mini|hochkant|Arne Thurin Bjørge vor 1944 Arne Thurin Bjørge, auch Arne-Turin (* 19. Oktober 1901 in Tønsberg, Vestfold; † 9. Mai 1944 im Trandumer Wald/Trandumskogen, UllensakerHeute Grab 17 auf der Gedenkstätte, siehe die Museumsseite auf mia.no.), war ein norwegischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg.Lettere di condannati, Seite 469–471, siehe Literatur. Er lebte in Arendal, sein Einsatzgebiet war die Provinz Aust-Agder.Datenblatt auf der Gedenkseite trandum.no.
Familie und Beruf Er war der Sohn von Herman Bjørge (* 1859) und Kristine, geborene Snesrud (* 1867). Er heiratete 1930 Thyra Bergliot Bøkman Pedersen (* 1903) und hatte mit ihr zwei Kinder, Bent und Unni. Er machte ein Ausbildung zum Ingenieur an der Technische Fachschule (Skiensfjordens mekaniske fagskole) in Porsgrunn, war Automobilexperte und Leutnant der Marine. Vom April bis Juni 1940 nahm er am Krieg teil.
Widerstand Nach der Kapitulation Norwegens schloss er sich der größten norwegischen Widerstandsbewegung, der Milorg, an, arbeitete mit der alliierten Geheimdienstorganisation XU zusammen und wurde selbst Mitglied im XU-Führungskader. Dieser baute ein Spionagenetz in Norwegen auf und sammelte Informationen über die militärischen Aktivitäten der deutschen Besatzung und überstellte sie nach London.
Verhaftung, Prozess und Hinrichtung Im Herbst 1942 wurden in Südnorwegen mehrere Widerstandsgruppen enttarnt und viele Widerstandskämpfer verhaftet, darunter zuletzt auch Björge, der am 11. Dezember 1942 von der Gestapo inhaftiert wurde, zuerst bis zum 14. Februar 1943 im Gefängnis Kristiansand, dann bis zum 9. Mai 1944 im Konzentrations- und Polizeihäftlingslager Grini, wo er auf seinen Prozess wartete. Er wurde im SS-Hauptquartier, dem Gebäudekomplex Victoria Terrasse, gefoltert, verhört und ebenda im April 1944 vom SS- und Polizeigericht „wegen Aktivitäten für einen feindlichen Staat und Spionage zum Tode verurteilt.“ Ein Erschießungskommando führte am 9. Mai 1944 auf dem Militärgelände im Trandumer Wald das Urteil gegen ihn und weitere Widerstandskämpfer aus. Die Leichen wurden vor Ort, Grab 17 auf der heutigen Gedenkstätte, in einem Massengrab beerdigt.
Gedenken Grab: Nach dem Krieg wurde seine Leiche exhumiert und fand auf dem Friedhof in Barbu, Stadtteil von Arendal, ihre letzte Ruhe.Kurzbiographie auf vg.no. Gedenkstein mit Name und Daten auf der Gedenkstätte im Trandumer Wald. Brief an seine Familie, 17. April 1944: „Meine liebste Thyra, lieber Bent und liebe kleine Unni! Wenn du dies liest, Thyra, bin ich nicht mehr unter den Lebenden ... Das Schicksal will es wohl, dass ich für meinen König und mein Land falle, und ich gehe stolz und ruhig in den Tod ... Nun ist der Krieg bald zu Ende, und dann wird sich für dich und die Kinder vieles bessern. Kopf hoch, Mut und Laune! Jedenfalls braucht ihr euch meiner nicht zu schämen. Du und ihr, meine Lieben werdet bis zuletzt in meinen Gedanken sein. Lebt wohl! Dein Arnegutt.“
Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 469–471: Karl Frithjof Schei, Seite 447–451: Überblick über den norwegischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.
Weblinks Kurzbiographie auf der Gedenkseite „Unsere Gefallenen/Våre falne“, vg.no. Datenblatt mit Zeitleiste der Gefängnisaufenthalte auf der Gedenkseite fanger.no. Grab 14 auf der Gedenkseite mia.no mit Informationen zum Prozess.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (norwegischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann