Carsten Brausch ist ein deutscher Ingenieur, Fachautor und Manager. Er befasst sich seit vielen Jahren mit Barrierefreiheit, technischer Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sowie inklusivem und barrierefreiem Wohnungsbau. Nach langjähriger Tätigkeit beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) übernahm er 2018 die Geschäftsführung der Bauen für Menschen GmbH.
Ausbildung und wissenschaftliche Tätigkeit
Brausch studierte Maschinenbau. Im Rahmen seiner Promotion an der Technischen Universität Košice setzte er sich mit Wohnkonzepten auseinander, die barrierefreies Wohnen mit den Anforderungen unterschiedlicher Lebensphasen verbinden. 2014 entstand in diesem Zusammenhang die Arbeit Advantages and Feasibility of a Modular Home Design for All Phases of Life.
Gemeinsam mit Dušan Katunský veröffentlichte er 2015 im Selected Scientific Papers – Journal of Civil Engineering den Beitrag Changing Social Structure in Europe calls for Tailor-made, Barrier-free Living and new Interior Design. Darin gehen die Autoren der Frage nach, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf die Gestaltung von Wohnraum hat und wie sich Barrierefreiheit und veränderte Anforderungen im Laufe des Lebens bereits in der Planung berücksichtigen lassen.
2016 war Brausch gemeinsam mit Christian Bühler, Andreas Feldmann und Miriam Padberg an dem Beitrag Supported Employment – Electronic Job-Coach (EJO) beteiligt. Die Veröffentlichung erschien in den Lecture Notes in Computer Science anlässlich der International Conference on Computers Helping People with Special Needs. Vorgestellt wird darin eine mobile Anwendung, die Menschen mit erworbenen Hirnverletzungen bei ihrer Tätigkeit am Arbeitsplatz unterstützen soll.
Berufliche Tätigkeit
Seit den 1990er Jahren war Brausch beim Landschaftsverband Rheinland tätig. 2004 übernahm er die Leitung des Technischen Beratungsdienstes des LVR-Integrationsamtes. Zu seinen Aufgaben gehörten insbesondere die behinderungsgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen und die Entwicklung technischer Lösungen, die Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Arbeitsleben erleichtern. Ein Kongressprogramm aus dem Jahr 2015 führt ihn außerdem als DIN-geprüften Fachplaner für barrierefreies Bauen.
2018 wechselte Brausch als Geschäftsführer zur Bauen für Menschen GmbH. Das Wohnungsunternehmen steht zu 90 Prozent im Eigentum des Landschaftsverbands Rheinland; weitere zehn Prozent hält die Provinzial Versicherung AG.
In seine Zeit als Geschäftsführer fällt unter anderem die Entwicklung eines inklusiven Wohnquartiers in Bonn-Castell. Das Projekt umfasst 119 Wohnungen und wurde vollständig barrierefrei geplant.
Ein weiteres Projekt ist das Donatus-Quartier in Pulheim-Brauweiler. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete mehrfach über die Entwicklung des Quartiers und die damit verbundenen planerischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Brausch wurde dabei als Geschäftsführer der Projektgesellschaft zitiert.
Fachliche Tätigkeit Auch publizistisch beschäftigt sich Brausch mit Fragen des barrierefreien und inklusiven Wohnens. 2024 erschien im wissenschaftlichen Repositorium der Technischen Universität Dortmund sein Beitrag Eine sich verändernde Gesellschaftsstruktur in Europa benötigt eine inklusive, barrierefreie und passgenaue Wohnraumgestaltung für „Alle“.
2025 folgte in der Fachzeitschrift Die Wohnungswirtschaft der Beitrag Inklusives Wohnen – die passende Antwort. Darin setzt sich Brausch mit den Folgen des demografischen Wandels für die Wohnungswirtschaft auseinander und geht der Frage nach, welche Anforderungen sich daraus für Wohnraum und Quartiersplanung ergeben.
Darüber hinaus gehört Brausch dem Arbeitsausschuss ÖKU des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen an. Seine Mitarbeit in diesem Gremium ist bereits für die Jahre 2017/18 dokumentiert.
Einzelnachweise
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