mini|Reetdachkate von 1819, wurde als Restaurant genutzt und im Jahr 2020 abgerissen. mini|Evangelische Kirche Boostedt ist eine Gemeinde im Kreis Segeberg im Süden von Schleswig-Holstein.

Geographie Lage Die Gemeinde Boostedt liegt südlich direkt angrenzend zur Kreisfreien Stadt Neumünster im Kreis Segeberg am nördlichen Rand der Metropolregion Hamburg. Landschaftlich wird sie dem Mittelrücken der Haupteinheit Holsteinische Vorgeest zugeordnet, einem Teilgebiet der Schleswig-Holsteinischen Geest.

Nachbargemeinden Das Gemeindegebiet Boostedts wird eingefasst durch:

Geschichte Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahre 1201, dort heißt es die Gemarkung des Neumünsteraner Klosters. Funde aus früheren Epochen weisen auf eine frühere sächsische Besiedlung des Ortes hin.

Boostedt war von 1971 bis 2007 amtsfreie Gemeinde und mit zum Schluss über 4500 Einwohnern die einwohnerstärkste amtsfreie und ehrenamtlich verwaltete Gemeinde Schleswig-Holsteins.

Wahrzeichen von Boostedt war bis zur Sprengung am 18. Januar 2005 der 38 Meter hohe Radarturm auf dem Schwienhagen. Der von 1972 bis 1976 in Stahlbetonbauweise errichtete Turm hatte eine Plattform mit 22 Meter Durchmesser, eine Grundfläche von 10 × 10 Meter und einen Durchmesser von 6,50 Metern. Sechs Jahre nach der Sprengung wurde ein neuer Radarturm für den Wetterdienst errichtet.

Politik Gemeindevertretung

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt 19 Sitze vergeben. Von diesen erhielt die CDU neun Sitze, die Unabhängige Wählergemeinschaft Boostedt sechs Sitze und die SPD vier Sitze.

Wappen Das Wappen wurde am 31. Juli 1969 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau zwischen zwei aufrechtstehenden goldenen Buchenblättern ein silberner Schräglinksbalken, belegt mit neun einzelnen roten Ziegelsteinen, von denen der erste und der letzte im Schildrand verschwinden.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Das Wappen von Boostedt vereinigt Symbole, die auf wichtige historische Ereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen in der Gemeinde hinweisen. Neun Ziegelsteine belegen die neun im Ort seit 1737 entstandenen Ziegeleien. Die Herstellung von Handstrichziegeln war in Boostedt ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Der Schrägbalken im Wappen deutet die Via Regia an. Die Via Regia war ein wichtiger mittelalterlicher Verkehrsweg, der über Rendsburg, Neumünster und Bramstedt nach Hamburg führte und unweit des Ortes verlief. Als vielbenutzte Verbindung übte er einerseits einen fördernden Einfluss auf das Wirtschaftsleben aus; andererseits gab er im Dreißigjährigen Krieg durchziehenden Truppen zweimal die Gelegenheit zu Plünderungen des Ortes. Der Weg symbolisiert auch, dass nach 1945 eine große Anzahl ostdeutscher Flüchtlinge im Ort eine neue Heimat fand. Die Boostedter Berge mit ihrem Waldreichtum und ihrem Fremdenverkehrswert sowie der Ortsname finden in den goldenen Buchenblättern Ausdruck.

Die Gestaltung des Wappens wurde vom Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert übernommen.

Flagge Die Flagge wurde am 20. Juni 1986 genehmigt. Sie zeigt das Gemeindewappen ohne Schild (Wappenflagge).

Wirtschaft In Boostedt befand sich ein Bundeswehrstandort mit 1980 Dienstposten. Der Standort wurde dem Stationierungskonzept für die Bundeswehr vom Oktober 2011BMVg - Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland (Oktober 2011) (PDF 3,3 MB) folgend auf 40 Soldaten im Munitionslager reduziert. Die Rantzau-Kaserne an der Von-dem-Borne-Straße, in der sich das Instandsetzungsbataillon 166, das Logistikbataillon 162 und ein Sanitätszentrum befanden, wurde 2016 geschlossen.BMVg - Stationierungskonzept 2011: Realisierung und Schließung von Liegenschaften Seit April 2015 besteht auf dem Kasernengelände auch eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.Erste Flüchtlinge in neuer Erstaufnahme in Boostedt eingetroffen, ShZ, 1. April 2015, abgerufen am 16. Mai 2016. In der ehemaligen Rantzau-Kaserne ist für 2023 ein Logistik-Zentrum der Deutsche Logistik Holding (DLH) geplant. Die bebaute Fläche im GeLo-Park soll 45.000 Quadratmeter betragen.

Bis Ende 2027 will die dänische Firma Racehall in Boostedt Deutschlands größte Hallen-Kartbahn an der Neumünsterstraße errichten.

Verkehr Boostedt verfügt über eine Station der AKN auf der Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kaltenkirchen–Neumünster, die den Ort mit einer Fahrzeit von neun Minuten mit dem Bahnhof Neumünster verbindet. In beide Richtungen verkehrt stündlich ein Zug. Zehn Haltestellen in Boostedt liegen an der Buslinie 8 der Stadtwerke Neumünster nach Neumünster.

Der Anschluss zur Bundesautobahn 7 liegt etwa sieben Kilometer entfernt.

Landesunterkunft für Flüchtlinge In der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt befindet sich die Landesunterkunft für Flüchtlinge (LUK), in der ca. 1200 Menschen (bzw. etwa 17 % der Einwohner Boostedts) wohnen.

Persönlichkeiten

Mit Boostedt verbunden

August Westphalen (1864–1957), Kunstmaler, Mietete sich für einige Zeit im "Anno 1819" ein Ulrich Matthée (* 1941), deutscher Politologe und Hochschullehrer, in Boostedt aufgewachsen Horst Hrubesch (* 1951), ehemaliger deutscher Fußballspieler, wohnhaft in Boostedt Elton (* 1971), deutscher Fernsehmoderator

Literatur Karl Jaensch: Ortschronik Boostedt. Boostedt 1978. Das Dorf Boostedt im Wandel eines Jahrhunderts. Bad Segeberg.

Weblinks

Gemeinde Boostedt

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Segeberg Kategorie:Ersterwähnung 1201