mini|Altbau und Hauptsitz der Pädagogischen Hochschule Heidelberg an der Keplerstraße mini|Neubau im Neuenheimer Feld
Die Pädagogische Hochschule Heidelberg ist eine bildungswissenschaftliche Hochschule universitären Profils. Sie ist spezialisiert auf Lehre, Forschung und Wissenstransfer in den Bildungswissenschaften, in den Fachwissenschaften und -didaktiken der Unterrichtsfächer der allgemeinbildenden Schulen, in der beruflichen Bildung, in der Sonderpädagogik sowie auf den Kompetenzfeldern Frühe Bildung, Gesundheit, Medienbildung, wissenschaftliche Weiterbildung und Lebenslanges Lernen. Die lehramtsbezogenen Bachelor- und Master-Studiengänge im Primar- und Sekundarbereich sowie in der Sonderpädagogik bilden den Kern ihres Studienangebots. Sie gestaltet zudem zusammen mit der Universität Heidelberg im Rahmen der Heidelberg School of Education (HSE) einen gemeinsamen lehramtsbezogenen Masterstudiengang mit den Profilen Sekundarstufe I und Gymnasium.
Die Hochschule bietet ein Promotionsprogramm sowie postgraduale Qualifikationen, wie zum Beispiel die Habilitation bzw. die Juniorprofessur, an.
Die Pädagogische Hochschule Heidelberg ist eine der sechs Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg. Die anderen Pädagogischen Hochschulen befinden sich in Karlsruhe, Freiburg, Ludwigsburg, Weingarten und Schwäbisch Gmünd.
Fakultäten Die Pädagogische Hochschule Heidelberg gliedert sich in drei Fakultäten mit folgenden Instituten und Abteilungen:
Fakultät für Erziehungs- und Sozialwissenschaften (Fakultät I): Institut für Erziehungswissenschaft (Allgemeine Pädagogik, Schulpädagogik) Institut für Psychologie Institut für Sonderpädagogik Institut für Sachunterricht (fakultätsübergreifendes Institut mit Fakultät III) Department für Soziologie
Fakultät für Kultur- und Geisteswissenschaften (Fakultät II): Institut für deutsche Sprache und Literatur (Deutsch, Sprecherziehung, Spiel- und Theaterpädagogik) Institut für Fremdsprachen (Englisch, Französisch) Institut für Kunst, Kultur und Medien (Ästhetische Bildung, Kunst, Medienpädagogik, Mediendidaktik, Musik) Institut für Philosophie und Theologie (Philosophie / Ethik, Evangelische Theologie / Religionspädagogik, katholische Theologie / Religionspädagogik)
Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Fakultät III): Institut für Naturwissenschaften, Geographie und Technik (Biologie, Chemie, Geographie, Physik, Technik) Institut für Gesellschaftswissenschaften (Alltagskultur und Gesundheit, Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie, Sportwissenschaft / Sportpädagogik) Institut für Mathematik und Informatik Institut für Sachunterricht (fakultätsübergreifendes Institut mit Fakultät I)
Studiengänge Lehramtsbezogene Studiengänge B.A. Bildung im Primarbereich (Bezug Lehramt Grundschule) B.A. Bildung im Sekundarbereich (Bezug Lehramt Sekundarstufe I) B.A. Sonderpädagogik (Bezug Lehramt Sonderpädagogik) M. Ed. Lehramt Grundschule M. Ed. Lehramt Sekundarstufe I bzw. Lehramt Gymnasium (in Kooperation mit der Universität Heidelberg) M. Ed. Lehramt Sonderpädagogik
Bildungswissenschaftliche Studiengänge B.A. Frühkindliche und Elementarbildung (FELBI) B.A. Gebärdensprachdolmetschen (GDS) B.A. Prävention und Gesundheitsförderung (GEFÖ) M.A. E-Learning und Medienbildung (ELMEB 21) M.A. Bildungswissenschaften mit den Profilen (1) Außerschulische Erziehung und Bildung im Kontext gesellschaftlicher Heterogenität, (2) Bildungsprozesse in früher Kindheit und im Elementarbereich und (3) Inklusion in sonderpädagogischen Handlungsfeldern: Wohnen, Arbeit, Freizeit M.A. Kommunale Gesundheitsförderung M. Sc. Elektro- und Informationstechnik für das höhere Lehramt an beruflichen Schulen (Ingenieurpädagogik) Master of Education Aufbau Lehramt Sonderpädagogik Aufbaustudiengang Lehramt Sonderpädagogik (horizontaler Laufbahnwechsel)
Erweiterungsstudium besonderer Erweiterungsfächer und Kontaktstudien: Theaterpädagogik Ästhetische Bildung Informatische Bildung in der Schule Taubblinden-/Hörsehbehindertenpädagogik Low Vision in Pädagogischen Arbeitsfeldern Inklusive Pädagogik bei Schülerinnen und Schülern mit Blindheit oder Sehbehinderung – Beratung und Unterstützung in inklusiven Kontexten Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache (DaF/DaZ)
