Die Mediatheke ist ein deutsches Online-Medienmagazin des Hamburger Journalisten Holger Kreymeier. Die wöchentliche Sendung thematisiert aktuelle Entwicklungen im Journalismus sowie im Fernsehen, in Onlinemedien und in sozialen Netzwerken. Sie ging im September 2018 als Nachfolgeformat aus Fernsehkritik-TV hervor.

Konzept mini|hochkant|Holger Kreymeier (2012) Die Mediatheke erscheint wöchentlich immer samstags als Video-on-Demand und wird von Kreymeier moderiert. Die einzelnen Ausgaben bestehen aus kommentierenden Beiträgen, Medienanalysen und vereinzelt auch Interviews.

Produziert wird das Format in einem Studio in Hamburg-Wandsbek. Die vollständigen Ausgaben erscheinen hinter einer Paywall auf dem Online-Portal Massengeschmack-TV. Daneben werden einzelne Beiträge frei zugänglich auf YouTube veröffentlicht.

Geschichte Entwicklung Kreymeier betrieb seit April 2007 die Sendung Fernsehkritik-TV, die sich schwerpunktmäßig mit dem deutschen Fernsehen beschäftigte. Im Juli 2018 kündigte er an, das zweiwöchentlich erscheinende Magazin nach insgesamt 237 Ausgaben einzustellen und Die Mediatheke als wöchentliches Nachfolgeformat zu starten. Gegenüber dem Tagesspiegel begründete er die Entscheidung damit, dass sich aus seiner Sicht viele der interessanteren, skandalträchtigeren und betrügerischen Phänomene vom linearen Fernsehen ins Internet verlagert hätten. In Die Mediatheke stellt Fernsehen nur noch einen Teil des behandelten Medienspektrums dar. DWDL beschrieb den Wechsel als Übergang von der Kritik an „schlechtem Fernsehen“ zur Auseinandersetzung mit dem „schlechten Internet“.

Die erste Ausgabe erschien am 22. September 2018. Erster Studiogast war der Komiker Florentin Will.

Die 400. Ausgabe wurde im Mai 2026 vor Publikum im Kölner Senftöpfchen-Theater aufgezeichnet. Im Zuge einer für Oktober 2026 angekündigten Programmreform wurde die Einstellung von Die Mediatheke in seiner jetzigen Form angekündigt.

Rechtsstreit mit Radio Bremen 2020 entstand aus einem Beitrag der Sendung ein Urheberrechtsstreit mit Radio Bremen, der überregional rezipiert wurde. Ausgangspunkt war ein Beitrag, der sich kritisch mit der vom Y-Kollektiv produzierten Reportage #Infokrieg – Wie die neuen Rechten die Medien „hacken“ auseinandersetzte. Es wurden dafür längere Ausschnitte aus dem Film gezeigt. Radio Bremen sah dadurch seine Urheberrechte verletzt. Nach einer Abmahnung und der Entfernung des Videos bei YouTube erhob der Sender Klage.

Das Landgericht Berlin gab Radio Bremen im November 2021 in wesentlichen Teilen recht. Nach Auffassung des Gerichts waren mehrere verwendete Ausschnitte nicht vom Zitatrecht gedeckt, da sich Kreymeiers Ausführungen nicht konkret auf die jeweils gezeigten Bilder bezogen. Bei anderen Sequenzen erkannte das Gericht dagegen einen hinreichenden Zitatzweck an.

Der Rechtsstreit wurde medienjournalistisch als grundsätzliche Frage nach den Grenzen audiovisueller Medienkritik diskutiert. Unter anderem griffen das Redaktionsnetzwerk Deutschland, DWDL und die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Fall auf. Der Medienwissenschaftler Leonhard Dobusch übte in diesem Zusammenhang in netzpolitik.org grundsätzliche Kritik am deutschen Zitatrecht. Dessen enge Ausgestaltung schränke insbesondere audiovisuelle Kritik stark ein; gerade bei Videokommentaren sei es „fast unmöglich“, kritisierte Werke nicht teilweise auch lediglich illustrierend zu verwenden.

Rezeption 2023 griffen Medien einen in Die Mediatheke verbreiteten Ausschnitt aus einem Interview mit Günther Jauch auf, in dem dieser über politische Einflussnahme beim ZDF in den 1990er-Jahren sprach. Übermedien kritisierte die fehlende historische Einordnung. Die geschilderten Vorgänge seien bereits öffentlich bekannt und Gegenstand damaliger Medienberichte gewesen. Durch die Darstellung ohne diesen Kontext sei der Eindruck einer neuen Enthüllung entstanden.

2025 warf Quotenmeter dem Format in einem Kommentar vor, „Türen für rechte bis rechtsextreme Stimmen“ zu öffnen, ohne deren Positionen ausreichend kritisch einzuordnen.

Weblinks

Die Mediatheke auf Massengeschmack-TV

Einzelnachweise

Kategorie:Netzkultur Kategorie:Medienjournalismus Kategorie:Webserie Kategorie:Online seit 2018