Die Sekyra Group, a.s. ist eine tschechische Projektentwicklungs- und Investmentgesellschaft mit Sitz in Prag, die seit 1996 auf dem Markt tätig ist. Das Unternehmen realisiert Wohn- und Gewerbeprojekte mit Schwerpunkt auf städtebaulichen Ensembles und neuen Stadtvierteln. Nach eigenen Angaben legt es besonderen Wert auf öffentliche Räume, partizipative Planung und klimafreundliche Gebäude. Derzeit betreut das Unternehmen Projekte mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt mehr als 1 Million m² und einem Gesamtwert von rund 100 Milliarden Kronen (etwa 4 Milliarden Euro).
Geschichte Der Unternehmer Luděk Sekyra gründete die Sekyra Group im Jahr 1996. Den ursprünglichen Fokus auf kleinere Wohnprojekte erweiterte das Unternehmen schrittweise auf Gewerbeimmobilien und öffentliche Bauten, zum Beispiel die Technische Nationalbibliothek. Die Sekyra Group ist Gründungspartnerin des Czech Green Building Council.
Die Sekyra Group ist Teil des Stiftungsfonds The Sekyra Family Fund. Im Jahr 2020 begann das Unternehmen mit den Bauarbeiten am Projekt Smíchov City, einer der umfangreichsten Brownfield-Transformationen in Prag. Im Jahr 2021 folgte das Projekt Rohan City, und im April 2025 wurde die Änderung des Flächennutzungsplans für das Projekt Žižkov City genehmigt. Neben Tschechien ist die Sekyra Group auch in der Slowakei tätig.
Abgeschlossene Projekte Das Portfolio der Sekyra Group umfasst Wohn- und Gewerbeprojekte. Das Unternehmen errichtete Firmensitze unter anderem für Česká spořitelna, Nestlé Česko, T-Mobile, die Deutsche Bank und Skanska. Insgesamt realisierte es mehr als 10.000 Wohnungen.
Myšák Gallery (2007) Das multifunktionale Objekt Myšák Gallery in der Vodičkova-Straße entstand durch die Verbindung eines sanierten historischen Hauses mit einem Neubau. Bestandteil des Projekts war die Wiederherstellung der Konditorei von František Myšák, dem ersten Eigentümer des Hauses. Der Neubau umfasst Geschäftsflächen mit Passage, Büroflächen und Wohnungen. Der architektonische Entwurf stammt von Martin Kotík, dem Atelier Omicron-K und dem Studio Casua. Den nicht zu Wohnzwecken genutzten Teil besitzt seit 2016 das Unternehmen Koh-i-noor.
Residenz Korunní (2010) Der Wohnkomplex mit 270 Wohnungen in Vinohrady entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Schokoladenfabrik. Die Anlage hat einen quadratischen Grundriss, in dessen Zentrum sich Grünflächen, Erholungszonen und eine Wasserfläche befinden. Sie ist in drei Teile gegliedert: Boulevard, Villa und Industrial. Der architektonische Entwurf stammt vom Atelier Casua.
Hauptsitz von Nestlé Česko Das Projekt umfasste die Umwandlung einer sieben Hektar großen Brachfläche in Modřany, der ehemaligen Orion-Schokoladenfabrik, in ein Areal mit 250 Wohnungen und Büroflächen.
Bürogebäude T-Mobile (2003) Der Sitz des Mobilfunkbetreibers T-Mobile in Roztyly mit einer Fläche von 50.000 m² war zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung das größte Bürogebäude für einen einzigen Nutzer in Prag.
Technische Nationalbibliothek (2009) Das Gebäude in Dejvice hat eine Kapazität von 1,3 Millionen Bänden. Charakteristisch ist die Verwendung sogenannter Zugstützen, die ein offenes Erdgeschoss ohne tragende Wände ermöglichen. Das Projekt erhielt unter anderem den Best of Realty Grand Prix, einen Preis des tschechischen Architektenverbands, den Preis des Klubs für Alt-Prag, den Preis der Designakademie sowie den Preis des Oberbürgermeisters der Hauptstadt Prag.
