Max Eugen Hubert Thoennissen (* 14. Dezember 1887 in Köln; † 4. Januar 1969 in Wiesbaden) war ein deutscher Offizier und Verbandsfunktionär.

Werdegang Thoennissen war der Sohn eines Winzers und trat 1908 nach dem Abitur in die Preußische Armee ein. Er diente als Offizier im Ersten Weltkrieg. Er war Hauptmann im Generalstab in der Operationsabteilung der Obersten Heeresleitung und zuletzt Mitglied des Generalstabs der 119. Infanteriedivision und des XV. Armeekorps. 1919 wurde er Kommandant der Bürgerwehr Göttingen. Nach dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags und der daraus folgenden Verkleinerung des deutschen Heeres wurde er aus der Armee entlassen. Für seinen Einsatz im Ersten Weltkrieg wurde ihm das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern sowie das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse verliehen.

Thoennissen studierte daraufhin Rechts- und Staatswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Universität zu Köln. Er war dann in der freien Wirtschaft im In- und Ausland, unter anderem im Wollimport, tätig. 1934 wurde er wieder als Hauptmann in die Wehrmacht berufen. Dort wurde er zunächst bei der Kommandantur Berlin und in der Inspektion der Kraftfahrtruppen im Reichskriegsministerium eingesetzt. 1935 wurde er zum Major befördert. 1937 wurde er zum Kommandeur der Panzer-Abwehr-Abteilung 26 in Düren ernannt und als solcher 1938 zum Oberstleutnant befördert. Im selben Jahr wurde er als Chef des Stabes zur Waffenabteilung der Panzertruppe, Kavallerie und Heeresmotorisierung unter Adolf von Schell beim Oberkommando der Wehrmacht versetzt. In dieser Funktion war er in Personalunion auch Chef des Stabes des Generalbevollmächtigten für das Kraftfahrwesen beim Beauftragten für den Vierjahresplan.

1940 wurde Thoennissen zum Oberst befördert. 1942 wurde er zum Chef des deutschen Beschaffungsamtes in Frankreich unter Gerd von Rundstedt ernannt und zum Generalmajor befördert. In seine Zuständigkeit fiel die französische Automobilindustrie und die Ausrichtung ihrer Produktion an kurzfristigen kriegswirtschaftlichen Interessen Deutschlands. Darüber hinaus entwickelte er Ideen für eine deutsch-französisch-italienische Zusammenarbeit im Automobilsektor unter deutscher Führung. 1944 wurde er nach Differenzen mit dem NS-Regime in okkupationspolitischen Fragen erst in die Führerreserve versetzt und wenig später aus dem aktiven Dienst der Wehrmacht verabschiedet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte sich Thoennissen für den Wiederaufbau der deutschen Automobilindustrie ein. Von 1951 bis 1960 war er Präsident des Verbands der Automobilindustrie und wurde anschließend zu dessen Ehrenpräsidenten ernannt. Er war außerdem Präsident der Organisation Internationale des Constructeurs d’Automobiles in Paris Mitglied des Vorstandes des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

1957 wurde Thoennissen die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main verliehen. Er erhielt 1958 das Große Bundesverdienstkreuz und 1959 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern. 1965 wurde er zum Ehrenmitglied des ADAC ernannt. Thoennissen starb Anfang Januar 1969 im Alter von 81 Jahren in Wiesbaden.

Literatur

Weblinks Werner Bührer: Thoennissen, Max In: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 159–160

Einzelnachweise

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