Die Alcoa Corporation (für Aluminum Company of America) ist ein börsennotiertes US-amerikanisches Aluminiumunternehmen mit Sitz in Pittsburgh.

Alcoa war über das 20. Jahrhundert hinweg der weltweit führende Aluminiumhersteller. Erst 2007 wurde Alcoa durch Fusionen und Übernahmen bei konkurrierenden Konzernen von der globalen Spitze verdrängt. Alcoa spielte bei der kommerziellen Verbreitung und Verwendung des Aluminiums als Industriemetall eine bedeutende geschichtliche Rolle. Das Unternehmen wurde 1888 unter dem Namen The Pittsburgh Reduction Company gegründet und hieß später The Aluminum Company of America (1907–1999) und Alcoa Inc. (1999–2016). Alcoa ist seit 1925 börsennotiert und war von 1959 bis 2013 im Dow Jones Index gelistet. In seiner heutigen Form existiert das Unternehmen seit 2016, als Alcoa Inc. in die Alcoa Corporation und Arconic Inc. aufgespalten wurde. Vor der Aufspaltung war Alcoa ein voll integrierter Aluminiumkonzern. Heute ist die Alcoa Corporation nur noch im Bauxitbergbau und im Raffinations- und Verhüttungsgeschäft tätig, während das Fertigungs- und Verarbeitungsgeschäft von Arconic übernommen wurde.

Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P 500 gelistet.

Unternehmensgeschichte Vorzeit, Gründung und Anfangsjahre (1888 bis 1910) mini|Charles Martin Hall. mini|Alfred E. Hunt. 1825 gelang dem dänischen Chemiker Hans Christian Ørsted erstmals die Synthese von reinem Aluminium. In den folgenden Jahrzehnten gab es kein Verfahren zur kostengünstigen Massenproduktion von Aluminium und somit auch keinen Markt für das Leichtmetall. Das wenige Aluminium, das um 1850 gewonnen wurde, war teurer als Gold, und die Verwendung beschränkte sich hauptsächlich auf Schmuck und andere Luxusgüter. Noch 1884 betrug die Jahresproduktion an Aluminium in den Vereinigten Staaten nur 125 Pfund. Der junge Chemiker Charles Martin Hall, ein Absolvent des Oberlin College, machte es sich zur Aufgabe, eine effiziente Produktionsmethode zu entwickeln. Er entdeckte bei seinen Experimenten, dass bei der Elektrolyse einer Lösung aus Kryolith und Aluminiumoxid (Tonerde) das Leichtmetall als Nebenprodukt übrig blieb. Dieses Verfahren wurde unabhängig von Hall und fast zeitgleich auch von dem Franzosen Paul Héroult entwickelt und ist heute als Hall-Héroult-Prozess bekannt.

Hall stellte sein Verfahren 1886 einem Verhüttungsbetrieb in Cleveland vor, verließ diesen aber zwei Jahre später wieder, da man dort nur wenig Interesse zeigte. Jedoch konnte er in dieser Zeit Kontakte zu dem bekannten Metallurgen Alfred E. Hunt knüpfen. Dieser erkannte das Potential von Halls Erfindung. In Pittsburgh erklärte sich eine Gruppe von sechs Industriellen unter der Führung von Hunt bereit, 20 000 US-Dollar in das neue Produktionsverfahren zu investieren. Das Ergebnis war die Gründung von The Pittsburgh Reduction Company im Juli 1888. Im November 1888 wurde das erste kommerzielle Aluminium nach dem Hall-Héroult-Verfahren hergestellt. Anfang der 1890er Jahre stieg die Bankiersfamilie Mellon in das Unternehmen ein und stellte wichtige Mittel für die Expansion bereit. 1891 verlegte das Unternehmen seine Produktionsstätte in das nahegelegene New Kensington.

Das neue Verfahren senkte den Aluminiumpreis zwischen 1888 und 1893 von 4,86 US-Dollar je Pfund auf 78 Cent je Pfund. Mit der kommerziellen Verfügbarkeit stellte sich die Frage nach der Marktanwendung des Metalls, das vor allem durch seine Leichtigkeit und gute Walzbarkeit bestach. In der Anfangszeit lag der Schwerpunkt der Pittsburgh Reduction Company auf der Herstellung von Kochgeschirr. 1907 führte sie auch die Aluminiumfolie auf dem amerikanischen Markt ein. Des Weiteren kam die aufkeimende Elektro- und Automobilindustrie als Abnehmerin hinzu: Bis 1914 hatten 80 Prozent der in den USA hergestellten Autos Kurbel- und Getriebegehäuse aus Aluminium.