Residenz Opatov (2025) Das Projekt mit 307 Mietwohnungen in der Nähe einer Station der U-Bahn-Linie C befindet sich im Besitz der Versicherungsgesellschaft Kooperativa und der Gesellschaft Dostupné bydlení České spořitelny.
Laufende Projekte
Smíchov City Seit 2020 wird der ehemalige Güterbahnhof in Smíchov umgestaltet. Nach Fertigstellung soll das Viertel 400.000 m² Wohn- und Büroflächen bieten. Die geplante Kapazität beträgt 12.000 Bewohner und Beschäftigte. Die Gesamtinvestitionen werden auf rund 50 Milliarden Kronen (etwa 2 Milliarden Euro) geschätzt, davon 35 Milliarden Kronen private und 15 Milliarden Kronen öffentliche Investitionen.
Der nördliche und der südliche Teil des Viertels werden durch einen einen Kilometer langen Fußgängerboulevard mit rund zwei Hektar Grünflächen verbunden. Die Straßen werden nach bedeutenden Frauen benannt, darunter Madeleine Albright, Meda Mládková und Růžena Vacková. Stand 2026 ist die erste Etappe abgeschlossen, einschließlich des Bürogebäudes Na Knížecí und 400 Wohnungen. Im Bau befinden sich der Campus der Česká spořitelna mit 75.000 m² sowie der neue Sitz des Energieversorgers ČEZ, dessen Fertigstellung für 2027 geplant ist. Bestandteil der zweiten Etappe ist auch der Bau eines Verkehrsterminals.
Rohan City Der Bau auf der Insel Rohanský ostrov begann 2021 und soll 2035 abgeschlossen sein. Die Investitionen betragen rund 30 Milliarden Kronen (etwa 1,2 Milliarden Euro). Das Viertel entsteht auf 21 Hektar und soll 300.000 m² Fläche umfassen, einschließlich einer einen Kilometer langen Uferpromenade.
Die öffentlichen Räume werden nach Philosophinnen und Philosophen benannt, darunter Jan Sokol, Immanuel Kant und Simone Weil. Im Rahmen der ersten Etappe wurden die Gebäude Diamanty Karlín nach einem Entwurf von Eva Jiřičná und Riviéra Karlín fertiggestellt. 2025 begann der Bau der Residenzen Vision Karlín; für 2026 ist der Start der zweiten Etappe mit fünf Wohnblöcken und Büroflächen geplant. Die dritte Etappe umfasst das Projekt Sekyra Flowers des Studio Libeskind von Daniel Libeskind.
Žižkov City Das Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Žižkov sieht mehr als 3.000 Wohnungen bei einem Investitionsvolumen von rund 25 Milliarden Kronen (etwa 1 Milliarde Euro) vor. Die Änderung des Flächennutzungsplans wurde im April 2025 genehmigt. Das historische Bahnhofsgebäude soll von der Stadt Prag zu einem Kulturzentrum umgebaut werden. Der Baubeginn der ersten Blöcke wird um den Jahreswechsel 2027/2028 erwartet.
Weitere aktuelle Projekte Das Unternehmen bereitet weitere Etappen der Residenz Čakovice und der Residenz Prokopská vyhlídka vor. Es beteiligt sich an der Modernisierung des Kaufhauses Kotva sowie am Projekt 4. Quadrant am Vítězné náměstí. Außerdem entwickelt es Projekte in Ostrava und Bratislava.
Stiftung Das Unternehmen ist Hauptpartner der Sekyra Foundation, die 2018 von Luděk Sekyra gegründet wurde. Die Stiftung konzentriert sich auf Philosophie, Zivilgesellschaft und Menschenrechte. Sie fördert unter anderem eine Professur für Moralphilosophie an der Universität Oxford, die Sekyra and White’s Professorship of Moral Philosophy.
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Einzelnachweise
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