Arbeitsstellen und Kompetenzzentren Folgende Einrichtungen sind Teil der Pädagogischen Hochschule Heidelberg: Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung (AW-ZIB) Center for International Teacher Education (CITE) Graduate School Heidelberger Zentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Zentrum) Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) Heidelberger Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung Heidelberg School of Education Ökogarten – Garten der Vielfalt Professional School Servicestelle Forschungsmethoden Transferzentrum Research Group for Earth Observation (rgeo) GIS-Station: Fortbildungseinrichtung und Lernort zur Nutzung digitaler Geomedien UNESCO-Chair on World Heritage and Biosphere Reserve Observation and Education
Ein An-Institut der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist die Forscherstation: Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung
Geschichte Gründung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg am 10. Mai 1962 Einem akuten Lehrermangel nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit einjährigen Kurzlehrgängen zur Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern begegnet: In Heidelberg und Karlsruhe wurden zweijährige Ausbildungskurse für Abiturienten eingerichtet, die mit der Gründung des Landes Baden-Württemberg 1952 landesweit in „Pädagogische Institute“ umbenannt wurden.vgl. Hettinger 2008. Im Juli 1958 stellte das „Gesetz über die Ausbildung der Volksschullehrer“ in Baden-Württemberg die Weichen für die Gründung eigenständiger Pädagogischer Hochschulen, welche wissenschaftliche Forschung und Lehre mit den Anforderungen der Schulpraxis verbinden sollte.Gesetzblatt für Baden-Württemberg 1958, S. 188. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg, zu deren Mitbegründern etwa der Soziologe und Pädagoge Ernst M. WallnerWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1301. gehörte, wurde am 10. Mai 1962 mit einem Festakt eröffnet. Das „Gesetz über die Rechtsstellung der Pädagogischen Hochschulen und der Berufspädagogischen Hochschulen“ vom 26. Juli 1971 (PH-Statusgesetz) erkannte den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg den Status von wissenschaftlichen Hochschulen zu.Gesetzblatt für Baden-Württemberg 1971, S. 301. Sie sollten wie die Universitäten „frei in Forschung und Lehre“ arbeiten können und waren nicht länger konfessionell gebunden.Engelhardt, Klaus, Lehrerbildung als Schlüsselproblem der Bildungsreform. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg am Ende der 60er und zu Beginn der 70er Jahre, in: Kollnig, Karl und Walter Riethmüller (Hg.), 75 Jahre Lehrerbildung in Heidelberg. Vom Lehrerseminar zur Pädagogischen Hochschule, hg. im Auftrag der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Vereinigung der Freunde der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Heidelberg 1979, S. 137–141.
Erweiterung durch Bildungsexpansion Im Zuge der Bildungsexpansion der 1960er Jahre wurden der Pädagogischen Hochschule Heidelberg weitere Bereiche angegliedert: so die Reallehrerausbildung (1968) und die der Sonderschullehrer (1962–1968). Die Einrichtung des Studiengangs Diplompädagogik mit den Schwerpunkten Schulpädagogik und Sonderpädagogik erfolgte 1973.Kollnig, Karl, 75 Jahre Lehrerbildung in Heidelberg – chronologische Übersicht und Dokumentation, in: ders. / Riethmüller, Walter (Hg.), 75 Jahre Lehrerbildung in Heidelberg. Vom Lehrerseminar zur Pädagogischen Hochschule, hg. im Auftrag der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Vereinigung der Freunde der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Heidelberg 1979, S. 11–46, Thiele, Gunter, 100 Jahre Lehrerbildung in Heidelberg – ein historischer Überblick, in: Pädagogische Hoch-schule Heidelberg / Vereinigung der Freunde der Pädagogischen Hochschule Heidelberg e. V. (Hg.), Einblicke in 100 Jahre Lehrerbildung in Heidelberg. Ein langer Weg zu einer forschungsbasierten Bildungswissenschaftlichen Hochschule, Heidelberg 2004, S. 18–24. Die Zahl der überwiegend weiblichen Studierenden stieg beträchtlich (von 711 im Jahr 1963 auf 3.350 im Wintersemester 1975/76).vgl. Kollnig 1979, S. 11–46. Das machte eine größere Zahl an Lehrpersonen, den Neubau sowie die Anmietung von Gebäuden in den siebziger Jahren erforderlich. Mittlerweile weist die Hochschule 14 Standorte im Heidelberger Stadtgebiet auf (Stand 2019).
