mini|Der Marktplatz in der Homburger Altstadt mini|Blick im Teilabschnitt der Saarbrücker Straße in der Altstadt mini|Blick vom Rathaus auf den Schlossberg mini|Blick vom Rathaus in die Talstraße Homburg (im örtlichen Dialekt Humborch) ist die Kreisstadt des Saarpfalz-Kreises im Saarland. Die Universitätsstadt ist mit Einwohnern (Stand: ) die drittgrößte Stadt des Saarlandes.
Geographie
Lage Das im Osten des Saarlandes gelegene Homburg grenzt an die Ausläufer des Pfälzerwaldes. Die westlichen Stadtteile Beeden, Schwarzenbach, Wörschweiler, Schwarzenacker, Einöd und Ingweiler liegen im bzw. am Tal der Blies. Der teilweise verwendete Namenszusatz „(Saar)“ (auch „/Saar“) ist ein Relikt aus der Zeit als es noch keine Postleitzahlen gab und kein offizieller Bestandteil des Stadtnamens. Er bedeutet nicht, dass Homburg an dem Fluss Saar läge, sondern ist eine Kurzbezeichnung für das Saargebiet und, ab 1935, für das Saarland. Bis zur Gründung des Saargebiets war die gebräuchliche Bezeichnung Homburg (Pfalz). Die nordwestlichen Teile des Stadtgebiets liegen in der großen Westpfälzischen Moorniederung, die sich über 40 Kilometer von Schwarzenbach bis Kaiserslautern erstreckt. Der zentrale Teil Homburgs gehört zum Naturraum Homburger Becken, der nördliche Teil zum Jägersburger Moor – beides Untereinheiten der St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke. Die oberhalb von ca. gelegenen östlichen Bereiche sind Teil der Sickinger Stufe, einer Untereinheit des Zweibrücker Westrichs. Der geographisch tiefste Punkt Homburgs mit befindet sich beim Abfluss der Blies aus dem Homburger Stadtgebiet bei Ingweiler. Die höchste Erhebung ist mit die Einöder Höhe zwischen Kirrberg und Einöd.Topographische Karte 1:25000
Nachbargemeinden Die Stadt grenzt an die Städte Bexbach und Blieskastel sowie an die Gemeinde Kirkel (alle im Saarland) sowie an die kreisfreie Stadt Zweibrücken, die Stadt Waldmohr (im Landkreis Kusel), die Gemeinde Bruchmühlbach-Miesau (im Landkreis Kaiserslautern) und an die Gemeinden des Landkreises Südwestpfalz, Bechhofen und Käshofen (alle in Rheinland-Pfalz).
Stadtgliederung Die Stadt Homburg besteht aus der Innenstadt von Homburg und neun Stadtteilen. Nach dem Alphabet sind das Beeden, Bruchhof-Sanddorf, Einöd, Erbach, Jägersburg, Kirrberg, Reiskirchen, Schwarzenbach und Wörschweiler.
Der Stadtteil Einöd teilt sich in Einöd, Ingweiler und Schwarzenacker. Der Stadtteil Jägersburg unterteilt sich in Jägersburg, Altbreitenfelderhof und Websweiler. Zu Erbach gehören die Ortsteile Lappentascherhof und Johannishof (umgangssprachlich Hinkelsbix). Zum Doppelort Bruchhof-Sanddorf gehört der Ortsteil Eichelscheid.
Die bis zur Gebiets- und Verwaltungsreform selbstständigen Gemeinden Einöd, Jägersburg, Kirrberg und Wörschweiler besitzen den Status von Gemeindebezirken und hatten seit jeher eigene Ortsvorsteher und Ortsräte, die dem Stadtrat allerdings nur beratend zur Seite stehen. In den Stadtteilen, die vor 1974 schon zu Homburg gehörten, gab es bis 2024 nur Ortsvertrauensleute.Ortsteile von Homburg auf archiv.homburg.de Seit der Kommunalwahl 2024 besitzen auch diese Stadtteile Ortsräte und je einen Ortsvorsteher, sodass es in Homburg seitdem 10 Ortsvorsteher und Ortsräte gibt.
