mini|Vorderansicht der Porta Magica, flankiert von zwei Statuen der ägyptischen Gottheit Bes Die Porta Magica, auch Porta Alchemica genannt, ist ein Monument, das um 1680 von Marchese Massimiliano Savelli Palombara, der für sein Interesse an Literatur, Esoterik und Okkultismus bekannt war, in seiner Residenz, der Villa Palombara, errichtet wurde. Diese befand sich im östlichen Teil Roms auf dem Esquilinischen Hügel.

Auf der Tür befinden sich mystische Symbole und Inschriften, die angeblich das Geheimnis des Steins der Weisen enthalten sollen. Die Zeichen und Sprüche stammen aus der alchemistischen Tradition, haben jedoch keinen realen chemischen oder philosophischen Wert.

Hintergrund mini|Königin Christina diskutiert mit René Descartes (rechts) (Kopie eines Gemäldes von Pierre Louis Dumesnil, Ausschnitt) Marchese Massimiliano Savelli Palombara wurde 1614 in Rom geboren. Er stammte aus dem Geschlecht der Savelli und war Signore von Palombara.

Der Marchese von Palombara war Mitglied des Rosenkreuzerordens und gehörte einem esoterischen Kreis an, der sich im Palazzo Riario versammelte. Dieser war seit 1659 der Wohnsitz von Christina von Schweden.Therese Sjøvoll: Queen Christina of Sweden’s Musaeum. Collecting and Display in the Palazzo Riario. Dissertation, Columbia University, 2015, S. 92, doi:10.7916/D8NG4PFC. Zu dem Kreis gehörten Künstler, Dichter, Gelehrte und Alchemisten, unter anderem auch Giuseppe Francesco Borri, ein italienischer Alchemist und Arzt. Borri stand vorher in den Diensten von Friedrich III., König von Norwegen und Dänemark, der ihn beauftragt hatte, nach dem Stein der Weisen zu suchen. Borri gab vor, dabei von einem Dämon unterstützt zu werden, und verursachte bei seinen Versuchen enorme Ausgaben für seinen Gönner. Nach Friedrichs Tod im Jahr 1670 floh Borri nach Rom, wo er Christina aufsuchte.Henry Carrington Bolton: The Porta Magica, Rome. In: The Journal of American Folklore. 8.28, 1895, S. 73–78, . Andere bekannte Persönlichkeiten des Kreises waren der Astronom Giovanni Domenico Cassini und der Universalgelehrte Athanasius Kircher. Im Palazzo Riario gab es zudem ein alchemistisches Labor, das vom Alchemisten Pietro Antonio Bandiera geleitet wurde. Ein Ziel des Zirkel um Christina war es, die wichtigsten Kulturen in einer Art Synkretismus zusammenzufassen: die jüdische, das Christentum sowie die griechische und römische Mythologie. Ein weiteres Ziel war die Suche nach dem Stein der Weisen, der in der Lage war, unedle Metalle durch Transmutation in Gold zu verwandeln.

Der Legende nach suchte ein geheimnisvoller Reisender in einer Nacht im Jahr 1680 im Garten der Villa Palombara nach einem Kraut, mit dem sich Gold herstellen ließ. Möglicherweise handelte es sich dabei um Francesco Borri. Am nächsten Morgen war der Mann verschwunden, aber er hinterließ Spuren von Gold sowie ein Manuskript mit zahlreichen Symbolen und alchemistischen Formeln. Palombara war davon überzeugt, dass das Manuskript das Geheimnis für die Herstellung des Steins der Weisen enthielt. Jedoch konnten weder er selbst noch die anderen Mitglieder von Christinas Kreis die Zeichen entschlüsseln. Daraufhin ließ der Marchese die Porta Magica errichten und die Zeichen des Manuskripts darin einmeißeln, in der Hoffnung, dass vielleicht ein Vorübergehender sie entziffern könnte.

Nach einer Variante der Legende übergab Borri das Manuskript Christina, die zu der Zeit in der Villa Palombara wohnte, und vollbrachte eine Transmutation in ihrer Gegenwart, bevor er auf geheimnisvolle Weise verschwand.

Inschriften und Symbole mini|hochkant=0.7|Stich aus dem 19. Jahrhundert, der die Porta Alchemica und ihre Symbole darstellt Über der Porta Magica befindet sich ein Emblem, das aus Henricus Madathanus’ alchemistischer Allegorie stammt. Es zeigt ein Kreuz über einem Kreis, in den ein Hexagramm mit der Inschrift CENTRUM IN TRIGONO CENTRI (Der Mittelpunkt liegt im Trigon des Zentrums) eingraviert ist. Die geometrische Konstruktion erinnert an Darstellungen aus Michael Maiers Werk Atalanta Fugiens. Die Tür ist weiterhin von alchemistischen Symbolen und lateinischen und hebräische Inschriften umgeben, die verschiedene Stadien des alchemistischen Prozesses beschreiben. Die sieben Zeichen auf der Tür stammen aus einem Werk von Johannes de Monte und stehen für die klassischen Metalle und Substanzen der Alchemie. Außerdem spielen die Inschriften auf die Argonautensage und die Suche nach dem Goldenen Vlies an.

Lage mini|links|Die Villa Palombara, Fresko aus dem 19. Jahrhundert; rechts neben der Villa die Porta Magica Das Tor befindet sich heute in einem Garten im Zentrum der Piazza Vittorio Emanuele II. Ursprünglich befand sie sich etwa fünfzig Meter entfernt in Richtung der Kreuzung der Via Carlo Alberto mit der Via di San Vito, entlang einer Umfassungsmauer, die der Strada Felice zugewandt war. Im Jahr 1873 wurde die Porta Magica abgebaut und 1888 in den Gärten der Piazza Vittorio auf einer alten Umfassungsmauer der Kirche Sant’Eusebio wieder aufgebaut. Daneben wurden zwei Statuen des Gottes Bes hinzugefügt, die ursprünglich in den Gärten des Quirinalspalasts standen.

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