Gleichstellung mit Universitäten 1977 stellte das „Gesetz über die Pädagogischen Hochschulen im Lande Baden-Württemberg“ den Ausbau der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zur wissenschaftlichen Hochschule auf eine sichere Grundlage. Damit war auch die Verleihung des eingeschränkten Promotionsrechtes verbunden (seit 1987 uneingeschränkt). 1995 trat das „Gesetz über die Pädagogischen Hochschulen“ in Kraft: Es gesteht den Pädagogischen Hochschulen den gleichen wissenschaftlichen Charakter in Forschung und Lehre zu wie den Universitäten. Die Hochschule erhielt zunächst das eingeschränkte Habilitationsrecht. Durch das neue Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg aus dem Jahre 2005 erhielten die Pädagogischen Hochschulen das uneingeschränkte Habilitationsrecht, sie sind „bildungswissenschaftliche Hochschulen universitären Profils“.
Rektoren Vorseminar Adolf Soiné, 1904–1908 Lehrerseminar/Lehrerbildungsanstalt (ab 1928, aufgelöst 1932) Karl Sieber, 1908–1919 Josef Henkes, Seminardirektor, 1919–1925 Reinhard Fischer, 1926–1932 Nach 1945 Hermann Schück, Direktor der Lehrerbildungsanstalt 1945–1952 Artur Kern, Direktor der Lehrerbildungsanstalt (i. V.) 1952–1954 Karl Kindt, Philosoph, Theologe, Leiter des Pädagogischen Instituts 1954–1959 Karl Kollnig, Pädagoge, Leiter des Pädagogischen Instituts (i. V.) 1960–1962 Heinz-Horst Schrey, Theologe, erster Rektor der Hochschule, Amtszeit 1962–1965 Karl Kollnig, Pädagoge, Amtszeit 1965–1971 Klaus Engelhardt, Theologe, Amtszeit 1971–1976 Albrecht Abele, Mathematiker, Amtszeit 1976–1978 Erich Thies, Philosoph, Pädagoge, Amtszeit 1978–1986 Horst Hörner, Pädagoge, Amtszeit 1986–1990 Michael Schallies, Chemiker, Amtszeit 1990–1994 Ludwig Schwinger, Amtszeit 1994–2002 Michael Austermann, Amtszeit 2002–2009 Anneliese Wellensiek, Erziehungswissenschaftlerin, Amtszeit 2009–2015 Hans-Werner Huneke, Germanist, Amtszeit 2015–2022 Karin Vach, Germanistin, seit 2022
Persönlichkeiten Ehrendoktorwürde Artur Kern, 1987 Klaus Engelhardt, 1998 Bettina Hurrelmann, 2012 Algirdas Gaižutis, 2014
Ehrensenatoren Michael Raubal, 1996 Klaus Tschira, 2008 Wolfgang Schwark, 2013
Ehrenbürger Jürgen Frommer, Verwaltungsdirektor 1997 Karl Kollnig, Rektor, 2001 Ludwig Merz, Heimatkundler und Stadthistoriker, 2001 Gerhard Härle, Hochschullehrer, 2017
Professoren und Lehrende Gerhard Bach (von 1971 bis 1996 Professor für Englisch mit dem Schwerpunkt Amerikanistische Literaturwissenschaft) Katja Boehme (Professorin für kath. Theologie/Religionspädagogik) Maria Böhmer (Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und außerplanmäßige Professorin für Pädagogik) Hartmut Breitkreuz (1973–1974 Dozent, von 1974 bis 2002 Professor für Englisch mit dem Schwerpunkt Fachdidaktik Englisch) Gerd-Bodo von Carlsburg (Professor für Schulpädagogik) Havva Engin (seit 2010 Professur für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt der interkulturellen Pädagogik) Gernot Gonschorek (pensionierter Dozent für Schulpädagogik) Joachim Grabowski (von 1999 bis 2009 Professor für Psychologie) Gerhard Härle (bis 2015 Prorektor für Studium, Lehre und Medienentwicklung; aktuell: Leiter der Heidelberg School of Education) Martin Hailer (Professor für ev. Theologie/Religionspädagogik) Uwe Hericks (bis 2009 Professor für Schulpädagogik)