Einwohnerzahlen Stand :
Stadtteil gehört zu Einwohner Altbreitenfelderhof Jägersburg Beeden Homburg-Mitte Bruchhof Homburg-Mitte Einöd Einöd Erbach Homburg-Mitte Homburg Homburg-Mitte Ingweiler Einöd Jägersburg Jägersburg Kirrberg Kirrberg Lappentascher Hof Homburg-Mitte Reiskirchen Homburg-Mitte Sanddorf Homburg-Mitte Schwarzenacker Einöd Schwarzenbach Homburg-Mitte Websweiler Jägersburg Wörschweiler Wörschweiler Gesamt
Klima mini|Homburger Klimadiagramm Die Jahresmitteltemperatur betrug im Zeitraum von 1991 bis 2020 durchschnittlich 10,0 °C.Monatstemperaturen siehe Wetterstation 2331 des DWD, abgerufen am 21. Dezember 2022. Der Jahresniederschlag betrug im gleichen Zeitraum durchschnittlich 797 mmNiederschlagswerte siehe Wetterstation 2331 des DWD, abgerufen am 6. März 2024. und liegt damit im oberen Viertel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. Der trockenste Monat ist der April mit 44 mm; am meisten regnet es im Dezember (95 mm). Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 2,2mal mehr Regen als im trockensten Monat.
Geschichte mini|Homburger Löwe – das Wappentier der Grafen von Homburg mini|Zitadelle Homburg 1700 Erste Siedlungen gab es bereits zur Römerzeit im heutigen Ortsteil Schwarzenacker als wichtige Station an zwei sich kreuzenden Fernstraßen (Metz – Mainz und Trier – Straßburg). An gleicher Stelle befand sich auch eine Siedlung, die möglicherweise von den Mediomatrikern gegründet wurde, was nach Münzfunden am Donnersberg heute umstritten ist, die eine Gründung durch die Leuker nahelegen.
Die Hohenburg war im 12. Jahrhundert Sitz der Grafen von Homburg. Sie erhielten 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern für ihre Stadt am Fuße des Schlossbergs die Stadtrechte. Nach dem Tod des letzten Grafen Johann von Homburg im Jahre 1449 fielen Burg und Stadt an die Grafen von Nassau-Saarbrücken. Diese bauten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Burg in ein Renaissanceschloss um. Bei der Teilung 1629 wurde das Amt Homburg zum Kondominium der Linien Nassau-Saarbrücken, Nassau-Idstein, Nassau-Weilburg und Nassau-Kirchheim.
Während des Dreißigjährigen Krieges eroberten kaiserliche Truppen Homburg und überließen es 1641 den Truppen Herzog Karls IV. von Lothringen. Dessen Soldaten blieben über den Westfälischen Frieden hinaus, in dem Lothringen nicht eingeschlossen war. Der von Frankreich aus seinem Herzogtum vertriebene und von seinen spanischen Verbündeten von 1654 bis 1659 gefangengehaltene Karl ließ Homburg erst am 2. August 1671 an eine kurtrierische Besatzung übergeben.Historischer Verein für die Saargegend (Hrsg.): Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes. Band 1. Minerva-Verlag, 1983. S. 161f., 191.
In der Reunionszeit ließ der französische König Ludwig XIV. durch seinen Festungsbaumeister Vauban Schloss und Stadt in den Jahren 1679 bis 1692 zu einer starken Festung ausbauen. Die Grundstruktur der Altstadt stammt aus dieser Zeit. Die Festungsanlagen wurden nach dem Frieden von Rijswijk, 1697, und nach einem Wiederaufbau ab 1705 im Jahr 1714 infolge des Friede von Baden endgültig geschleift.Kreisstadt Homburg (Hrsg.): Historische Stadt Homburg. Wegweiser durch die Geschichte. o. J. S. 12 pdf. Ab 1981 wurden die eindrucksvollen Ruinen auf dem Schlossberg freigelegt und restauriert. Sie sind heute eine Sehenswürdigkeit auf der Barockstraße SaarPfalz.
1755 wurde das nassauische Kondominium beendet und Homburg kam durch einen Gebietstausch zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Zwischen 1778 und 1788 ließ Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken auf dem Buchenberg (dem heutigen Karlsberg) bei Homburg Schloss Karlsberg (historische Schreibweise Carlsberg) errichten. Im Jahr 1779 verlegte er seine Residenz auf den Karlsberg. Am 28. Juli 1793 wurde dieses Schloss von französischen Revolutionstruppen zerstört.
In der Folge wurde Homburg als Teil des Linken Rheinufers von französischen Truppen besetzt. Im Frieden von Campo Formio (1797) hatte Kaiser Franz II. in einem Geheimvertrag den Rhein als zukünftige Grenze zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich vorläufig anerkannt. Die völkerrechtliche Abtretung erfolgte im Frieden von Lunéville (1801). Unabhängig davon wurde das Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 verwaltungsmäßig in den französischen Staat eingegliedert.
mini|Das Departement Donnersberg. Homburg ist unten links auf der Karte.
Nach der nach französischem Vorbild reorganisierten Gebietseinteilung wurde Homburg Hauptort des gleichnamigen Kantons im Arrondissement (Unterpräfektur) Zweibrücken des Departements Donnersberg (Département du Mont-Tonnerre).
