Karl-Heinz Pape (* 5. März 1941) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Offensivspieler hat im damaligen WM-System beziehungsweise beim Übergang zum 4:3:3, als Stürmer eingesetzt, von 1961 bis 1968 zuerst in der erstklassigen Fußball-Oberliga Nord und sodann in der zweitklassigen Fußball-Regionalliga Nord für die Vereine Altona 93 und FC St. Pauli insgesamt 185 Ligaspiele absolviert und 57 Tore erzielt. Mit St. Pauli hat Pape im Jahr 1966 die Meisterschaft in der Regionalliga Nord gewonnen und zusätzlich in der Bundesligaaufstiegsrunde auf Rechtsaußen sechs Spiele mit vier Toren bestritten.Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 374 Punktgleich mit jeweils 8:4 Zählern belegte St. Pauli wegen des schlechteren Torverhältnisses mit Aufsteiger Rot-Weiss Essen den 2. Platz.

Laufbahn Altona 93, 1961 bis 1965 Der von Vorwärts Billstedt zum TSV Ahrensburg gekommene Angreifer Karl-Heinz Pape spielte in der Runde 1960/61 an der Seite des 15-fachen Torschützen Vick in der Amateurliga Hamburg und belegte mit Ahrensburg den 13. Rang. Oberligist Altona 93 war auf den 20-jährigen Angreifer aufmerksam geworden und verpflichtete das Talent für die Saison 1961/62. Zusätzlich stattete der AFC auch noch die Spieler Jürgen Bol, Peter Ebert und Jürgen Neudorf mit Vertragsspielerverträgen aus.

Unter Trainer Kurt Krause belegte Altona den 11. Rang und der von Ahrensburg gekommene Stürmer – Pape lief 21 mal als Mittelstürmer und 7 mal am rechten Flügel auf – schoss sich auf Anhieb mit 15 Treffern in 28 Ligaeinsätzen auf den 1. Rang der internen Torjägerliste. Heiko Kurth folgte mit neun Treffern auf dem zweiten Rang. Beim 4:2-Heimerfolg am 28. April 1962 gegen den Bremer SV zeichnete sich Pape als dreifacher Torschütze aus.

Zur letzten Saison der alten erstklassigen Oberligaära, 1962/63, kamen mit Wolfgang Wellnitz, Klaus Framheim, Willi Somann und Herbert Ulatowski noch weitere junge Amateurspieler zu den Schwarz-Weiß-Roten des AFC von der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Zum Höhepunkt dieser Runde wurde am 3. Februar 1963 der 2:1-Erfolg am „Rothenbaum“ gegen Tabellenführer Hamburger SV als Wellnitz und Karl-Heinz Pape für den AFC die Treffer erzielten. Am Rundenende belegte Altona aber lediglich den 15. Rang und musste deshalb in einer Aufstiegsrunde zur Nominierung für die neu eingeführte Regionalliga zur Saison 1963/64 antreten. Altona konnte sich gegen Victoria Hamburg, VfL Wolfsburg, Leu Braunschweig und den Heider SV behaupten und gehörte ab Sommer 1963 der norddeutschen Zweitklassigkeit an. In der Oberliga Nord hatte Pape in 25 Ligaspielen elf Tore erzielt und hatte danach in der Aufstiegsrunde vier Spiele mit drei Toren an der Seite der Leistungsträger Horst Wendlandt, Jürgen Bol und Heiko Kurth mitgemacht.Norbert Carsten: Altona 93. 111 Ligajahre im Auf und Ab. S. 226

Das erste Jahr in der Regionalliga Nord, 1963/64, verlief gut für den AFC; der aus Cuxhaven gekommene Peter Kautz stellte sich als hoffnungsvoller Torjäger heraus, der tatsächlich in der Runde 22 Treffer erzielte und zumeist mit Framheim, Pape, Kurth und Ulatowski den Angriff des AFC bildete. Die Hinrunde beendeten Pape und Kollegen als Herbstmeister und hatten dabei den späteren Bundesligaaufsteiger Hannover 96 am 15. September 1963 mit 4:1 im heimischen Stadion auf die Heimreise geschickt. Die drei letzten Rundenspiele Ende April/Anfang Mai 1964 wurden aber verloren und damit der Einzug in die Bundesligaaufstiegsrunde vertan. Altona erreichte den 4. Rang und Pape hatte in 23 Einsätzen 13 Treffer erzielt.

Im DFB-Pokal dagegen erlebten Pape und Kollegen am Ende der Hinrunde – 8. April 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach mit Papes Siegtreffer in der 56. Minute und dem 2:1 am 22. April gegen Duisburger SpV – und nach dem Ende der Ligarunde große Spiele. Er war in allen vier Spielen gegen Mönchengladbach (2:1), Duisburger SpV (2:1), Karlsruher SC (2:1) und auch im Halbfinale gegen den haushohen Favoriten TSV München 1860 im Einsatz gewesen. Im legendären Halbfinale gegen die Mannschaft von Startrainer Max Merkel stürmte Pape auf Linksaußen und musste wie seine Mannschaftskollegen den Ausgleich zum 1:1 in der 85. Spielminute hinnehmen.

