Die britische American-Football-Nationalmannschaft wird als GB Lions bezeichnet. Sie wird von der British American Football Association organisiert und repräsentiert das Großbritannien bei internationalen Wettbewerben der International Federation of American Football (IFAF). Größte Erfolge waren zwei Europameistertitel in den Jahren 1989 und 1991.
Geschichte Erste Europameisterschaften (1985 bis 1991) Die GB Lions bestritten ihr erstes Spiel im Jahr 1985 gegen Frankreich. Vor 2000 Zuschauern in der Stompond Lane in Walton-on-Thames gewannen die Briten durch einen Touchdown von Victor Ebubedike. In den Jahren 1986 und 1987 besiegten die Lions die Niederlande und Frankreich jeweils in zwei Spielen und qualifizierten damit für die Europameisterschaft 1987. Bei dieser ersten Teilnahmen an einem internationalen Wettbewerb unterlagen die Briten Italien und Finnland und beendeten das Turnier auf dem vierten und letzten Platz.
Auch für die Europameisterschaft 1989 qualifizierten sich die Lions durch einen Sieg gegen Frankreich. Im Halbfinale setzten sie sich dank Victor Ebubedike, Trevor Carthy und Allan Brown, die jeweils zwei Touchdowns erzielten, mit 38:6 deutlich gegen Gastgeber Deutschland durch. Die von Terry Smith angeführten Lions trafen im Finale auf Finnland. Das Finale sollte im Wilhelm-Koch-Stadion auf St. Pauli, Hamburg ausgetragen werden.https://www.upi.com/Archives/1989/08/27/Britain-survived-a-change-in-sites-to-defeat-Finland/1215620193600/ Auf Grund heftiger Regenfälle musste das Spiel kurzfristig auf einen Kunstrasenplatz in der Nähe von Hamburg verlegt werden. 9.500 bereits verkaufte Tickets wurden zurückgeben. Trotz weiterhin starken Regens kamen etwa 1.000 Zuschauer zum Spiel. Die Briten dominierten das Spiel klar. Die ersten beiden Touchdowns erzielte der überragende Runningback Victor Ebubidiki von den London Ravens. Die Lions holten damit ihren ersten Europameistertitel. 1991 kehrten die Lions unter der Leitung von Ray Willsey, damals Coach der London Monarchs, nach Helsinki zurück, um ihren Meistertitel zu verteidigen. Nachdem sie im Halbfinale die Niederlande mit 46:3 besiegt hatten, trafen sie im Olympiastadion erneut auf Finnland, gewannen mit 14:3 und verteidigten damit den Europameistertitel. Neun Spieler der Lions gehörten zu den Most valuable players des Turniers: Jason Elliott, Barry Driver, Mark Webb, Jo Richardson, Colin Nash, Paul Roberts, Warren Billingham, Gary Mills und Bola Ayiede.
Rückschläge und Rückzüge (1993 bis 2001) Auf Grund der finanziellen Belastung und Disputen mit dem europäischen Verband European Football League (EFL) zog sich die BAFA aus der EFL zurück, weshalb die Lions ihren Titel bei der Europameisterschaft 1993 in Italien nicht verteidigen konnten. In Vorbereitung auf die Europameisterschaft 1995 besiegten die Briten Irland, doch nachdem sich Deutschland überraschend aus dem Turnier zurückgezogen hatte, hätten die Lions innerhalb von acht Tagen hastig ein Auswärtsspiel gegen die Ukraine und möglicherweise zwei weitere Spiele in Österreich bestreiten müssen. Da sie diese logistische Herausforderung nicht bewältigen konnten, zogen sich die Lions aus derbem Wettbewerb zurück.
Für die Europameisterschaft 1997 qualifizierten sich die Lions durch einen Sieg gegen Spanien im Madrider Estadio Metropolitano. wodurch sie sich für die Europameisterschaft qualifizierten. Im Finalturnier unterlagen sie im Halbfinale Finnland mit 24:6 und wurden im Spiel um den dritten Platz von Italien mit 14:7 besiegt.
Im Jahr 1998 qualifizierten sich die Briten erneut durch einen Sieg gegen Frankreich für das EM-Finalturnier. Das in Schweden geplante Turnier wurde jedoch nicht in dieser Form ausgetragen. An der erstmals ausgespielten IFAF Weltmeisterschaft nahmen die Lions nicht teil. Zum EM-Halbfinale mussten die Lions dann im Juli 2000 in Finnland antreten. Head coach Riq Ayub trat zuvor zurück und die Lions unterlagen wieder ein Mal Finnland.
Im Jahr 2001 besiegten die Lions Spanien und qualifizierten sich damit für die Europameisterschaft. Nach einer vorherigen Disqualifikation Deutschlands rechneten die Briten mit einem Freilos im Halbfinale. Nach einer erfolgreichen Berufung wurde Deutschland jedoch wieder zum Turnier zugelassen. Das Halbfinale wurde zwei Wochen nach dem Qualifikationsspiel in Großbritannien angesetzt. Doch die Lions waren nicht in der Lage, das Spiel so kurzfristig zu organisieren und wurden aus dem Turnier ausgeschlossen.
