mini|hochkant=1.2|St.-Josef-Kirche von Osten St. Josef ist eine römisch-katholische Kirche in Stade, der Kreisstadt des Landkreises Stade im Norden von Niedersachsen. Die Kirche gehört als Filialkirche zur Pfarrgemeinde Heilig Geist mit Sitz in Stade im Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim. Kirchenpatron ist Josef von Nazaret.
Geschichte In Stade, das damals zum Erzbistum Bremen gehörte, setzte sich von den 1520er Jahren an die Reformation durch. Erst im Zuge der Industrialisierung siedelten sich in Stade wieder Katholiken in größerer Zahl an, sodass in Stade von 1860 an gelegentlich wieder katholische Gottesdienste stattfanden. Zunächst in einem Privathaus, später dann bis 1872 in der Aula des Gymnasiums und in der evangelisch-lutherischen St.-Wilhadi-Kirche.
Am 31. Dezember 1871 wurde seitens des Bistums Hildesheim ein Missionsvikar, Pastor Bernhard Krebs, nach Stade entsandt und eine katholische Missionsgemeinde in Stade gegründet. Das Haus Spiegelberg Nr. 814 (heute Bürgerstraße 11) wurde angemietet und dort eine Wohnung für den Geistlichen sowie im 1. Obergeschoss eine Kapelle und ein Raum für den katholischen Schulunterricht eingerichtet. Bereits 1877 wurde Pastor Krebs wegversetzt, infolgedessen die Kapelle wieder aufgegeben und die Pfarre Stade aufgelöst wurde.
1878 kam mit Pastor Bram ein Pfarrverweser nach Stade. Nachdem der vor dem Schiffertor gelegene Schützenhof in Konkurs gegangen war, wurde er für die katholische Kirche angekauft und dessen Tanzsaal zu einer Kirche ausgebaut. Am 19. Oktober 1879 weihte Divisionspfarrer Vollmer die Kirche ein. Hauptpatron wurde der heilige Josef, Nebenpatron der heilige Evermod, der erste Bischof von Ratzeburg. Die Kirche stand auf dem Gelände des heutigen Altenheimes, westlich der heutigen Kirche, und wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert. 1901 bekam die Kirche zwei Glocken, die in den Dachreiter gehängt wurden.
Am 1. April 1909 wurde die Missionsgemeinde Stade zur Kuratie erhoben, am 1. Juni 1911 folgte die Erhebung zur Pfarrgemeinde. Zu ihr gehörte unter anderem auch Buxtehude, wo sich erst 1943 wieder eine eigene katholische Gemeinde bildete und 1949 eine Kirche errichtet wurde.
Am 1. Februar 1969 begann in der Schiffertorstraße nahe der Kirche mit dem ersten Spatenstich der Bau des Altenheimes, das am 19. Juni 1971 von Bischof Heinrich Maria Janssen eingeweiht wurde. 1978 wurde der Bauantrag zur Erweiterung des Altenheimes und dem Neubau der Kirche gestellt, da die Kirche einen schlechten Bauzustand aufwies. Am 9. März 1980 fand in der Kirche der letzte Gottesdienst statt, und bereits am 18. März 1980 wurde sie abgerissen.
Generalvikar Adalbert Sendker (1912–1993) legte am 1. Juni 1980 den Grundstein für die heutige Kirche, am 26. November 1980 wurde das Richtfest gefeiert. Am 31. Mai 1982, dem Pfingstmontag, wurden die beiden von der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher gegossenen Glocken geweiht. Am 11. September 1982 folgte die Kirchweihe durch Bischof Heinrich Maria Janssen. Die Kirche ist bis heute die jüngste Kirche im Dekanat Unterelbe.
Am 1. September 2004 wurde das Dekanat Stade, zu dem die Kirche gehörte, verändert und in Dekanat Unterelbe umbenannt.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. In: Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger. Nr. 7/2004, S. 230–231. Am 1. September 2010 wurden der Pfarrei Heilig Geist, zu der die Kirche St. Josef inzwischen gehörte, neben den Kirchen St. Josef und Heilig Geist in Stade auch die Kirchen St. Michael in Bremervörde und St. Ansgar in Hemmoor-Warstade sowie die Kapelle St. Nikolaus in Hechthausen angeschlossen.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Heilig Geist, Stade, St. Michael, Bremervörde, St. Ansgar, Hemmoor-Warstade und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist, Stade. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 6/2010, S. 214–216. Seit der dauerhaften Schließung der Heilig-Geist-Kirche finden alle katholischen Gottesdienste in Stade in der St.-Josef-Kirche statt.Heilig Geist / Stade. Katholisches Pfarramt Heilig Geist, abgerufen am 9. September 2026.
Beschreibung mini|Teilansicht des Kircheninneren Die geostete Kirche auf einem unregelmäßig geformten Fundament steht westlich der Innenstadt von Stade auf dem Grundstück Nagelstiftsweg 2, an der Ecke zur Schiffertorstraße. Sie entstand nach Plänen des ortsansässigen Architekten Gerhard Buttge unter der Bauleitung des Architekten Siegfried Schaer und ist baulich in das gleichnamige Altenheim integriert. Im Untergeschoss der Kirche befindet sich der Gemeindesaal.
Die Buntglasfenster entstanden 1982 nach Entwürfen von Josef Nienhaus (1924–2008) aus Wessum und wurden von der Glasmalerei Herbert Koll aus Bottrop angefertigt. Das Fenster im Altarraum zeigt den heiligen Josef mit Maria bei der Herbergssuche, in einem anderen Fenster ist der heilige Martin von Tours mit dem Bettler dargestellt. Im Vorraum der Kirche sind die Fenster der ehemaligen Kirche eingearbeitet, sie zeigen unter anderem das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariä.
Die Kirche bietet den Besuchern rund 132 Sitzplätze, dazu kommen rund 58 weitere Sitzplätze auf der Empore. Im Kircheninneren sind Werke des Bildhauers Hubert Janning aus Angelmodde bei Münster zu sehen. 15 Kreuzwegstationen, die teilweise miteinander verbunden sind, hängen an der Südwand der Kirche. Neben einer Marienstatue können Opferkerzen aufgestellt werden, ein kleines Bild stellt den heiligen Antonius von Padua dar. In einem Totenbuch wird den verstorbenen Bewohnern und Bewohnerinnen des Altenheimes gedacht.
Der Altarraum, in dessen Zentrum der steinerne Altar steht, wird durch Hängekreuz geprägt. In eine Mauerecke ist der Tabernakel eingefügt. Im Altarraum befinden sich auch der Taufstein und der Ambo.
Die Orgel steht auf der Empore und verfügt fünf Register auf einem Manual und Pedal. Das Schleifladen-Instrument des Orgelbauers Hellmuth Mann stammt aus der profanierten St.-Lukas-Kirche in Fredenbeck und wurde 2003 nach einem Umbau durch den Orgelbaubetrieb Werner Mann aus Astheim in die St.-Josef-Kirche umgesetzt.Orgeln. Orgelbau-Meisterbetrieb Werner Mann, abgerufen am 9. September 2026.
Siehe auch Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim
Literatur Irmgard Geister: Unsere Pfarrgemeinde. Ein "lebendiger Baustein" in der katholischen Kirche. Pfarrgemeinde Heilig-Geist, Stade 2000. Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 90.
Weblinks
Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei Kirche auf Internetpräsenz des Altenheimes
Einzelnachweise
Josef Josef Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Stade Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Hildesheim Kategorie:Josefskirche Kategorie:Erbaut 1982 Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Niedersachsen Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Backsteinkirche