Nach dem Sieg der Alliierten über Napoleon im Januar 1814 wurde Homburg zunächst für mehrere Monate vom Generalgouvernement Mittelrhein provisorisch verwaltet. Ab dem 16. Juni 1814 erfolgte die Verwaltung durch die Gemeinschaftliche Landes-Administrations-Kommission, einer provisorischen Verwaltungsbehörde des Kaisertums Österreich und des Königreichs Bayern. Gemäß Artikel 51 des Hauptvertrages, der am 9. Juni 1815 auf dem Wiener Kongress geschlossen wurde, sollte die Pfalz und damit Homburg an Österreich fallen.Johann Ludwig Klüber: Acten des Wiener Congresses in den Jahren 1814 und 1815, Band 7, S. 55. Digitalisat Jedoch wurde am 14. April 1816 zwischen Österreich und Bayern ein Staatsvertrag geschlossen, in dem ein Austausch verschiedener Staatsgebiete vereinbart wurde. So fiel Homburg zum 1. Mai 1816 an den Rheinkreis unter dem bayerischen König Maximilian I. Joseph, dem jüngeren Bruder des Herzogs Karl II. August.Münchener Vertrag vom 14. April 1816 in G. M. Kletke: Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern ... von 1806 bis einschließlich 1858, Regensburg, Pustet, 1860, S. 310 (Online)
mini|Die Verwaltungsgliederung der Pfalz 1818-1862. Das Landkommissariat Homburg ist hier gelb markiert.
Nach der Untergliederung der Bezirke in Landkommissariate (1818) wurde Homburg zur Hauptstadt des gleichnamigen Landkommissariats. Da die Kantone von der französischen Gebietseinteilung in der Pfalz bis 1852 blieben, war Homburg weiterhin Kantonstadt vom Kanton Homburg.
Ende 1831 verlegte der Journalist und Herausgeber der liberal-demokratischen Zeitung Deutsche Tribüne Johann Georg August Wirth (1798–1848) auf Einladung des ehemaligen Homburger Landkommissärs Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789–1845) seine Wirkungsstätte von München nach Homburg, da dort ein freierer Geist herrschte. Die Region rund um Homburg und dem benachbarten Zweibrücken konnte sich nach dem Wiener Kongress zu einem Zentrum der demokratischen Bewegung entwickeln, da das Königreich Bayern dem Rheinkreis seine durch die Französische Revolution von 1789 eingeführten Freiheitsrechte beließ, um so u. a. auch von den für den Staat vorteilhaften Steuergesetzen zu profitieren. Wirth und Siebenpfeiffer waren die Initiatoren des Hambacher Festes; daran erinnert in Homburg seit 1992 der „Freiheitsbrunnen“.
mini|Der Freiheitsbrunnen erinnert an das Hambacher Fest 1832 und dessen Initiatoren Johann Georg August Wirth und Philipp Jakob Siebenpfeiffer, die in Homburg wirkten. mini|Die Pfalz im Jahr 1844. Homburg ist unten links auf der Karte. Die Verwaltungsgliederung ist auch erkennbar.
1849 wurde die Eisenbahnlinie Ludwigshafen-Homburg (1848)-Bexbach (Ludwigsbahn) fertiggestellt.
Durch die territorialen Bestimmungen des Versailler Vertrages (1919) gehörte Homburg von 1920 bis 1935 zum Saargebiet, das mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt wurde. Nach der Saarabstimmung 1935 wurde Homburg Teil des Deutschen Reiches.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt Homburg 1944/45 schwere Schäden durch Fliegerangriffe. In Homburg arbeitete im März 1945 noch eine der wenigen Raffinerien zur Herstellung von synthetischen Treibstoffen; außerdem waren rund um Anlagen des Westwalls relativ viele deutsche Truppen.Charles B. McDonald: The Last Offensive. GPO, Washington 1973, Kapitel 12, S. 236. Die Westalliierten kämpften sich voran, um zum Rhein vorzustoßen.
Am 14. März 1945 flogen Royal Air Force (RAF) und United States Army Air Forces (USAAF) den schwersten Luftangriff auf Homburg. Dabei starben 220 Menschen. Die Schlossberghöhlen dienten als Luftschutzbunker. Am 20. März 1945 rückte die US-Armee von Limbach kommend in Homburg ein., abgerufen am 20. Dezember 2021. In den Tagen danach kam es zu Plünderungen.Charles B. McDonald: The Last Offensive. GPO, Washington 1973, Kapitel 12, S. 262.
Nach dem Krieg lag die Stadt Homburg zunächst in der französischen Besatzungszone; von 1946 bis Ende 1956 wurde sie Teil des Saarprotektorats.