miniatur|hochkant|Marianne Sägebrecht beim „Filmfest Biberach“ 2003 Marianne Sägebrecht (* 27. August 1945 in Starnberg) ist eine deutsche Schauspielerin und Kabarettistin. International bekannt wurde sie durch Percy Adlons Filmkomödien Zuckerbaby (1985), Out of Rosenheim (1987) und Rosalie Goes Shopping (1989). Seit 1980 stand sie in über 80 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Leben Marianne Sägebrecht wuchs ohne Vater am Ostufer des Starnberger Sees auf. Bereits während ihrer Schulzeit spielte sie in einer Theatergruppe. Nach dem Realschulabschluss absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin und machte eine Weiterbildung zur Laborantin und dazu Fotolehre. Von 1970 bis 1971 war sie als Assistentin bei einem Neurologen und Psychiater tätig. Im Alter von neunzehn Jahren heiratete Sägebrecht 1964 und bekam 1967 ihre Tochter Daniela. Mit ihrem Ehemann und ihrer Schwester leitete sie vier Jahre lang das Kleinkunstlokal „Spinnradl“ in Starnberg. 1976 folgte die Scheidung des Ehepaars.

Sägebrecht engagiert sich ehrenamtlich für sterbende Menschen; sie unterstützt das Christophorus-Hospiz in München. Sie lebt in Bernried am Starnberger See.Marianne Sägebrecht gastiert im Mühlacker Uhlandbau auf pz-news.de vom 29. Januar 2018.

Karriere Sägebrecht führte ab 1976 nach ihrer Leitung des Starnberger Kleinkunstlokals die Münchener Künstlerkneipen „Mutti Bräu“ und „Tatzelwurm“, wo sie vermehrt Kontakte zu anderen Schauspielern und Künstlern des Zirkus Roncalli knüpfen konnte. Von 1977 bis 1981 arbeitete sie am selbstgegründeteten kabarettistischen Revuetheater „Opera curiosa“ und spielte ab 1979 nebenher auch Theater. Der Regisseur Percy Adlon wurde in dieser Zeit auf sie aufmerksam und holte sie zum Film, wo Sägebrecht 1980 als Frau Pansa in Adlons Fernsehfilm Herr Kischott debütierte. 1981 war sie unter dem Pseudonym Barbara Hermani erstmals auf der Kinoleinwand in der Erotikkomödie Manche mögens prall als Ringkämpferin Freda zu sehen.

1983 setzte sich die Zusammenarbeit mit Regisseur Adlon mit dessen Filmproduktion Die Schaukel, in der sie als Tandlerin eine Nebenrolle spielte, fort. Für seine Filmkomödien Zuckerbaby (1985), Out of Rosenheim (1987) und Rosalie Goes Shopping (1989), die Sägebrecht international bekannt machten, besetzte er sie jeweils in der Hauptrolle. Seitdem war sie in einer Vielzahl an internationalen Co-Produktionen beteiligt, so z. B. an der Seite von Michael Douglas in Danny DeVitos US-amerikanischer Tragikomödie Der Rosenkrieg (1989) und unter der Regie von Volker Schlöndorff in dem deutsch-französisch-britischen Filmdrama Der Unhold (1996), nach einem Roman von Michel Tournier mit John Malkovich in der Titelrolle. In französischen Produktionen spielte sie u. a. die Haushälterin von Michel Piccoli in Martha und ich (1991), die Titelrolle neben Marie-France Pisier in Detlef Rönfeldts Eine Frau nach Maß (1997), an der Seite von Gérard Depardieu die Rolle der Gutemine in Claude Zidis Asterix und Obelix gegen Caesar (1998), dem ersten Realfilm der Comicreihe Asterix, und die Pflegemutter des kleinen Rémi in Das Findelkind (2000).