Da das Hall-Héroult-Verfahren sehr energieaufwändig ist, wurden in Folge Produktionsanlagen dort errichtet, wo mit Hilfe von Wasserkraft große Mengen an billiger Elektrizität verfügbar waren. 1895 wurde eine Aluminiumhütte in Niagara Falls eröffnet, welche Strom vom Wasserkraftwerk Edward Dean Adams bezog. 1896 und 1897 wurden dort zwei weitere Fabriken fertiggestellt. 1899 dehnte das Unternehmen seine Aktivitäten über die Landesgrenze nach Kanada aus und errichtete eine Aluminiumhütte und ein Wasserkraftwerk in Shawinigan Falls. 1902 gründete die Pittsburgh Reduction Company die kanadische Tochtergesellschaft Northern Aluminum Company Limited, aus der später Alcan hervorging.

1907 änderte die Pittsburgh Reduction Company den Namen in The Aluminum Company of America. Das Akronym Alcoa wurde 1910 eingeführt.

Aufstieg zum Aluminium-Giganten unter Arthur Vining Davis (1910 bis 1957) Der Aufstieg Alcoas ist eng mit der Person Arthur Vining Davis verbunden. Der Amherst-Absolvent Davis war bereits im Gründungsjahr 1888 über Kontakte seines Vaters zu Hunt zur Firma gestoßen und diente in den Anfangsjahren als Halls technischer Assistent. Davis erwies sich aber schnell als geschickter Verkäufer und Manager. Nach Hunts Tod im Jahr 1899 wurde Richard B. Mellon aus der Familie Mellon, welche eine bedeutende Minderheitsbeteiligung hielt, der neue Präsident von Alcoa. Die Mellons hielten sich aber aus der Führung des Unternehmens weitgehend heraus. 1910 übernahm Davis dann auch offiziell das Amt des Alcoa-Präsidenten. Nach Halls Tod im Jahr 1914 wurde Davis zum letzten personellen Bindeglied des Unternehmens aus der Gründungszeit.

Mit dem Ersten Weltkrieg verzeichnete die Aluminiumindustrie rasantes Wachstum. Von 1915 bis 1918 stieg die Jahresproduktion in den Vereinigten Staaten von 109 Millionen Pfund auf 152 Millionen Pfund. In den 1920er Jahren trieb das Unternehmen die vertikale Integration voran und erwarb Fabriken, Bergwerke und Kraftwerke in Westeuropa, Skandinavien und Kanada. In Kanada erwarb das Unternehmen vom US-Tabakmagnaten James Buchanan Duke die Wasserkraftwerke am Saguenay River. Ab 1925 baute Alcoa (beziehungsweise die Tochtergesellschaft Northern Aluminum Company Limited) in Jonquière bei Saguenay die Arvida-Aluminiumhütte, die zu ihrer Zeit weltweit größte Aluminiumfabrik.

1925 ging Alcoa in New York an die Börse. 1928 gliederte Alcoa die meisten seiner Betriebe außerhalb der Vereinigten Staaten in die hierfür neu gegründete Gesellschaft Aluminium Limited mit Sitz in Montréal aus. Als Geschäftsführer von Aluminium Limited bestellte Arthur Vining Davis seinen jüngeren Bruder Edward Davis. Alcoa sollte nach dieser Umstrukturierung den US-Markt und Aluminium Limited die internationalen Märkte bedienen. Neben den operativen Vorteilen, die sich dadurch ergaben, sollten so auch die Monopolvorwürfe, denen Alcoa immer wieder ausgesetzt war, entschärft werden. 1929 trat Arthur Vining Davis als Präsident zurück und wurde Chairman des Unternehmens. Sein Nachfolger wurde Roy Hunt, der Sohn von Alfred Hunt.

Die Große Depression traf Alcoa hart, und das Unternehmen war gezwungen, die Hälfte seiner Belegschaft zu entlassen und Lohnkürzungen vorzunehmen. Der Umsatz fiel von 34,4 Millionen US-Dollar (1929) auf 11 Millionen US-Dollar (1932). Mit dem Zweiten Weltkrieg hingegen stieg die Nachfrage nach Aluminium aufgrund des militärischen Bedarfes so stark an, dass Alcoa mit der Produktion nicht Schritt halten konnte und die US-Regierung die Aluminiumindustrie subventionieren musste.

