fox) findet er den Weg zurück zu den Lakota. Den Namen Tokei-ihto geben ihm die Männer der Bärenbande, als sie ihn zum Kriegsanführer ("Kriegshäuptling") wählten.

Er gerät durch Verrat in Gefangenschaft und führt nach seiner Freilassung die Bärenbande aus der Reservation in den „Badlands“ in die Freiheit nach Kanada.

Seine Schwester Uinonah heiratet später seinen Blutsbruder „Donner vom Berge“ aus dem Volk der Blackfoot (Schwarzfüße), dessen Schwester Sitopanaki „Deren Füße singen, wenn sie geht“ wiederum die Frau Tokei-ihtos wird.

Tokei-ihto tritt als uralter Mann noch einmal im Romanzyklus „Das Blut des Adlers“ auf. Dort hilft er dem Sohn seiner Urenkelin, einem Ex-Gangster mit dem bürgerlichen Namen „Joe King“, der aber auch den Namen „Stonehorn“ in Lakota bekam, aus einer diffizilen Situation. Tokei-ihto erkennt Stonehorn als den Erben seiner Ideen an und kann nun sterben (Dem Buch nach stirbt er im Alter von 112 Jahren. Im Band "Der junge Häuptling" wird sein Alter im Jahre 1876 mit 24 Jahren angegeben. Demnach ist er im Jahre 1852 geboren worden und starb 1964 oder 1965.).

Stonehorn und seine Frau „Queenie“ alias Tashina kämpfen in den USA der 1960er und 1970er Jahre weiter im Sinne Tokei-ihto's. Die Besetzung von „Wounded Knee“ durch indianische Bürgerrechtler wird im letzten Band von „Das Blut des Adlers“ thematisiert. Sowohl Stonehorn als auch Tashina geben ihr Leben für die Idee eines menschenwürdigen Daseins der Prärieindianer in moderner Zeit.

Den Namen Tokei-ihto hat die Autorin bei George Catlin entlehnt, der einen gleichnamigen Häuptling der Yankton-Sioux porträtiert hatte. Catlin hatte den Namen Tokei-ihto mit „Stein mit Hörnern“ übersetzt, was Liselotte Welskopf-Henrich übernahm. Später stellte sich dies als Übersetzungsfehler heraus. Tokei-ihto heißt tatsächlich „Geh als erster voran, gerade durch“. In der zweiten Romanfolge „Das Blut des Adlers“ hat die Autorin daraufhin „Stein mit Hörnern“ korrekt als „Inya he yukan“ übersetzt.Erik Lorenz: Liselotte Welskopf-Henrich und die Indianer. 2009, S. 126.

Kulturelle Referenzen Der DDR-Sänger Frank Schöbel hat Tokei-ihto ein gleichnamiges Lied auf seinem Album Komm wir malen eine Sonne (1975) gewidmet.

Literatur Erik Lorenz: Liselotte Welskopf-Henrich und die Indianer – Eine Biographie. 1. Auflage. Palisander Verlag, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-938305-14-0.

Einzelnachweise

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