Von 2001 bis 2004 übernahm Sägebrecht an der Seite von Gunter Berger die Titelrolle einer bayerischen Köchin in der dreiteiligen ARD-Fernsehfilmreihe Marga Engel, bei der sie auch am Drehbuch mitwirkte. In der Fernsehserie Café Meineid von Franz Xaver Bogner hatte sie 2002 einen Gastauftritt. In den Jahren 2007 und 2008 spielte sie in den Fernsehfilmen Bezaubernde Marie und Immer Wirbel um Marie die namensgebende Buchhändlerin Marie Meyer. Bodo Fürneisen besetzte sie als Frau Holle für seinen gleichnamigen Märchenfilm aus dem Jahr 2008.

In Tomy Wigands Filmkomödie Omamamia spielte sie 2012 die gläubige Auswanderin Marguerita, die nach dem Tod ihres Gatten von Kanada nach Rom reist, um bei Papst Benedikt XVI. Vergebung für ein lang gehütetes Familiengeheimnis zu erbitten. 2013 und 2019 las sie die alljährliche Adventsgeschichte in der von Florian Silbereisen moderierten Fernsehshow Das Adventsfest der 100.000 Lichter.Die Vorleser der Adventsgeschichte auf mdr.de vom 30. November 2019. Ab 2014 war sie in den teilanimierten Realfilmen um Pettersson und Findus in der Rolle der hilfsbereiten Beda Andersson, die Pettersson zu seinem Kater Findus verhilft, zu sehen.

Im Juni 2015 stand Sägebrecht in der Rolle der Bavaria Toleranta in Bussi – Das Munical, einem Musical unter der Regie von Thomas Hermanns, auf der Bühne. Im Jahr 2017 trat sie im Theaterstück Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben in der Doppelrolle als Theres und Afra in München und weiteren Spielorten auf. 2018 folgte die Rolle der Frau Reitmayr im Musical Pumuckl am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz.

Hans Steinbichler besetzte sie 2022 als Ahnl in dem deutsch-österreichischen Zweiten Weltkriegsdrama Ein ganzes Leben, das auf dem 2014 veröffentlichten gleichnamigen Roman von Robert Seethaler basiert und im September 2023 im Rahmen der Filmkunstmesse Leipzig uraufgeführt wurde.

Bühne (Auswahl) 1979: Adele Spitzeder. Münchner Studiotheater, als Bella 2015: Bussi – Das Munical. Staatstheater am Gärtnerplatz in München, als Bavaria Toleranta 2017: Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben. Tourneetheater (u. a. München), als Theres und Afra 2018: Pumuckl. Staatstheater am Gärtnerplatz in München, als Frau Reitmayr und Lehrerin 2019: Der Prozess. Bad Hersfelder Festspiele, als Frau Grubach

Filmografie Spielfilme

Fernsehserien und -reihen

Hörspiele 2012: Patrick Findeis: Kein schöner Land – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR) 2013: E. M. Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR) 2014: Walt Whitman: Children of Adam – Übersetzung und Regie: Kai Grehn (Klangkunst – RB/DKultur/SWR) 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe – Regie: Anja Herrenbrück (Hörspiel – NDR)

Auszeichnungen 1982: Schwabinger Kunstpreis 1984: Ernst-Hoferichter-Preis 1986: Ernst-Lubitsch-Preis für Zuckerbaby 1988: Bundesfilmpreis als Beste Hauptdarstellerin für Out of Rosenheim 1989: Bambi 1995: Bundesverdienstkreuz 1. Klasseuw: Ein Orden für die Sägebrecht. In: Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 1995, S. 43. 2003: Bayerischer Verdienstorden 2009: Oberbayerischer Kulturpreis 2020: Sigi-Sommer-Taler 2021: Ehrenpreis der Biberacher Filmfestspiele für ihr Lebenswerk

Literatur 2001: Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Siebter Band: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 14 f. 2026: Daniela Schwan: "Beim Drehen gebe ich alles". in: Abendzeitung München vom 25. März 2026: S. 32

Weblinks

(mit Fotogalerie)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Kabarettist (Deutschland) Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Träger des Ernst-Hoferichter-Preises Kategorie:Darstellender Künstler (München) Kategorie:Person (Starnberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Frau