Günther Rackow hatte in der Nachbetrachtung zum Spiel gegen den KSC im „Sport“ notiert: „Ich stehe noch immer unter dem Eindruck des Pokalspiels von Altona 93 gegen den Karlsruher SC. Ich habe einige tausend Fußballkämpfe erlebt, aber zu den schönsten Erlebnissen wird stets die Begegnung vom letzten Mittwoch gehören! Und so schäme ich mich meines Freudentanzes nicht, als ‚Hottel‘ Wendlandt dem ausgezeichneten Wolf einen seiner schon legendären Freistöße ins Netz jagte.“Norbert Carsten: Altona 93. 111 Ligajahre im Auf und Ab. S. 236 Im Halbfinale vertraute „Jockel“ Krause im Angriff auf die Formation mit Kautz, Framheim, Wellnitz, Kurth und Pape und „Löwen“-Dompteur Max Merkel setzte auf das Quintett der Nationalspieler mit Engelbert Kraus, Peter Grosser, Rudi Brunnenmeier, Hans Küppers und Alfred Heiß. In der 70. Minute fegte ein Jubelsturm über die mit 16.000 Zuschauern gefüllte Adolf-Jäger-Kampfbahn, wie ihn dieser Platz wohl über ein Jahrzehnt nicht mehr erlebt hatte. Kautz köpfte zum 1:0 ein, eine hochverdiente Führung für die eindeutig besseren Altonaer, die bis dahin insbesondere an dem Tausendsassa Petar Radenković gescheitert waren. Fünf Minuten vor Schluss gelang den Münchnern der Ausgleich – lähmendes Entsetzen im Stadion – und in der Verlängerung der 4:1-Sieg.Norbert Carsten: Altona 93. 111 Ligajahre im Auf und Ab. S. 237 Im Hamburger Abendblatt vom 4. Juni wird Trainer Merkel zitiert: „Die Nervosität habe das Konzept seiner Mannschaft erheblich verdorben, der ungewohnte Platz dazu und – das betonte er besonders deutlich – in erster Linie aber die hervorragend spielende Elf des Gegners“.Norbert Carsten: Altona 93. 111 Ligajahre im Auf und Ab. S. 240

Als der AFC in der Saison 1964/65 den 3. Rang belegen konnte, hatte Pape in 26 Ligaspiele zehn Tore erzielt. Zum neuen Torjäger entwickelte sich Neuzugang Ulrich Kallius mit 21 Treffern und war damit ein guter Ersatz für den zum Hamburger SV gewechselten Heiko Kurth. St. Pauli wurde mit einem Punkt Vorsprung Vizemeister; überlegener Meister wurde aber Holstein Kiel mit zehn Punkten Vorsprung. Am 28. März 1965 wurde das Auswärtsspiel bei St. Pauli mit 2:3 verloren, danach aber die letzten fünf Rundenspiele alle gewonnen, darunter auch am 25. April das Heimspiel gegen Holstein Kiel mit 1:0.

Nach 102 Ligaspielen mit 50 Toren – 53/26 Oberliga Nord, 49/24 Regionalliga Nord – unterschrieb Pape zur Saison 1965/66 beim Lokalrivalen St. Pauli einen neuen Vertrag und wechselte mit Trainer Kurt Krause zu den Braun-Weißen an das Heiligengeistfeld.

St. Pauli, 1965 bis 1968 Beim „Kiez-Club“ waren in seinem ersten Jahr für die Braun-Weißen noch Ingo Porges, Horst Haecks, Peter Osterhoff und Werner Pokropp die Leitfiguren der Mannschaft. Der weitere Neuzugang Siegfried Bronnert erzielte auf Anhieb 22 Treffer in 32 Ligaspielen und auch Haecks trumpfte mit 26 Treffern nachhaltig für das Team von Trainer Krause auf. Pape und seine neuen Mannschaftskollegen führten nach der Hinrunde mit 26:6 Punkten die Tabelle an. Pape bildete auf Rechtsaußen (32-3) mit Haecks den rechten Flügel, Bronnert stürmte als abschlussstarker Mittelstürmer und Osterhoff war torgefährlich auf der linken Flügelseite.

Die Rückrunde verlief aber deutlich schwächer für St. Pauli. Mit fünf Niederlagen in Serie wurde vom 27. bis zum 31. Spieltag fast noch der Einzug in die Bundesligaaufstiegsrunde verspielt. Mit dem 1:1 am 10. Mai 1966 bei Arminia Hannover wurde dann doch noch am letzten Rundenspieltag der eine Punkt Vorsprung bewahrt und die Meisterschaft gefeiert.

In der Aufstiegsrunde unterstrich St. Pauli dann aber doch noch den errungenen Meistertitel und ging nach sechs Gruppenspieltagen im Juni Brust an Brust mit Rot-Weiss Essen über die Ziellinie. Das bessere Torverhältnis verhalf den Mannen um Stürmer Willi Lippens zum Aufstieg in die Bundesliga. Pape erzielte bei beiden 1:0-Erfolgen gegen Essen den jeweiligen Siegtreffer, was ihm auch beim 3:2-Heimspielerfolg gegen den 1. FC Saarbrücken gelungen war.

In den zwei folgenden Runden 1966/67 und 1967/68 konnte er nicht mehr an diese Erfolge anknüpfen und Pape verabschiedete sich im Sommer 1968 vom FC St. Pauli nach insgesamt 132 Regionalligaeinsätzen mit 31 Toren (Altona und St. Pauli) und ging in das Amateurlager zurück.

Literatur Norbert Carsten: Altona 93. 111 Ligajahre im Auf und Ab. Göttingen 2003 (Die Werkstatt) ISBN 3-89533-437-5. Ronny Galczynski, Bernd Carstensen: FC St. Pauli. Vereinsenzyklopädie. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2009. ISBN 978-3-89533-613-3. S. 298. Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 374.

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