mini|hochkant|Judit Dukai Takách, Porträtzeichnung von G. Verő, um 1820 mini|hochkant|Gedenktafel in Sopron, erschaffen von Márta Lesenyei mini|hochkant|Grabstätte von Judit Dukai Takách Judit Dukai Takách (* 9. August 1795 in Duka, Königreich Ungarn; † 15. April 1836 in Sopron) war eine ungarische Dichterin, die auch unter dem Pseudonym Malvina schrieb. Sie wird als ungarische Sappho bezeichnet.

Leben Judit Dukai Takách stammte aus einer wohlhabenden Gutsbesitzerfamilie. Ihr Vater war István Takách, ihre Mutter Terézia Vittnyédy. Ihre Eltern legten Wert auf eine sorgsame Erziehung. Sie besuchte eine evangelische Schule in Sopron. Als sie von der Krankheit ihrer Mutter erfuhr, unterbrach sie den Schulbesuch, reiste nach Hause und widmete sich der Pflege ihrer Mutter. In dieser für sie schweren Zeit entstanden melancholische Gedichte. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1811 kehrte sie nach Sopron zurück, um ihre Ausbildung in Sprachen, Musik und Hauswirtschaft zu beenden. Nach ihrer Rückkehr nach Duka übernahm sie den Haushalt des elterlichen Anwesens und nahm nebenbei an literarischen Veranstaltungen teil. Der Großteil ihres Werkes entstand neben ihren häuslichen Aufgaben.

Im Jahr 1814 besuchten prominente literarische Personen wie Miklós Wesselényi, Mózes Pataky und Gábor Döbrentei das Haus der Familie Takách in Duka und erkannten das Talent der jungen Dichterin, die ab dieser Zeit das Pseudonym Malvina benutzte. Infolge dieser Begegnung veröffentlichte Gábor Döbrentei 1815 ihr Gedicht Barátomhoz in der Zeitschrift Erdélyi Múzeum. Ihre Gedichte verbreiteten sich schnell und erreichten so weitere literarische Größen der Zeit wie Dániel Berzsenyi, Ferenc Kazinczy und János Kis. Selbst Kazinczy, dessen Urteil als sehr streng galt, äußerte sich begeistert über ihre Gedichte. Ihre Texte wurden stark von Dániel Berzsenyi beeinflusst, mit dem sie auch verwandt war, da dessen Frau Zsuzsanna Dukai Takách ihre Cousine war. Dániel Berzsenyi widmete ihr eine Ode mit dem Titel „Dukai Takách Judithoz“. Ab 1815 nahm Judit Takách Dukai auf Einladung von Graf György Festetics regelmäßig an den Helikon-Festspielen in Keszthely teil.

Nach ihrer Heirat mit Ferenc Geöndötz im Jahr 1818 trat ihre dichterische Tätigkeit etwas in den Hintergrund, da sie sich hauptsächlich der Verwaltung des Gutes ihres Mannes in Felsőpáty und der Erziehung ihrer vier Kinder widmete. Nach fast zwölf Jahren Ehe starb 1830 ihr Ehemann Ferenc Geöndötz und sie blieb mit den vier Kindern allein zurück. Im Jahr 1832 heiratete sie in Ágfalva den Rechtsanwalt István Patthy, mit dem sie zwei Kinder hatte. Diese Ehe währte nur vier Jahre, da Judit Dukai Takách 1836 an den Folgen einer Lungenentzündung in Sopron starb.

Würdigung Ihr literarisches Erbe wurde 1909 von Norbert Vadász zusammen mit ihrer Biografie in seinem Buch Dukai Takács Judit élete és munkái veröffentlicht. In ihrem Geburtsort Duka wird die Dichterin durch einen Gedenkpark und ein Denkmal geehrt, die 1997 eingeweiht wurden; im Zentrum des Ortes steht noch immer das ehemalige Herrenhaus der Familie Takách. Weiterhin gibt es Gedenktafeln in Sopron und Keszthely.

Alle ihre handgeschriebenen Werke befinden sich in der Handschriftenabteilung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Gedichte (Auswahl)

Literatur

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