Weitere Entwicklung (seit 2005) Nach einer Modusänderung wurden die Nationen für die Europameisterschaft 2005 in drei Gruppen aufgeteilt. Die Lions wurden in die B-EM im Jahr 2004 eingeteilt. Dieses im französischen Amiens ausgetragene Turnier gewannen die Briten, nachdem sie im letzten Spiel Gastgeber Frankreich knapp mit 18:17 bezwangen. Bei dem A-EM 2005 im schwedischen Malmö unterlagen die Briten Deutschland und Finnland und beendeten das Turnier erneut auf dem vierten und letzten Platz.
Bei der A-Europameisterschaft 2010 mussten sich die Lions Frankreich, Schweden und Finnland geschlagen geben und belegten mit nur 11 erzielten Punkten den 6. Platz. Sie stiegen damit in die B-EM ab. Beim Turnier 2013 im italienischen Mailand erreichten sie den 3. Platz. Im Jahr 2016 richteten die Briten eines der beiden B-EM-Turnier in Turnier 2018 richteten in Worcester aus. Dieses gewannen sie und qualifizierten sich damit für das 2018 ausgetragene EM-Finaltunier. Dieses schloss man auf dem fünften Platz ab.
Seit 2019 werden die Europameisterschaften in einer Vorrunde gefolgt von einer End- bzw. Platzierungsrunde im Folgejahr ausgespielt. In den Jahren 2019 und 2022 beendeten die GB Lion die Vorrunde jeweils auf dem zweiten Platz. An der Platzierungsrunde 2020/21 nahmen die GB Lions wegen der COVID-19-Pandemie nicht teil. 2023 erreichte man den 5. Platz. In der Vorrunde zur EM 2025 unterlag man Schweden und Deutschland und landete in der Gruppe nur auf Platz 3. Die Platzierungsrunde um Platz 9 wurde nicht ausgetragen.
Für die Europameisterschaft 2027 nannte die BAFA zusätzlich zur Nationalmannschaft ein GB Development Team. Dieses trifft im sogenannten Level 2 der Europameisterschaft auf Spanien und Georgien.
Ergebnisse Teilnahmen an Europameisterschaften JahrPlatzSpSNP+P–1985keine Teilnahme19874.202335419891.22064619911.2206371993keine Teilnahme1995keine Teilnahme19974.20213482000–1019342001ausgeschlossen20054.202126820106.30311962014nur B-EM20185.312498620218.4134810620235.32160562025–2023069
Spiele DatumOrtGegnerErgebnis2. November 1986BirminghamNiederlande9:616. November 1986SoestNiederlande24:522. März 1987DunkerqueFrankreich58:25. April 1987BirminghamFrankreich26:020. August 1987EspooItalien10:1623. August 1987EspooFinnland23:386. Mai 1989BirminghamFrankreich35:621. August 1989HamburgDeutschland38:627. August 1989HamburgFinnland26:016. August 1991HelsinkiNiederlande49:318. August 1991HelsinkiFinnland14:323. Februar 1997MadridSpanien17:1416. Juli 1997BozenFinnland6:2419. Juli 1997BozenItalien7:144. November 1998Milton KeynesFrankreich42:017. Juli 2000HelsinkiFinnland9:3417. Juni 2001LeicesterSpanien27:623. August 2004AmiensRussland24:2125. August 2004AmiensSpanien41:028. August 2004AmiensFrankreich18:1728. Juli 2005MalmöDeutschland 0:3430. Juli 2005MalmöFinnland12:3427. Juli 2010WetzlarSchweden2:1429. Juli 2010WiesbadenFrankreich0:5031. Juli 2010FrankfurtFinnland9:322. September 2013MailandSpanien58:64. September 2013MailandItalien16:207. September 2013MailandTschechien24:1316. September 2016WorcesterRussland30:318. September 2016WorcesterTschechien38:1329. Juli 2018VantaaFinnland7:2831. Juli 2018VantaaFrankreich9:424. August 2018VantaaDänemark33:1619. Oktober 2019LondonRussland34:02. November 2019KristianstadSchweden14:3630. Oktober 2022MailandItalien23:285. August 2023CoventryFrankreich7:628. Oktober 2023GentofteDänemark30:2213. Oktober 2024KarlstadSchweden19:2019. Oktober 2024CoventryDeutschland11:49
Bilanz GegnerSpieleSiegeNiederlagenPunkteDifferenzDänemark22063:38+25Deutschland31249:89−40Finnland826106:193−87Frankreich862195:123+72Italien40456:78−22Niederlande33082:14+68Russland33088:24+64Schweden30335:70−35Spanien440143:26+117Tschechien22062:26+36Gesamt402317879:681+198
Einzelnachweise
Kategorie:Nationalmannschaftsgründung 1985 Nationalmannschaft Großbritannien AmericanFootball