Ungeachtet der großen Bedeutung von Alcoa für die Kriegsanstrengungen der Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg sah die Justiz die Monopolstellung des Konzerns als problematisch an. Die kartellrechtlichen Auseinandersetzungen mit dem US-Justizministerium waren nicht neu und reichten bis in das Jahr 1911 zurück, konnten aber immer wieder abgewendet werden. 1937 erhob das Justizministerium die bis dahin umfangreichste Kartellklage gegen Alcoa. In der Tat hatte Alcoa praktisch seit der Gründung den amerikanischen Aluminiummarkt alleine beherrscht. 1945 entschied der Bundesrichter Learned Hand in einem richtungsweisenden Urteil, dass Alcoa gegen das Kartellrecht verstoße und es im Interesse der Nation sei, das Monopol zu zerschlagen. Auch wenn Alcoa das Monopol nicht angestrebt oder missbraucht hatte, so stellte alleine die Größe des Unternehmens und seine marktbeherrschende Stellung einen Verstoß gegen den Sherman Antitrust Act dar. Einen Ausweg aus der drohenden Zerschlagung bot die Tatsache, dass sich die Subventionierung der Aluminiumindustrie während der Kriegsjahre nicht nur auf Alcoa beschränkte, sondern auch den Aufstieg zweier neuer Konkurrenten ermöglichte: Reynolds und Permanente Metals (später Kaiser Aluminum). Die von der Regierung subventionierten Alcoa-Werke wurden zu Schleuderpreisen an Reynolds und Kaiser veräußert. Alcoa war der Ansicht, dass sich die Monopolfrage somit von selbst gelöst hatte. Der Fall wurde erneut vor Gericht gebracht, und 1950 entschied ein Richter gegen die Zerschlagung des Unternehmens. Dennoch war das Monopol unwiederbringlich verloren. An dessen Stelle trat ein Oligopol, in dem per Gerichtsbeschluss Alcoa 51 Prozent, Reynolds 31 Prozent und Kaiser Aluminum 18 Prozent der Produktionskapazität zugesprochen bekamen.

Arthur Vining Davis zog sich 1948 aus dem aktiven Management zurück, blieb aber bis 1957 Chairman des Unternehmens. Bei seinem Ruhestandsantritt im Jahr 1957 hatte er 69 Jahre im Unternehmen verbracht. Davis war durch das Aluminiumgeschäft zu einem reichen Tycoon geworden. Als er 1962 im Alter von 95 Jahren starb, war er nach eigenem Bekunden der fünftreichste Mann Amerikas.

Diversifizierung, Internationalisierung und Recycling (1958 bis 1987) Ab Ende der 1950er Jahre war Alcoa bestrebt, sich zu diversifizieren und internationalisieren. 1958 gründeten Alcoa, Lockheed und Furukawa Electric ein Joint Venture, welches Aluminium-Flugzeugteile für Lockheed herstellte. Ebenfalls 1958 versuchte Alcoa in einer Übernahmeschlacht gegen Reynolds und Tube Investments, die angeschlagene British Aluminum, Ltd. zu übernehmen, was am Ende aber scheiterte. Alcoa trieb in hohem Tempo die Entwicklung seines Geschäftes mit der Erzeugung von Aluminiumfertigprodukten voran, das eine höhere Marge als das klassische Verhüttungsgeschäft versprach. 1962 arbeitete Alcoa mit der Pittsburgh Brewing Company an der Einführung von Bierdosen mit neuartigen Pull-Tab-Verschlüssen zusammen. Mit neuen Bergbauunternehmungen im Ausland stellte Alcoa seine internationale Präsenz, welche 1928 mit der Abspaltung von Aluminium Limited verloren gegangen war, wieder her. Im Juni 1961 gründete Alcoa die Tochtergesellschaft Alcoa of Australia und ging eine Partnerschaft mit WMC Limited ein, um eine Bauxitmine in der Darling Range zu eröffnen und eine Aluminiumoxidfabrik in Kwinana in der Nähe von Perth zu errichten. 1959 stieg Alcoa in den Bauxitbergbau auf Jamaika ein. Die erste Bauxitladung aus Jamaika wurde 1963 verschifft. 1972 wurde auch eine Aluminiumoxidfabrik in Halse Hall im Clarendon Parish in Betrieb genommen. Für die Bauxit- und Raffinationstätigkeiten auf Jamaika wurde das Joint Venture Jamalco gegründet, an dem Alcoa zuletzt 55 Prozent hielt. Mit dem 2014 angekündigten Verkauf der Jamalco-Beteiligung endeten nach über sechs Jahrzehnten Alcoas Aktivitäten auf Jamaika.

Die 1970er Jahre waren geprägt von der Energiekrise und einer hohen Inflation. Infolgedessen stiegen die Kosten für Rohstoffe, Energie und Arbeitskraft für Alcoa stark an. Während 1974 noch ein Rekordergebnis von 2,75 Milliarden US-Dollar Umsatz und 173 Millionen US-Dollar Gewinn erzielt wurde, brachen 1975 die Zahlen deutlich ein. Die höheren Kosten waren mit ein Grund dafür, dass in den späten 1970er Jahren die Bedeutung von recyceltem Aluminium zunahm. So verbraucht das Recycling 95 Prozent weniger Energie als die Herstellung von Primäraluminium. 1979 gründete Alcoa die Tochtergesellschaft Alcoa Recycling Company. Bis 1985 stieg der Anteil von recyceltem Aluminium an der Barrenkapazität auf 19 Prozent.